2000-03 Mit dem Motorrad durch Italien – Ausführlicher Bericht

Die spinnen, die Italiener — vom 07. bis zum 31. März 2000

Der ausführliche Bericht

Zu den Fotos

2000-03 Mit dem Motorrad durch Italien

Vorwort

Nach einer Vorlaufzeit von nur sechs Jahren ist es uns schließlich gelungen, unserVersprechen wahr zu machen. Der Italienurlaub war beschlossene Sache. Und das schonim letzten Jahr! Daher hatten wir also auch ein Y2K-Problem…

Vor etwa so ziemlich genau 6 Jahren am 15.05.1994 haben wir uns auf dem Busparkplatzvon Vinci gesagt, dass wir hier auf jeden Fall wieder herkommen müssen. Und nun wares wirklich so weit! Die Planung lag – wie eigentlich immer – aufgrund der diversenKlausuren von Daniel in Dirks bewährten Händen.

Da eine gute Planung späteren Ärger vermeidet, sollte möglichst vieles vonvornherein klar gemacht werden, so dass dem Zufall kaum eine Chance gegeben werdenkonnte. Aber wie jeder weiß, ist Zufall ein Bursche der besonderen Art, der immerein Schlupfloch findet.

Die erste Planung sah vor, dass wir unsere Motorräder auf den Autozug luden und dannbis nach München fuhren und von dort aus dann mit einer wunderschönen Tour durch dieAlpen zu starten. Das Problem hierbei war, dass das Jahr noch nicht besonders weitfortgeschritten war, und im März Ski-Saison ist! In diesem Falle empfiehlt es sichalso nicht besonders, eine Alpenüberquerung (oder besser gesagt zwei) in die Toureinzuplanen. Der zweite Plaungsvorschlag enthielt eine Zugfahrt von Berlin nachVillach und von Lörrach nach Hannover (wegen der Kosten). Aber auch in dieserPlanung waren diverse Kilometer in den Höhenlagen der Alpen erforderlich. AndereOrte, die der Autozug anfuhr, kamen auch nicht in Frage, da die Bahn noch ihrenWinterfahrplan hatte, der ausschließlich bis in die Alpen reichte. Alternativ hätteman mit dem Zug nach Südfrankreich fahren können, diese Alternative fiel der knappenUrlaubskasse zum Opfer. Daher Planwechsel.

Für den Bruchteil einer Sekunde zogen wir in Erwägung, Motorräder in Italien zumieten. Dies wurde aber aus dem Grund verworfen, da wir für diesen Preis dieMotorräder auch hätten kaufen können. So ist das, wenn man vier Wochen verreisenmöchte. Aber wir kommen ja so schnell nicht wieder, so dass diese lange Zeitdurchaus gerechtfertigt ist.

Als letzte Möglichkeit kommt schließlich nur noch in Frage, die Motorräder mit einemAnhänger nach Italien zu transportieren. Aber ein Anhänger will auch gemietetwerden. Es stellte sich jedoch heraus, dass er bei weitem günstiger war, alsangenommen, so dass der Urlaub in greifbare Nähe rückte. Das Auto wollten wir danndie vier Wochen auf irgend einem Parkplatz abstellen. Anfangs. Jedoch wurde uns vondiversen Bekannten in Aussicht gestellt, dass wir am Ende unseres Urlaubs eventuellzwei oder drei Autos dort vorfinden würden oder unser Auto mit unzähligen Reifenoder einer neuen Lackierung versehen dort auf uns wartet. Also musste jetzt nacheinem Parkplatz gesucht werden. Jedoch weigerte sich sowohl die Firma WABCO in Turinals auch die Firma MANNESMANN in Mailand, uns auf ihrem Firmenparkplatzunterzubringen.

Sollte die Fahrt an solch einem Problem scheitern? Nein. Schließlich versprühte Dirk noch etwas Vitamin B und bekam die Adresse einer Schulfreundin seines Arbeitskollege in Pelago bei Florenz. Parallel zur Klärung der Transportfrage wurde selbstverständlich auch die Unterkunftsfrage erörtert. Und damit zusammenhängend die Reiseroute. Bis zu diesem Augenblick sah sie ungefähr so aus, dass man eine große runde durch Norditalien machen wollte.

Dadurch, dass unsere Zentrale nun quasi in die Mitte dieser Runde gelegt wurde, wurde aus dem Kreis eine Acht! Glücklicherweise waren bei der Routenumlegung keine gebuchten Jugendherbergen betroffen, da bisher lediglich zwei Unterkünfte fest gebucht waren und wir die JH Florenz eigenständig eben mal eine Woche vorverlegten. Wenigstens ein Vorteil, dass die Italiener sooo langsam sind. Also, die Route stand jetzt fest:

Und auch ein Anhängerverleih war ausgeguckt. Nach einer kurzen Rechnung stellten wirfest, dass uns diese andere Variante nicht mehr kostete, als die Fahr mit demAutozug (Jedoch haben wir das Frühstück, welches bei dem Autozug mit inbegriffengewesen wäre, vernachlässigt!) Die Fahrt mit dem eigenen Auto brachte den Vorteil,dass ein Ende der Reise offen gelassen werden konnte….

 

Da die Vorbereitungszeit am Ende sehr knapp wurde, wurden keine weiterenVorausbuchungen mehr angestrebt. Damit war uns ein höchstes Maß an Flexibilitätgarantiert.

 

Ein kleines Problem bestand noch darin, dass auf der Strecke von Pisa nach Rom ander Westküste absolut keine Jugendherbergen vorhanden waren! Da wir die maximaleMotorradstrecke auf 200 km pro Tag begrenzt haben (man ist ja schließlich imUrlaub), mussten wir wohl oder übel in den sauren Apfel beißen, und ein billigesHotel suchen. Dem Internet sei dank, hat das auch recht problemlos geklappt, so dasswir eine Liste mit günstigen Hotels rund um Grossetto erstellen konnten.

 

Dem Urlaub stand nun eigentlich nichts mehr im Wege, so dass es nun losgehen kann:

 

Montag, 06. März 2000

 

Zu einer unchristlich frühen Zeit von 8.00 Uhr ging es los (Wenn man dem Kalenderglauben schenkt, sollten auch die anderen Tage so früh starten) . Und das im Urlaub!Da kann man ja wohl mal ausschlafen! Zunächst musste der Anhänger aus Hannovergeholt werden. Und weil man ja schon mal in Hannover ist, kann man ja auch gleichDaniels Grüne Karte mitnehmen… – was man nicht im Kopf hat, hat der Astra in denReifen und im Tank!

 

Eineinhalb Stunden später wurde dann die BMW verladen. Das dauerte etwa eine Stunde.Der Weg in die Wilhelm-Raabe-Straße war der Horror schlechthin! Die BMW entwickelteein nicht ganz sanftes Eigenleben auf dem Anhänger hinter uns, so dass uns vor der1300 km langen Fahrt schon graute! Nachdem dann auch die Susi verladen war, wurdendie Parameter der BMW noch einmal geändert. Das Ergebnis ließ sich durchaus sehen:Die beiden Maschinen waren quasi mit dem Anhänger eins geworden und bewegten sichkeinen Millimeter! Die Straßenlage des gesamten Zuges ließ keine Wünsche offen unddie Angst vor 1300 km im Schritttempo schwand – puh, Glück gehabt!

Daher hatten wir uns das Mittagessen bei Daniel durchaus verdient! Das, was es anNudeln zu wenig gab, gab es im Salat allerdings an Essig zu viel! Es folgten dieletzten individuellen Reisevorbereitungen (Reste einpacken – Proviant einkaufen), sodass wir schließlich um 15.40 Uhr bei Daniel in den Urlaub starten konnten.

Die erste Etappe verlief ohne Zwischenfälle und wir erreichten – ganz im berechnetenZeitplan – um 17.00 Uhr die Autobahn in Nordheim, wo Daniel nach einem sehr kleinenAbendessen (wir aßen hier nur ein Stück Obst) das Kommando übernahm.

Die Kasseler Berge waren der reinste Horror! Wenn man auf der Autobahn runterschalten muss, dann ist das ja schon nicht so der Hit, aber wenn man von allenmöglichen LKW wieder überholt wird, an denen man vorher in mühevoller Kleinstarbeitvorbei geschoben hat, dann kann man wirklich nicht mehr von Freude am Fahrensprechen.

Hat man dann runter geschaltet, und ist im kleineren Gang dann wieder auf seinelegalen 80 Sachen gekommen und schaltet man wieder rauf, so weiß man nur einenBruchteil einer Sekunde später, dass das ein Fehler war: Zum einen hätte der höhereGang die Geschwindigkeit gar nicht halten können, und zum anderen wird man durch dieGedenkminute beim Schalten ohnehin wieder um mindestens 15 km/h abgebremst!

Im Dunkeln gab es dann noch einen weiteren Imbiss auf einem Autohof (Brotstullen undWürstchen verdünnt mit etwas Tee war angesagt). Kurz vor München gerieten wir (bzw.ein markantes Körperteil von uns) dann doch noch auf Grundeis: Der Sprit wurdeknapp, und es schien, dass wir die anvisierte Tankstelle nicht erreichen würden. Umnicht auf der Autobahn liegenzubleiben, tankten wir unterwegs noch 15 l auf, undmachten uns auf den Weg zur regulären Tankstellen, die bei „Tanken an der Autobahn“vom ACE empfohlen worden war. Diese erreichten wir allerdings auch erst nach einerkleinen Ehrenrunde…

 

Etwa 15 km vor der Grenze kauften wir noch eine Vignette („Hend se schon deVignett???“) und beschlossen, etwas an der Karosserie zu lauschen. In diesem Fallsind Personen mit kurzer Länge klar im Vorteil – Daniel ruhte auf der Rückbankwährend Dirk sich mit dem Austesten unterschiedlicher Liege-Sitz-Positionen auf denVordersitzen mühte.

 

 

 

Dienstag, 07. März 2000

 

Nach lächerlichen drei Stunden gaben wir allerdings auf und fuhren weiter. Unsereleider nicht sozialverträgliche Fahrt führte durch das rot-blau regierte Österreich.Dort darf man übrigens mit Anhänger 100 km/h fahren und muss für das bisschenAnhänger nicht 50 DM Gebühr zahlen!

 

Als ein Höhepunkt der Fahrt darf zweifellos der Brenner betrachtet werden. Höhepunktnicht nur, weil man mal den Brenner gesehen haben muss und weil er recht hoch ist,sondern weil er in der Vignette nicht mit enthalten war… Als Entschädigung war dasAlpenglühn in sehenswerter Form im Preis enthalten.

 

Und außerdem war es dort oben mit -6°C auch lausig kalt! Gut, dass wir doch nichtmit dem Krad hier durch gefahren sind…

 

Italien! Endlich da! Naja, noch nicht ganz – ein paar Kilometer fehlen noch. Da manin diesem südländischen Land ja nur zu Gast ist, und die Sprache nur sehr mangelhaftversteht, und bei Begegnungen mit den kleinen grünen Männchen (die hier übrigensblau sind) ohnehin immer den kürzeren zieht, haben wir uns entschlossen, dieGeschwindigkeitsbeschränkungen peinlich genau einzuhalten!

 

Dieser Entschluss bescherte uns eine Begegnung der dritten Art: Die LKW-Fahrerhalten sich natürlich nicht an ihre Geschwindigkeitsbegrenzungen. Daher wird man alsstörendes Subjekt empfunden, welches man möglichst schnell hinter sich bringt.Solange es kein Überholverbot gibt, ist das auch kein Problem. Verwunderlich istdann nur, dass die Italiener sich aber an das Überholverbot halten (Die spinnen, dieItaliener!). Dadurch zogen wir uns den Zorn eines Truckers auf uns, der sichzunächst nur in Drängeln und Lichthupe entlud, und schließlich in einem überausriskantem Überholmanöver endete, da das Überholen ja verboten war, blieb er dabeieinfach auf seiner ursprünglichen Spur… Mit anderen Worten: die spinnen, dieItaliener!

 

Es war Mittagszeit. Angekündigt, durch ein leises Grummeln – das Frühstück bestandja lediglich aus ein paar Kleinigkeiten während der Fahrt. Für unser colazionehatten wir einen Zwischenstop in Verona geplant. Nach einer doch recht kompliziertenIrrfahrt haben wir schließlich doch noch einen schickes Plätzchen gefunden, auf demwir die Picknickdecke ausbreiteten…

 

Die nächste Begegnung der dritten Art wartete auch nicht lange: Ein schon etwasbetagterer Einheimischer begrüßte uns mit den Worten: „Deutschland, Deutschlandüber alles!“ Wir verließen Verona wieder auf einem direkteren Weg.

 

Die nächste Irrfahrt durchlebten wir in Florenz! Autofahren in Italien ist nichtganz so, wie man es aus den nördlicheren Ländern gewöhnt ist. Schon gar nicht, wennman mit einem Anhänger unterwegs ist. Und erst recht nicht, wenn man über 15 Stundenam Steuer gesessen hat! Und schon gar nicht, wenn man nicht genau weis wo man hinwill / muss, denn das Kartenmaterial ließ an dieser Stelle doch etwas zu wünschenübrig.

 

Schließlich haben wir aber dann doch noch die Villa (JH – Villa Camerata) gefunden.Nur wusste im Nachhinein keiner mehr, wie das passiert ist. Nach einer solchen Fahrist man froh, dass man sein Zimmer schon gebucht hat, und sich nicht noch erst aufstundenlange Verhandlungen mit den Herbergseltern einlassen muss.

 

An der Rezeption stellte sich dann heraus, dass wir zwar ein Doppelzimmer bestellthatten, es so etwas aber nicht gab. Statt dessen hat man uns ein Familienzimmerfreigehalten. Dagegen wäre ja auch von unserer Seite nichts einzuwenden gewesen,allerdings waren diese Zimmer, wie der Name schon sagt, ausschließlich für Familienreserviert. Aber wir könnten auch in einem 8-Bett-Zimmer nächtigen. Ohneabschließbare Schränke, versteht sich. Oder auch für den dreifachen Preis einFerienhaus bekommen. SHIT!!! In diesem Moment verwünscht man die nette Dame mit demfreundlichen Lächeln hinter der Theke und möchte am liebsten wieder nach Hause! DerUrlaub schien gelaufen. Schweren Herzens entschieden wir uns nach längeren Debattenschließlich doch für das 8-Bett-Zimmer.

 

Zum ersten Mal machten wir Bekanntschaft mit der doch recht eigenartigen Bettwäsche,die zweifelsohne auch an eine Kaffeetafel gepasst hätte: Man bekam einenKopfkissenbezug und zwei (!) Bettlaken. Im Bett lagen dann zwei Wolldecken. Manmusste sich entsprechend zurechtfinden. Aber da sich dieses Spiel in jeder JHwiederholte, gewöhnten wir uns zwangsweise daran.

 

Wir aßen Kaffee und hatten zum ersten Mal Gelegenheit, die sowohl architektonischals auch von der Lage her exzellente JH zu bewundern. Welche JH liegt schon abseitsauf einem Hügel mitten im Wald und doch in der Stadt und ist im alten Landvilla-Stilmit diversen Fresken und Plastiken gebaut?

 

Nach dieser kurzen Pause packten wir unsere sieben Sachen aus und machten uns aufden Weg nach Pelago. Zunächst fungierten wir allerdings noch als Taxi für drei NewYorkerinnen die doch lieber in einem Hotel wohnen wollten, als in einem Zimmer ohneabschließbare Schränke. Die Fahrt nach Pelago war auch Motorradfahrer-Sicht einfachsuper; aus Anhängerfahrer-Sicht eine Katastrofe! Es folgte eine Irrfahrt durchPelago und seine superengen Gassen (und das mit Anhänger), die uns hoch hinausführte. Es war doch nicht unerheblich steil!

 

Das hatte gleich mehrere Folgen: Sowohl Bremse, als auch Kupplungsscheiben meldensich zu Wort, oder besser zu Geruch! Außerdem kann es passieren, dass dieBenzinpumpe Nebenluft zieht, wenn der Tank nicht mehr ganz voll ist! Schließlich seinoch zu bemerken, dass man auf einer solch steilen Strecke nicht unbedingt einfachwenden kann – aber da es ja Bergab ging, war das Rückwärtsfahren um so einfacher.

 

Kurz nachdem wir das letzte Haus in den Bergen hinter uns gelassen hatten, merktenwir, dass dies doch nicht ganz richtig sein konnte. Bevor alles zu spät ist, wolltenwir dann doch noch einmal nachfragen, wohin wir denn mussten. Es stellte sich dannheraus, dass wir doch richtig waren! Wir hatten Sandra und Andrea gefunden! Was fürein Glück. Der Empfang war überaus herzlich – trotz der Sprachbarriere. Aber diewurde dank eines telefonischen Dolmetschers dann auch gebrochen. Wenn auch nur fürkurze Zeit. Es stellte sich heraus, dass die Beiden uns über Nacht dort behaltenwollten, und uns am nächsten Tag eine Unterkunft suchen wollten. Schließlicheinigten wir uns darauf, dass wir nur zum Abendbrot blieben.

 

Doch zunächst luden wir erst einmal die Karren ab und brachten den Rest inSchlafposition. Wir vertrieben uns die Zeit, bis Andrea von der Arbeit wieder kam,mit ein paar richtigen Insidertips, was man denn so alles besichtigen sollte. ZumAbendessen gab es zunächst eine kroatische Paella. Es folgten Tintenfische mitSpinat und Salat. Zum Spinat sei gesagt, dass er mit dem normalerweise bekannten nurdie Farbe gemeinsam hat. Alle anderen Eigenschaften sind dem „herkömmlichen“ weitausüberlegen! Zum Nachtisch gab es dann noch Obst für Dirk und Tiramisu für Daniel.

 

Als wir uns dann zu später Stund‘ wieder auf den Heimweg machten, bekamen wir nochdiverses für unsere Verpflegung auf den Weg: Obst, Tiramisu und eine Flasche Wasser!Der Transport war aufgrund der Menge nicht besonders einfach… Schließlich landetenwir dann aber ohne Umwege wieder in der JH. Der Milchschokolade am Wegesrandwiderstanden wir problemlos, schließlich hatten wir ja beiden einen Aufpasser zurSeite.

 

Total müde ging es dann schließlich ins Bett. Allerdings nicht ohne zwischendurchgegen Mitternacht von den Zimmergenossen geweckt zu werden. Die Betten warenmittelmäßig bis gut. Die Decken allerdings für manch einen zu kurz, wodurch dieNacht etwas zu kühl ausfiel.

 

 

 

Mittwoch, 08. März 2000

 

Leider war die Nacht schon um 8.00 Uhr zu Ende und so verließen wir das stickigeZimmer (Wer macht eigentlich immer das Fenster zu???). Nach der üblichenMorgentoilette bequemen wir uns schließlich downstairs zum Frühstücken. Es erwartetuns das schon von damals bekannte aufgerollte und staubtrockene Brötchen mit Butterund Marmelade – natürlich im umweltschädlichen Portionspäckchen…

 

Wir bequemten uns in die Stadt. Zu Fuß. Dies dauerte auch nur eine schlappe Stunde -teilweise dadurch bedingt, dass wir den bekannten und nicht den direkten Wegwählten! Aber immerhin war uns das Wetter mit 16°C und nur leichter Bewölkung sehrgnädig. Der erste Stop war der Nationalbibliothek vorbehalten. Nachdem wir dasSchließfachsystem entschlüsselt hatten konnten wir endlich zum eigentlichen Eingangschreiten. Dort mussten wir dann leider feststellen, dass die Bibliothek lediglichden Wissensdurstigen vorbehalten ist, und nicht den lästigen Touristen.

 

Nach dem gestrigen Tag kam diese Frustration gerade recht. Das nächste Ziel war danndie Kirche Santa Croche. Diese war zwar geöffnet, jedoch auf der Vorderseite zuunserer Enttäuschung komplett eingerüstet. Wir waren entrüstet! Drinnen gab es danneine ähnliche Situation: Das Grab von Galileo Galilei war auch wegenRestaurations-Arbeiten verhüllt. Daher mussten wir uns mit dem Grab von Michelangelozufriedengeben. Mit dem verhüllten Grab wollte sich jedoch eine junge Amerikanerinnicht zufrieden geben, so dass sie kurzerhand Daniel fragte, ob ER denn für ein Fotozur Verfügung stehe. Er stand. Positiv ist zu verzeichnen, dass wir die Gelegenheithatten einer deutschen Studienführung zu lauschen. Wir hörten dabei sogar zu – imGegensatz zu den legalen Teilnehmern, die besonders desinteressiert waren.(Irgendwie kommt einem das ja bekannt vor…)

 

Das nächste Ziel war zwar klar definiert, jedoch in keiner Karte verzeichnet: DasNaturwissenschaftliche Museum. Daher fanden wir es auch nur auf diversen Umwegen.Weiter ging es dann zum Ponte Vecchio. Erst wurde er von außen begutachtet, dann von“innen“. Alles sehr exklusiv! Auch den Weg zu den Bobboli Gärten fanden wir nichtauf Anhieb. Wir landeten nach einer doch sehr welligen Strecke am Hintereingang! DieBroccoli Gärten an sich waren von innen überaus nett anzusehen. Nicht zu verachtenist auch der unglaubliche Blick auf die Stadt!

 

Nach einem kleinen Picknick (mit Spatzen zusammen, die sich an den Körnern desKörner-Joghurts erfreuten) erforschten wir den Garten weiter. Wir musstenfeststellen, dass viele Wege zum selben Ziel führten. Als wir schließlich derMeinung waren, dass wir alles wichtige dort besichtigt hatten, machten wir uns aufden Weg zum Ausgang, denn dort lag der Eingang zur Grotte. Es wunderte unsallerdings nicht besonders, dass sie wegen Bauarbeiten geschlossen war. Das ist haltder Nachteil, wenn man in der Vorvorsaison fährt.

 

Laut Baedeker stand als nächstes der Bahnhof als Sehenswertes auf dem Programm. Alswir dann dort waren, konnten wir leider nicht herausfinden, warum! Lediglich dasEis, welches wir unter dem Bahnhof erstanden, war seeehr empfehlenswert!!! Und auchder Joghurt dort war nicht zu verachten. Gewöhnungsbedürftig war lediglich, dass eraus einer Maschine kam, in der hierzulande Softeis verkauft wird. Aber andereLänder, andere Sitten.

 

Das Angebot von Sandra, sie einmal im Hotel Ästoria“ zu besuchen, konnten wir unsnatürlich nicht entgehen lassen. Es lag übrigens fast gegenüber unseres Hotels ÏlPerseo“ von damals. Der Rezeptionist beobachtete uns mit Argwohn und rief Sandralediglich sehr ungern für uns aus. Es folgte eine Besichtigung dieses doch sehrexklusiven Hotels, dessen Preise erst bei 500 DM anfingen und bei 1000 DM für diePenthouse-Wohnung mit Domblick endeten. Besonders berauschend war dieses Zimmer unddie Aussicht allerdings nicht.

 

Da wir an diesem Tag auf unseren alten Fährten wanderten, machten wir uns auf dieSuche des Restaurants Ïl Rosso“. Ganz wie es die Tradition von damals verlangte,fanden wir diese Lokalität natürlich nicht auf Anhieb und benutzten auf keinen Fallden direkten Weg dorthin! Allerdings muss an dieser Stelle doch erwähnt werden, dasswir dieses Mal zum letzten Male gesucht haben! Den entscheidenden Hinweis bekamenwir durch die immer noch (nach sechs Jahren!!!) existierende, mit Wellblechverhüllte Baustelle. Unser Abendessen war also gesichert.

 

Wir marschierten wieder zurück zum Dom, um den Kirchturm zu besteigen. Jedochhinderte uns die Kombination aus schlechtem Wetter und zu hohem Preis an demAufstieg. Die Kuppel – ein Meisterwerk von Bruneleschi – war unerklärlicherweiseschon zu. Also besichtigten wir die Kirche von innen. Aber auch diese Besichtigungviel extrem kurz aus, da eine Messe kurz bevorstand. Irgendwie wollte man unsnirgends haben…

 

Wir machten uns daher auf den Weg zum ehemaligen Rathaus: Dem Palazzo Vecchio. DerWeg dorthin führte uns über die bekannteste Flaniermeile von Florenz. Auf der PiazzaSignorina herrschte wie immer reges Treiben, und die Fotografen kamen sich mit ihrenSchnappschüssen gegenseitig ins Gehege. Aber schließlich konnten wir dann doch einBild vom David von Michelangelo schießen. Wir besichtigten kurz das Innere (nichtvom David sondern vom Palazzo), wobei wir uns allerdings lediglich in der mitFrescen bemalten Eingangshalle aufhielten.

 

Nachdem wir in unserem Supermarkt von damals Joghurt und ähnlich Lebenswichtigeseingekauft hatten, hätten wir fast den Sonnenuntergang am Ponte Vecchio verpasst.Gut, dass wir zu Fuß nicht gerade die langsamsten sind. Außerdem schafften wir esauch noch, unterwegs Ansichtskarten zu kaufen. Vor dem Dom haben wir uns dann wiedereine Ration Apfelmus gegönnt, ein paar Karten geschrieben und letztlich mit einerMenge lärmender Spanier amüsiert!

 

Es war Zeit zum Essen. Natürlich im Il Rosso. Ein Kellner, wie er im Buche steht(stocksteif, in Ehren leicht ergraut und korrekt mit Bauchbinde gekleidet), empfinguns und wies uns unseren Tisch zu. Es gab neben einer Vorspeise Putenbrust undSchwertfisch. Zum Nachtisch gab es frisches Obst und währenddessen natürlich einenoriginal Roten! Nun muss man allerdings sagen, dass italienische Kellner, abgesehenvon der korrekten Kleidung, nichts mit ihren Deutschen Kollegen zu tun haben! Dawird die bereits geöffnete Weinflasche auf den Tisch geknallt und nichteingeschränkt, oder das Essen lieblos fast auf den Tisch geworfen. Vorsicht vorSoßenspritzer ist angebracht! Trotzdem kann man den Rosso nur weiterempfehlen, wassich auch dadurch bemerkbar machte, dass wir im Folgenden immer wieder dorthingingen. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil war auch noch, dass das Restaurantaufgrund seiner abgelegten Lage nur Ïnsidern“ bekannt war!

 

Nach dem Essen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Dom, da dort aber deritalienische Flair verflogen war, rief uns der Heimweg per pedes. Der zog sichaufgrund der Steigung und des guten Weins erheblich in die Länge… Schließlichgelangten wir aber doch noch zu später Stund‘ ans Ziel und sagten „Gute Nacht“ – beigeschlossenen Fenstern, versteht sich!

 

 

 

Donnerstag, 09. März 2000

 

Gegen viertel nach Acht wachten wir wegen akutem Sauerstoffmangels auf. Da dieFenster beschlagen waren, merkten wir nicht, dass es draußen nieselte. Immerhin wares mit der selben gefühlten Temperatur von Gestern nicht sonderlich kalt. Nach demreichhaltigen Frühstück, welches sich durch das gestrige in keinster Weiseunterschied, machten wir unsere Maschinen startklar.

 

Bevor wir jedoch unser Ziel Piazzale Michelangelo ansteuern konnten, starteten wirdie Suche der Vergessenen: Wir fuhren zurück nach Pélago, um das zu holen, was wiram vorgestrigen Abend nicht mehr mitnehmen konnten… Dann ging es auf in Richtungder zweiten Kopie des David (Das Original steht in den Ufizien). Es nieselte nochimmer. Oben angekommen, war die Sicht gegangen, und vergnügte sich wahrscheinlichirgendwo, wo es warm und trocken war. Wir hingegen amüsierten uns dort, wo esfeucht, aber dank unserer Kleidung wenigstens warm war. Während wir ein Wurstbrotvertilgten beobachteten wir belustigt, wie diverse Profi-Fotografen Reisegruppen voreinem absolut diesigem Hintergrund (bei schönem Wetter eine beliebte Kulisse wegendes Florentiner Doms) ablichteten…

 

Der Nieselregen wurde unser Begleiter und folgte uns akkurat bis vor die Tore vonVinci, dem Geburtsort von Leonardo. Dort besuchten wir das NaturwissenschaftlicheMuseum und nahmen auch an einer Besucher-Untersuchung teil! Im Museums-Shop (Warumsind solche Läden eigentlich immer so verdammt interessant???) kaufte Daniel dannwieder ein Blubber-Ding – ganz, wie es die Tradition verlangte. Dabei zeigte man ihmauch die Wirkung des heißen italienischen Bluts. Leider stellte sich vier Wochenspäter heraus, dass er nun zwei von der selben Sorte besaß. Nun denn, da haben wirwenigstens einen Grund, noch einmal nach Italien zu fahren!

 

Es folgte eine Besichtigung der dortigen Kirche, die zwar klein, aber dafür feinwar. Mittlerweile hatte der Nieselregen seine Verfolgung aufgeben und machte derangenehm warmen Sonne Platz. Auf dem Rückweg kamen wir dann an der Mutter allenÜbels vorbei: Der Parkplatz, auf dem wir auf die Idee gekommen sind, die wir nunendlich in die Tat umgesetzt haben! Der Auslöser war ja ursprünglich die unglaublichreizvolle Kurvenfahrt nach Vinci. Aber irgendwie kam uns damals die Strecke schönervor, als an diesem Tage. Nun, vielleicht spielte unsere jugendliche Naivität unsseinerzeit einen Streich… Wie sich am Abend herausstellte, haben wir die südlicheOrtseinfahrt genommen, seinerzeit aber die wesentlich kurvenreichere Nordroute. Nundenn, wieder ein Grund mehr, für eine Wiederholung!

 

Auf dem Rückweg kauften wir in einem PLUS-Markt ein, der PENNY-Produkte verkaufte(oder doch andersherum?). Den Einkauf vertilgten wir dann in Empoli in einem sehrkleinen Park am Arno im herrlichen Sonnenschein. Dort eröffneten wir dann auch dieMöhren-Saison. Die Rückfahrt und den restlichen Tag verlebten wir in absoluterTrockenheit – zumindest von außen – weiterhin von der Sonne verfolgt. In der JHhaben wir uns dann schnell umgezogen um dann gegen halb Neun im Rosso aufzuschlagen.Irgendwie hatte der Chef aber schlechte Laune und war äußerst Wortkarg. Wennübrigens keine Tische für zwei Personen mehr frei sind, dann wird kurzerhand einfachein Vierer-Tisch (der aus zwei Zweiern besteht) drei Zentimeter auseinandergerückt,und schon ist wieder Platz für zweimal zwei.

 

Auf dem Heimweg nutzten wir zum ersten Mal die öffentlichen Verkehrsmittel. Dieschon fortgeschrittene Stunde forderte ihr Recht, und die JH schließt umMitternacht. Das Problem, welches eigentlich gar keines ist, ist, dass im Bus keineTickets verkauft werden. Die muss man an den unzähligen Tabacchi erstehen, oder ineiner Bar! Das eigentliche Problem am Busfahren war, dass zum einen die Haltestellennicht durchgesagt werden, und zum anderen immer etwa fünf Haltestellenhintereinander den selben Namen hatten! Doch trotzdem stiegen wir an der richtigenStation aus (männliche Intuition), erreichten noch rechtzeitig unser Zimmer undverbrachten eine letzte Nacht bei geschlossenem Fenster.

 

 

 

Freitag, 10. März 2000

 

Nach der üblichen morgentlichen Prozedur versuchten wir noch, die nette Dame an derRezeption dazu zu bringen, dass sie uns ein Zimmer in Padova reserviert. Diesbedauerte sie mit einem zuckersüßen Lächeln und der Begründung, dass Padova nichtdem IBN-System angeschlossen sei.

 

Auf ging es nach Ravenna. Freude machte sich breit, denn die Dickdarm-Charakteristikder Straße ließ jedes Biker-Herz höher schlagen! Und wir wurden in keinster Weiseenttäuscht! Bei bestem Sonnenschein und 18°C kurvten wir durch die von denEinheimischen genannten Italienischen Alpen! Während wir bei einer kurzenPinkelpause das Panorama genossen, überholte uns dann auch ein deutsches Wohnmobil,welches wir später wieder überholten. Doch zuvor mussten wir erst einmal den sageund schreibe 907 m hohen Pass überqueren. Auch auf der anderen Seite der Bergeerwarteten uns unzählige Serpentinen ebenfalls mit dem wunderbarenDickdarm-Charakter.

 

Wieder in der Ebene angekommen, machten wir zum ersten Mal jene schmerzlicheErfahrung, die der deutsche Autofahrer so fürchtet: Ein Sprit-Preis von 2,20 DM füreinen Liter Super! Allerdings freute sich auch die alte Lady, denn sie bekam dieExtraportion Blei! An den nicht vorhandenen Selfservice muss man sich auch nochgewöhnen, zumal Tankwarte selten den Tank „richtig“ voll machen wollen – aber siesind gelehrig. Der Weg weiter nach Ravenna führte uns kurz auf die Via Emilia. JeneStraße, die kilometerlang mit einem Lineal ohne Rücksicht auf die Landschaftschnurgerade durch die Botanik gebaut wurde. Zur Verteidigung der Einheimischen mussgesagt werden, dass die Straße zu der Zeit gebaut wurde, als man noch nicht wusste,wie man Arbeitslosigkeit schreibt.

 

Wir erreichten schließlich Ravenna und standen vor verschlossener Tür, da die JHerst 2 Stunden später (um 17.00 Uhr) öffnete. Daher vertilgten wir im Park nebenandie restlichen Mohrrüben. Da der Supermarkt direkt gegenüber war, kauften wir kurzunser Mittag ein, und fuhren bei immer noch strahlendem Sonnenschein zur Adria nachPunta Maria. Am Strand stießen wir dann gegen eine Wand. Eine Nebelwand. Nichtsdesto Trotz setzten wir uns an den Strand und vertilgten dann Knäcke, Würstchen undFrischkäse. Immerhin regnete es nicht. Als wir wieder nach Ravenna fuhren heftetesich die Wand an unsere Fersen und folgte uns oder besser gesagt sie zog uns voraus.

 

Da die JH immer noch nicht öffnen wollte, und uns der Nebel langsam einhüllte,unterhielten wir uns mit einer Schwedin aus London, die hier für eine Woche zumFotografieren war. Zu einem spottbilligen Flugpreis. Dann konnten wir schließlichdoch einchecken. Die doch sehr junge Dame hinter dem Tresen hatte ihre drei Männerfest im Griff! Da gab es keine freie Minute für die armen Kerle. Sie sagte, dass siekein Englisch verstehe. Jedoch stellte sich kurz darauf heraus, dass sie sowohlenglisch, als auch etwas deutsch verstand. Daher wollte sie uns auch für zwei Nächteunterbringen, wie es im deutschen Text der Reservierung stand. Im englischen unditalienischen Text hingegen war es richtig mit einer Nacht angegeben. Endlichbekamen wir unser Doppelzimmer. Na ja, eigentlich war es ein Vier-Bett-Zimmer,welches wir allerdings gegen einen geringen Aufpreis für uns alleine hatten. AuchDusche und WC gab es auf dem Zimmer. Und abschließbare Schränke in ausreichenderZahl. Außerdem war hier genauso wie in Florenz Ideal Standard der Standard! Daleider die Betten zu weich waren, bekam Ravenna nur den zweiten Platz in derRangliste (s. u.).

 

Als wir zum zweiten Male an diesem Abend vom Einkaufen kamen mussten wirfeststellen, dass ein Bus aus Tübingen eingetroffen war. Daher bezogen wir unserenBeobachtungsposten in der Empfangshalle, wo wir Karten schrieben. Nachdem wir fürein paar Neuankömlinge eine Notfall-Weinflasche öffneten sprintete Daniel wiederumin den Supermarkt, um uns ebenfalls von dem vergessenen roten Naß zu holen. ImSpeisesaal verkonsumierten wir die Flasche (besser gesagt den Inhalt) und dieErdnüsse bei unserer täglichen Büroarbeit. Wir wagten die junge Dame am Empfang zufragen, ob sie vielleicht in Padova reservieren könnte. Ein Anruf später war allesgeritzt. Schnell, einfach und unbürokratisch!

 

Das Grauen zeichnete sich ab, als sich herausstellte, dass einer der Jugendlichen ammorgigen Tage Geburtstag hat. Wir befürchteten das Schlimmste. Im Gespräch stelltesich heraus, dass die jungen Leute nicht aus Tübingen stammen, sondern aus Berlin.Nur der Bus und sein Fahrer kommen aus Tübingen. Dementsprechend eigenartig war auchseine Sprache. Problematisch wird es dann nur, wenn man das hochdeutsche nichtversteht…

 

Das Abendessen rundeten wir schließlich mit ein paar Pampelmusen ab. Da auch hierdas Frühstück vor dem Aufstehen serviert wurde, machten wir uns schon um zehn aufden Weg ins Bett.

 

 

 

Samstag, 11. März 2000

 

Beim Frühstück trafen wir dann die englische Schwedin wieder. Neben einemausgeprägten Rede-Drang hatte sie scheinbar auch einen unstillbaren Hunger! Aber siefliegt ja wieder nach hause. Uns wir machten auch wieder eine Fliege. Auf nachPadova, ohne die berühmten Mosaiken aus Ravenna besichtigt zu haben. Aber das ist janoch ein Grund mehr, um später einmal…

 

Wir fuhren los, und mussten feststellen, dass sich der Nebel vom gestrigen Abendnicht verzogen hatte, und es dementsprechend kalt war. Die Strecke an sich war nichtbesonders aufregend, sondern ging eigentlich immer nur geradeaus durch die Po-Ebene.Man war hier quasi am A. Das einzige Highlight dieser Strecke war die 1,5 km langeBrücke über den Po. Bevor wir schließlich Padova erreichten, mussten wir allerdingsnoch einen Hafen durchqueren, in dem scheinbar kurz zuvor ein Katastrophenfilmgedreht wurde.

 

Padova. Die Suche nach der JH gestaltete sich etwas schwierig (Wer rechnet auchschon damit, dass man eine JH exakt so nennt, wie die Stadt?). Daher steuerten wirdie Touristeninformation an der Basilika an, in deren Nähe wir eigentlich mit demKrad gar nicht gedurft hätten. Die gute Frau hinter der Glasscheibe war überausfreundlich und versorgte uns zunächst mit diversen Prospekten. Selbstverständlichverriet sie uns auch den Weg zur JH. Da wir dort feststellen mussten, dass sie nochgeschlossen hatte, fuhren wir zunächst zum Bahnhof.

 

Das große Problem an der JH war, dass es dort ausschließlich 16-Bett-Zimmer gab!Daher wollten wir ein Paar Telefonnummern diverser Hotels ausprobieren. Der Erfolgblieb leider aus, da die Geschichte zum einen am Preis, zum anderen aber viel mehran der Kommunikation scheiterte. Daher starteten wir einen Frust-Einkauf undvertilgten diesen dann wieder an der Basilika. Dann stand der Besuch derselben aufdem Programm. Besonders auffällig war, dass sie voll funktionsfähig war. Man konntein allen möglichen europäischen und außereuropäischen Sprachen beichten und auch derSegen wurde einem am laufenden Band erteilt. Zu besichtigen gab es auch vieles. Zumeinen beeindruckte die Basilika durch ihr inneres durch die zahllosen Laternen undzum anderen durch die diversen ausgestellten Goldschätze. Letztere ließen wieder denVerdacht aufkommen, dass es früher keine Arbeitslosen gegeben hat. Die riesigenKerzen, die man vor der Kirche bei diversen fliegenden Händlern erwerben konnte,durfte man hier wieder ablegen, um sie ihrer Bestimmung zu überführen. Allerdingsdurfte man nicht selber Hand anlegen… Weiterhin fiel in der Kirche noch auf, dassweißer Marmor wesentlich härter ist, als der schwarze. Der Boden bestach weiterhindurch sein dreidimensionales Erscheinungsbild.

 

Nachdem wir die Basilika wieder hinter uns gelassen hatten, merkten wir denoffensichtlichen Grund für den regen Betrieb: Es war das heilige Jahr!!! EinEreignis, welches uns noch weiterhin begleiten sollte. Nachdem wir wieder ein paarAnsichtskarten geschrieben hatten, machten wir uns auf den Weg zur JH. Leider waruns der legale Zugang durch eine Prozession versperrt, so dass wir den illegalennehmen mussten: Zwei Mal verkehrt herum durch einen SENSO UNICO. Freundlicherweisedurften wir unsere Maschinen im Hinterhof abstellen. Das war auch unbedingtnotwendig, da gleich um die Ecke das Obdachlosenasyl war, mit dessen Bewohner wirschon Kontakt aufnehmen mussten: Genau wie in Genua scheinen die jetzigenObdachlosen alle mal jahrelang in Deutschland gewohnt zu haben… – aber warum gehtman denn dort wieder weg?

 

Nachdem wir im berüchtigten 16-Bett-Zimmer die Betten bezogen hatten, machten wiruns zu Fuß auf den Weg Downtown. Übrigens ist die JH von Padova die einzige, die inStadtnähe gebaut ist, so daß man in fünf Minuten per pedes mitten in der Citylandet. Nachdem wir bei PAMela einkaufen waren, gingen wir dann doch noch mal zur JHzurück, da die kurzen Hosen für nach dem Sonnenuntergang absolut nicht mehr zugebrauchen waren. Dort trafen wir dann auch einen 50jährigen Osnabrücker, dereigentlich keine konkrete Mission hatte.

 

Nach dem Abendessen ging es noch einmal raus. Zur Piazza Frutta. Dort war der Bärlos. Mit Musik, Feuerschluckern und noch vieles mehr… Den Grund für dieseRiesenparty haben wir leider nicht herauszubekommen. Wir verkonsumierten unserenRotwein und diverse Erdnüsse, bis die Party aus war. Ein kurzer Bummel durch dieCity führte uns schließlich wieder zurück in die JH.

 

Trotz des riesigen Zimmers verlebten wir eine überaus angenehme und ruhige Nacht.Ein Wunder; aber hier wußte sich jeder ordentlich zu benehmen. Unsere Bedenken warenzerstreut…

 

 

 

Sonntag, 12. März 2000

 

Venezia stand auf dem Programm. Dazu machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf demWeg zu Fuß zum Bahnhof. Nicht jedoch, ohne vorher ein Frühstück zu genießen. NeuesFeature: Getränke direkt aus dem Automaten, Trinkpäckchen für unterwegs und etwasSüßes dazu (ein eingeschweißter Krapfen! Brrr!).

 

Es ging im Bummelzug nach Venedig. Dazu ist zu sagen, dass die Zugfahrt lediglich4,40 DM gekostet hat, während die Überfahrt zur JH Venedig 6 DM gekostet hätte! Dieswar auch der Entscheidungsgrund für Padova. Bevor wir uns ins pralle Leben stürzten,kauften wir noch die Rückfahrt-Tickets – sicher ist sicher, da wir mit dem letztenZug heim fahren wollten.

 

Dann ging’s rund. Bei einem Fliegenden Händler kaufte Daniel eine Knetgummi-Puppe.Der Händler ging freiwillig von 5 kL auf 3 kL runter, woraufhin Daniel sofortzugriff. Die Italienerin nebenan hat nur 2 kL bezahlt…

 

Unser Weg führte uns auf der rechten Seite vom Canale Grande hinunter durchmalerische enge Gassen und schmale Kanäle mit unzähligen Brücken. Vorbei ging es anFondaco die Turchi (ältestes Gebäude) und dem Barokpalast Ca‘ Pesaro. Wir gönntenuns einen Blick auf den Ca‘ d’Oro. Die Kirchenbesichtigungen vielen wegensonntäglicher Messe aus. Die Ponte di Rialto hielt das, was sie nie versprochenhatte und wurde dem Anspruch als Wahrzeichen durchaus gerecht. Von der Brücke botsich eine herrliche Sicht auf den Canale Grande und die vielen Gondeln. Wenn manschon mal in Venedig ist, dann sollte man auch eine Gondelfahrt gemacht haben. UnserPreisvorstoß startete bei 200 kL. Nach einer kurzen Diskussion waren wir schließlichbei 150 kL angelangt. Da uns auch das zu viel war, zogen wir weiter. Daraufhinfolgte uns einer der wackeligen Zunft, und bot uns eine Extra-Spezial-Fahrt für nur120 kL an. Nein Danke. Aber in Venedig ist scheinbar alles teuer. Selbst dieöffentlichen Toiletten bieten einen 100

 

Auf dem Weg zur Spitze Venedigs sahen wir ganz nebenbei (aber immer brav ohneeinzutreten) die Ca‘ Foscari (Uni), Venezianische Malerei in der Galleria dell’Accademia, den Palazzo Venier die Leoni, die Franziskanerkirche I Frari und dieScoula Grande di San Rocco. An der äußersten Spitze von Venedig hinter der ChiesaSanta Maria della Salute gab es dann noch eine Fortsetzung der Karotten-Geschichte.Außerdem genossen wir echt italienischen Gorgonzola!

 

Über die letzte der vier Brücken ging es dann auf die andere Seite des CanaleGrande. Auf zur Piazza San Marco. Das Wahrzeichen von Venedig. Selbstverständlichbestiegen wir auch den Campanile und bestaunten die leider leicht diesige Sicht.Jedoch ist besteigen der falsche Ausdruck, denn man musste den Fahrstuhl benutzen.

 

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass Venedig von oben ausschaut, wie jedeandere Hafenstadt auch abgesehen vom Canale Grande mit seinem bunten Treiben. DieBesichtigung der Basilica die S. Marco und des Palazzo Ducale von der Innenseitefiel wegen Geldknappheit dem Rotstift zum Opfer (Wir kommen anscheinend schnellwieder…).

 

Es ging weiter in strahlendem Sonnenschein über die Ponte die Sospiri. Da wir immerartig sind, mußten wir uns nicht direkt in die Verliese des Palazzo delle Prigionibegeben sondern konnten über Los zu den Gärten von Venedig (Giardini) gehen. Dortgönnten wir uns eine kleine Siesta. Zurück ins Zentrum zur Piazza San Marco fuhrenwir mit dem teueren Vaporetti von dem aus sich uns ein herrlicher Blick auf denPalazzo Ducale und den Campanile bot. Dabei stellte sich heraus, dass Anlegen nichtunbedingt zu den Stärken des Kapitäns gehört. Er hat hauptsächlich viel Schaumaufgewirbelt.

 

Auf der anderen Seite des Canale Grande stiefelten wir wieder zurück undbesichtigten so ganz nebenbei den Palazzo Grimani, der sich sehr verschlossen ohneKlingen darstellte, das Rathaus (Palazzo Loredan) und den schiefen Palazzo Dario(aber wir sind noch nicht in Pisa). Der Versuch, einen Cappuccino zu trinken,scheiterte an dem unerhört hohen Flair-Zuschlag, und das Gelatto an der äußeren Form(Kugeln!!!).

 

Als wir kurz vor Sonnenuntergang für lächerliche 700 L über den Canale setzenwollten (mit einer kleinen Gondel, damit wir wenigstens doch…) fragte uns der guteMann, ob wir nicht vielleicht doch… Wieviel? 120 kL. Ok, man gönnt sich ja sonstnichts. Schließlich sind wir ja im Urlaub, und so schnell kommen wir ja nichtwieder. Die Gondel lag etwas schief im Wasser, was der gute Mann hinter uns auch nurgeringfügig ausgleichen konnte…

 

Alle Wasserwege sind wie die Straßen exakt beschildert. SENSO UNICOs gibt es auch,was aber kein Grund ist, sich auch daran zu halten! Lediglich wird vor jederKreuzung laut gerufen. Gesungen wurde jedoch nicht. In einer halben Stunde haben wirviel gesehen: Casa dei Miracoli, die Jesuitenkirche, … Nur mit dem Fotografierenwollte es wegen der Schaukelei nicht so richtig klappen!

 

Kaum war die Sonne verschwunden, da hofft der naive Beobachter, dass nun dasrichtige Leben in Venedig beginnt. Fehl geschlagen. Es werden alle Tische und Stühleeingeräumt, das Licht wird ausgeschaltet und die Bürgersteige werden hochgeklappt!Total tote Hose, der Canale Grande liegt in tiefem Schwarz da… Im Dunkeln suchenwir unseren Weg zurück zum Bahnhof (nebenbei werden noch die Bäume im Parkgegossen), wo wenigstens noch etwas los war. Nachdem wir noch etwas die einzigbeleuchtete Einkaufsstraße entlang gebummelt waren, fuhren wir wieder heim und warenum 22 Uhr wieder da.

 

Ein deutscher mehr war ins Riesenzimmer eingezogen. Feierabend Emma.

 

 

 

Montag, 13. März 2000

 

Wir nahmen Abschied von Padova. Das nächste Ziel: Genova. Allerdings war uns dieStrecke für ein Stück dann doch zu lang (schließlich ist Urlaub), so dass wir sie inzwei Etappen fahren wollten: Verona war viel zu nah dran, da dann das zweite Stückimmer noch zu groß gewesen wäre. Daher wollten wir guten Schinken in Parma kosten.Leider macht die JH in Parma aber erst im April auf, und so einigten wir uns auf dasMode-Mekka Milano.

 

Da die Strecke laut Karte nicht viel aufregendes versprach, bauten wir alszusätzliches Schmankerl den Gardasee ein. Doch dazu später. Zunächst verließen wirPadova auf dem direktesten Weg. Der erste Teil der Strecke bot dann auch wirklichnichts Aufregendes. Lediglich das Wetter war uns mit 17 °C und strahlendem Himmelsehr wohl gesonnen. Das überraschte uns sehr, da wir das von den üblichenMotorradtouren anders gewohnt waren.

 

Il Lago Di Garda. Verdammt groß, dieser See. Schon nach kurzer Suche (derverlockenden Schokolade am Straßenrand widerstehend) fanden wir am südwestlichenUfer an der Promenade eine nette Parkbank und auch einen Parkplatz. So stand unseremMittagessen bestehend aus Kräcker, Thunfisch und Karotten (wer hätte das gedacht?)nichts mehr im Wege. Lediglich die beiden Schwäne musterten uns etwas argwöhnisch…Die idyllische Stille wurde aber schon nach kurzer Zeit von diversen Bauarbeiterngestört, die bei ihren geräuschvollen Tätigkeiten eine Menge Staub aufwirbelten.Abgesehen von einer Menge Aufregung über einheimische Auto- und LKW-Fahrer verliefauch der zweite Teil dieser Fahrt bemerkenswert unbemerkenswert.

 

Milano. Die JH musste zeitig gefunden werden, da der gute Mann aus Padova hier nichtfür uns reservieren wollte. Padova war nämlich nicht ans IBN angeschlossen! Ja, meinGott, als ob wir das nicht selber wussten. Und wie glaubt der wohl, haben wir unserBett bei ihm gebucht??? Nun ja, manchmal merkt man eben, dass der Amtsschimmel auchin Italien laut wiehert.

 

Die Stadtgrenze von Milano erreichten wir um 16.00 Uhr an der östlichen Seite derStadt. Die JH lag auf der Westseite! Und auch in Italien gibt es Berufsverkehr!! Undaußerdem sind mindestens die Hälfte aller Straßen gesperrt. Zumindest für einengroßen Teil der Bevölkerung. Die seitenlangen Ausnahmen standen am Straßeneingangund es dauerte immer etwa fünf Minuten, bis man diese Studiert hat. Die Methode,dass man sich einfach hinter ein Auto klemmt, und dieses verfolgt, um wenigstensetwas vorwärts zu kommen, war auch nicht immer von Erfolg gekrönt, da viele dieserAutos diverse Ausnahmegenehmigungen besaßen und dort entlangfuhren, wo wir ganzbestimmt nicht hätten fahren dürfen.

 

So kam es, dass wir direkt am Dom vorbeifuhren – und dort stand dann auch prompt diePolizei, die uns jedoch großzügig übersah. Irgendwann so etwa nach einer Stunde inder Hitze der Stadt landeten wir schließlich doch noch an der JH. Diese machte mitihren doppelreihigen meterhohen Zäunen gleich einen unangenehmen Eindruck (ähnlichwie der Wachmann in schußsicherer Weste und MG vor der Bank)! Daher ließen wir dasGepäck auch gar nicht auf dem Motorrad, sondern nahmen es gleich zum einchecken mit.Wir hatten den Tresen noch gar nicht richtig erreicht, da wurden wir schon nachunseren Ausweisen gefragt. Alles sehr professionell! Außerdem bekam jeder noch einenabschließbaren, geräumigen Schrank zugewiesen! Wir staunten nicht schlecht. DiverseAbzüge gab es dann aber wieder bei den Sanitären Anlagen, die nicht so recht in dasGesamtbild passen wollte. Aber man kann ja nicht alles haben.

 

Wir fuhren mit der Metro in die Innenstadt. Den Dom besichtigten wir nur von außen,da wir zunächst erst einkaufen gehen mussten. Und dann gab es Fisch im SB-Restaurantzum Abendessen. Diesmal mit Weißwein! Übrigens hatten wir beim Essen ungehindertenBlick auf den Domplatz. Und das zu einem vernünftigen Preis (dank derSchnellimbißkette Autogrila)!

 

Derart gestärkt trauten wir uns nun an die Dombesichtigung. Allerdings waren wirdort nicht alleine. Ganz im Gegenteil: Der riesige Dom Santa Maria Nascente mitseinen 148 m Länge war gerammelt voll – er bietet rund 40 000 Menschen Platz unddann standen da mindestens noch genausoviele! Es stellte sich heraus, dass geradeeine Heilige Messe anlässlich des fünften Jahrestages der Neu-Weihung wegenBauarbeiten stattfand. Selbstverständlich mit einer Prozession und allem, was sonstnoch dazugehört! Die emporstrebende Bauweise des Doms, die unwirtliche Beleuchtung,die Menschenmassen und der Gesang ließen eine unbeschreibliche Atmosphäre entstehen,die den imposanten Eindruck des Doms noch zusätzlich verstärkten! (Der Dom ist nachSt. Peter der zweitgrößte Kirchenraum Italiens).

 

Im Anschluss an die Messe besichtigten wir noch die Einkaufspassage, in derallerdings bereits alles geschlossen und die Ruhe eingekehrt war. Daher ging es dannmit der Metro wieder zurück zur JH, wo wir einen Tramper aus Hannover trafen, der imersten Semester Jura studierte, und bereits jetzt so gestresst war, dass erkurzerhand Urlaub machen musste. Jetzt hatte er erst einmal Geld von seinen Elterngeordert. Außerdem wollte er sich einen Designer-Mantel kaufen, denn ein Anzug istimmer nur so gut, wie der dazugehörige Mantel! Ah ja – nun sind wir aufgeklärt.

 

Nachdem sich Daniel dann noch kurz mit einem Spanier unterhalten hatte, der derMeinung war, dass die JH in Rom ausgebucht sei, hieß es dann www.ab-ins-bett.de

 

 

 

Dienstag, 14. März 2000

 

Wir verabschiedeten uns von Milano und machten uns auf den Weg nach Genova. Da wirja lernfähig sind nahmen wir zum Herausfahren aus Milano diesmal gleich diePeripherie, so dass wir in Rekordzeit aus der Stadt herausfanden! Der Weg führte unsendlich mal wieder durch die Berge. Leider waren wir aber von der StreckeFirenze-Ravenna so verwöhnt, dass sie uns gar nicht sooo schön vorkam.

 

Wenn man von einer großen Stadt zur anderen fährt, dann ist es recht einfach, nachVerkehrsschilder zu fahren. Jedoch waren irgendwann alle Schilder nach Genovaverschwunden. Die Verzweiflung kroch aus ihrem Versteck und machte sich breit,nachdem wir bereits drei Mal an der selben Stelle vorbeigefahren waren. Der Zufallist schon ein verwegener Kerl, und so kam es auch, dass der Bereich, dem wir geradebefuhren, genau auf dem Knick der Karte lag, so dass wir uns auch nicht rechtorientieren konnten.

 

Um wieder etwas den Überblick gewinnen zu können, fuhren wir nach oben, den Berghinauf. Oh, da war gerade ein Ortsschild! Es wird doch nicht etwa… Es war dasOrtsausgangsschild von Genova! Wir waren scheinbar in einem Vorort gelandet! DiesesIntermezzo kostete uns über eineinhalb Stunden! Der etwas ältere Herr, den wireigentlich nach dem Weg fragen wollten, interessierte sich mehr für die BMW, als fürunser Problem. Jedes dritte Wort von ihm war dann auch „bella!“. Es stellte sichheraus, dass wir noch etwa 20 km weiter fahren mussten, bis wir das eigentlicheGenova erreichten.

 

Die JH zu finden war dann aber dank der guten Beschilderung auch kein weiteresProblem mehr. Allerdings ging es stetig und steil bergauf! Unvorstellbar, dassandere Leute diese Strecke mit Rucksack und zu Fuß zurückgelegt hatten. Da die JHwie üblich noch geschlossen hatte, hielten wir zunächst unsere Brotzeit am steilenBerghang ab. Als sich die anfangs zaghaften Rauchwolken weiter hinten zusehendsverdichteten, mussten wir unsere Theorie von der Dampflok zu Gunsten der desBuschbrandes aufgeben. Italienische Feuerwehrhubschrauber begnügten sich allerdingslediglich mit der Beobachtung des Brandes, anstatt ihn zu bekämpfen – andere Länder,andere Sitten.

 

Ein weiterer Vorteil dieser JH war der eingezäunte Parkplatz. Nicht umsonst hatGenova die beste Wertung bekommen! Nach dem einchecken – wir hatten wieder einDoppelzimmer (aus Padova telefonisch vorbestellt) – fuhren wir mit dem Bus runter indie Stadt. Diese Busfahrt entpuppte sich zur reinsten Horrortour. DieGeschwindigkeit, mit der der Bus die Serpentinen ohne Rücksicht auf andereVerkehrsteilnehmer herunterraste, war atemberaubend. Aber wie durch ein Wunderüberlebten wir diese Fahrt und waren heilfroh, als wir wieder aussteigen durften.

 

Wir kauften etwas Joghurt und noch so dies und das ein, bummelten durch die Gegendauf der Suche nach einer Pizzeria. Schließlich wurden wir auch fündig. Das besonderedaran war, dass man ein beliebig großes Stück verkonsumieren konnte, wobei sich derPreis nach dem Gewicht festgelegt wird! Die Pizza sucht man aus einem großen Büffetvorgebackener Pizzen aus und bekommt sie dann frisch aus dem Ofen. Abgerechnet wirdübrigens in „hg“. Wir wählten Schinken, Spinat, Käse und Aubergienen. Prädikat:sehr empfehlenswert! Als Nachtisch wollten wir uns noch ein Eis gönnen, was abermangels einer stilgerechten Eisdiele scheiterte.

 

Daher fuhren wir wieder mit dem Bus zurück zur JH. Besonders bemerkenswert ist dierege Anteilnahme, mit der sich die Einheimischen um die Gäste der JH kümmern: Wirwurden mehrfach darauf hingewiesen, an welcher Bushaltestelle wir aussteigenmussten, um zum „Ostello“ zu gelangen. Dieser turbulente Tag endete dann auchbereits gegen halb Zehn…

 

 

 

Mittwoch, 15. März 2000

 

Irgendwie wollte der Tag nicht so recht in Schwung kommen: 10 °C und Nebel. Kann mandem Tag auch nicht verübeln – uns ging es nicht anders. Aber als wir die JH dannverlassen haben, hat sich das Wetter dann doch entschieden, uns seine Sonnenseite zuzeigen; und das bei satten 20 °C!

 

Nachdem wir unsere Reservierung nach Lucca gefaxt hatten (kein Wunder, dass das vonDeutschland nicht geklappt hat, denn man muss dem Kerl am anderen Ende Leitungsagen, dass gleich ein Fax kommt!), erklommen wir den Berg, um eine der unzähligenBurgen zu besichtigen, die oberhalb von Genova thronten. Das Schicksal wollte esaber leider so, dass die Burg, die wir uns aussuchten, geschlossen war, bzw. durchdiverse Kameras und einem Hund bewacht wurde. Wir traten den Rückzug an, und begabenuns zum Sightseeing in die Stadt – mit dem Bus, der uns direkt vor dem Bahnhof ander Piazza G. Verdi aussetzte.

 

Übrigens scheint es auch in Genova Obdachlose zu geben, die zuvor jahrelang inDeutschland gelebt haben. Unter strikter Beibehaltung der Reiseroute von Danielbesichtigten wir alles Wichtige: Wir durchquerten den Triumphbogen Arco die Cadutiund erklommen die Scalinata al Milite Ignoto. Etwas erschöpft genossen wir dieherrliche Sicht auf Genua. Der Weg führte uns weiter über eine höhergelegene Straßemit gutem Überblick über den Hafen. In die Renaissancekirche Santa Maria Assunta inCarignano erhielten wir nur einen sehr kurzen Einblick, da sie für die Mittagspausegeschlossen wurde. Dankeschön. Nach einer kurzen Fotosession auf der Piaaza Dantedurchquerten wir die gotische Porta Soprana und marschierten direkt zum Zentrumzwischen Altstadt und moderner Start der Piazza de Ferrari. Angetan vom riesigenBrunnen und der dreidimensional gemalten Fassade Palazzo Ducale setzten wir unserenWeg fort zum Dom San Lorenzo. Von San Lorenzo war es eigentlich unmöglich, Fotos zumachen, da der Platz davor viel zu klein war. So begnügte Daniel sich mit demunteren Teil, während Dirk die obere Hälfte ablichtete. Der Innenraum war durchausein Blick wert. Auf heftigen Umwegen (dummerweise hatte Daniel die Karte Dirkgegeben) gelangten wir dann doch noch zum Torre degli Embriaci, dem wir allerdingsnur einen flüchtigen Blick gönnten um unsere Tour auf Irrwegen durch eigentlichgeschlossenes Hafenterrain bis zum Grande Bigo fortzusetzen.

 

Dort, am alten Hafen, machten wir schließlich Mittagspause und grübelten bei Kräckermit Krümelkäse und Thunfisch, O(bst)-Saft und Obst über die Mission der 60m hohenKonstruktion nach Art eines Schiffladebaums mit Panoramaaufzug (für einen gutenÜberblick ist der viel zu niedrig) dem Grande Bigo. Anschließend genossen wir einsehr schokoladiges Schokoladeneis, das Dirk anlässlich seiner 11111 km ausgegebenhat.

 

Wir besichtigten die neu errichteten Freizeitanlagen im antiken Hafen – besondersdie Toiletten. Dort war man auf unser Kommen eingerichtet und hatte die blaueBeleuchtung gegen Fixer eingeschaltet. Der Spaziergang durch den Hafen (vorbei anniedliche kleinen schneeweißen Jachten) endete schließlich auf einem blauen Schiff,welches absolut keine Relativbewegung zum Kai aufwies! Dort wurde zunächst einmaleine kleine Siesta gehalten. Anschließend ließen wir uns die Sonne auf den Rückenscheinen, um ein paar Karten zu schreiben…

 

Das Aquarium viel wegen der horrenden Eintrittspreise der Haushaltssperre zum Opfer.

 

Wir besichtigten das Schiff Neptun. Der Spanier aus Milano war der Meinung, dass essich dabei um ein Schiff aus der Flotte von dem in Genova geborenen Kolumbushandele. Eine sehr fragwürdige Auskunft, die sich am Schiff dann von selbsterledigte: Es war extra für irgend einen Film gebaut und nun ausrangiert worden. Obsich die 10 kL Eintritt hier gelohnt haben sei mal dahin gestellt.

 

So machten wir uns auf den Weg vorbei an der Universität, diversen villenartigenGebäuden und der Stazione Prinzipe zur Via Di Pré. Vom Baedeker in den höchstenTönen gelobt. Wir allerdings waren froh, als wir diese enge (und trotzSonnenhöchststandes) finstere Gasse hinter uns lassen konnten. Zu der Dunkelheittrugen aber vielleicht auch die vielen dunklen Gestalten bei, die dort ohnescheinbare Mission herumstanden…

 

Wir bummelten weiter in Richtung Via Garibaldi. Dort fanden wir die luxuriösesteGarage von ganz Italien: Alle Wände waren mit unzähligen Fresken bemalt! Sie gehörteder Deutschen Bank! Nachdem wir noch den Joghurt für den nächsten Morgen eingekaufthatten, machten wir uns mit dem Bus wieder auf zur JH. Zum katastrophalen Fahrstilkam noch eine defekte Federung und die Tatsache, dass der Busfahrer vergaß, die Türzu schließen!

 

Abends haben wir dann ganz oben am Berg in einem kleinen Restaurant gegessen. Leidergab es lediglich Pizza zum essen. Und Pizza Pesto ist nicht unbedingt jedermannSache… Aber dafür gab es eine Flasche Lambrusco dazu! Der Tag endete schließlichum Zehn Uhr in unserem Einzelzimmer.

 

 

 

Donnerstag, 16. März 2000

 

Der kühle Start in den Tag wiederholte sich auch an diesem Morgen. Jedoch musste derNebel seinem Vetter Wind weichen. Aber vielleicht war es auch nur so kühl, weil wirso unerhört früh aufgestanden sind. Immerhin stand vorne eine sieben!

 

Nach dem Frühstück (welches übrigens zwei Tassen Getränk und die Füllung derThermokanne beinhaltete – welch ein Luxus), machten wir uns auf dem Weg entlang derItalienischen Riviera-Küste auf nach Lucca. Wir verließen die Stadt ohne Problemeund kurvten entlang der wunderbar gewundenen Küstenstraße erst west- und dannsüdwärts. Auf der einen Seite ging die Steilküste nahezu senkrecht nach unten, undauf der anderen Seite steil den Berg hinauf. Blaues Wasser zu unser Rechten, Pinienzur Linken und blauer Himmel mit herrlichem Sonnenschein über uns! Einfach genial!Es erwies sich als Vorteil, dass die Autobahn nicht unweit parallel zu unsererStraße verlief, denn so war hier nichts los!

 

Bei Santa Margarita nahmen wir versehentlich die falsche Ausfahrt. Jedoch wurdeunser Irrtum sofort belohnt: wir landeten in einem malerischen kleinen Küstendorf!Die SS1 gab für uns wirklich alles! Angefangen mit einem Super-Riesenslalom bis hinzu schönen Serpentinen… Diese Strecke machte Firenze-Ravenna durchaus Konkurrenz!

 

Mittag unter Palmen gab es in La Spezia. Ausgiebigst genossen wir die Sonne, dasMeer und die Palmen! Es gab unter anderem Würstchen und Thunfisch… Als wirweiterfahren wollten hatten es die Italiener geschafft: Sie hatten unsere Motorräderzugeparkt! Besonders einfach ist so etwas nicht gerade. So kam es, dass wir zunächsteinmal einen Roller zur Seite tragen mussten, um weiterfahren zu können. Die Kurvenwaren zu Ende gegangen – leider. Dafür standen wir dann über 15 Minuten kurz hinterMassa (hier wird der Marmor abgebaut) vor einer geschlossenen Schranke, nur um 4 (inWorten VIER) Züge durchzulassen. Es folgten noch ein paar Kurven, die jedoch wegender vielen Autos nicht so richtig die propagierte Freude am Fahren aufkommen ließen.Von Vorteil war auf dieser Strecke aber, dass jede Spitzkehre nummeriert war. Welchein Luxus!

 

Die JH in Lucca haben wir fast auf Anhieb gefunden! Leider ist die Beschilderungimmer etwas lückenhaft. Der Herbergsvater erinnerte in seinem Anzug doch etwas aneinen Mafiaboss. Seine Kleiderordnung war fest vorgeschrieben: Morgens sportlich imTrainingsanzug und Polohemd, mittags beschäftigt im Blaumann und Abends wichtig imbesagten Anzug! Aufgrund unserer knappen Barschaft konnten wir leider nur eineAnzahlung leisten, was für ihn aber durchaus in Ordnung war. Unsere Papiereübergaben wir ihm, damit er sie (hoffentlich) in einen Safe legte. Die Bettwäschewar die übliche Tischwäsche. Allerdings nicht aus kochfester Baumwolle, sondern mitbuntem Blümchenmuster und interessanter Geruchsnote…

 

Wenn der Weg in die Stadt nicht entlang einer stark befahrenen Straße ohne Fußweggelegen hätte, wäre er fast akzeptabel gewesen. Auf der Suche nach einem Supermarktlandeten wir zunächst bei einem Großhändler, der uns (wegen Dirk’s profundenItalienischkenntnissen mehr Daniel) dann jedoch den richtigen Weg zeigte. Nach demEinkaufen ging es ab in die Altstadt, hindurch durch die berühmte Stadtmauer! DerBummel durch die Stadt führte uns an einer Gelateria vorbei, an der wir nichtwiderstehen konnten. Schließlich fanden wir nach langer Suche auch noch einenVisa-Plus-Automaten, so dass die Bargeldfrage auch wieder geklärt war.

 

Wir bequemten uns auf die Stadtmauer, tranken etwas Tee, testeten dieLangzeit-Blitz-Kombination der Olympus und genossen ein paar Feudatten. Nachdem wirdurch die Stadtmauer geirrt waren, stand dem Heimweg nichts mehr im Wege. In der JHwartete eine achte deutsche Schulklasse. Das versprach ja eine heitere Nacht zuwerden. Unser Abendessen nahmen wir unter den neidischen Augen der Kids ein. Diewaren dann aber zusehends mit sich selbst beschäftigt, da eine Mitschülerin wohl zutief ins Glas geschaut hatte. (Es stellte sich hinterher heraus, dass sie nur einPaar Schluck Rotwein getrunken hatte, aber das zum ersten Mal und auf nüchternemMagen!) Die Kiddies versuchten dieses kleine Malheur so gut zu vertuschen, dass dieLehrerin zwangsläufig Verdacht schöpfen musste… Für den unbeteiligten Voyeur einetolle Show!

 

Nach einem kleinen Schwatz mit einem asiatischen Pärchen ging es dann ins Bett. Dortkonnte man dann im Liegen seine Füße sehen. Nicht, weil diese so lang waren, sondernweil die Betten so durchgelegen waren.

 

 

 

Freitag, 17. März 2000

 

Nach einer recht schnarchigen Nacht fielen wir schon um 7.15 Uhr aus den Betten. DieHerrschaften mit einer Aussprache, die an etwa 3 Promille erinnert hatten bereits um6 Uhr lautstark das Zimmer verlassen. Später stellte sich heraus, dass es Sizilianerwaren, die hier zum Arbeiten weilten. Wenn alle Sizilianer so sprechen, dann stehtschon einmal fest, welchen Ort wir beim nächsten Urlaub aussparen können.

 

Das Duschen wurde zum Problem: Zum einen ließ sich das Fenster nicht schließen undzum anderen kam kaum Wasser aus der verkalkten Brause. Ersteres ließ sich nichtreparieren, aber letzteres lösten wir durch Abschrauben der Brause. Wozu ist manschließlich Ingenieur? Allerdings vergaßen wir hinterher die Dinger wieder zumontieren….

 

Ein kurzes Gespräch mit dem Klassenlehrer ergab, dass sie hier ihre Partnerschulebesuchten, und dass im Sommer die neue JH in der Altstadt öffnen sollte – und wiederwaren wir zu früh dran! Beim bezahlen des Zimmers schafften wir dann das, was wir inPadova nicht erreicht haben: Wir bekamen einen italienischen JH-Führer! Geschenkt!Allerdings brauchten wir diesen ab jetzt auch nicht mehr und er enthielt auch nurdie JH’s, die auch im Internationalen Führer verzeichnet waren.

 

Es ging auf zum Bahnhof und dann nach Pisa. Fast wären wir nicht in den Zugeingestiegen, da die Anzeige doch mehr als verwirrend war. Außerdem sind wir beinaheeine Station zu früh ausgestiegen. In Pisa angekommen steuerten wir zunächst einmaldie Touri-Info an, und besorgten uns einen Stadtplan, auf dem wir unseren Rundwegplanten. Während des Rundganges stellte sich heraus, dass eigentlich alle Kirchen(noch oder schon) geschlossen hatten. Mit Ausnahme des Doms.

 

Doch zunächst lag die Festung noch auf dem Wege. Dass die auch geschlossen war,wunderte uns dann auch nicht mehr. Wenigstens waren die botanischen Gärten der Unigeöffnet! Dort bestaunten wir erst einmal alle möglichen Pflanzen, die es eigentlichauch hier gibt; mit dem einzigen Unterschied, dass sie in Italien wie Unkrautwuchsen!

 

Nachdem wir die Rettungsversuche des Turmes studiert hatten (seit wann ist denn derCampanile ein Weltwunder???), wollten wir den Dom besichtigen. Dort wurden wir danninformiert, dass man aufgrund der ausbleibenden Einnahmen durch den Turm gezwungenwar, Eintritt für die Kirche zu nehmen. Besonders abstoßend waren im Dom die nichtganz unauffällig montierten Lüftungsschächte!

 

Der Hunger trieb uns auf die lange Suche nach einer kleinen Trattoria in der mannicht von vergoldeten Tellern essen mußte. Wir fanden sogar das Restaurant vondamals, jedoch scheiterte der Besuch daran, dass wir die Speisekarte nichtentziffern konnten. Schließlich landeten wir dann in einer Pizzeria. Nach Thunfischund Pilzen rundeten wir das Essen mit einem kleinen Cappuccino am Arno ab. Und dannnoch ein kleines Gelatto…

 

Und weiter ging es mit Sightseeing: Die Scuola am Palazzo die Cavalieri durftenatürlich nicht fehlen. Da sich die Wolken entgegen unserer Annahme doch nichtverzogen hatten, marschierten wir ins Museum, welches einen ganz besonderen Blickauf den Campanile versprach. (Unsere heutige Spenderlaune erlaubte sogar noch einenluxoriösen Eintritt in das Museo dell‘ Opera del Duomo.) Doch zunächst bewundertenwir diverse Holzmodelle der Anlage, die mal wieder den Schluss nahelegten, dass dieLeute damals einfach zu viel Zeit hatten… Im obersten Stockwerk wollte Dirk nochschnell ein Foto vom Campanile schießen, da wir ja eh nicht höher kommen. Leider wardie Scheibe super dreckig! Aber egal. Nachdem wir um die Ecke gebogen sind, standenwir auf einem riesigen Balkon mit besten Blick auf das Wahrzeichen der Stadt.Rubrik: Tja, dumm gelaufen!

 

Hier im Museum mussten wir erneut feststellen, dass die Italiener ein gestörtesVerhältnis zu toten haben: Schon in Lucca haben sie einen Heiligen aus seinerVersenkung geholt, um ihn auszustellen. Hier im Museum hat man nun die Hand vonirgendwelchen Berühmtheiten konserviert und ausgestellt. Die spinnen, die Italiener!Aber die Krönung sollte uns in Siena in San Domenico noch vom Hocker holen….

 

Wir setzten uns an den Dom, um ein paar Postkarten zu schreiben. Begleitet wurdenwir dabei mit schöner Gitarrenmusik… Beim Einkaufen gelang uns ein Coup: Wirkauften den Leonardo Chianti! Leider nur eine Flasche. Unnötig zu sagen, dass wirihn später nirgendwo mehr fanden! Nachdem wir den Supermarkt verlassen hatten,drohte der Sonnenuntergang ohne uns stattzufinden. Leider waren wir dann auch zuspät dran. Frustriert machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um festzustellen, dasswir den Zug nur um wenige Minuten verpasst hatten. Daher machten wir einenZwangs-Spaziergang, den wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit mit einem kleinenEndspurt beendeten.

 

Während der Heimfahrt wurde dann diskutiert, wessen Kleidung nun passender gewesenist: Dirks T-Shirt-Jacken-Kombination oder Daniel mit seinem Pullover. Man kam zukeinem Ergebnis. Wieder in der JH angekommen verkonsumierten wir den Leonardo-Weinaus der Thermoskanne, um keinen Verdacht bei den Kids zu wecken, die ohnehin beiunserem spartanischen Essen ganz schwach wurden – aber scheinbar bekamen sie nochweniger. Außerdem gönnten wir uns noch einen frischen Salat mit einer fertigenPepperoni-Sauce. Milde ausgedrückt war der Salat sehr pikant gewürzt. Hinterherstellten wir dann auch fest, woran es lag: Die Sauce war für 20 Portionen gedacht!20 auf einen Streich muss uns erst mal jemand nachmachen!

 

Die Gespräche des Abends mit den Kiddies drehten sich um ihre diversen Probleme:Künstliche Fingernägel, die nicht mehr zu entfernen waren, da das Geld für denEntferner fehlte oder Kreislauftropfen zum Aufputschen, die in dreifacher Dosiseingenommen wurden… Das Niveau änderte sich, als die jüngere Bevölkerung ins Bettging, und die Lehrer zurückblieben. Der Chef der Bande meinte nur, das seiangebohrener Altersschwachsinn, aber das wachse wieder raus – Gott sei Dank! Esfolgte eine gemütliche Runde beim Mafia-Boss in der Bar mit den Lehrern und denSizilianern…

 

 

 

Samstag, 18. März 2000

 

Aufgrund der „defekten“ Dusche verzichtete Daniel aufs Duschen und begnügte sichmit einer Katzenwäsche. Das Frühstücksgespräch ergab, dass die Schulklasse aus Unna(Daniel hatte das schon an den Hausschuhen erkannt) war, und am nächsten Morgenabreisen würde. Das würde uns wohl eine aufregende Nacht bescheren…

 

Wir marschierten wieder mal in die Stadt. Der Weg dorthin war nicht zu lang, er ließsich in einer halben bis dreiviertel Stunde bewältigen. Das Problem war vielmehr,dass er an einer Ausfallstraße entlangführte und keinen Bürgersteig besaß.

 

Die höchste Priorität hatte zunächst die Unterkunftssuche in Grosseto. Dahersteuerten wir ein Reisebüro an, welches aber nur bedauerte, dass sie keineHotelbuchungen vornahmen, sondern lediglich Pauschalreisen anboten. Das selbeSchicksaal ereilte uns dann auch im zweiten Reisebüro. Daher bemühten wir danach dieTouri-Info. Allerdings muss unser Wunsch nach einer Hotelliste von Grosseto dochwohl etwas ungewöhnlich gewesen sein. Auf jeden Fall lebte die Touri-Info plötzlichauf, als hätte man einen Stock in ein Bienennest gesteckt.

 

Nach einer doch recht lange Suche förderte die Chefin schließlich ein doch rechtverstaubtes und auch schon etwas älteres Exemplar zu Tage. Wir schrieben uns einpaar Telefonnummern heraus, und zogen dankend wieder von dannen. Die Telefonierereigestaltete sich etwas schwierig, da sie ausschließlich auf italienisch geführtwurde. Die erste Hälfte der Hotels hatte noch geschlossen. Die zweite Hälfte nochnicht geöffnet und die dritte war nicht mehr unter dieser Nummer zu erreichen. DasErgebnis nach einer halben Telefonkarte war also nicht gerade besonders prickelnd.In diesem Augenblick entschieden wir uns, einen kleinen High-Speed-Teil in unsereTour einzubauen und einfach einen Tag weg zu rationalisieren.

 

Die Pflicht war erledigt, jetzt kam die Kür. Lucca. Der Vormittag war nun auch schonfast rum, so dass wir zunächst zum Einkaufen gingen. Auf dem Weg dorthin kauften wirin einem Gesundheits-Süssigkeiten-Laden eine Schokolade ohne Zucker (knapp 100g fürDM 4,60 – man gönnt…). Dann folgte das Mittagessen im strahlenden Sonnenschein aufder Stadtmauer. Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit den hiesigen Salatsoßenwagten wir etwas alt vertrautes in einer neuen Kombination: gemischter Salat mitPesto! Verglichen mit Spaghetti al Pesto ist dies hier natürlich konkurrenzlosschlecht, aber man muss sagen, dass diese Kombination nicht zu verachten ist! Esfolgte ein etwas längeres Mittagsschläfchen…

 

Und dann war endlich Sightseeing angesagt: Der Dom S. Martino stand natürlich aufdem Programm. Davor war gerade ein Markt aufgebaut worden, auf dem alles verkauftwurde, was antik war, oder diesen Anschein erweckte… Was ist noch zum Dom zusagen? Schön, weiß, sonst nichts!

 

Eine Attraktion von Lucca ist der Turm mit den Bäumen drauf: Torre Guinigi Die Sucheverlief im ersten Anlauf nicht besonders geplant, so dass wir auch prompt am Eingangvorbeiliefen… Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass wir Studentenrabatt bekommenhaben, obwohl ausschließlich Daniel seinen (normalen, und nicht internationalen)Studentenausweis vorlegen konnte. Nachdem wir den gar nicht so niedrigen Turm (44 m)nun endlich erklommen hatten, wurde uns eine akzeptable Aussicht über Lucca geboten.Lediglich die Arena Piazza diel Mercato oder Piazza Anfiteatro (das ehemaligerömische Amphitheater) entdeckten wir nicht so ganz auf Anhieb; es lag irgendwieversteckt. wir ahnten nicht, dass der Platz aus einer dreistöckigen Häuserwandbegrenzt war. Und wenn das mollige Ehepaar oben auf dem Turm zwischen den Bäumennicht ihr Picknick gemacht hätte, dann hätte man sicherlich auch noch etwas Platzzum Herumgehen gehabt. Daher ging es wieder abwärts.

 

Auf direktem Weg suchten wir das ehemalige Amphiteater auf um dort unseren teuerstenCappuccino des Urlaubs zu genießen. Aber der Flair-Zuschlag war durchausberechtigt!!!

 

Die Kirche San Mattheo: Nicht nur, dass diese Kirche als einige der wenigen nichtüber elektrische Kerzen verfügte, nein, es wurde uns drinnen auch noch einherrliches Orgelspiel geboten! Daher genossen wir mal wieder etwas die Atmosphäre.

 

Es ging weiter zur Piazza Napoleon. Diese war aber wegen Bauarbeiten fast vollkommengesperrt. Wir konnten uns lediglich auf Zeichnungen anschauen, wie es dort inZukunft hoffentlich mal ausschauen wird. Eigentlich wollten sie ja zu Beginn derSaison fertig sein, aber dann sollten sich die Herrschaften mal ganz schön spurten!

 

Wie setzten unsere Sightseeing-Tour fort und suchten den Platz der neuen JH. Dabeisahen wir so ganz zufällig die Kirche San Michele in Foro und endeten an den PfannerGärten (nur von außen besichtigt). Auf der Stadtmauer genossen wir denSonnenuntergang und bummelten auf der selbigen zum altbekannten Supermercato.

 

Da sich der Tag dem Ende neigte, besorgten wir noch schnell unsere nötigen siebenSachen, die wir für das Wochenende benötigen werden. Ein Vorteil der mediterranenLänder ist immerhin, dass die Läden bis mindestens 21.00 Uhr geöffnet haben. AuchSamstags. Dafür haben sie Mittwoch Nachmittag geschlossen.

 

Zu Fuß ging es mal wieder zurück zur JH. Nachdem wir unsere Sachen mehr oder wenigerverstaut hatten, hatten wir uns endlich unser Abendessen verdient! Endlich mal Ruhebeim Abendessen!!! Herrlich! Aber gefehlt hat uns die Rasselbande doch etwas. Wircheckten noch am selben Abend aus, um morgen die Startzeit möglichst kurz zu halten.Wir verkrümelten uns bereits um 22.00 Uhr, da wir morgen ja weit und tief fliegensollten…

 

Unnötig zu erwähnen, dass eine Stunde später unsere sizilianischen „Gäste“ lärmenderWeise hereinkamen!

 

 

 

Sonntag, 19. März 2000

 

Da es das Frühstück erst um 8.00 Uhr gab, uns das aber zu spät war, beschlossen wir,früher aufzustehen, und mit leerem Magen die Motorräder zu packen. Um jedoch ersteinmal richtig wach zu werden genossen wir noch ein letztes Mal die zugige Dusche.

 

Nachdem wir alles verstaut hatten, warteten wir oben am Essensaal auf das Frühstück.Vergeblich. Nach etwa 10 Minuten stellte sich heraus, dass der Chef das Frühstückunten im Bistro angerichtet hat, da nur noch sehr wenig Leute im Hause waren. Dashätte er uns ja auch mal sagen können. Schließlich verließen wir die JH um 8.40 Uhrin Richtung Rom. Bei etwa 13°C war es recht wolkig. Wir verabschiedeten uns von derStadt des Pinocchio (den Besuch hier bereuten wir zu keinem Zeitpunkt – außer in derJH – obwohl wir bemerken durften, daß auch in Pisa eine JH war) und gönnten einenletzter Blick auf Pisa und den Schiefen Turm von der Straße aus.

 

Im Tiefflug ging es über die SS1 gen Süden. Die Funkverbindung haben wir schon nachkurzer Zeit aufgegeben, da man aufgrund der Windgeräusche ohnehin nichts verstehenkonnte. Unterwegs mussten wir kurz das Gepäck nachspannen. Diese Pause nutzen wirauch noch für diverse andere Kleinigkeiten.

 

Eine weitere kurze Pause legten wir ein, um die BMW etwas zu ölen. Besser ist dasbei diesem Tempo!

 

Das Schicksal ereilte uns dann aber doch, und es fing an, zu regnen! also noch einkurzer Stop, damit Daniel sich seine Regenschuhe anziehen konnte. Und, wie mansieht, haben auch andere diese Probleme… Zu unserem Glück blieb es aber nur beieiner leeren Drohung des Wetters, so dass schon nach kurzer Zeit wieder die Sonneheraus kam.

 

Diese ewige Raserei macht sich nicht nur dadurch bemerkbar, dass man schnell von Anach B kommt, sondern auch dadurch, dass man zwischen A und B öfter tanken muss, alsnormalerweise. Hinzu kommt, dass Sonntag war, und zwischen A und B nur Tankstellenmit Geldautomat waren. Nach der dritten verwaisten Tanke gaben wir auf, und fügtenuns unserem Schicksaal: Mit den wenigen passenden Scheinen, die wir hatten,fütterten wir die Maschine, und entlockten ihr jeweils eine halbe Tankfüllung. Mehr“Kleingeld“ hatten wir nicht.

 

Um 14.00 Uhr erreichten wir Rom. Diese ganze (Tor)Tour war ja nur entstanden, da derSpanier in Genova gesagt hat, dass man in Rom kein Zimmer mehr bekommt, und dass wirja früh dort sein sollten. Leider hatten wir keinen Stadtplan zur Hand, und mit demAnhalten ist es auf einer vierspurigen Straße auch nicht so einfach. An der rotenAmpel sollte man beim Halten auf den Hintermann achten, der könnte nämlich noch ebenmal überholen. Und im Gedränge auf vier- oder fünfspurigen Straßen drücken dieRollerfahrer solange an unseren Gepäcksäcken, bis sie genug Platz zum Durchfahrenhaben. So sahen unsere ersten Eindrücke vom römischen Verkehr aus.

 

Also fuhren wir frei „nach Schnauze“ und erreichten tatsächlich das Olympia-Gelände,wo auch die JH sein sollte. Im Stadion schien gerade ein Fußballspiel zu beginnen -anders konnten wir uns diese Menschenmassen nicht erklären, die an uns vorbeiströmten.

 

Wir drehten um und versuchten, zurück zu fahren. Dies war aber nicht möglich, datrotz roter Fußgängerampel immer noch Massen von Menschen über die Straße strömten.Aber wenn man etwas mit dem Gas spielt, dann kann man den Leuten schnell Respekteinflößen… Wir hielten in der nächsten Straße an, um einen Ordnungshüter zufragen. Auf Daniels Frage bekam er zur Antwort, dass die JH „dort“ sei (Er zeigte indie Richtung, aus der wir gekommen waren). Da dies nicht sein konnte, und diesvielleicht auf ein sprachliches Missverständnis zu führen war, wiederholte er dieFrage, und bekam die selbe Antwort. Es stellte sich heraus, dass wir bereits direktneben der JH standen! Bei unserer fast täglichen Suche kann man ja nicht ahnen, dasswir diesmal eine Punktlandung absolvierten!

 

Die Lage vor der Tür war in sofern prekär, da wir unsere Maschinen nicht unter alldiesen halb Verrückten stehen lassen wollten. Daher checkten wir einzeln ein.Übrigens bekamen wir ohne Probleme ein Bett. Und auch ein zweites! Allerdings ersteinmal für drei Tage. Maximaler Aufenthalt in italienischen JH: fünf Tage. Aber wirwollten doch eine Woche… Man wird sehen.

 

Unser mal wieder sehr verspätetes Mittagessen (man kann sich an allem gewöhnen)nahmen wir in der Cafeteria ein: es gab neben den üblichen vitaminreichen Sachenauch Ochsenwurst, wie wir mit Hilfe des teuren Wörterbuches herausfanden.

 

Nachdem wir uns restauriert hatten, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. wirsuchten die Spanische Treppe. Wir fanden auch eine, die der Beschreibung entsprach,jedoch anders hieß: Scalinata di Trinita dei Monti (klingt irgenwie gar nichtspanisch)! Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass es tatsächlich die SpanischeTreppe war. Da wir diese Information zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht hatten,zogen wir weiter zur Fontana di Trevi. Die fanden wir dann auch tatsächlich. Esherrschte reges Treiben. Sowohl von touristischer Seite, als auch von der Seite derfliegenden Händler. Von der letzten Sorte waren fast mehr da. Daher kam es, dass unsalle fünf Minuten irgend etwas angeboten wurde. Unter anderem auch die Smilies.Unnötig zu sagen, dass sie teurer und kleiner waren, als ihre Brüder in Venezia…

 

Ein Brautpaar näherte sich dem Brunnen, und die Menge machte respektvoll Platz. Nachein paar Fotos vor dem Brunnen zogen sie weiter, um kurz darauf vor denPolizeimotorrädern anzuhalten: Kurz darauf bestieg die Braut das Krad in vollerMontur…

 

Es begann zu tröpfeln. Die Fliegenden Händler reagierten mit einer unglaublichenGeschwindigkeit auf diese veränderte Situation, und boten nun Regenschirme an! Wirflüchteten uns in ein kleines Restaurant. Es lag etwas Abseits, so dass es wohlnicht besonders touristisch überlaufen sein sollte. War es dann auch nicht. Wirwaren allerdings etwas zu früh dran, um in Italien zu Abend zu essen, aber derRegen… und die Ruhe! Die Trattoria war durchaus in Ordnung, und so blieben wiretwas länger dort, als nötig. Der Regen wollte uns nun doch ärgern! Da die JH nichtewig geöffnet hat, mussten wir das schützende Gebäude doch verlassen, und durch denRegen stapfen…

 

Da unser Vorrat an Punktlandungen erschöpft war, dauerte der Heimweg auch noch etwaslänger. Dafür erwartete und dann eine wunderbar geheizte warme Dusche!Unvergleichlich mit der am Morgen!!

 

Spät fielen wir dann in die Betten, und wurden auch nicht mehr durch lärmendeMitbewohner geweckt…

 

 

 

Montag, 20. März 2000

 

Man konnte sich nicht dagegen wehren, dass man um kurz nach acht aufstehen muss.Diese blöden Frühstückszeiten! Aber wir gönnten uns ein Frühstücksei. Kalt und gegenAufpreis (4 Groschen)!

 

Man sollte ja eigentlich meinen, wenn es die ganze Nacht über geregnet hat, dassdann am Morgen nichts mehr zum Regnen übrig geblieben sein sollte. Wir wurden einesbesseren belehrt! So lernten wir eine Rostockerin kennen, mit der wir die nächstenpaar Stunden plaudernd in der Bar verbrachten. Nachdem wir diverse Kartengeschrieben hatten, entschieden wir uns trotz des Regens, in die Stadt zu fahren(!). Auch das nette Mädel schloss sich uns an – oder umgekerht, schließlich hattesie nach 7 Tagen Rom das notwendige know-how.

 

Das erste Ziel war der Bahnhof. Oder besser Termini. Und dort die Touri-Info. Malsehen, was die einem so über Rom erzählen. Einen schicken Stadtplan gab es vompraktischen Abreiß-Block. Ein paar Standard-Sehenswürdigkeiten wurden noch genannt,aber keine Insider-Tipps. Es war halt nur eine Touri-INFORMATION. Verabschiedetwurde man mit einem: „You are welcome!“ Das heißt ja eigentlich soviel wie „Gerngeschehen“. Das üben wir aber noch mal bis es im heiligen Jahr richtig los geht!

 

In der City angekommen spazierten wir einmal die Via del Corso hinunter: Romsberühmte Einkaufsmeile. In einem Anfall geistiger Umnachtung, und wahrscheinlichauch, weil das Wetter nicht besonders prickelnd war, gingen wir in ein recht edlesSchuhgeschäft. Dirk brauchte für die Hochzeit seiner Schwester noch ein Paaradäquate Schuhe. Warum keine italienischen? Außerdem war da ein echt klasse Angebotim Schaufenser ausgestellt. Mit 200 kL (von 395 kL runter) günstig und schick.

 

Wir betraten den Laden. In nassen Jeans, Regenjacke und mit Rucksack!Glücklicherweise sprach die Verkäuferin Englisch. Das sollte die ganze Prozedurvereinfachen. Wir suchen Schuhe für eine Hochzeit. Was zum Henker heißt Hochzeit aufEnglisch??? Nachdem wir auch diese Frage klären konnten, wurden die Schuhe gebracht.Echt Leder. Von Kamel! Schick waren sie ja, das kann man nicht anders sagen. Undnach ein paar Anläufen, hatten wir auch die passende Größe gefunden (man tastetesich hier in halben Größen an das Ziel heran). Nur passen weiße Tennissocken nichtso unbedingt dazu, so dass die Verkäuferin noch ein paar schwarze dünne Sockenorganisierte. Der Chef kam vorbei: „The first shoes of Italy!“ Nun, da mochte erzweifelsohne recht haben.

 

Was sollten die nun eigentlich kosten? Hoppla! 500 kL!! Da muss wohl einMissverständnis vorliegen!!! Scheinbar bezog sich das Preisschild auf ein anderesPaar Schuhe. Der Chef kam wieder vorbei: „The first shoes of Italy!“ Ja, das mag jasein, aber verdammt teuer! Die billigen wurden anprobiert. Na ja… Der Chef kamvorbei: „The first shoes of Italy!“ Und diese Schuhe würden ihm gar nicht stehen!Ja, aber die anderen sind so teuer! Na gut, die Verkäuferin gewährte uns 100 kLSkonto (das heißt dort wirklich so!). Aber über 400 DM ist immer noch zu teuer fürSchuhe, die man nie anzieht. Also noch einmal reinschlüpfen und wohlfühlen. Unnötigzu sagen, dass der Chef vorbeikam: „The first shoes of Italy!“ Ob man da nicht…?Er verschwand und kam mit einem Taschenrechner wieder. Nach einer kompliziertenRechnung standen dann noch 350 kL auf dem Display: 30 staunte nicht schlecht und war dann auch der Meinung: „The first shoes of Italy!“Und mehr würde der Chef auch nicht runtergehen wollen…

 

Nun denn, Dirk sagte „Ja“. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und es sind immerhinitalienische Schuhe: „The first shoes of Italy!“ Beim bezahlen (Kreditkarte macht’smöglich) sagte die Verkäuferin dann noch, dass das der Chef wahrscheinlich nurgemacht hatte, weil das Wetter so schlecht war… Nun, selbiges war in derZwischenzeit wieder akzeptabel, so dass wir mit neuen Schuhen (allerdings in derTüte) weiterziehen konnten. Übrigens gibt es für jeden Schuh einen eigenenSchon-Sack!

 

Es ging weiter zur Piazza Navona. Wir suchten mal wieder einen jener kleinenPizzageschäfte, in denen man die Pizza abwiegt. Wir wurden nicht fündig. Stattdessen landeten wir in einem sehr kleinen versteckten Restaurant. Pizza hatten sieleider nicht, dafür aber Spaghetti Carbonara und Petto di Pollo (Hähnchenbrust). DerKellner (es war der Chef) war ein italienischer Kellner, wie er im Buche steht: DasEssen wird einem lieblos auf den Tisch geknallt! Daniel mühte sich bei der Carbonaraetwas ab, da ihm nur Messer und Gabel zur Verfügung standen. Als dies der Chefmitbekommen hatte, wurde er ganz aufgeregt, und rief etwas laut durch das Lokal, waswir nicht verstanden, weil es viel zu schnell war. Als Daniel nicht reagierte, kamer angestürmt, nahm ihm das Messer weg und drückte ihm dafür einen Löffel in dieHand! Na bitte, so isst man Spaghetti!

 

Am Tresen lagen noch weitere Köstlichkeiten aus: gebackene Aubergienen-Streifen oderZucchini-Streifen. Ob man davon vielleicht etwas…? Klar konnte man! Self Service!Man bediente sich… Am Nachbartisch trafen wir dann noch ein Paar aus Hamburg,welches dieses Lokal zum Stamm-Restaurant erklärt hatte. Mit ihnen teilten wir dannauch noch die letzte Flasche Wein. Nachtisch? Na gut, warum nicht. Was gibt es denn?Dies und das und Obst. Oh, Obst! Was denn genau? Bis auf Ananas hat Daniel leidernichts verstanden, also bestellen wir zwei Portionen in der Annahme, dass es sich umDosen-Obst handelt. Daher vielen wir aus allen Wolken, als der Chef jedem von unseine viertel Ananas auf dem Tisch stellte, die fein säuberlich filetiert undanschließend wieder zusammengesetzt war. Donnerwetter! Auf die Details kommt es an -deshalb Stammlokal.

 

Herr Ober, wir möchten Zahlen! Klar. Fast hätte er die Weinflasche mit abgerechnet,die wir aus Hamburg bekommen hatten. Die Rechnung, die so nebenbei auf einen schonhäufiger genutzten Zettel geschmiert wurde, ergab 42 kL. Leider hatten wir es nichtpassend, so dass er uns dann nur 40 kL berechnete. Auch nicht schlecht! Dann fieleben das Trinkgeld höher aus…

 

Nach einem weiteren ausgedehnten und planlosen Stadtbummel (man muss sich ja erstmal einen Überblick verschaffen), traten wir wieder den Heimweg an. Diesmal auf deranderen Seite des Tiber. In der JH angekommen, tauschte Daniel zunächst das Bett. Esgab da mal wieder Leute, die sich nicht so recht mit Zahlen auskennen. Außerdemkommt man unten einfacher ins Bett rein. Nach einer kurzen Ruhephase (das positiveam schlechten Wetter) kamen die schriftlichen Verpflichtungen zum Zuge.

 

Es folgte die gar nicht so einfache Planung des nächsten Tages. Dann (das Wetterzeigte wieder eine etwas trockenere Seite) vertraten wir uns noch ein wenig die Füßeund besichtigten den Stadionkomplex. Am Tiber ging es zurück nach Haus.

 

Daran anschließend gab es ein Standard-Abendessen und schließlichMatratzenhorchdienst.

 

 

 

Dienstag, 21. März 2000

 

Beim Aufstehen stand mal wieder eine Sieben vorne. Dafür wurden wir auch von einerlachenden Sonne begrüßt! Nach dem Frühstück mit der Rostockerin stand das „HeiligeRom“ auf dem Programm. Mit anderen Worten, wir gingen zum Vatikan. Unterwegs kauftenwir auf dem Markt noch ein paar Bananen. Sie waren so günstig. Die schnelle Wiegungwar von einer schnellen Überschlagsrechnung gefolgt, so dass die Bananen imEndeffekt gar nicht mehr so billig waren!

 

Leider sind wir in die falsche Straße eingestochen, so dass wir nicht direkt an derPiazza San Pedro herauskamen, sondern lediglich vor der meterhohen Mauer desVatikans herausstachen. Aber da wir ja gut zu Fuß sind, war dieser kleine Umwegdurchaus zu verkraften. Gleich sollten größere folgen! An der Piazza San Pedroangekommen, mussten / wollten wir zunächst mal die Straße Via della Conciliazionewieder hinuntergehen, um noch ein Foto zu machen. Dabei streiften wir eine angeblichsehenswerte Kirche Santa Maria in Traspontina, die wir erst später besichtigenwollten. Unnötig zu sagen, dass sie dann geschlossen war!

 

Der Eintritt in den Petersdom wurde allerdings nur den von allen irdischen Lastenbefreiten Besuchern gewährt! Darauf gaben diverse freiwillige Aufpasser acht. Wirbetraten den Dom durch die heilige Tür! Diese ist nur in ganz besonderen heiligenJahren geöffnet, wobei allerdings keiner weiß, was denn ein heiliges Jahr ausmacht!Wie wir ja bereits in Padova festgestellt hatte, befanden wir uns in einem heiligenJahr, und so war die sonst zugemauerte (!!!) Tür passierbar.

 

Wir besichtigten den Dom. Groß war er. Und goldig. Besonders auffällig ist derPapstaltar in der Mitte des Domes. Sehr groß und imposant. An einer Stelle des Domesgab es eine riesige Schlange! Der Grund dafür war der Heilige Petrus aus Bronze: Ausunerfindlichen Gründen fassen alle Besucher den armen Kerl an die Füße! Daher sindseine Zehen auch schon fast komplett abgenutzt! Immer brav nach dem Motto: Ihr könntmich alle mal an die Füße fassen gönnten wir uns diesen Genuß nicht. Wirverzichteten darauf…

 

Statt dessen suchten wir nach dem Eingang zu den Katakomben. Er sollte – lautBaedecker – am Fuße der vorderen rechten Vierungssäule sein. Dem war offensichtlichnicht so! Wir fanden zumindest keinen. Also lauschten wir noch etwas der Andacht,die in einer kleinen Ecke gehalten wurde, bevor wir den Dom wieder verließen. Diesging eigenartigerweise nur durch die Tür des Todes!

 

Wir wollten hoch hinaus. Auf die Kuppel. Wir verzichteten auf den optionalenFahrstuhl, da man ohnehin das letzte Stück hätte zu Fuß gehen, 2 kL Aufpreis zahlenund in einer langen Schlange hätte warten müssen. 455 Stufen und 30 Minuten späterwaren wir oben. Eher als die, die an der Kasse noch hinter uns standen und dieStrapazen der Treppe scheuten…. Die Sicht war fantastisch! Und an dieser Stellerächte es sich, dass Daniel seinen Fotoapparat in der JH vergessen hatte: DieBatterie von Dirks Kamera war alle! Also nur zwei Fotos. Dafür eine ExtrarundePanorama!

 

Wieder unten angekommen, wurde Dirk erstmal zum Batteriekaufen abgestellt, währendDaniel auf der Piazza San Pedro ein paar Karten schrieb. Eigenartigerweise brauchendie Karten aus dem Vatikan – im Gegensatz zu denen aus dem übrigen Rom – nur zweiTage, bis sie an ihrem Ziel ankommen. Außerdem sind die Briefmarken im Vatikanschöner!

 

Wir gingen wieder außen um den Vatikan herum, da der Eingang zur SixtinischenKapelle, zum Museum und zu den Gärten an der Seite liegt. Der Garten ist nurVormittags begehbar und die Sixtinische Kapelle nur zusammen mit dem Museum zuerreichen und unerschwinglich teuer! Aber am letzten Sonntag im Monat gibt es imMuseum und er Kapelle freien Eintritt! Also hatten wir für das kommende Wochenendeauch schon einen Plan! Wir verschoben also Michelangelos Fingerzeig!

 

Wieder am Petersplatz angekommen, wollten wir noch einmal unser Glück mit denKatakomben versuchen. Und siehe da, mit Starthilfe der freiwilligen Helfer, gelanguns der Abstieg! Der Eingang war an der LINKEN Vierungssäule, und nicht an derrechten! Das Kapitel Vatikan rundeten wir mit einem Bild der Schweizer Garde ab -aber bitte nicht zu nahe treten.

 

Wir eilten weiter zur Engelsburg Castel Sant‘ Angelo, um die angeblich so tolleAussicht zu genießen! Trotz des hohen Eintrittspreises konnten wir die Burg nichtkaufen. Geboten wurde nicht so wahnsinnig viel. Aber immerhin sahen wir denPäpstlichen Fahrstuhl! Und dann noch viele Bilder und Reqiusiten. Schließlich nochdie Schatzkammer… Es stellte sich heraus, dass die wunderbare Aussicht gar nichtso wunderbar war, da die oberste Plattform zur Zeit noch nicht wieder begehbar ist.Blöde Vorsaison!

 

Über den Tiber ging es dann in die Altstadt in Richtung Piazza Navona. Unterwegswurden wir noch Zeugen eines italienischen Autounfalls. Selbst die Polizistenreagieren dabei mit mediterraner Gelassenheit. Es gab mal wieder Pizza nach Gewichtund Geschmack in zwei der hier zahlreich vertretenen Pizzarien.

 

Nächstes Ziel war die Piazza Campo dei Fiori. Unnötig zu sagen, dass derBlumenverkauf nur Vormittags stattfindet und nun total Tote Hose war… Daher ginges weiter zur Piazza Farnese mit dem gleichnamigen Palazzo darauf. Dort standen dannauch wieder diese überdimensionierten Badewannen, die früher tatsächlich als solchegenutzt wurden! Es folgte der Palazzo della Cancelleria und der Palazzo Spada. DieKunstausstellungen vielen mangels Interesse dem Rotstift zum Opfer. Vor der ChiesaSant Andrea mussten wir erst einmal warten, und unser Eis aufessen, das unsunterwegs einfach so zugefallen war. Die den Päpsten Pius II / III geweihte Kirchewar mal wieder mit elektrischen Kerzen ausgestattet! Ein Trend, der in Italienleider immer stärker wird.

 

Auf der Piazza Navona setzten wir uns an einen Brunnen und genossen ausgiebigst dasrege Treiben auf dem Platz und schauten den diversen Bildermalern über die Schulter.Weiter ging es zum Pantheon. Von Kaiser Hadrian erbaut ist er das best erhaltensteBauwerk der Antike und gilt mit seiner oben offenen Kuppel als Meisterwerkaltrömischer Baukunst! Leider wollte man uns dort aber nicht haben, da sie zeitigschließen wollten. Daher setzten wir uns davor auf die Treppe und machten Tea-Time -wenn das man nur nicht so kalt wäre.

 

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel fuhren wir per Bus zum Bahnhof, kauften imSupermarkt ein und fuhren heim. Nach dem Abendessen in der JH, welches wir untertausenden von kleinen italienischen Kindern verbrachten zogen wir uns schließlichzurück.

 

 

 

Mittwoch, 22. März 2000

 

Manchmal ist man echt froh, wenn die Nacht zu Ende geht! Eine Schnarchnase bei unsim Zimmer hat alles gegeben. Und hatte maximalen Erfolg: Es waren ALLE im Zimmerwach! Nachdem die ersten leisen Gespräche angefangen hatten (um die Schnarchnasenicht zu stören) wurde es Daniel schließlich zu bunt und intervenierte heftigst!Immerhin war so ein Teil der verbleibenden Nacht gesichert! Wenigstens muss man ihmzu Gute halten, dass er sich dafür am nächsten Tag dafür entschuldigt hat (auffranzösisch) und dann auch das Zimmer wechselte. Frühstück comme toujours.

 

Nachdem uns die Putzfrau aus dem Zimmer geworfen hat, blieb uns nichts anderesübrig, als in die City zu gehen. Zu erst besichtigten wir die Kirche Santa Maria delPopolo. Wir legten kurze Fotostops auf der Piazza Popolo, der Piazza Spagna (Essenverboten), am Mausoleo di Augusto und der Fontana di Trevi ein. Am Brunnen genossenwir die herrliche Frühlingssonne, aßen unsere vergoldeten Weintrauben und ließenunser Gruppenfoto von zwei deutschen Grazien schießen bevor wir über die PiazzaColonna zur Piazza di Monte Citorio gingen. Dort bestaunten wir einen Obelisk, derals Sonnenuhr dienen sollte. Allerdings war uns die Funktionsweise nicht gannz klar,denn wir fanden das Ziffernblatt nicht! Ein begeisterter Einheimischer, seinesZeichens Hobby-Astronom, klärte uns dann schließlich auf, dass es sich hierbeilediglich um einen Mittags-Indikator handelt, der das ganze Jahr über gültig ist.Wie praktisch, es war kurz vor 12 Uhr. Und so warteten wir das Naturschauspiel ab,was unaufhaltsam näherrückte. Wir erfuhren außerdem, dass der Obelisk auf demPetersplatz ebenfalls ein solcher Mittags-Indikator ist, und wir gestern ein nochgrößeres Schauspiel verpasst hatten: Die Tag-Nacht-Gleiche! Und wir waren da undwussten es nicht!

 

Es ging weiter zur Chiesa San Ignazio. Aber die wollten uns da nicht haben, siehatten zu. Dafür durften wir diesmal in Ruhe das Pantheon besichtigen.

 

Santa Maria in Minerva. Dort ist eine berühmte Frau aus Siena beerdigt. Der Sargwurde versiegelt und wird gerade restauriert! Am Lago di Torre Argentina(Ausgrabungsstädte vier republikanischer Tempel 3. Jh. v. Chr.) ging es vorbei zurPiazza Aracoeli. Es folgte ein kurzer Abstecher zum Monumento Nazionale a VittorioEmanuelle II. Das Nationaldenkmal wird von den Einheimischen auch manchmal als „DasGebiss aus der Zahnpasta-Reklame“ bezeichnet!

 

Wir erklommen einen der sieben Hügel von Rom: Monte Capitolino. Dort stand dieBasilika Santa Maria in Aracoeli (ital. zum Himmelsaltar). Die Besonderheit dieserKirche bestand in den 54 Kronleuchtern, die von der Decke hingen. Mal etwas anderes!In einer kleinen Nische war auch Il Santo Bambini di Jesu, jenem heiligen Jesuskind,an dem alle Kinder der Welt Dank- und Bittbriefe geschickt haben.

 

Es ging die endlos lange Treppe wieder runter, und die daneben, die von zwei antikenLöwen bewacht wurde, gleich wieder rauf. Wenn man nicht gewusst hätte, dass diezweite von Michelangelo gebaut wurde, so hätte man es auch nicht gemerkt. Wir warenauf dem Hügel Capitol. Noch einer von den sieben – es war der selbe und der kleinsteaber in der Antike der bedeutenste! Es eröffnete sich uns der Blick auf das AntikeRom. Aber das war heute noch nicht dran, daher nur kurz ein Schnappschuss. Auch vonden Gründern des selbigen mit der Wölfin.

 

Wir kraxelten wieder runter vom Hügel und gingen weiter zum Theatro di Marchello.Nothing Special. Außer vielleicht die Tatsache, dass sie für den Wiederaufbau vonRom die Steine aus dem Theater geklaut haben und anschließend auf den Antiken Mauernwieder ein Theater bauten. Aber das sieht man nur, wenn man den Reiseführer liest…

 

Wir gingen auf die Tiberinsel. Der Blick auf den Ponte Rotto war nicht geradeberauschend, so dass wir weiterzogen, um etwas nahrhaftes zu suchen. Nebenbeisuchten wir auch einen Geldautomaten. Da die Suche ohne Erfolg blieb, gingen wirüber den Ponte Palantino zurück und in die Cloaca Maxima rein. Unnötig zu erwähnen,dass sie zugemauert ist. Irgendwie ist alles, was interessant ist, geschlossen. Odervielleicht ist auch alles geschlossene interessant?

 

Immer noch ohne etwas im Magen und in der Portemonnaie gingen wir zur Kirche SantaMaria in Cosmedian. Wenn wir schon nichts zu essen bekommen sollten, dann wolltenwir wenigstens die Bocca di Verita füttern… Sie war aber schon satt und wir warenhalt immer ehrlich!

 

Weiter ging es zum Forum Boarium und von dort aus zu Santa Sabrina und Santa Mariadi Priorato. Wir bewunderten die Tür mit ihren einzigartigen Schnitzereien mitSzenen aus der Bibel. Schließlich standen wir vor der Porta San Paolo. Dort ist daswohl berühmteste Schlüsselloch von ganz Italien: Wenn man dort hindurchschaut, siehtman am Ende des grünen Ganges nämlich den Petersdom!

 

Wir bewunderten nur kurz die Piramide di Caio Cestio, die von Mussolini gebautwurde, und die Porta San Paolo (die antike Porta Ostiensis), da wir immer noch keinePizza gefunden hatten. Daher ging es mit der Metro im Eiltempo nach Termini zumEinkaufen. Am Corso Vittorio Emanuele II wurden wir dann schließlich fündig – eineder beliebten Pizzarien! Und im Anschluss gab es dann natürlich wieder ein Gelatto!Auf der Piazza Navona gab es dann wieder einmal Ambiente pur: Ein Saxophon-Spieler!Bei unserem Bummel über die Piazza beobachteten wir auch die Dreharbeiten für einenFilm – war aber nur wenig spektakulär…

 

Über den Pantheon, der Fontana di Trevi und der Piazza Spagna schlenderten wirgemütlich zurück. Natürlich nicht, ohne

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