1997-03 Motorrad-Tour über Ostern nach Fehmarn

Die Tour, die Insel, der Bericht — vom 28. März bis zum 04. April 1997

Die Wurzel allen Übels! Und nicht einmal meine Schuld… Manche Geschenke haben scheinbar seeehr lange andauernde Auswirkungen! Dieser Urlaubsbericht war der allererste. Ich hab ihn von Dirk geschenkt bekommen. Tja, und daraufhin ist es dann bei mir zur Tradition geworden… Das Ergebnis sieht man ja wohl an dieser Homepage.

Übrigens führte uns die Reise über Ostern zu Dirks Eltern an die Ostsee nach Fehmarn. Im Laufe der Zeit haben wir es schließlich geschafft, allen Ostsee-Inseln einen Besuch abzustatten…

Die Wurzel allen Übels! Und nicht einmal meine Schuld… Manche Geschenke haben scheinbar seeehr lange andauernde Auswirkungen! Dieser Urlaubsbeginn war der allererste. Ich hab ihn von Dirk geschenkt bekommen. Tja, und daraufhin ist es dann bei mir zur Tradition geworden… Das Ergebnis sieht man ja wohl an dieser Homepage.

Freitag, 28.03.97

bewölkt, zeitweise Regen, windig – Sturmwarnung!

08.30 Uhr. Daniel trifft im Menzenweg 15 ein. Die letzten Sachen werden verstaut (samt der 20 rohen Eier) und dann die Motorräder gesattelt.

08.40 Uhr. Abfahrt in Kirchdorf. Über Langreder, Leveste, Göxe, Kirchwehren, Seelze, Garbsen und Beerenbostel geht es nach Westenholz auf die A2. Schon auf diesem Abschnitt hatten wir mit heftigem Wind und verschmutzten Straßen zu kämpfen, auch der Regen ließ nicht ewig auf sich warten.

Mit den Worten „Soltau Ost sehen wir uns wieder“ eroberten wir die Autobahn, die sich schon nach wenigen Kilometern in ein Wasserparadies verwandelte. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 90 Knoten – ähm km/h – bewältigten wir den heiß ersehnten High-Speed-Abschnitt Autobahn. In Soltau Ost war Daniel genau fünf Autos weiter gekommen, als Dirk! Zu allem Überfluss mussten wir diverse Undichtigkeiten unserer Kleidung bemerken.

Wir essen unser erstes Stück Schokolade (Schokolade macht glücklich). Es geht weiter über die B209 nach Amelinghausen, denn dort gibt es günstig Benzin zu erstehen. Mit gefütterten Maschinen fahren wir bei weiter anhaltendem Regen über Lüneburg nach Lauenburg (es klärt sich auf – wenn doch dieser Wind nicht wäre!). Weiter auf der B209 führt uns unsere Reise nach Schwarzenbek, auf die B207 über Mölln und Ratzeburg nach Lübeck. Die Lübecker Innenstadt wird im Schneckentempo durchkrochen und dann erneut die Betonpiste geentert (die A1).

Eine kurze Rast auf einem Autobahnparkplatz bei Ratekau macht uns deutlich, dass wir verfolgt werden – meine Nachbarn auf dem Weg nach Dänemark. Es folgt eine Autobahnfahrt zum Angewöhnen, wenn doch dieser Wind nicht wäre! Bis Oldenburg fliegen die Kilometer nur so an uns vorbei. Ab Oldenburg folgen wir dann wieder der B207, bis uns die ersten Schilder die Anwesenheit der Fehmarn-Sund-Brücke ankündigen.

Leider erinnern uns diese Schilder wieder an das stürmische Klima, da die Brücke für Wohnwagengespanne und leere LKW gesperrt ist. Die Überfahrt wird zu einem recht windigen Unterfangen, aber wir landen sicher auf der Ostseeinsel Fehmarn.

Von der Vogelflug-Linie führt unser Weg direkt nach Burg, wo wir schon am Ortseingang bemerken dürfen, dass Amerika nicht mehr weit weg ist (McD lässt grüßen!).

Um 15.30 Uhr steigen wir von unseren treuen Begleitern und werden von der Vermieterin freundlich empfangen. Nach kurzem Umkleiden sehen wir wieder aus wie zivilisierte Menschen und, da keiner in der Wohnung ist und das Wetter viel verspricht, machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Burgtiefe und an den Strand (wenn doch dieser Wind nicht wäre! Aber wir sind ja am Meer.).

Wieder daheim wird erst einmal richtig gegessen. Danach begeben wir uns mit dem Auto nach Puttgarden und beobachten von der Mole aus die Fährschiffe…

… während ich genussvoll mit kaltem Meerwasser dusche! (Wenn es nicht so kalt wäre… Und dieser Wind!)

Und dann – das Kartenspiel liegt zu Hause – Kniffeln…

… bis das Bett ruft!

Samstag, 29.03.1997

wärmer, trocken aber windig

Um 09.30 Uhr (!) verlassen wir unsere kuscheligen Betten und machen uns nach einem reichhaltigen Frühstück auf den Weg nach Burgstaaken in den Fischereihafen (zu Fuß!).

Um 13.45 Uhr landen wir mit dem Auto wieder in Puttgarden und erwarten sehnsüchtig das Boarding der Karl Karstens, die uns nach Rodbyhaven (Dänemark) fährt.

Von dort aus beobachten wir das Entladen des Fährschiffes und auf der Rücktour können wir eine Flasche guten Pott für unseren Tee zollfrei erwerben!

Wieder wohl behalten in Neue Tiefe angekommen verkleiden wir uns (nachdem Daniels Schuhe mit dem Föhn trocken gelegt worden sind) erneut und satteln unsere treuen Begleiter (wegen der drohenden Entzugserscheinungen).

Der Weg führt uns über Meeschendorf zum Katharinenhof an der Ostküste um die „Steil-„Küste zu inspizieren. Von dort fahren wir über Burg wieder zurück (ca. 20 km).

Nach dem Abendessen setzen wir den Spaziergang in Burgtiefe vom Vortag weiter fort. Vor dem Schlafen gehen werden noch ausgiebig die Spielkarten traktiert (Schwimmen und 51tot).

Ostersonntag, 30.03.1997

trocken und windig (immer noch)

In aller Herrgottsfrühe (10 Uhr) kehren wir unseren Betten den Rücken und widmen uns dem Frühstück…

Danach überprüfen wir die Arbeit des Osterhasen und suchen die gut versteckten Osternester…


Es folgt die Verkleidungsorgie und der Aufbruch zum Fototermin in Fehmarn-Sund.

Von dort aus führt uns unser Weg über Strukkamp, Altjellingsdorf, Lemkendorf, Petersdorf und Bojendorf nach Wallnau ins Vogelreservat und nach einem weiteren Fotostop mit Ostsee…

… schlemmen wir ausgiebig im Wallnauer Hof!

Ein weiterer Fototermin…

… und Abfahrt nach Schlagsdorf, Westermakelsdorf, Dänschendorf, Wenkendorf…

… zum Niobe Denkmal, wo dann im Sand der Mittagsschlaf absolviert wird!

Die Heimreise erfolgt dann über Gammendorf, Vadersdorf, Bannesdorf und Burg nach Neue Tiefe (ca. 70 km). Nach dem Abendessen setzen wir den Spaziergang in Burgtiefe vom Vortag und Vorvortag weiter fort. Der Ausklang des Abends wird durch Karten- und Kniffelspiele gestaltet.

Ostermontag, 31.03.1997

trocken, sonnig und nicht mehr sooo windig

Bevor irgend ein Hahn schreien konnte klettern wir aus den Molle und trollen uns nach ausgiebigen Reinigen zum Frühstückstisch. Nachdem alles vorschriftsmäßig vertilgt ist, beginnt von neuem die Verkleidungszeremonie.

Es folgt der Aufbruch nach Burg zum Grafen Shell, wo unsere treuen zweirädrigen Begleiter gefüttert werden. Mit neuem Schwung erobern wir den Nordosten der Insel über Bannesdorf nach Presen und zu Fuß am Strand entlang zur Marienleuchte (wenn es doch nicht so warm wäre!). Wieder zurück überqueren wir die Insel in der Nordost-Südwest-Diagonalen (über Bannesdorf (Daniel hat 8888,8 km auf dem Tacho), Bisdorf, Lemkendorf, Petersdorf, Kopendorf, Sulsdorf, Püttsee nach Flügge) und erforschen den noch fehlenden Südwestteil der Insel. Dabei können wir das vierte Seefeuer, den Flügger Leuchtturm ausfindig machen und einen Plastikdeckel von Dirks Motorrad verlieren.

Über Püttsee, Sulsdorf, Gollendorf treibt uns der Hunger nach Lemkenhafen, wo wir in der Aalkate (schon wieder Fisch – aber wir sind ja an der See) leckeren Matjes und Lachs in uns aufnehmen.

Nach dieser Stärkung fahren wir die schon bekannte Strecke zum Flügger Leuchtturm (Dirk sucht seinen Deckel), veranstalten einen Fotostop und benutzen dann zum dritten Mal die Strecke um von Lemkenhafen anschließend nach Albertsdorf uns Strukkamp zu fahren. Von hier aus können wir die andere Seite der Brücke begutachten und im Foto festhalten. Über Blieschendorf und Burg landen wir wieder wohl behalten in Neue Tiefe (ca. 70 km). Nach einer kräftigen Stärkung und leichten Kleidungswechsel brechen wir auf zum Kino. Es gibt „Das kleine Arschloch“ mit einer netten Überraschung schon vor dem Film: Eintritt 11 DM (Dieses Monopol ist das steuerrechtlich gesehen denn zulässig???). Die Bedienung (hierbei handelte es sich um ein Verzehrkino: Haxe mit Kraut wurde serviert – schmatz, duft… ) kann aus diesem Grund bei uns kein Geld mehr verdienen – der Film war doch ganz nett ;o)

Wieder daheim sind die Schreie der Betten kaum zu überhören…

Dienstag, 01.04.1997

trocken, sonnig, Wind (was sonst) und Motorrad freier Tag

Nach dem Frühstück machen wir den Glaspalast an den „Sandsilos“ unsicher, bevor uns unser Chauffeur nach Burg bringt, wo wir die ganzen Läden nach einem Löffel mit Fehmarn-Motiv absuchen und kurz vor der drohenden Mittagssperrstunde nach fündig werden. Das Aquarium gestaltet sich sehr interessant und wir lernen den Mercedes der Haie kenne: Der Ammenhai (sogar von unten). Über die still gelegte Eisenbahnstrecke (Achtung, heute Zugverkehr, da 1. April!) führt unser Fußmarsch (sooo anstrengend, und kaum Bänke!) über Burgstaaken nach Neue Tiefe. Hier werden die guten Platzbockwürstchen verwertet und dann die Badesachen gepackt. Vorher schreiben und malen wir noch unzählige (3 – in Worten „drei“) Ansichtskarten…

Im Wellenbad gibt es für Studenten Kinderermäßigung und außer Wellen ein technisch raffiniertes Bad (sonst war ja auch nicht so viel Interessantes dort zu sehen).

Daheim feiern wir unseren abschied mit Kniffeln, Karten spielen und Tee mit Rum. Es folgt… schnarch…

Mittwoch, 02.04.1997

trocken, sonnig, überraschend wenig Wind (aber wir sind doch am Meer!)

Heimreise

So früh kann wirklich kein Hahn krähen, wie wir unsere Betten räumen (schnief). Ein letztes Frühstück („Dirk, macht es eigentlich etwas aus, wenn wir eine Stunde später zu Hause ankommen? Mein Bett ruft!“) und dann Sachen packen, verkleiden und Tourbesprechung.


Wir satteln die Hühner (auch wenn der Hahn immer noch nicht gekräht hat).

Um 09.26 Uhr verlassen wir den Hof in Neue Tiefe und um 09.35 Uhr passieren wir die Fehmarn-Sund-Brücke (erste Ausfallerscheinungen der Funkgeräte). Die Autobahnfahrt gestaltet sich so angenehm, dass wir in Lübeck die ausfahrt verschlafen. In Trave versuchen wir uns dann erst einmal zu orientieren (die BMW streikt mittlerweile) und verlassen in Bargteheide dann die Autobahn. Es folgt ein Totalausfall der Funkanlage.

Über die B404 und Schwarzenbeck kommen wir auf unsere altbekannte Strecke und folgen der B209 nach Lauenburg und Lüneburg. In Amelinghausen nutzen wir die Gunst der Stunde des günstigen Benzinverkaufs und füttern unsere Drahtesel (war auch dringend notwendig!). Die Funkanlage funktioniert wieder wie gewohnt. In Soltau Ost trennen sich unsere Wege und ich teste erneut die Betonpiste, während Dirk sich mit Kehrmaschinen und Ampeln in Soltau amüsiert und in Walsrode sogar vom rechten Weg abkommt.

Ich habe gewonnen und warte währenddessen schon eine viertel Stunde in Hodenhagen (Dirk hat den Proviant – habe ich etwa doch verloren?). Die bekannte Strecke führt uns über Schwarmstedt Warmeloh, Negenborn, Reisse, Engelbostel, Berenbostel, Garbsen (mit eingebautem kleinen Umweg), Seelze Kirchwehren, Göxe Leveste, Langreder nach Kirchdorf, wo wir um 15.15 Uhr total geschafft aber gut „erholt“ eintreffen (355 km).

End of Tour

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