1999-10 Mit dem Fahrrad quer durch Süddeutschland

Die „Heute ist Dienstag, also muss das der Kölner Dom sein“-Tour vom 03. bis zum 10. Oktober 1999

Städte-Reisen ein Mal anders. Mit der Deutschen Bahn ging es zunächst nach Stuttgart. Vor Dort aus dann mit dem Radel nach Ulm und über Augsburg nach München. Allerdings haben wir die ganze Strecke aus Zeitmangel nicht mit dem Rad zurück gelegt, sondern sind immer entlang der Flüsse gefahren und dann den Rest per Bahn. Das hatte auch den Vorteil, dass es nicht ganz so steil ist!

Die Idee entstand schon im Frühsommer des vorletzten Jahres dieses Jahrtausends. Als Motivation steckte dahinter, dass man mal ein paar Städte sehen sollte, die man später wohl nicht mehr sehen wird, wenn man mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht. Allerdings ist es für lange Zeit erst einmal bei der Idee geblieben, und sie ist, wie fast alle anderen Ideen auch, ganz tief unten in die Schublade gekommen. Herausgezogen wurde sie erst wieder etwa drei Wochen vor der Tour. Doch aufgrund diverser Termine der Teilnehmer beschränkte sich die Planung auf die Woche vor der Tour. Geplant war sie dann für die allerletzte Woche der vorlesungsfreien Zeit. Die Anzahl der Städte war aufgrund der Reisezeit begrenzt: Ulm, Augsburg und München. Die Reihenfolge, in der die Städte angefahren werden sollten, ergab sich aus der Tatsache, dass am Sonntag, 03. Oktober in München noch das Oktoberfest tobte: es verspürte keiner sonderliche Lust, auf die Wiesn zu gehen.

Da wir den Fahrradurlaub aber mit Radfahren beginnen wollten, war eine Zugfahrt bis nach Ulm nicht drin. Man entschied sich für Stuttgart. Zumal die Bahnfahrt mit dem Kamikaze-Ticket auch etwa 10,5 Stunden dauerte, und wir nicht allzu früh aufstehen wollten, war eine Ankunft vor 21.30 Uhr nicht möglich.

Da wir (das sind übrigens Oliver und Daniel) ja doch etwas kurzfristig unterwegs waren, entschieden wir uns für eine Reservierung der Zimmer in der Jugendherberge.

Stuttgart: Nur postalisch oder faxisch.

Ulm: Hier stellte sich heraus, dass eine Reservierung nicht erforderlich war.

Augsburg: Reservierung telefonisch möglich. Ein Doppelzimmer bitte. Kein Problem. Danke.

München: Reservierung per e-Mail! Welch ein Luxus! Doch leider hatten wir bei Fahrtantritt immer noch keine positive Rückmeldung erhalten.

Schließlich wurden noch am Tage vor der Abreise die Fahrtstrecken bei der Deutschen Bundesbahn ausgedruckt.

Es konnte dem Urlaub eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Der erste Tag: Sonntag, 03. Oktober 1999

Daniel, der die Nacht nicht zu Hause, sondern zu Hause verbracht hatte, schlug dann auch irgendwann in der Kriegerstraße auf, so dass es zum Bahnhof gehen konnte. Da die Wahrscheinlichkeit, alle Anschlusszüge zu bekommen mit steigender Zahl der Umsteigungen sinkt, entschieden wir uns für die Variante mit drei mal umsteigen. Jedoch muss auch gesagt werden, dass die Reisezeit mit steigender Zahl von Umsteigungen drastisch sinkt. Aber egal. Die Umsteigezeiten waren alle ausreichend bemessen. Wir hatten sogar eine Stunde Aufenthalt in Neudietendorf. Was das bedeutete, erfuhren wir allerdings erst später…

Der erste Zug von Hannover nach Göttingen war mäßig besetzt, so dass es keine nennenswerten Komplikationen gab.

Göttingen. Der Bahnhof sah noch schlimmer aus, als man es aus Hannover gewohnt ist. Eigentlich kaum vorstellbar. Zum Glück brauchten wir die Räder nicht von einem Bahnsteig auf einen anderen zu wuchten, so dass wir noch etwas Zeit hatten, vor den Bahnhof zu schauen: Es drängte sich der Verdacht auf, dass Göttingen eine Studentenstadt ist. Vor dem Bahnhof standen nämlich drölftausend Fahrräder!

Es ging weiter. Froh, dass wir eine annehmbare Reiseroute gefunden hatten, haben wir uns auch nicht weiter damit beschäftigt – schließlich gab es wichtigeres zu tun… Wenn man während der Fahrt aus dem Fenster schaute, drängte sich einem der Verdacht auf, dass es irgendwie in Richtung Osten ging. Komisch eigentlich. Schließlich wollten wir ja nach Süden! Unser Verdacht bestätigte sich schließlich in Neudietendorf: Wir landeten ca. 12km vor Erfurt! Im Prinzip wäre es ja überhaupt kein Problem, wenn hier nicht der Hund begrabe wäre… Und wir hatten eine volle Stunde Aufenthalt!

Um die Zeit totzuschlagen, entschieden wir uns, die nähere Gegend zu erkunden. Außerdem war es windig und damit kalt! Und so begann der erste Teil unserer Fahrradtour. Die nähere Umgebung erwies sich als wenig spektakulär. Daher versuchten wir, nach Erfurt zu kommen, und dann von dort aus weiterzufahren. Der Zug, den wir in Neudietendorf nehmen sollten, kam nämlich aus Erfurt. Jedoch erwies sich die Strecke für die schon fortgeschrittene Zeit als zu lang, so dass wir schließlich umkehrten. Vor dem Bahnhof, der sich nun wirklich durch nichts auszeichnete (wenn man davon absieht, dass an ihm nicht gebaut wird) sahen wir zwei Japaner sich gegenseitig vor dem Bahnhof fotografierend!

Der Zug kam, und wir konnten Dunkeldeutschland wieder verlassen. Es ging weiter nach Gewürzburg. Jedes Umsteigen brachte immer einen Haufen Probleme mit sich:

1. Wo ist das Fahrradabteil? Vorne oder hinten? Und je mehr Leute auf dem Bahnsteig sind, desto schwieriger wird es mit den Rädern… 2. 3. Wie hoch ist der Bahnsteig und ist die Tür breit genug? Oder muss das Gepäck vorher abgepackt werden. 4. 5. Und dann will man ja auch sitzen! Aber vorher müssen die Räder noch gesichert werden, was man auf jeden Fall in Eigeninitiative tun sollte, und sich nicht auf die vorhandenen Einrichtungen stützen, es sei denn, man fährt in einem IR. Wenn das erledigt ist, sind aber leider immer die besten Sitzplätze belegt. 6. Auf der Fahrt lernten wir dann noch einen Marokkaner kennen, der auch nach Süden wollte…

Der Rest der Fahrt verlief eigentlich wenig spektakulär. In Würzburg mussten wir schließlich ein letztes Mal umsteigen. Im Zug saßen wir dann gegenüber von einem schwäbischem Ehepaar, so dass wir zum ersten Mal mit der deutschen Sprache der anderen Art in Kontakt kamen. Es war doch sehr sonderbar. Wenn man sich nicht genau auf das Gespräch konzentriert, so bekommt man einfach nichts mit! Übrigens ergänzten sich die beiden prächtig: Er brauchte 1 ½ Sitzplätze, und sie nur ½!

Stuttgart ist ein Kopfbahnhof. Nur Leute mit sperrigem Gepäck wissen dies zu schätzen! Da wir das Zimmer per Fax reserviert hatten, hatte man uns freundlicherweise eine Wegbeschreibung zurückgefaxt. Trotzdem gestaltete sich die Suche als nicht ganz einfach. Und 10 Minuten später hatten wir dann endgültig den Faden verloren… Es ging also auf eigene Faust weiter. Das war dann auch erfolgreicher. Die Jugendherberge war etwa 500 m Luftlinie vom Bahnhof entfernt, das wussten wir. Was wir nicht wussten war, dass dazwischen ein Höhenunterschied von ca. 50 m Höhenunterschied lagen!

Die Polizisten, die in ihrem Auto auf der Insel eines Kreisels saßen, haben sich fürchterlich erschreckt, als Daniel bei ihnen an die Scheibe klopfte. Sie wussten zwar auch nicht, wo die Jugendherberge war, fanden es aber nach mehreren Minuten eifriger Suche heraus.

Oben am Berg angekommen, mussten wir feststellen, dass uns noch 78 Stufen bis zum Eingang trennten (das haben wir natürlich erst später gemerkt). Also blieben dir Räder unten! Immerhin standen zu diesem Zeitpunkt schon 12,4 km auf dem Tacho (es wurden übrigens auch nicht mehr)!

Ganz oben angekommen, die Sonne war schon lange untergegangen, so dass wir einen interessanten Blick auf die Stadt werfen konnten: Wo kann man von dem einen Stadtteil schon geradeaus rüberschauen, und einen anderen sehen?

Das Zimmer war ein Sechs-Bett-Zimmer. Da schon ein paar Leute schliefen, haben wir nur kurz unsere Sachen abgestellt, und sind wieder verschwunden. An der Rezeption fragten wir nach einem günstigen Restaurant: „Oh, das ist aber ein Problem.“ – „Kein Problem, wir sind mit dem Rad da.“ – „In Stuttgart ist das aber schon ein Problem!“ Da er es wohl nicht besser wusste, nannte er uns schließlich ein Restaurant gleich um die Ecke, und eines recht weit weg. Unnötig zu erwähnen, welches wir gewählt haben.

Das Restaurant hieß „African Ambiente – Pizza, Pasta und mehr…“. Das ließ ja auf etwas hoffen. In der Speisekarte, die wir dann bekamen, war lediglich das „und vieles mehr…“ aufgeführt. Liest sich ja überaus interessant, was es alles für afrikanische Gerichte gibt. Aber man weiß leider nicht, was sich hinter den Namen verbirgt. Daher konsultierten wir erst einmal die Bedienung. Die Sprach aber leider nicht so gut Deutsch. Aber man ist ja flexibel, so dass wir auf Englisch umstellten. Es stellte sich schließlich heraus, dass „Kuskus“ Hirse ist. Das Essen kam. Dazu gab es dann zwei große Apfelschorlen. Die waren auch nötig. Zumindest bei Oli, denn sein Essen war doch etwas scharf! Aber insgesamt kann man dieses Restaurant durchaus weiterempfehlen.

Es ging weiter Downtown. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, da wir zur Altstadt wollten, die unten liegt. Irgendwie landeten wir jedoch mitten ein einer Drogenszene, so dass wir doch schnell kehrt machten, und uns zurückzogen. Nicht zuletzt aus dem Grunde, da die Jugendherberge schon um Mitternacht abgeschlossen wurde, und wir keinen Schlüssel erhielten.

Da es bereits dunkel war, haben wir an diesem Abend keinen unserer Mitbewohner gesehen…

Montag, 04. Oktober 1999

Frühstück gab es um 7.00 Uhr. Das bedeutete auch, dass es beim Aufstehen immer noch dunkel war, so dass wir auch an diesem Tag niemanden zu Gesicht bekamen… Draußen auf dem Flur dröhnte bereits Musik aus der Sprechanlage der Jugendherberge, wodurch uns der ohnehin vergessene Wecker erspart wurde. Kurz geduscht, und dann ab zum Frühstück. Kaffeemarken abgeben. Auf einem großen Schild wurde darauf hingewiesen, dass pro Person nur zwei Brötchen eingeplant waren. Die Wurst und der Käse wurde einem nach Ansage auch streng rationiert auf den Teller gelegt. Diese ganze Massenabfertigung trübte den sonst recht schönen Ausblick auf die Stadt.

Sachen packen, auschecken, Foto machen und dann ging es in rasanter Talfahrt in die City. Die zentrale Frage, die einem während der Abfahrt beschäftigt ist, ob denn die Bremsen das aushalten, und was passiert, wenn auf einmal ein Auto kommt??? Aber es gab glücklicherweise keine Probleme, so dass wir um 8.45 Uhr in der City aufschlugen. Unnötig zu erwähnen, dass die Geschäfte erst um 9.30 Uhr öffneten. Das bedeutete für uns einen kleinen Spaziergang, bis wir schließlich unsere ersehnten Karten: Die guten ADFC-Fahrradkarten 1:150 000.

Als nächstes mussten wir nur noch raus aus der Stadt. Da Karten im Maßstab 1:150 000 da leider wenig hilfreich sind, bedienten wir uns der Hilfe einer freundlichen Passantin, die uns auch durch den Stadtpark schickte, da es bei uns ja nicht auf eine halbe Stunde ankam…

So früh morgens war im Stadtpark noch nichts los, so dass wir ordentlich Tempo machen konnten… Es hat dann aber doch eine ganze Weile gedauert, bis wir endlich aus Stuttgart herausgekommen sind. Die Fernradwanderwege sind zwar alle ausgeschildert, und tragen auch eigene Namen, jedoch kam es immer wieder zu folgender Situation:

Man radelt frohen Mutes auf guten Radwegen entlang (dazu sei gesagt, dass die Radwege an sich zwar gut sind, aber die Übergänge zwischen Radweg und Straße lassen doch sehr zu wünschen übrig) und freut sich über den so toll ausgeschilderten Weg. Dann steht man auf einmal vor einer T-Kreuzung, und es fehlt jegliche Beschilderung!

Unsere Route führte uns auf Radwegen immer schön am Neckar entlang. Mal diesseits des Ufers, mal jenseits des Ufers.

Irgendwo mittendrin war es dann auf einmal Zeit zum Mittagessen. Was tun? Runter vom Radweg und rein in die Stadt. Wir waren mitten in einem Industriegebiet. Und lauter Berufsschulen. Und dann kam die Punktlandung direkt vor den Marktkauf! So einfach ist es, etwas zu essen zu bekommen. Thunfischbaguette und Landliebe Erdbeere! Was für ein Genuss. Und dazu die Sonne am Himmel.

Das Problem der nicht vorhandenen Löffel lösten wir durch diese unheimlich kleinen Spachtel, die wir von da an ständig am Mann trugen…

Weiter ging die Fahrt. Doch unsere gute Laune wurde durch ein Tief getrübt, welches der Meinung war, dass es sich jetzt etwas erleichtern musste. Wir suchten Schutz, und fanden diesen auch unter einem Vordach. Doch der Regen war nicht von langer Dauer. Nach etwa 15 Minuten war die Tragödie vorbei und die Sonne strahlte wieder vorschriftsmäßig vom Himmel, so dass es weitergehen konnte.

Unterwegs machte sich der kleine Hunger wieder breit. Ein sehr unangenehmer Zeitgenosse. Und so kam es, dass unser Blick vom rechten Weg abwanderte nach links in die Obstbaumplantagen. Waren wir hier etwa im Alten Land? Nein! Denn da wachsen keine Bananen an den Bäumen, von denen Oli zwei pflückte. Der kleine Hunger war bekämpft, so dass sich unser Augenmerk auf die unwesentlichen Dinge des Lebens richten konnte: Oli, grüne Jacke, grüne Taschen und (dunkel)grüne Hose war ab sofort der Geen-man und Daniel, blaue Jacke, blaue Taschen und blaue Hose wurde zum Blue-man befördert.

So ganz langsam kam ein kleines Problem auf: Die Zeit wurde allmählich knapp. Und wir hatten noch nicht besonders viel an Strecke geschafft. Daher entschloss man sich, nur bis nach Göppingen zu fahren, und den unbedeutenden Rest mit der Bahn zurückzulegen. Doch bevor wir soweit waren, mussten wir noch einmal zwangsrasten. Obwohl die Sonne schien, und auch keine Wolken am Himmel über uns waren, regnete es. Wir suchten diesmal unter einem richtigen Apfelbaum Schutz (Ob wir nicht vielleicht doch im Alten Land sind?).

Die Fahrkarten für diese kurze Strecke kosteten übrigens fast so viel, wie die Fahrt von Hannover nach Stuttgart. Das gute an dieser Bahnfahrt war, dass sie uns doch fast alle Bergtouren ersparte! Wenn man nämlich nicht nur an einem Fluss fährt, sondern wie wir an drei verschiedenen, so bleibt es in der Regel nicht aus, dass man über den einen oder anderen Berg fahren muss.

Schließlich landeten wir in Ulm. Und nicht um Ulm. Und schon gar nicht um Ulm herum. Aber die Jugendherberge war nicht in Ulm, sondern um Ulm. Mit anderen Worten nicht sehr zentral gelegen. Nach Auskunft befragte Passanten erwiesen sich auch hier nicht als besonders hilfreich. Allerdings muss man sagen, dass hier die Jugendherberge doch recht gut ausgeschildert war. Nur ist diese Beschilderung für Autofahrer ausgelegt, so dass die Abstände zwischen den einzelnen Schildern etwas größer sind, wodurch man manchmal den Eindruck erhält, dass man auf dem falschen Weg ist.

Aber auch diese Jugendherberge haben wir nach einer mittleren Zugriffszeit gefunden. Jedoch führet uns der Weg über dreispurige Einbahnstraßen, welche unter normalen Umständen Autobahnen genannt werden. Diese waren jedoch keine Autobahnen, da man rechts und links parken durfte, was das Befahren nicht einfacher machte. Im übrigen war die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Art Straße aber auf Autobahnniveau.

Diesmal durften wir im Achtbettzimmer schlafen! Man steigert sich ja… Interessant war nur, dass es in diesem Zimmer lediglich sechs Schränke gab. Schnelles Zugreifen sicherte uns jedoch einen Schrank. Mit uns im Zimmer war noch eine Schnarchnase auch Berlin, die Biomedizin studierte, und hier auf einem Seminar war. Außerdem noch zwei Azubis Fachrichtung Klempner oder so, aus Mannheim, die hier Berufsschule hatten.

Abendessen war angesagt. Da wie diesmal scheinbar als vertrauenswürdig eingestuft worden sind und wir einen Schlüssel erhalten haben, standen wir nicht so unter Zeitdruck, und konnten unser Abendessen in aller Ruhe suchen.

Die Suche begann diesseits der Donau. Nach langen Irrfahrten durch die Altstadt, immer wieder durch kleine enge Gässchen und über schmale Brücken, entschieden wir uns, selbige zu meiden (zu teuer und zu viele Touristen). Statt dessen verlagerten wir unsere Suche recht schnell nach jenseits der Donau nach Neu-Ulm. Oli wollte dieses berühmte Gericht mit Soße essen. ??? Wer sollte denn nun darauf kommen, dass damit Spätzle gemeint waren! Nach einer guten Stunde wurden wir dann schließlich auch fündig. Wir aßen im „Zum Schiff“. Scheinelendchen bzw. Zwiebelschmorbraten mit Spätzle. Und dazu zwei große Apfelschorlen! Das Essen war gut und reichlich. Neben uns war Kartenkloppe angesagt – nicht gerade unauffällig… Übrigens war in dieser Lokalität Arbeitsteilung angesagt: Die Damen dürfen arbeiten, und der Chef kassiert (das Trinkgeld) – aber nicht mit uns. Ein dezenter Hinweis klärte allen unmissverständlich auf… Das erklärte dann auch die überaus freundliche Verabschiedung durch die Gastgeberin.

Wir zogen weiter. Unsere Suche nach einer urigen Kneipe jedoch endete etwas kläglich im Nichts. Statt dessen standen wir irgend wann vor dem Kongresszentrum. In anbetracht der Tatsache, dass das Frühstück auch in dieser Jugendherberge vor dem Aufstehen serviert wurde (bzw. angeboten wurde), traten wir die Heimreise an. Leider beendeten wir unsere Tagesreise noch vor der magischen Grenze von 100 km bei 99,8 km! In Anbetracht der Tatsache, dass die Messtechnik jedoch nicht gerade vom feinsten war, kann davon ausgegangen werden, dass wir weit über diesem dreistelligem Ergebnis lagen!

An diesem Tag war auch eine Schulklasse angereist! Was das bezüglich der Nachtruhe bedeutete, braucht wohl hier nicht weiter erwähnt zu werden…

Dienstag, 05. Oktober 1999

Aufstehen war mal wieder vor dem Aufstehen angesagt. Wenigstens war bei diesem Frühstück nichts rationiert, so dass man ungestört essen konnte. Interessant war auch die Aussicht: Blick auf einen Ost-Berghang.

Nach dem Frühstück war Sightseeing angesagt. Doch zu erst führte uns der Weg ins örtliche Erlebnisbad. Schließlich will man im Urlaub auch mal was erleben! Der Radweg dahin war ausgeschildert! Was für ein Luxus. Die Freude hielt jedoch nur bis zum nächsten T-Kreuzungs-Phänomen. Wie das bei den fifty-fifty-Chancen so üblich ist, entschieden wir uns auch prompt für die falsche Richtung. So kam es, dass wir die örtlich Kleingartenkolonie besichtigten.

Der Höhepunkt des Schwimmbadbesuches war zweifelsohne „Aqua-Splash“! Die Übungen waren nicht so interessant, aber der Rest… Zumindest war dies die Meinung fast aller Teilnehmer.

Auch zu empfehlen ist die Rutsche „dark whole“. Vor der Rutsche ein Hinweisschild: Achtung! Orientierungsverlust möglich!

Und beim Rausgehen bemerkten wir dann noch, dass der Verlust des Schlüssels mit 80 DM geahndet wird!

Nach einer so anstrengenden Arbeit hat man ja bekanntlich immer Hunger. Daher ging es an der Donau entlang in Richtung Innenstadt, wo man uns einen Supermarkt versprochen hat.

Auf dem Weg dorthin gab es noch ein bisschen Sightseeing: „Das schiefe Hotel“

Den fanden wir dann auch direkt neben dem Münster. Einkaufen und dann wieder ab in die Sonne an die Donau. Übrigens scheint es in ganz Süddeutschland keine Schinkenbrötchen zu geben… Na ja, man kann nicht alles haben.

Übrigens mögen Spatzen scheinbar keine Birnen.

Frisch gestärkt machten wir uns auf zur Dombesichtigung. Der Weg führte uns am Rathaus vorbei.

Hinauf ging es auf den höchsten Kirchturm der Welt: 768 Stufen und kein Fahrstuhl. Außerdem waren die Treppen nicht für bidirektionalen Verkehr ausgerichtet. Da macht sich eine Fahrradtasche pro Person auch nicht besonders gut. Glücklicherweise gab es diverse Zwischenebenen, auf denen man verschnaufen, und seine müden Knochen ausruhen konnte.

Die Erste war eine Art Balkon, auf der jemand seinen Schuh vergessen hatte…

Die zweite Etage war den Glocken gewidmet! Und es war 7 Sekunden vor 2! Leider ist der ohrenbetäubende Lärm nicht auf dem Foto. Scheinbar der Statik wegen werden die Glocken „fremderregt“.

Die nächste Ebene war wegen Bauarbeiten halb gesperrt. Jedoch gab es im Raum des Turmwächters eine kleine Bildergalerie von berühmten Kirchtürmen. Außerdem barg dieser Raum auch den „Aufzug“ für die Glocken.

Die vorletzte Etage war dann wieder etwas geräumiger.

Jedoch fehlte immer noch ein gutes Drittel! Verschnaufpause war angesagt. Außerdem musste die geniale Aussicht bewundert werden. Endlich konnte man mal einen 360° Blick riskieren.

Kurz vor dem Ende ging dann nichts mehr. Es war alles verstopft. Die oberste Plattform war voll. Die Treppe ist auch nicht gerade breiter geworden. Nichts ging mehr. Nicht vor und nicht zurück. Schließlich waren wir dann aber doch irgendwann draußen.

Windig war es. Aber das machte nichts: Zum einen hatten wir ja winddichte Sachen an und zum anderen standen wir so eng oben auf dem Turm, dass man sich gegenseitig wärmen konnte. Aber eine gute Aussicht hatte man. Im Schneckentempo wurde man einmal um die Kirchturmspitze geschoben, bis wir dreiviertel rum waren. Dann ging wirklich nichts mehr. Dafür fing es aber auch an, zu hageln! Na ja, man kann nicht alles haben.

Irgendwann sind wir dann aber doch noch runtergekommen. Es ging mal rechts herum, mal links herum. Alles, damit keine Langeweile aufkommen konnte. Zwischendurch sah man dann auch noch seltsame gestalten…

Als wir auf der Höhe der Glocken waren, schlug es bereits drei Mal! Das bedeutete, wir waren schon 45 Minuten lang Treppen gestiegen. Und ein Ende war noch nicht in Sicht.

Wieder unten angekommen, waren wir erst einmal fix und fertig. Außerdem regt das viele Treppensteigen die Blase an. Daher verließen wir zunächst die heiligen Stätten, und machten von den öffentlichen Toiletten gebrauch, die zum einen kostenlos, und zum anderen erstaunlich sauber waren.

Hinterher betrachteten wir kopfschüttelnd unseren Weg.

Um wieder etwas zu Kräften zu kommen, betrachteten wir den Dom nun von innen. Sämtliche Außenwände waren etwas schief! Scheinbar haben sich die Ingenieure von damals wohl um die eine oder andere Zehnerpotenz vertan… Daher kam es, dass in die Seitenschiffe mächtige Stützsäulen eingezogen werden mussten, damit die ganze herrliche Pracht nicht in sich zusammenfiel.

Als nächster und letzter Punkt stand dann noch die Universität auf dem Programm. Schließlich sollte man ja auch mal über seinen eigenen Tellerrand schauen. Die Universität zu finden erwies sich mal wieder als Problem, da sie lediglich für Autofahrer ausgeschildert war. Und der Plan, den wir in der Jugendherberge erhalten haben, beschränkte sich leider nur auf die Innenstadt (aber immerhin!). Nach diversen vergeblichen Anläufen machte sich Resignation breit. Immerhin gelang es, den Dom auf nur einem Bild unterzubringen!

Als wir dann irgendwann umkehren wollten, sahen wir zufällig wieder ein Hinweisschild. Diesmal auch für Radwege! Mit zunehmender Fahrt drängte sich jedoch der Verdacht auf, dass die Universität etwas außerhalb liegt. Dies bestätigte sich, als wir am Ortsausgangsschild vorbeifuhren. Nach diversen Kilometern wurden wir endlich fündig: Man hatte den einzigen Berg genommen, der in der Gegend stand, hatte die Kuppe entfernt und statt dessen die Universität dort aufgebaut. Daher ging es auch diesmal wieder Bergauf. Übrigens lag die Jugendherberge direkt auf dem Nachbarberg!

Besonders aufregende Sachen bot die Uni nicht. Aber wir hatten ja Schokolade mitgebracht… Leider gelang es uns wieder nicht, für diesen Abend die Adresse einer passenden Kneipe herauszubekommen…

Wir machten uns wieder auf den Heimweg. Diesmal nahmen wir aber den direkten Weg. Zumindest im ersten Teil. Danach ging es wieder drunter und drüber. Schließlich landeten wir wieder auf dem Weg, den wir auch schon auf dem Hinweg benutzt hatten. Auch Oli ließ sich nach langem Zureden davon überzeugen…

Nach einer kurzen Restaurationsphase machten wir uns wieder auf die Suche nach etwas essbarem. Zuvor haben wir aber noch den Wetterbericht für den kommenden Tag angeschaut. Es klang vielversprechend!

Nach etwa 1 ½ Stunden Suche fanden wir schließlich das, was wir suchten: „Die schwarze Henne“. Ein winzig kleines Restaurant mitten in einem Wohngebiet. Urgemütlich. Und auch mit besserer Luft. Auf Daniels Frage nach der Größe der Portionen hin wurde er von der Bedienung beruhigt. Es gab – neben zwei großen Apfelschorlen – zum einen wieder Spätzle mit Rinderhacksteak und zum anderen gebratene Maultaschen. Also mal wieder alles typisch schwäbisch. Und gut! Nachdem der Bedienung noch einmal versichert wurde, dass die Portion wirklich ausreichend waren, zogen wir weiter.

Da wir bei der Suche nach einer weiteren Bleibe nicht fündig wurden, fuhren wir auf Umwegen wieder in die Jugendherberge. Nicht ohne zwischendurch wieder am Kongresszentrum zu landen. Die Kilometerleistung vom Vortag erreichten wir diesmal wieder nicht: 37,7 km.

Mittlerweile waren auch die übrigen Betten besetzt. Wie immer waren wir die letzten.

Die nun folgende Nacht verlief – im Vergleich mit der vorigen – extrem ruhig.

Mittwoch, 06. Oktober 1999

Frühstück gab es mal wieder vor dem Aufstehen – und vor Sonnenaufgang, wie man sehen kann! Dann Sachen packen, auschecken und Räder bepacken. Draußen war es lausig kalt! Und das alles ohne Handschuhe! Die lange Fahrt bergab machte das alles auch nicht einfacher…

Da die kürzeste Verbindung zwischen Ulm und Augsburg zunächst durch eine doch recht wellige Landschaft führt, entschlossen wir uns schweren Mutes, uns einen kleinen Schwung per Bundesbahn zu holen. Bis nach Jettingen sollte wohl reichen. Da wir uns mit der Abfahrtszeit etwas verkalkuliert hatten, hatten wir auf einmal eine Stunde Zeit. Diese nutzen wir, um Fahrkarten zu kaufen, und eine Fahrradkarte, die nicht abgestempelt war, umzutauschen. Leider verlangt die Bahn 14 DM Umtauschgebühren. Das lohnt sich bei Radkarten für 6 DM also nicht unbedingt.

Während der Wartezeit erhaschten wir einen kurzen Einblick in einen Brief, auf Millimeterpapier geschrieben, der wie folgt begann: „Liebes Finanzamt, …“

Rein in den Zug. Er war glücklicherweise schon vorher da. Als schließlich der Schaffner kam, erklärte er uns, dass der Landkreis Günzburg das Fahrradfahren unterstützt und somit der Fahrradtransport kostenlos erfolgt. Ja, danke schön! Und schon wieder haben wir der Bahn 12 DM in den Rachen geworfen. Das hätte man uns auch wirklich ehr sagen können…

Jettingen nahte. Wir machten uns bereit zum aussteigen. Rechts aus dem Fenster geschaut: „Oh, der Bahnsteig ist auf der anderen Seite!“ Links rausgeschaut: „Auch kein Bahnsteig da!“ Der Schaffner kam, und erklärte uns, dass wir doch bitte rechts aussteigen möchten, hier gebe es auf Gleis 2 keinen Bahnsteig… Und warum fahren wir dann nicht auf Gleis 1…?

Da der Zug sehr hoch und der Bahnsteig nicht vorhanden war, dauerte das Aussteigen entsprechend länger. Und es war dadurch auch nicht einfacher!

Nach einer kurzen Orientierungsfase sind wir dann auch auf den rechten Weg gekommen. Es ging nämlich in Richtung Zusmarshausen. Doch vorher mussten wir noch durch Gabelbrachergreut. Dort gab es wieder die uns alt bekannte Situation: T-Kreuzung ohne Beschilderung. Wie sich im Nachhinein auf der Karte herausstellte, hätten wir es gar nicht falsch machen können (oder auch nicht richtig). Denn in dieser kleinen Stadt gab es sogar für Radfahrer Kreisverkehr. Wir fuhren links herum…

In Zusmarshausen wurde erst einmal eingekauft. Die vom Schlachter im Schaufenster angepriesenen Salate beschränkten sich auf Fleischsalat. Daher gingen wir zunächst zum Bäcker. Dort fanden wir heraus, dass das Kommunikationsprotokoll der menschlichen Rasse scheinbar auf CSMA/CD (carrier sense multiple access / collision detect) beruht. Ein unzureichendes Protokoll. Was wir beim Bäcker nicht fanden, waren Schinkenbrötchen. Dafür gab es aber die Information üben den nächsten Supermarkt.

Raus aus der Stadt, rein in die Natur. Ein recht großer See kurz hinterm Ortsausgang zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Außerdem lag er direkt am Radweg. Das haben wir aber dank der hervorragenden Beschilderung erst hinterher herausgefunden. Mittagessen am idyllischen See. Leider war es etwas zu kalt zum Baden. Außerdem hatten wir von gegenüber her ein Paar Zuschauer. Zum Essen gab es übrigens Fleischsalat! (Aber nicht nur das!) Kurz nach Beginn unseres Mahls wurde die herrliche Ruhe – die Beobachter waren in der Zwischenzeit abgezogen – durch einen Wagenbesitzer getrübt, der zwar hartnäckig, jedoch vergeblich versuchte, seinen Wagen zu starten.

Nachdem wir fertig gespeist hatten, sahen wir dann auch den Übeltäter. Der hatte in der Zwischenzeit auch Erfolg gehabt, und trieb seinen Wagen im Leerlauf bis in die Drehzahlbegrenzung! Jetzt wurde auch klar, warum der Wagen vorher nicht angesprungen ist: Es lag an der Tankfüllung, die nun in dichten, dunklen Schwaden aus dem Auspuff kamen… Der Versuch, uns zu folgen, scheiterte an unserer (im Vergleich) hohen Geschwindigkeit!

Apropos Geschwindigkeit: Irgendwo, mitten in der Pampa, war da auf einmal eine „leicht“ abschüssige Strecke. Ohh, da muss man erst einmal anhalten, und nachschauen, ob man sich nicht auf dem Holzweg befindet. Falls dem so sein sollte, kann man dadurch größeres Unheil vermeiden, was sich durch das herunterfahren ergeben würde. Die Prüfung ergab jedoch, dass wir immer noch richtig waren – ein Wunder eigentlich. Also ging es abwärts. Kopf auf den Lenker, Ohren angelegt und ab die Post. Unter Zurufen der „Rundenzeiten“ ging es dann geradeaus runter… Vmax für diesen Abschnitt ergab schließlich am Fußpunkt satte 58,8 km/h! In anbetracht der verschiedenen cw-Werte und der unzureichenden Messtechnik, die uns zur Verfügung stand kann man aber getrost davon ausgehen, dass wir doch eine Sechs vorne stehen hatten!

Es ging ein Stück lang weiter am Rande des Sees und dann fern ab der Hauptstraße parallel auf einer kleinen Nebenstraße am Waldrand entlang. In Horgau wechselten wir dann auf die andere Seite der Hauptstraße. Und dann kamen die ersten Anzeichen dafür, dass es in dieser Gegend zu viel Geld gibt: Die Radwege! In einem unvermutet guten Zustand! Ganz allein für sich durch Wald und Feld! Wunderbar eben! Erstklassig gepflegt! Und kein Schwein da! – Was für eine Verschwendung!!!

Nun denn, uns konnte so etwas nur recht sein… In Aystetten, dem letzten Ort vor Augsburg, bestätigte sich dann erneut die Geld-These: Was da an Häusern herumstand, war einfach nicht mehr normal.

In einem Vorort von Ulm holte uns die Realität wieder ein: Etwas sehr verspätet (schließlich hatten wir schon lange Mittag gegessen) fing es dann wieder an, zu regnen. Wir nutzten die Gunst der Stunde, um eine Tüte Haribo zu vernaschen. Nach einer Viertelstunde war dann alles vorbei: sowohl der Regen, als auch der Inhalt der Tüte!

Die Jugendherberge, das war aus gesicherter Quelle bekannt, lag mitten im Zentrum nahe des Doms. Doch erst einmal musste man dorthin gelangen. Nach diversen fehlgeschlagenen Anläufen, entschieden wir uns, den in der Fahrbahn eingelassenen, parallelen Eisensträngen zu folgen. Dies führte dann auch prompt zum Ziel: Mitten in ein Rotlichtviertel. Unbeeindruckt davon fuhren wir schließlich weiter und landeten dann auch in bekannten Gefilden – zumindest für den Blue-man, der dann auch wieder die Führung übernahm. In das schon bekannte SPRÄNGLERGÄSSCHEN (näheres dazu steht jedoch in einem anderen Buch…) eingebogen, waren wir dann auch ruck-zuck am Ziel. Jedoch zu früh! Das Telefonat ergab eine Anreisezeit von 17.00 Uhr.

Doch die Heimleitung zeigte sich gnädig und so durften wir schließlich doch schon aufs Zimmer. Und was für ein Zimmer! Da machte es sich gleich bezahlt, dass man 5 DM mehr investiert: TEPPICH!

Nachdem wir unsere Lebensgeister wieder reanimiert hatten (was eine der beiden vorhandenen Duschen so alles ausrichten kann!), holten wir uns von der Rezeption wieder einen dieser hervorragenden Stadtpläne ab und erkundigten uns zusätzlich noch nach einem Jazzclub. Der gute Mann sah so aus, als wüsste er, wo es so etwas gibt. Und richtig, er wusste es!

Zuvor jedoch wollten wir – getreu unserer Devise – wieder „auswärts“ essen. Dazu hatten wir den Stadtteil Lechhausen auserkoren. Der lag nord-östlich des Lech. Daher fuhren wir zunächst in diese Richtung, bis wir meinten, über den Lech gefahren zu sein. Zur weiteren Planung zogen wir dann wieder die Karte zu Rate. Diese lies sich jedoch nicht mehr mit der vorgefundenen Umgebung in Einklang bringen! Z.B. war die Berliner Allee mit einem Male auf der anderen Seite des Flusses! Aber egal, nach einer recht langen Zeitspanne der Ratlosigkeit verließen wir uns schließlich wieder auf unseren Riecher, der uns bis Dato ja nicht im Stich gelassen hatte. Und nach einer angemessen langen Suche fanden wir auch das Gesuchte: einen Italiener.

Es gab, wie man eigentlich vermuten könnte, keine Pizza, sondern Nudeln! Und dazu, man bleibt sich ja treu, zwei große Apfelschorlen. Am Nachbartisch ereignete sich folgendes: Der gute Mann, der schon vor uns angekommen ist und auch schon bestellt hatte, bekam sein Essen. Jedoch stocherte er missmutig darin herum. Der netten Bedienung entging dies auch nicht und fragte nach. Nach einem langem zögern seitens des Gastes stellte sich heraus, das sein Fleisch nicht ganz durch war. Es kostete der Bedienung viel Mühe, den Gast zu überreden, den Teller noch einmal zurückzugeben. Wahrscheinlich wusste der gute Mann schon, was ihn erwartete. In der Zwischenzeit kam dann unser Essen. Etwa 15 Minuten nachdem der Teller zurückgegangen war, kam die Bedienung wieder vorbei: „Wie, sie haben immer noch kein Essen? Moment mal…“ Sie verschwand in der Küche. Als sie wieder kam, berichtete sie, dass das Fleisch nach der zweiten Behandlung nun wie eine Schuhsohle war, und der Koch es weggeworfen hatte. Jedoch hat er nichts neues zubereitet! Sie entschuldigte sich bei ihm mehrmals. Nach weiteren 10 Minuten verschwand sie in der Küche. Jedoch war der recht einseitige Dialog im Speiseraum problemlos mitzuverfolgen: „Ja seid ihr noch nicht fertig??? Der Mann da draußen verhungert mir ja!“ Der Mann da draußen wurde auf seinem Stuhl zusehends kleiner. Und das nicht vor Hunger! Schließlich kam sie wieder. Mit einer Suppe. Entschuldigend stellte sie sie auf den Tisch und meinte, dass diese Suppe natürlich nur zur Überbrückung sei, weil die Küche heute nicht so schnell ist, da sie ja einen neuen Koch hätten uns so fort… Und ob er denn Fisch möge? Er bejahte und sie zog wieder ab in die Küche. Verstohlen löffelte der arme Mann seine Suppe aus, die er sich eingebrockt hatte. Als sich unser Essen dem Ende näherte, bekam der gute Mann schließlich auch wieder etwas nahrhaftes zu Essen. Das war nach etwa 15 Minuten. Auf jeden Fall war der Teller, den er bekam größer, als die übrigen. Und auch das was drauf lag, war nach den Beschreibungen der Kellnerin wohl nicht von schlechten Eltern. So etwas kann bei Nudeln natürlich nicht passieren! Wir zogen von dannen…

Die Suche nach der Innenstadt begann. Schließlich waren wir ja in Lechhausen und wollten nach Möglichkeit nicht den selben Weg zurück nehmen, da es dort keine interessanten Kneipen gab. Da die Karte ja ganz offensichtlich falsch war, fuhren wir immer der Nase nach. Wird schon stimmen… Mit zunehmender Fahrtdauer drängte sich jedoch der Verdacht auf, dass wir an einer ganz anderen Stelle der Innenstadt herausgekommen waren, als wir eigentlich vermutet hatten! Ein scheinbar unerklärlicher Offset. Eine später angelegte Überprüfung ergab, dass wir keine 500 m Luftlinie von der Jugendherberge entfernt gegessen haben, dafür jedoch einen Weg von annähernd 10 km gefahren sind!

Auf jeden Fall waren wir ganz in der Nähe der Stelle, an der sich der ominöse Jazzclub befinden sollte. Gefunden haben wir ihn nicht. Auch nicht nach längerer Suche. Frustriert ging es wieder heimwärts. Nicht einmal die Räder konnten wir auf dem Hof abstellen. Dieser war nämlich, entgegen der Zusage, verschlossen. Der Kilometerzähler zeigte 54 km an.

Wir genossen eine Nacht in vollkommener Stille – was für Vorteile so ein Einzelzimmer doch haben kann!

Donnerstag, 07. Oktober 1999

Heute war mal wieder Sightseeing angesagt. Dom, Puppenkiste, Museum, etc. Das Naheliegenste war dann auch das Erste: Der Dom von Augsburg. Doch bevor wir die heiligen Stätten stürmten, schauten wir noch kurz auf den Aushang. Eine gute Aktion, denn in wenigen Minuten sollte dort ein Gottesdienst stattfinden. Es war kurz vor neun. Das hat man davon, wenn man in Jugendherbergen immer so früh Frühstücken muss!

Daher heiß das nächste Ziel das örtliche Museum. Doch auch hier wollte man uns scheinbar nicht haben. Das Museum öffnet erst um 10 Uhr!

Die Puppenkiste. Nicht eben leicht zu finden, wenn man große Schilder erwartet. Lediglich ein kleines, unscheinbares Schild an der Tür wies dieses große Fachwerkhaus als die so berühmte Kiste aus. Immerhin hatte das Haus ja durch die äußere Form Ähnlichkeit mit einer großen Kiste. Unser Verdacht bestätigte sich leider. Keiner will uns haben. Donnerstags ist die Augsburger Puppenkiste geschlossen! Dankeschön! Da verwundert es einen auch nicht mehr, wenn auch der Andenkenladen der Puppenkiste geschlossen hat. So kam es, dass wir die diversen Bestellungen leider nicht erfüllen konnten.

Frustriert zogen wir von dannen. Unterwegs fiel unser Blick auf die Sonnenuhr der Kirche St. Ullrich: „Wirket, solange es Tag ist“ stand dort geschrieben. Würden wir ja gerne, aber niemand ließ uns.

Immerhin war es in der Zwischenzeit 10.00 Uhr geworden (wie man sehen kann – Achtung, Sonnenuhren gehen immer auf Winterzeit!). Ob man vielleicht diese Kirche besichtigen konnte? Man konnte! Öffentliches Orgelspiel war übrigens täglich von 9.00-9.30 Uhr! Ja, danke schön! Doch trotzdem gefiel diese Kirche auf anhieb. Nichts wirkte irgendwie überheblich oder überladen. Auch die dort ausliegenden Kirchführer waren nach eigenen Worten „etwas anders“! Etwas störend waren bloß die Handwerker, die für irgend eine Ausstellung dort recht geräuschvoll wirkten. Und das Handy vom Oberhandwerker war etwas fehl am Platze.

Als nächstes kam dann das Römische Museum dran. Studentenermäßigung muss schließlich ausgenutzt werden. Wozu hat man sonst das dünnste Sparbuch der Welt? Wir waren leider nicht die einzigen dort. Eine Grundschulklasse dominierte das Geschehen! Die unter Panzerglas ausgestellten Goldmünzen wurden durch die Aufseher auch nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen. Die Ausstellung reichte von den Anfängen der Menschheit über die Schon erwähnten Goldmünzen bis ins Mittelalter.

Wir verließen diese hektische Ausstellung und begaben uns zum Dom. Kirchturmbesichtigung? Nein! Wer geht schon auf einen Kirchturm, wenn er bereits auf dem höchsten Kirchturm der Welt war? Wir blieben lieber auf dem Boden der Tatsachen. Der Dom war im Inneren etwas verbaut. Zumindest steht man, wenn man durch die Eingangstür kommt, gleich wieder vor einer Wand. Ein Teil des Mittelschiffes ist aus uns unerklärlichen Gründen um gut 5 m höher gebaut, als der Rest der Geschichte. Weiterhin stellte sich die Frage, ob man den Altarraum wirklich mit einer Alarmanlage abschirmen muss. Diesmal besuchten wir auch die Katakomben. Jedoch vermissten wir den „etwas anderen“ Kirchenführer.

Der Hunger trieb uns wieder aus der Kirche und in den Supermarkt in der Einkaufspassage. Dort entdeckten wir auch das S-Planetarium (S = Sparkasse). Und sie hatten am Nachmittag auf! „Dark Star – Die dunkle Sonne“. Dann hatten wir also für den Nachmittag auch schon ein Ziel. Vorerst stand aber unsere Verpflegung auf dem Programm. Schinkenbrötchen? Fehlanzeige.

Also Vollkornbrötchen – der Gesundheit wegen. Und dazu einen großen Salat! „Einen Thunfischsalat bitte!“ – „Gern. Von diesem hier auch etwas? Nein? Also nur vegetarisch.“ Thunfisch? Vegetarisch?? Na ja… Der Salat mit Krabben von Oli unterschied sich von dem von Daniel nur in der unbedeutenden Kleinigkeit, dass der Thunfisch durch Krabben ersetzt wurde. (Ja, Kleinigkeit, denn der Thunfisch / die Krabben war wirklich wenig! Der Rest der großen Schale war mit Grünzeug ausgefüllt…)

Also hatten wir nun unseren Salat. Wieder an der Jugendherberge angekommen, stellten wir jedoch fest, dass sich dieser nicht mit unserem Universalwerkzeug, welches wir immer am Mann trugen, nicht essen lies, obwohl es auch beim Fleischsalat sehr gute Dienste geleistet hat. Und im Speisesaal stand in großen Lettern an der Tür, dass das Mitnehmen von Besteck bei Todesstrafe untersagt war. Ein Gespräch von Exzivi zu Zivi brachte aber schließlich den Durchbruch, so dass wir den Salat doch stilgerecht essen konnten. Zum Nachtisch gab es mal wieder Eis. Erdbeer-Eis. Aber wer einmal das Erdbeer-Eis von Landliebe gegessen hat, gibt sich nicht mit was anderem zufrieden. Daher wurde diese Packung auch nicht alle, was die Entsorgung nicht einfacher machte!

Das Planetarium hatten wir fast vergessen. So kam es, dass wir nicht pünktlich, sondern ehr rechtzeitig dort eintrafen. Die nette Dame an der Kasse sprach offensichtlich gerade über das Telefon mit dem Vorführer des Planetariums. Scheinbar waren noch ein paar Plätze frei, denn sie startete sogleich eine Werbungsaktion! Vergeblich, denn wir hatten ohnehin vor, dort hineinzugehen. Trotzdem wurden wir mit einem scheinbar nicht enden wollenden Wortschwall überflutet und schließlich in den 5. Stock geschickt. Oben angekommen war das Planetarium noch leer! Der Chef erklärte uns, dass wir noch einen Augenblick warten sollten und uns derweil die Ausstellung zu Gemüte führen sollten. Vermutlich hatte er noch Hoffnung, dass noch ein Paar Leute kommen sollten. Die Ausstellung beinhaltete diverse interessante Dinge. Unter anderem auch ein 3D-Modell des Orions! Einer weiteren interessierten Dame wurde gerade erklärt, dass alle Sterne, die wir am Nachthimmel über uns sehen, eigentlich alles Sonnen wie die unsere sind. Diese antwortete schließlich mit einem überaus erstaunten Gesichtsausdruck.

Und dann ging die Show los. Mittlerweile hatte der Chef doch stolze 5 (in Worten fünf) Interessierte gewinnen können, die sich in dem Planetarium alle in eine Ecke drängten, da dort angeblich alles zu sehen ist. Es wäre auch das erste Planetarium gewesen, in dem man ALLES sehen könnte. Aber immerhin sahen wir das meiste. Die Vorstellung bestand aus mehreren Teilen: Mythen, Geschichten, Entstehung, Theorien und Bilder von Sonnenfinsternissen. Die genaue Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen war natürlich überaus interessant, aber in dieser kurzen Zeit mal wieder nicht vollständig durchdringbar, so dass dieses Phänomen wieder einmal im wahrsten Sinne im Dunkel verbleiben wird. Die eigentlichen Bilder der letzten Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts waren jedoch für einen, der diese Live miterlebt hat überaus enttäuschend!

Die Universität stand noch auf dem Programm. Ein richtiger Student ist halt immer im Dienst. Augsburg hatte zwei davon: Eine Neue und eine Alte Universität. Und beide waren sie ausgeschildert! Daher sollte das Finden auch kein größeres Problem bereiten. Auf unserer Strecke sollte zuerst die Alte Universität liegen. Vermutlich ein Gebäude, welches dem der Uni Hannover recht ähnlich sieht.

Wir wurden durch diverse Nebenstraßen gelotst: Alte Universität – links abbiegen. Links die Straße rein, und ihr folgen. Und dann – wir hatten es schon erwartet – das T-Kreuzung-Phänomen! Ein Ratloser Blick in die Runde… Ups! Alte Universität. Das Schild zeigte in die Richtung, aus der wir kamen! Dann sind wir wohl daran vorbeigefahren. Retour. Als wir wieder an der Stelle zum links abbiegen angekommen waren, wurde die Sache langsam verdächtig. Noch mal umgedreht. Und diesmal mit maximaler Aufmerksamkeit die Straße entlanggefahren. Und tatsächlich. Es gab da eine Bushaltestelle, die „Alte Universität“ heißt! Jedoch sah das Haus, welches wir dann schließlich als Alte Uni identifizieren konnten überhaupt nicht nach Uni aus. Und schon gar nicht alt! Es war ehr ein modernes Bürogebäude aus Stahl, Glas und Beton! Bunt angemahlt!

Nun denn. Trotz dieser herben Enttäuschung zogen wir weiter in Richtung Neue Uni. Viel schlimmer konnte es nicht werden. Wurde es auch nicht. Immerhin gab es einen halbwegs vernünftigen Campus. Wenn auch aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und des drohenden Wochenendes absolut nichts los war. Dass die Uni neu war, konnte man nicht übersehen. Auch viel Stahl, Glas und Beton. Diesmal aber nicht bunt.

Die nächste Mission war schließlich, einen Internetzugang zu bekommen. Denn das Problem war, dass die Jugendherberge in München die Reservierung immer noch nicht bestätigt hatte. Das Rechenzentrum war nur für Angehörige der Uni. Die Bibliothek jedoch nicht. Aber für die PC-Benutzung benötigte man ein Passwort! Aber notfalls verschafft man sich halt Zugang über nicht ganz legale Wege… Das Ergebnis war aber leider, dass die Jugendherberge noch nicht geantwortet hat.

Bevor wir wieder die etwas längere Heimreise antraten – die Uni liegt doch etwas sehr außerhalb – machten wir noch einen kleinen Abstecher durch eine exklusive Wohngegend…

Dies war nun schon der fünfte Abend, den wir im Urlaub waren. Und bisher haben wir jeden Abend warm gegessen. Doch es grassiert die Meinung, dass spät warm Essen besonders ungesund sei! Außerdem hatten wir so das Gefühl, dass sich unser Körpergewicht im Laufe dieser Woche trotz unserer nicht zu unterschätzenden Aktivitäten erhöht hat! Daher kamen wir an diesem Abend zu dem Schluss, das es besser sei, mal kalt zu essen. Gesagt, getan. Auf zum Bäcker. Aber auch dieser hatte keine Schinkenbrötchen. Und so kam es, dass wir jeder ein Käse- und ein Pizzabaguette zu uns nahmen. Ob das jetzt in der Kalorie-Bilanz zu einem warmen Abendessen einen Unterschied macht, sei mal dahingestellt… Aber um unsere Apfelschorle sind wir diesmal herumgekommen: Es gab Apfelsaft pur. Aus der Tüte.

Der Tag neigte sich nach sagenhaften 24 km dem Ende entgegen! Apropos Radfahren: Die Planung für den nächsten Tag erforderte unser Augenmerk, denn schon am ersten Reisetag stellten wir fest, dass es doch feine aber beachtenswerte Unterschiede zwischen den einzelnen Wegen gibt, die in der Karte auch ausgewiesen sind: Hauptroute auf gutem Untergrund (rot und durchgezogene Linie), auf mäßigem Untergrund (kleine rote Punkte), mit schlechter Oberfläche (kleine rote Karos) und schließlich Strecken, von denen aufgrund der Oberfläche abgeraten wird (schwarze Karos). Dann gibt es noch die oben genannten Möglichkeiten in der gestrichelten Ausführung, die auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen hinweist. Die Farbe Orange weist darauf hin, dass es sich um eine Nebenstrecke handelt. Alle Symbole sind auch hier möglich. Um die Sache abzurunden gibt es noch sogenannte Lückergänzungen ohne Radweg, ungeeignete und verbotene Strecken! Besonderes Aufmerksamkeit ist den kleinen Pfeile und Doppelpfeile zu schenken. Sie geben nämlich beachtenswerte (3 % – 7 %) und starke Steigungen (> 7 %) an.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall enthüllten wir die erschreckende Tatsache, dass ein Radweg von Augsburg nach München nicht vorhanden war. Zumindest keiner, der unseren recht hohen Anforderungen an Qualität entsprach. Da wir zwar keinen Fahrradurlaub, aber immerhin einen Urlaub mit Fahrrädern machten, wollten wir schon täglich wenigstens etwas fahren. Und da wir ohnehin wieder ein Stück mit der Bahn fahren wollten, entschieden wir uns für folgende Variante: Wir fuhren direkt nach Süden. Am Lech entlang. Dort gab es nämlich keine grosartigen Steigungen (immerhin fuhren wir Flussaufwärts) und dafür einen gescheit ausgeschilderten Radweg: Die Romanische Straße. Schließlich sollten wir dann in Kaufering auf eine Ost-West-Bahnstrecke nach München stoßen. So die Theorie.

Doch bevor wir nun endlich ins Bett steigen konnten, musste Oli erst noch einmal Socken waschen! So ist das halt, wenn man nur drei Paar mitnimmt…

Freitag, 08. Oktober 1999

Der nächste Morgen begann schon wieder vor dem Aufstehen. Man muss der Jugendherberge in Augsburg zu Gute halten, dass sie ein erstklassiges Frühstücksbuffet hat, bei dem es an nichts fehlt. Sogar an den täglichen Vitaminstoss wurde gedacht!

Nach dem Auschecken und Hühner satteln ging es dann endlich los. Das Problem war nur – wie immer – möglichst schnell aus der Innenstadt herauszukommen, und den Radweg zu finden. Laut ADFC begann der Radweg schon in der Innenstadt. Gefunden haben wir ihn jedoch nicht. Statt dessen führte uns unser (Irr-) Weg durch diverse Ortsteile von Augsburg immer schön an Hauptstraßen entlang. Als wir schließlich nach ca. 10 km Göggingen und Haunstetten hinter uns gelassen hatte, wurden wir fündig: Der Radweg führte direkt durch ein Naturschutzgebiet, welches eindeutig als solches gekennzeichnet war.

Und dann ging es los! Weit ab von irgendwelchen Straßen fuhren wir durch himmlisch idyllische Natur… Der Radweg (in exzellenter Qualität) führte die meiste Zeit an einem kleinen Bach mit glasklarem Wasser entlang. Hier und da kam mal ein Wehr, wo man erst merkte, welch große Energie in einem so kleinen Bach steckt. Es macht doch schon ganz schön viel Krach. Auffällig war nur, dass das Strömungsmuster an fast allen Wehren ähnlich aussah: Erst ging es runter (klar, wohin auch sonst). Während am Rande der Wasserspiegel aber weiter absank, stieg er in der Mitte wieder an. Sah echt eigenartig aus und war für einfache E-Techniker unerklärlich – ein Phänomen quasi!

Als das Bächlein sich entschieden hat, sich extrem zu verbreitern und ein kleiner See zu werden, entschieden wir uns, einen Augenblick zu rasten und einen Blick in das glasklare Wasser zu werfen! Nur zum baden war es entschieden zu kalt!

Wir waren eigentlich die ganze Zeit davon ausgegangen, dass wir auf dem Fernradwanderweg sind. An dem 1. markierten Punkt wurden wir jedoch eines Besseren belehrt: Offensichtlich waren wir bislang auf einem parallelen Weg gefahren, der dem eigentlichen Radweg aber in nichts nachstand. Wie dem auch sei, nach kurzer Verwirrtheit (wir sind erst mal wieder nach Norden gefahren, anstatt nach Süden, da wir nur ein Hinweisschild für den Radweg gesehen haben) rückten wir uns auf den rechten Weg. Keine Menschenseele war unterwegs zu sehen. Eine Schande, wenn man bedenkt, welch tolle Radwege es dort gibt.

Schließlich kamen wir endlich am See an (2. Markierung). Man freut sich ja immer, wenn man in unbekannter Landschaft unterwegs ist, und einen markanten Punkt trifft, den man auch in der Karte wiederfindet. Noch erfreulicher ist es, wenn man dann auch noch feststellt, dass man noch auf dem richtigen Weg ist!

Am See konnte man einmal links abbiegen und an der Stirnseite entlang fahren oder, was wir vorhatten, am Westufer weiter nach Süden fahren. Sicher, der Weg war auf der Karte gepunktet, aber das war er vorher auch schon gewesen. Daher machten wir uns darüber keine Sorgen. Der Weg wurde zusehends schmaler. Und steiniger. Und unebener. Und unwegsamer. Bis er schließlich in einen Trampelpfad durch das Gestrüpp endete. Das war ja sehr verdächtig. Aber kurz vorher hatten wir noch eine Abzweigung auf einen parallelen Weg gesehen. Also retour und der zweite Versuch wurde gestartet. Zwar war der Weg breiter. Jedoch war das der einzige Vorteil im Vergleich zum anderen. Und weiter gereicht hat er auch nicht.

Resignation machte sich breit. Und Frustration. Ein T-Kreuzungs-Phänomen hätten wir ja ohne weiteres verkraftet. Aber auf so etwas waren wir nicht gefasst. Dir Karte war ganz offensichtlich falsch!

Also blieb uns nichts anderes übrig, als zurückzufahren, an der Stirnseite des Sees entlang und dann versuchen, uns nach Süden durchzuschlagen. Laut Karte war das ja auch möglich, nur war es mit einem Umweg verbunden. Außerdem misstrauten wir der Karte nach diesem Vorfall!

Die Stirnseite des Sees war verdächtig kurz. Und als dann noch das Schild vom Fernradwanderweg ROSTR in Richtung Prittriching auftauchte, fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren: Wir waren an dem Stausee gelandet (3. Markierung)! Was für eine tolle Überraschung! Kein Wunder, dass man nicht auf der Westseite entlangfahren konnte. Nun stellte sich natürlich die große Frage, wie wir denn dorthin gekommen sind. Denn wir waren an beiden vierzackigen Sternen, jedoch nicht am fünfzackigen! Leider ließ sich dieses Phänomen nicht klären.

Als nächstes folgte ein schnurgerades Stück über mehrere Kilometer durch die Feldmark. Auf geteerter Straße. Da konnte man richtig Tempo machen und Kilometer fressen! Und außerdem konnte man prima im Windschatten des anderen fahren. Wenn sich zwei Halbinvaliden auf so eine Reise begeben, dann kann man nicht so einfach entscheiden, wer vorne fährt, und wer sich hinten schonen darf. Der Blue-man bekam schließlich den Hauptgewinn.

Nach einer etwas längeren Fahrt in dieser Konfiguration (sowohl Reihenfolge als auch Wegqualität) stießen wir auf eine stark befahrene Bundesstraße. Doch bevor wir diese Überquerten, legten wir noch einmal eine kurze Verschnaufpause ein, und verabschiedeten uns vom Lech, den wir ab diesem Zeitpunkt nicht wieder sehen würden.

Es ging nun wieder in den Wald. Und diesmal machte die gepunktete Strecke wirklich Punkte. Wir wahren scheinbar zu verwöhnt von dem letzten Stück. Schlaglöcher, Pfützen, Steine. An einem kleinen See mit Wasserfall (!) machten wir noch mal halt. Nicht etwa weil wir schon wieder aus der Puste waren, sonder weil ein merkwürdiges Geräusch an unsere Ohren drang. Ein überaus regelmäßiges lautes Klappern! Eine nähere Untersuchung ergab, dass es sich dabei um irgend eine Metallplatte im Wasser handelte. Aber bei dieser Untersuchung ist etwas viel interessanteres herausgekommen: Der See an sich. Er war ja nun zweigeteilt. Durch den Wasserfall. Der obere See war einfach atemberaubend! Glasklares Wasser. Man konnte bis auf den grund sehen. Etwa 2 Meter tief! Der fast der gesamte Grund war mit Moos bedeckt. Und wo keines war, da war heller gelber Sand. Und im Wasser schwammen Fische. Aber was für Fische! Man konnte sich von dem Anblick gar nicht wieder losreißen.

Schließlich ging es dann doch weiter. Die Zeit drängte langsam. Der Radweg führte an dem See entlang. Es ging steil bergauf. Sehr steil. Über Baumwurzel und ähnlichem. Wir haben schon längst aufgegeben und geschoben. Und dann kam auch noch eine Treppe! Dankeschön! So etwas fällt dann wohl unter die Rubrik „Lückergänzung“. Nur war es nicht eingezeichnet.

Endlich oben angekommen war auch schon ein Wegweiser nach Kaufering. Wenn man nach rechts fährt, dann sind es 7 km. Dagegen sind es nur 6,5 km, wenn man nach rechts fährt! Ah ja. Wir fuhren also nach rechts. Und der Weg tat so, als ob nichts gewesen wäre! Es ging durch einen Wald. Rechte Hand war ein steiler Abgrund und links war ein Zaun. Ob da mit dem Weg nicht etwas schief gelaufen ist?

Kaufering. Die nächste Mission war, den Bahnhof zu finden. Aber das war kein Problem, denn in der Zwischenzeit hatten wir Übung darin. Jedoch hatte der Schalter gerade geschlossen. Am Automaten wollten wir nichts kaufen, nicht dass Räder wieder kostenlos mitgenommen werden dürfen. Aber der nächste Zug fuhr auch erst in zwei Stunden. Daher musste zunächst unsere Grundversorgung gesichert werden. Im Supermarkt erstanden wir den Saft rostiger Nägel, Wurst und Käse. Beim Bäcker gegenüber gab’s dann noch etwas zum Darrunterlegen (leider keine Schinkenbrötchen). Eine Innovation sahen wir dann aber doch noch: Im Boden versenkte Glascontainer. Nur ein „Einfüllstutzen“ schaute raus.

Dann fugen wir an den Waldrand und feschperten ausgiebigst…

Als wir wieder am Bahnhof aufschlugen, hatte der Schalter auch wieder geöffnet. Ein Gespräch mit dem Bahnbeamten ergab zwei unerfreuliche und eine erfreuliche Tatsache: Räder dürfen nicht kostenlos transportiert werden. Unsere alten Radkarten können dafür nicht verwendet werden. Wir erhalten Rabatt für das Twen-Ticket!

Dadurch moralisch gestärkt wechselten wir den Bahnsteig. Irgendwie scheint der Fortschritt noch nicht bis ins tiefe Bayern vorgedrungen zu sein, denn in Kauferingen hatte man die Oberleitungen vergessen.

Die Bahnfahrt verlief wenig spektakulär. Ganz im Gegensatz dazu stand die Ankunft in München und die Suche nach der Jugendherberge. Es gibt davon immerhin zwei an der Zahl und keiner wusste mehr, welche angeschrieben wurde. Wenigstens konnten wir die Adressen beider noch in Ulm herausfinden! Nach längerer Suche fanden wir am Bahnhof schließlich einen Stadtplan. Jedoch ohne Straßenregister. Das machte die Suche nicht unbedingt einfacher. Aber immerhin konnten wir eine Jugendherberge auf dem Plan lokalisieren. Das war auch noch die, von der wir dachten, dass es am ehesten die angeschriebene sein könnte.

Jedoch gestaltete sich die Straßensuche als sehr schwierig. Auch der angesprochene Freund und Helfer war nicht besonders hilfreich. Aber immerhin freundlich. Vielleicht lag es daran, dass er mehr mit seiner Razzia beschäftigt war… Schließlich fanden wir aber noch eine Tourist Information und investierten 0,50 DM in unsere Zukunft! Eine weise Entscheidung.

Die Jugendherberge fanden wir dann auch problemlos. In der richtigen Straße angekommen, mussten wir erst einmal anhalten und nach der Nummer schauen. Ah ja, Nummer 20. Mal sehen, wo wir stehen. Die nächste Hausnummer ist… 20! Hoppla, das wäre beinahe schief gegangen!

Also hinein. An der Rezeption wurde man genau informiert, wie spät es in New York, Chikago, Tokio und München ist! Da hatten wir aber glück.

„Hallo, wir hatten reserviert. Per e-Mail.“ – „Sehr gut. Ich schaue mal nach.“ … „Habt ihr eine Bestätigung?“ – „Nein.“ – „Gut, dann habt ihr quasi nicht reserviert!“

Das war aber im Endeffekt auch kein Problem, da wir trotzdem ein Zimmer bekommen haben. Wenn auch kein Einzelzimmer. Aber das hätten wir ohnehin nur bedingt bekommen, wie die Reservierungsbestätigung ergab, die eine Woche später ankam… Einer schlief schon in einem Bett. Er machte die Augen auf, sagte „Hallo“ und schlief wieder ein. Wir legten die Sachen ab, machten die Betten und duschten ausgiebigst. Als wir die erste Runde Sightseeing eröffnen wollten, und gerade das Zimmer verlassen wollten, wachte der gute Mann noch mal auf, sagte „Hallo“ und schlief wieder ein…

Wir fuhren mir der U-Bahn in die City. War gar nicht so einfach, denn zum einen braucht man für den Automaten Kleingeld, und zum anderen mussten wir uns noch für das richtige (bzw. billigste) Ticket entscheiden. Aber auch dieses Problem lösten wir meisterlich. Nur selten hat man blaue Fremdenführer, doch die Trefferquote war erstaunlich hoch: Alois Dalmayr (der verkauft übrigens noch mehr, als nur Kaffee), Frauenkirche, Rathaus, Viktualienmarkt, Hofgarten, Theater, Feldherrenhalle, Hofbräuhaus am Platzl (nur von außen), viele beduselte Japaner auf dem Weg von dort und dorthin, Planet Hollywood Cafe (auch nur von außen) und schließlich noch die Boutique von Rudi Mooshammer! Ein Interessantes Schaufenster hat er auf jeden Fall. Es war belagert von Unmengen von Leuten. Und eine blaue Krawatte kostet dort auch nur schlappe 250 DM!

Schließlich trieb uns der Hunger wieder heimwärts. Für diesen Abend hatten wir uns den Wienerwald auserkoren. Mal was anderes. Immerhin haben wir kein Hähnchen gegessen, sonder das Tagesmenü. Und dazu zwei große Apfelschorlen. Allerdings war dort mehr Schorle drin, als Apfel. Die freundliche Bedienung brachte außerdem einen Korb mit Brot! Das wir das später extra bezahlen mussten, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Auf jeden Fall war es geschickt eingefädelt, da das Essen doch sehr lange auf sich warten ließ!

Für weitere Aktivitäten an diesem Abend hatten wir mal wieder nichts gefunden, so dass wir uns auf den kommenden Tag vorbereiteten, an dem ein langer Marsch durch das Deutsche Museum angesagt war. Außerdem mussten wir uns von den 60 km Radfahren erholen!

Samstag, 09. Oktober 1999

Das Frühstücksbuffet an diesem Morgen musste erst gesucht werden. Dafür gab es aber auch eine Innovation: Feudatten! Von jeder Sorte! Eine riesige Schüssel voll! Da war die Wegverpflegung auch gesichert.

Zum Deutschen Museum ging es diesmal mit dem Rad. Zu sehen gab es vieles, gesehen haben wir nur wenig…

Unsere bescheidene Auswahl beschränkte sich auf folgende Punkte: Werkzeugmaschinen (wollten wir hin, da wollte man uns aber nicht!), Maschinenelemente, Starkstromtechnik. Die Starkstromtechnik ist alleine schon wegen der berühmten Vorführung ein muss, was wir uns auch nicht entgehen lassen haben. Aber die Vorführung und das Personal hat sich nicht verändert… Ja, und als E-Techniker muss man dann natürlich auch die diversen Motoren ausprobieren!

In der Schifffahrt haben wir kurz vorbeigeschaut, bei der Eisenbahn und natürlich bei der Luftfahrt. Da gab es dann auch noch eine interessante Führung, wo man auch mal die Schallmauer sehen konnte! Auch im Brückenbau haben wir uns versucht. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nicht umsonst ist das Deutsche Museum ein Museum zum Anfassen! Dann gab es noch so interessante Dinge, wie Raumfahrt und Spielzeug. Besonders hervorzuheben ist die Abteilung für Musik, auch wenn sie nicht so viel bringt, wenn man dort nicht alleine ist.

Und dann sind da noch die Räume für Physik. Und der Impulserhaltungssatz. Oder doch die Couriolis-Kraft? Das ließ sich leider vor Ort nicht klären. Hinterher aber auch nicht.

Oder die Abteilung der Alchemisten. Das ließ doch ein paar interessante Ausblicke zu, so dass wir uns in einer völlig neuen Art und Weise sahen!

Abschließend sei noch die Sektion für Chemie und Atomphysik genannt, die zwar noch im Werden sind, aber dank zahlreicher Versuche doch vielversprechend scheinen!

Noch bevor das Museum seine Türen schloss, haben wir aufgegeben und uns auf die Suche nach etwas essbarem gemacht. Aber eigentlich war es noch viel zu früh, um Essen zu gehen. Daher lustwandelten wir noch eine Weile im Englischen Garten umher…

Schließlich landeten wir in einer kleinen Kneipe. Das Essen war zwar gut, jedoch musste unsere Bestellung aufgrund der mangelnden Vorräte mehrfach umgestellt werden. Immerhin hatten sie genug Apfelschorle! Dort fanden wir endlich auch das gesuchte: Einen Jazzclub! Und er hatte sogar eine akzeptable Vorstellung an diesem Abend!

Doch vorher war noch ein bisschen Kino angesagt. Aber nicht irgendein Kino. Wir gingen ins IMAX! Eine ganz neue Kinodimension brach für uns ein: Diese Leinwand füllt ohne Probleme das gesamte Gesichtsfeld aus! Einfach genial. Und zu sehen gab es mit Studentenermäßigung: Everest – Gipfel ohne Gnade. Ein Film, der es ohne Zweifel in sich hat!

Spät am Abend ging es dann auf zum Jazzkeller. Und der war wirklich im Keller! Da die Band noch nicht so weit war, genehmigten wir uns erst einmal zwei Apfelschorlen… Und dann ging es los. Schon nach kurzer Zeit machte sich bei Daniel die Vermutung breit, dass das, was die Jungs dort vorne boten, nicht unbedingt der beste Jazz ist, den es gibt. Aber wenn man keine Ahnung davon hat, dann sollte man besser den Mund halten. Beruhigend war es dann aber doch, dass Oli schließlich den Mund aufgemacht hat. Dann versteht Daniel scheinbar doch wenigstens etwas von Jazz. Gemeinsam kam man zu der Meinung, dass dies eine öffentliche Darbietung von Fingerübungen war. Und diese sind, wie allgemein bekannt, grauenhaft anzuhören. Daher wurden wir dort auch nicht besonders alt, und zogen uns alsbald enttäuscht zurück. Das hat man sich also unter einem „Jazzerlebnis der besonderen Klasse“ zu verstehen!

Immerhin brachte uns dieser Tag satte 32 km auf unser Konto.

Sonntag, 10. Oktober 1999

Der letzte Tag unseres Urlaubes mit Fahrrädern begann wieder mit Feudatten! Es geht doch nichts über so ein Frühstück. Jedoch war Eile geboten, da noch der Zug rechzeitig erwischt werden musste. Und so endete es in einer einzigen Hektik, wobei Oli der Meinung war, dass man vmax noch problemlos hätte steigern können!

Schnell ausgecheckt und dann ab zum Bahnhof. Aber der Zug war schon weg. Wir mussten ohnehin noch Fahrkarten kaufen. So konnten wir uns dafür doch etwas mehr Zeit lassen. Die erste Etappe der Fahrt führte uns nach Treuchtlingen. Wir hatten Glück, denn der Zug bestand aus doppelstöckigen Waggons. Das bedeutet, dass diese in der Regel ebenerdig zum Bahnsteig sind! Das vereinfacht das Ein- und Aussteigen doch ungemein! Kurz vor der Abfahrt kam noch einer mit einem Mofa in das Abteil hinein! Welch ein sonderbarer Bursche. Es stellte sich heraus, dass wir über längere Zeit die selbe Reiseroute hatten.

Dies bereuten wir bereits beim ersten Mal umsteigen. Wir wurden nämlich auserkoren, dem guten Mann dabei zu helfen, sein blödes und zudem noch tonnenschweres Mofa in den Zug zu wuchten! Und das auch noch drei Treppenstufen hinauf und durch eine enge Tür! Dieses Martyrium wiederholte sich dann auch noch in Gemünden und in Bebra. Als es ans Umsteigen in Göttingen ging, hat er geschlafen. Und keiner hat ihn geweckt! Nun denn, wer schläft, sündigt nicht, und verbraucht kein Geld!

In Fulda gab es dann noch als Bonus 25 Minuten planmäßigen Aufenthalt. Was für einen Sinn das auch immer gehabt haben mag, wir nutzen es zum Einkaufen. Etwas ungünstig wirkte sich dagegen die Wartezeit von 30 Minuten in Göttingen aus. Dort war es nämlich super ungemütlich, so dass die Zeit nur sehr langsam verging.

Außer dass wir durch so bedeutenden Orte wie Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe oder Nörten-Hardenberg oder Elze, Alfeld, Kreiensen gefahren sind, gab es eigentlich nichts weltbewegendes zu berichten…

Doch! Wir haben mal wieder alle Anschlusszüge erwischt! Ja, so ist das eben, wenn Engel reisen!

Nach sage und schreibe 8 km mit dem Fahrrad sind wir dann schlussendlich wieder in der Kriegerstraße aufgeschlagen.

Fazit

Wir wollen an dieser Stelle hoffen, dass die Deutsche Bundesbahn weiter an ihrer Pünktlichkeitsoffensive arbeitet und unser vergebens ausgegebenes Geld in einen Bahnsteig von Jettingen investiert! Ansonsten lässt durchaus eine Antiproportionalität zwischen Zahl der Zugwechsel und Wahrscheinlichkeit des Erreichens des Anschlusszuges feststellen.

Leider mussten wir abschließend feststellen, dass es im südlichen Teil unseres Landes offensichtlich keine Schinkenbrötchen gibt! Allerdings wird dieses Manko durch diverse andere Schmankerl wieder wett gemacht!

Trotz des überwiegend schönen Wetters gilt immer noch der Satz: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Die gilt im Übrigen für das gesamte Material. Die Verwendung von Hightech-Packtaschen hat sich auf jeden Fall bewährt.

Ganz bestimmt ist auch an dem Spruch etwas dran: Wenn Engel reisen, dann scheint die Sonne! Oder wie lässt sich sonst das unverschämte Glück erklären, das wir mit diesem Wetter zu dieser Jahreszeit hatten???

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