2007-08 Hochzeit in Madrid

Die große Familienfeier — am 04. August 2007

Direkt im Anschluss an den Mallorca-Urlaub geht es aufs spanische Festland. Große Dinge werfen nämlich ihre Schatten voraus. Meine Cousine heiratet. Meine erste spanische Hochzeit — wir dürfen also gespannt sein! Und wo man schon mal da ist, gibt es im Anschluss gleich eine Land-und-Leute-Tour durch Nordspanien auf den alten Pfaden von Muttern…

Direkt im Anschluss an Mallorca geht es also rüber auf die iberische Halbinsel. Zuvor noch das Rendevouz mit der Familie auf dem Flughafen von Palma und danach wieder in getrennten Flügen nach Madrid.

Es folgt eine spanische Hochzeit mit vielen Parallelen aber auch genau so vielen Orthogonalen zu einer deutschen Hochzeit ;o)

Und jetzt müsste man nur noch wissen, was eine Orthogonale ist, gell???

Die Kirche

Die Kirche von Torrejon de Ardoz, einem Vorort von Madrid. Ein recht modernes und interessant gestaltetes Backstein-Gebäude. Einziger Nachteil ist nur, dass es erstens August ist und zweitens hat sich bei dem Bau der Kirche keine über diese Temperaturen Gedanken gemacht!

Es ist heiß! Sehr heiß, um genau zu sein!!! Halt August in Madrid, was nicht umsonst als „Bratpfanne“ bezeichnet wird. Nur gut, dass wir kurz zuvor in Palmas Altstadt ein Großkontingent an Fächern eingekauft haben, die nun hier in der Kirche allesamt zum Einsatz kommen. Einer gibt sogar nach intensiver Benutzung den Geist auf…

Aber den besten Fächer hat ohnehin Lina, die Kusine meiner Mutter: Ein altes Erbstück aus Holz und Stoff, wie es sie eigentlich viele gibt. Die Besonderheit sieht man erst, wenn er zusammengeklappt ist: Die mittleren Speichen sind vom dauerhaften Gebrauch schon rund einen Zentimeter kürzer, als die äußeren!

Und da ist sie, die Braut: Ganz klassisch herein geführt von ihrem Vater.

Es folgt die Trauung, wobei ich feststellen muss, dass die Melodik von Gebeten absolut kompatibel zu den deutschen Versionen ist. Mir ist bis Dato gar nicht so bewusst gewesen, wie durchgetrimmt der Katholizismus ist!

Anders als in Deutschland ist der Papierkram. Der wird nämlich in Spanien vom Standesamt kurzerhand einfach in die Kirche verfrachtet, so dass das Brautpaar und die Trauzeugen (und wer es sonst noch alles bezeugen möchte) gleich vor Ort und vor versammelter Mannschaft unterschreiben.

Danach werden noch schnell eine Hand voll Fotos vor dem Altar geschossen…

… um dann unter einem Regen von Reis (und Nudeln, die ja auch eine Stärkebeilage sind — gut, dass es keine Kartoffeln gab) die Kirche zu verlassen. Anstatt Tauben gibt es in Spanien dann auch Raketen. Die sind auch viel eindrucksvoller und lauter!!!

Das Essen

Dann wird es in Spanien etwas langweilig. Denn das Brautpaar entschwindet zum Fotografen. Das ist der Nachteil, wenn der Bräutigam seine Zukünftige wirklich erst in der Kirche zu Gesicht bekommt. Die Hochzeitsgesellschaft wartet… Etwa zwei Stunden später geht es dann weiter mit dem Begrüßungscocktail und Kanapees. Nach so viel Wartetei an der Bar hat man ja auch schon gut einen im Kahn, da ist man froh, wenn es endlich mal etwas handfestes gibt. Man hätte den Empfang ja schon mal ohne das Brautpaar abhalten können, oder?

Schließlich eröffnet das frisch vermählte Paar endlich große das Festessen…

So ist in einem spanischen 5-Sterne-Lokal eingedeckt. Man beachte, dass das Brot auf dem Tisch liegt ;o)

Der erste Gang wäre in Deutschland wohl eine Schlachteplatte ;o) Hier die spanische Variante mit Chorizo, Lomo und Salchichon.

Der zweite Gang ist dann Finger-Food. Auch auf spanisch: Gambas mit Alioli.

Zum Dritten dann Fisch: Lachs in einer Soße mit Erbsen und Wurzeln und Weintrauben. Klingt komisch, schmeckt aber geil!!!

Damit der Magen mal etwas zur Ruhe kommt, ist der vierte Gang dann ein Mandarinen-Sekt-Sorbet. Was ganz leichtes also…

Danach ist man wieder so hungrig, dass man sich sofort auf den fünften Gang, die Lammkeule stürzt und dabei vollkommen vergisst, ein Bild zu machen. Daher nur das „hinterher“-Foto

Der Nachtisch ist dann ein Stern aus Eis sowie ein Stück der Hochzeitstorte. Das Essen dauert zwar lange, aber es ist noch nicht Mitternacht!

Und dann endlich der Espresso hinterher und ein ordentlicher Verteiler!

Mein Cousin Diego mit seiner Freundin. Die Spanier scheinen nicht so geschafft sein von dem vielen Essen!

Die Feier

Und nach dem Essen geht es dann rund. Party. Nein, nicht etwa eine Feier mit Tanz, sondern eine richtige Party mit Disco! Und zwischendrin ein paar Albereien, wo Braut und Bräutigam entführt werden…

Zu späterer Stund gibt es dann Fächer von der Mutter des Bräutigams für die weiblichen Gäste…

… und Zigarren vom Vater der Braut für die männlichen Gäste!

Wobei die Polonese ja vom Gefühl her eine typisch deutsche Erfindung ist.

Aber der Flamenco gleicht das dann alles wieder aus!

Familienbilder…

Ja, so etwas können die Spanier auch!!! Frechheit!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.