2008-03 – 2009-03 Ein Jahr auf Mallorca

So ziemlich genau auf den Tag ist es 2 Jahre her, dass wir Deutschland verlassen haben, um auf Mallorca einen neuen Lebensabschnitt zu wagen.

So ziemlich genau auf den Tag ist es 1 Jahr her, dass wir von Mallorca wieder nach Deutschland zurück gekommen sind.

Im Gepäck hatten wir eine wundervolle Zeit mit vielen Freunden und unserer Familie, haben viel erlebt und erfahren. Die Höhepunkte dieses Jahres habe ich hier noch einmal zusammengefasst…

Ein Jahr auf Mallorca.

Ein Jahr, in dem wir probiert haben, auf unserer Lieblingsinsel Mallorca sesshaft zu werden.

Ein Jahr, in dem wir viele Erfahrungen gesammelt haben.

Ein Jahr, in dem wir viel erlebt haben und viel Spaß mit Freunden und unserer Familie hatten!

2008-03 Abschiedsparty

Es dann zum Henkers-Frühstück zu Andrea in den Backfrisch-Laden. Und zum Abschluss gibt es dann auch noch einen kleinen Feigling *hicks*

Nein oh nein!!! Eigentlich waren wir am Nachmittag ja mit Chris zum Kaffee im Mister Q verabredet, weil er Morgen an meinem Abflugtag arbeiten muss. Uneigentlich auch. Allerdings waren neben Chris noch stolze 20 weitere Freunde von uns zugegen! Hey, Rakki und Chris, da ist euch aber echt ne RIIIEEESEN Überraschung gelungen! Damit haben wir definitiv nicht gerechnet! Boa, ich weiß immer noch nicht so recht, was ich sagen soll außer TAUSEND DANK!!!

Hier das offizielle Abschieds-Geschenk: Das original Kochbuch „Cocinar con amigos — Kochen für Auswanderer“.

Und sobald die ersten Bilder von dem Kaffeekränzchen eintrudeln, kommen die natürlich auch hier rauf ;o)

Meine Schwester ist die erste und bis Dato einzige, die welche geschickt hat:

2008-03 Ostern auf Mallorca

Ostern XXL — vom 20.03.2008 bis zum 22.03.2008

Gründonnerstag in Cala Ratjada

Auf den Balearen geht ja Ostern schon am Gründonnerstag mit Prozessionen los. Warum genau, weiß ich nicht. Vielleicht ja auch, damit sich die vielen Dörfer mit ihren Prozessionen nicht ins Gehege kommen. Morgen geht es nämlich in Arta weiter. Am Abend jedenfalls geht die Prozession der Kapuzenmenschen (die einen dann doch irgendwie immer an den Kuklux-Klan erinnern!) durch Cala Ratjada los. Da der Tross auch bei Vicente am Hostal Marina vorbei kommt, warte ich dort an der Bar bei einer Frikadelle (ohne Kartoffelsalat, danke Silke!) und einem Bier. Ach übrigens, der Hierbas schmeckt dieses Jahr immer noch hervorragend!

Und kaum habe ich mein Abendessen verspeist, kommen die Spitzhüte mir langsamen Schritt, Paukenschlag und Trauermusik auch um die Ecke gebogen. Fast hätte ich sie verpasst, aber glücklicherweise gehen die ja im Schneckentempo.

Früher wurden die Altare ja mal getragen und es war eine Ehre, das tonnenschwere Dink auf den Schultern zu wuchten. Alle gehen dann im Gleichschritt und etwa nur eine halbe bis ganze Schuh-Länge pro Schritt vorwärts. Und dabei wankt der Altar dann langsam immer von rechts nach links.

Jedenfalls ist das hier heute nicht so. Das Teil steht auf Rädern und muss, weil es von Vicente Richtung Hafen bergab geht, ordentlich gebremst werden und die Prozession nimmt deutlich an Fahrt auf! Nichts desto trotz hat der Anblick von diesen Kapuzinern (die mit sicherheit keine wirklichen Kapuziner sind, aber meiner Meinung nach so aussehen) für mich immer schon etwas unheimliches gehabt und erinnert definitiv an den Kuklux-Klan. Und diese Trauermusik der Blaskapelle tut dann noch das Übrige, um einen einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Aber das MUSS man definitiv mal gesehen haben.

Karfreitag in Arta

Der Abend steht wiederum in österlichem Licht: Diesmal in der Burg von Arta. Jedoch wirft auch die Oster-Prozession in Rattata ihre Schatten voraus! In Deutschland ist man es ja gewohnt, dass man ein Parkverbotsschild mindestens eine Woche vorher vor die Nase gestellt bekommt. In Spanien dagegen muss man froh sein, wenn es ein Tag vorher ist. So bei uns in der Straße: Morgens stehen plötzlich Parkverbotsschilder dort, weil Abends die Prozession dort entlang führt. Und Mittags wird dann schon fleißig abgeschleppt! Wenn sie wollen, können sie ja schnell sein, die Spanier. Nur wollen sie so selten…

Das Spektakel in Arta beginnt um 21.30 Uhr. Eine Stunde vorher sollte man schon dort sein, denn der kleine Innenhof der Burg bietet nicht wirklich viel Platz. Aber wenn man früh genug da ist, dann kann man sitzen! Am Gründonnerstag wurde in den Prozessionen quasi gezeigt, wie Jesus damals sein Kreuz getragen hat. Heute dagegen, am Karfreitag ist er bereits gestorben und der Inhalt des folgenden Schauspiels wird sein, wie sie den Leichnam vom Kreuz nehmen und zu Grabe tragen. Das ganze wird mehr oder weniger pantomimisch bzw. ehr wortlos dargestellt. Abgesehen von einer kurzen Lesung eines mallorquinischen Pfarrers, den aber sowieso keiner versteht.

Panorama – Osterspektakel am Karfreitag auf der Burg von Arta

Das unglaubliche Osterspektakel am Karfreitag im Innenhof der Burg von Arta. Im Vergleich zur Realität ist selbst dieses Panorama ja immer noch ein Witz! Also das muss man einfach mal gesehen haben!!!

Das Schauspiel beginnt bei vollkommener Dunkelheit mit dem Entzünden von Fackeln auf jeder Zinne der Burg. Alleine deswegen ist es schon einen Besuch wert! Eine wirklich beeindruckende Zeremonie. Ebenfalls sehr eindrucksvoll ist dann der Part, wo Jesus (eine Puppe) vom Kreuz genommen wird. Das hätte definitiv von Inka (für Outsider: Die Chefin von Theater Ka) sein können! Das blau angestrahlte weiße Tuch springt einen in der an sonsten feuerroten Umgebung regelrecht ins Auge. Dazu kommen noch die Hammerschläge am Kreuz, um die Figur davon zu lösen. (In diesem Falle weiß ich gar nicht, ob das beabsichtigt war oder nicht — es passt in jedem Falle perfekt dazu!!!)

Der Rest ist wieder Mittelmaß. Die Figur wird auf eine Trage gelegt, Kapuzenmänner kommen und es geht auf einen Umzug durch die Stadt. Dazu gibt es nur Trommelschläge und im Sekundentakt das Läuten der Kirchenglocken.

Osterrundfahrt am Ostersamstag

Mein Ostersamstag soll eine Insel-Rundfahrt beinhalten. Nach all der Putzerei muss man sich ja auch belohnen. Außerdem muss der Tank leer gefahren werden. Ich habe für die Tankfüllung bezahlt und bekomme nichts wieder, egal, wie viel drin ist. Also habe ich an dem Tag 250 km auf der Insel zurück gelegt und diese dabei auch fast ein mal umrundet.

Vorweg noch etwas zum Auto: Traue keinem Auto mit einer Windows-Taste! Ja, man soll es nicht für möglich halten, aber auf dem MuFu-Lenkrad gibt es linke Hand tatsächlich eine Windows-Taste. Deren Funktion ist mir leider verborgen geblieben. Allerdings habe ich es geschafft, mein Handy mit der Bluetooth-Freisprecheinrichtung zu verbinden! Mit dem Resultat, dass mich das Auto beim nächsten Alassen (auf Spanisch) begrüßt hat mit: „Guten Tag! Möchten Sie das Adressbuch in das Auto kopieren?“ Da die Dame offensichtlich eine Antwort erwartet, habe ich mit „Nein“ geantwortet. Madame quittierte das mit „Ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt.“

Erster Anlaufpunkt ist das Cap Formentor. Allerdings nicht die bekannte Aussichtsplattform mit Leutchtturm am Ende der Landzunge, sondern ich fahre zum Wachturm auf halber Strecke. Dieser Turm ist nicht ganz so überlaufen, weil die meisten doch zum Leuchtturm wollen. Außerdem kenne ich den Leuchtturm schon. Es stellt sich heraus, das dieser Turm erstens noch intakt und zweitens mit einer Leiter bzw. Sprossen versehen ist! Und wer mich kennt, weiß, dass ich auch hoch geklettert bin. Cool! Da hat man eine echt geniale Aussicht!!! Außerdem kann man sich endlich mal eines der Funkfeuer zur Luftsicherung von oben anschauen.

Bei Capdepera steht ja ebenfalls so ein Funkfeuer, was gerne von unten mit einer Hubschrauberlandeplattform verwechselt wird. Es ist jedoch einer der beiden Überflugpunkte für Passagierflugzeuge. Je nach Windrichtung überfliegt der Touristenbomber entweder den in Formentor um dann von der Landseite aus zu landen oder aber den in Capdepera, um von See aus die Landebahn anzusteuern.

Panorama – Cap Formentor

Der Blick vom Wachturm auf halber Strecke von Cap Formentor. Die Blickrichtung ist zum Ende der Landzunge. Leider kann man die aufgrund der hohen Berge nicht sehen. Selbst den Leuchtturm nicht, der auch zu tief liegt. Lediglich das Hotel an der Bucht rechts ist erkennbar.

Neben dem Funkfeuer gibt es dort noch eine Hand voll Bauruinen. Also als legale Häuser angefangene Bauten, die später als illegal definiert worden sind und nun vor sich hin bröckeln. Eine durchaus interessante Kulisse!

Irgendwie finde ich so etwas viiieeel schöner als so manchen verschnörkelten Schrein am Straßenrand. Wobei man letztere ja ehr in Bayern antrifft, als auf Mallorca.

Die typischen Tore auf Mallorca. Genial einfach und einfach genial!

Die beiden auf dem Weg liegenden Stauseen sind dank der reichhaltigen Regenfälle bis oben hin gefüllt. Ein Spaziergang am Ufer fällt aber aus, weil es gerade etwas regnet…

Von Cap Formentor aus geht es zunächst einmal nach Pollenca rein zum Caprabo, um dort etwas zum Mittagessen zu erwerben. Danach geht es dann durch die Berge vorbei an vielen Orangen-Plantagen hin zum berühmten Kloster von Lluc. Dort habe ich dann mein Mittagessen zusammen mit vielen Pilgern in der großen Pilger-Küche gefuttert. Da herrscht echt eine Bombenstimmung und es schon irgendwie so, wie ein riesiges Familienfest! Traditionell fahren nämlich sehr viele Spanier über Ostern (Gründonnerstag bis Ostermontag) zum Kloster mit der schwarzen Madonna. Entweder wird im Hotel geschlafen oder aber auf dem Campingplatz gezeltet. Und obwohl das Wetter nicht gerade ideales Camping-Wetter ist, platzt der Camping-Platz trotzdem aus allen Nähten!

Der Nachtisch ist dann frisches Quellwasser am Waschhaus in Biniaraix. Dort war ich ja mit Marius zusammen schon im Jahr 2000 auf unserer Trekking-Tour. Leider konnte aber jemand die kultige Suppenkelle gebrauchen :o(

Der Rückweg führt mich dann weiter durch die Berge über Deja und Valdemosa…

…bis hin nach Esporels, von wo es aus über Palma dann wieder heimwärts geht. Antratx und Calvia habe ich also leider nicht mehr geschafft. Aber wir sind ja noch etwas länger hier.

Besteigung des Alaro am Ostermontag

Juhu, die Einsamkeit hat ein Ende: Kai und Chris-Chris sind zu Besuch!!!

Sie sind über Ostern spontan nach Mallorca gekommen und schlafen jetzt in unserer noch chaotischen Wohnung!

Und als große Oster-Aktion besteigen wir nun den Tafelberg am Alaro. Das liegt am südlichen Rand des Tramuntana-Gebirges und von dort aus hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick auf die südliche Hälfte der Insel. Idealerweise von Alcudia bis rüber nach Palma! Und schaut man gen Norden, so sieht man hinein in die Sierra de Tramuntana und sogar hinauf zum höchsten Berg, Puig Major.

Den ersten Anlauf nehmen wir mit dem Auto. Man muss sich nur trauen, denn der letzte Abschnitt der Straße ist durchaus als „schlecht“ zu bezeichnen. Andere würde ihn als „nicht befahrbar“ klassifizieren, aber das stimmt definitiv nicht. Jedenfalls erspart man sich dadurch knapp 2 Stunden Fußmarsch. Angesichts der kürzeren Tage zu Ostern und der langen anreise durchaus von Vorteil.

Dann geht es aber die letzt Stunde wirklich zu Fuß hinaus! Und schon von unterwegs hat man einen herrlichen Blick, sowohl nach unten, als auch nach oben!

Oben angekommen ist die Aussicht dann wirklich perfekt! Durch die Burg-Ruinen liegt einem die halbe Insel zu Füßen!!!

Allerdings muss man auch sagen, dass hier oben nicht alles verfallen und kaputt ist. Es gibt auch ein Cafe/Kiosk. Der wird jeden Morgen mit Hilfe eines Esels wieder aufgefüllt. Das geht ja wohl gaaar nicht!!! Da latscht man Stunden lang bergauf durch die Pampa um dann an der Bergspitze einen Kiosk mit Kaffee und Kuchen zu finden. Wir boykottieren den Laden!

Der Alaro ist ein Tafelberg. Das Bedeutet, dass es an seinen Kanten mehr oder weniger steil runter geht! Also nichts für schwache Nerven. Und bei dem Wind, der dort oben bläst, auch nicht ganz ungefährlich…

Und hier ein paar Impressionen von dort Oben! Neben der Nato-Horchstation auf dem höchsten Berg Mallorcas kann man noch perfekt die Bucht von Alcudia sehen!

So, und hier ist das arme Lastentier, welches Kaffee und Kuchen jeden Morgen hoch schleppen darf, damit sich faule Touristen oben gemütlich hin setzen können…

Oh, und da ist ja auch meine Daunenjacke! Ich hätte ja nicht gedacht, dass sie den Weg nach Mallorca finden würde — es sei an dieser Stelle verraten, dass sie Kai wieder mitgenommen hat.

Ein Gutes hat die Zivilisation oben auf dem Berg ja doch: Ein induktiver Blitz-Zähler!

Technik, die begeistert!

Früher stand auf dem Berg ja mal eine Burg. Heute nur noch die Ruinen davon. Und wie es sich für jede Burg gehört, muss da auch eine Kirche mit rein. Die steht glücklicherweise noch! Und dort lohnt es sich unbedingt hinein zu gehen. In einem kleinen Seitenraum liegen unzählige Zettel mit Wünschen und Dankschreiben. Dort lohnt sich ein kurzes Verweilen und lesen…

Wir beenden unseren kleinen Ausflug am Ostermontag und machen noch einen kleinen Abstecher nach Sa Calobra hinunter. Auf dem Weg dort hin kommen uns übrigens zahlreiche Fahrzeuge mit mit kleinen Schneemännern auf der Motorhaube entgegen! Nur den Schnee haben wir leider nicht gefunden :o(

2008-04 Die Tropfsteinhöhle im April

Der Kreis mit Charly schließt sich — am 20. April 2008

Der Jannemann hat sich ja schon vorher angekündigt. Bei Charly ist das etwas anders. Der ruft eines Tages an und meint nur: „Hallo Daniel, ich bin am Montag auf Mallorca. Weißt Du, wo man gut übernachten kann?“ Natürlich bei Vicente im Hostal Marina!

Gesagt getan.

Der Jan schläft wie verabredet bei uns und Charly kommt bei Vicente unter. Dass Charly zum Wandern nach Mallorca kommt, ist klar, denn so haben wir uns ja auch kennen gelernt. Und mit der abenteuerlichen Wanderung zur verlassenen Tropfsteinhöhle bei Alcudia können wir auch Jan zum Wandern überreden, obwohl dieser nur Turnschuhe dabei hat.

Und so starten wir die Tour, die ich schon fast im Schlaf kenne und machen den ersten Foto-Stop wie üblich an den V-förmigen Pinien, wo jeder ein Mal abgelichtet werden muss…

Der Hinweg ist geschafft! Wie man sieht, sind wir trotz der Wanderung langärmlig unterwegs. Die Sonne ist halt im April doch nicht so stark, wie man das gerne hätte. Charlys Thermometer am Rucksack verrät uns die Temperatur: 21°C. Aber der Wind geht hier auf dem Cap von Alcudia doch recht stark, so dass es zuweilen etwas schattig ist…

Drinnen.

Eigentlich ist alles wie gehabt. Leider auch wieder etwas Müll der Vorgänger, den wir natürlich für die mit entsorgen. Eine Hinterlassenschaft jedoch erfreut uns: Jemand hat dort zwei Fackeln im Eingang liegen gelassen. Diese nehmen wir doch gerne mit hinein. Das gibt der Höhlenwanderung noch mal eine ganz abenteuerliche Note.

Und nun haben wir das endlich geschafft, was wir vor 8 Jahren beim Kennenlernen mit Marius auf Mallorca aus Zeitgründen leider nicht geschafft haben: Charly ist in der Höhle! Unnötig zu erwähnen, dass die beiden sehr beeindruckt von der Größe, Stille und dem Fackel- und Kerzen-Ambiente sind!

Der Rückweg. Irgendwie geht er immer schneller, als der Hinweg. Nichts desto trotz kann man sich gerade jetzt die Zeit nehmen, und ein paar Bilder zu schießen! Hier wird mal wieder deutlich, dass das kein Sonntagsspaziergang ist (obwohl wir diese Wanderung am Sonntag, 20. April gemacht haben), sondern eine recht anspruchsvolle Wander- und Klettertour ist!

Abschließend hier der Beweis, dass ich beide wieder heile, glücklich und etwas kaputt wieder nach Hause gebracht habe! Diese Ganze Tour dauert, vom V-Baum bis wieder zurück zum V-Baum, etwa 3 Stunden. Je nach dem, wie lange man sich in der Höhle aufhält und wie viele Pausen man zwischendurch macht. Von dem Baum bis zum Auto sind es dann nur noch etwa 15-20 Minuten. Man sollte für diese Tour also mindestens 4 Stunden einplanen, die aber fürstlich belohnt werden…

2008-05 Felanitx und Palma

Felantix

Unseren Eltern soll natürlich in 2 Mietwagen-Tagen mindestens die ganze Insel komplett und ausführlich gezeigt werden! Leider geht das nicht, dafür ist es doch zu groß und zu vielfältig. Aber ein paar Highlights sind immer drin, hier z.B. die Ermitage von San Salvador, nur ca. 25 Minuten von Cala Ratjada entfernt in der Nähe von Felanitx. Diese Einsiedelei ist eine von sechs Einsiedeleien, drei davon kennen wir schon: Betlem (die wohl bekannteste) und Bonany.

Diese Tour kann ich nur jedem empfehlen, es ist dort wirklich besonders schön und man hat einen fantastischen Ausblick! Dort oben kann sich der Einsamkeit und Ruhe suchende Wanderer mit Trinkwasser versorgen…

…und sogar ein Bett (oder sowas in der Art) gönnen. Ich mache Mama den Vorschlag, sie möge dieses Foto bitte an Neckermann schicken und sich beschweren, dass das gebuchte Hotelzimmer wirklich nicht dem gewünschten und vor allen Dingen angemessenen Standard entspricht! Ich wundere mich heute noch, dass Mama sich auf dieses Bett gesetzt hat. Es stammt mit Sicherheit aus der Gründungszeit des Klosters und es wirkte nicht, als sei es jemals gereinigt worden… Auch die Waschgelegenheiten für den geschundenen Pilger-Körper sind recht ‚einfach‘ gehalten…

Palma

Von dort fahren wir dann nach Palma. Wir wollen unseren Eltern die Fußgängerzone (zum Shoppen) zeigen und natürlich unser geliebtes Café Cappuccino. Hm, leider bin zumindest ich recht enttäuscht. In den letzten Jahren kam uns der Laden recht chique aber fair im Preis vor. Inzwischen kostet das Stück Kuchen 5,40€ und das finde ich dann schon frech 🙁 Vielleicht ist es uns aber durch die Urlauber-Brille bislang einfach nicht aufgefallen? Und in die Lampen regnen tut’s da auch. So! Egal, der Wohlfühlfaktor für mich ist weg und somit werden wir in Palma neue Alternativen suchen. Ein Highlight (leider ohne Bild) war allerdings am Tag zuvor der Besuch in unserer Stamm-Hamburgeseria, quasi eine spanische Fritten-Bude. Hier ist in den letzten 5 Jahren inzwischen der dritte Besitzer, und auch der netteste! DA gehen wir wieder hin!

Beim Shoppen will Mama dann unbedingt in den Kinder-Spielzeug-Laden. Die große Tür direkt daneben habe ich ihr allerdings nicht gezeigt… Es ist übrigens ein böses Gerücht, dass die kleine Tür für Spanier und die große für die restlichen Europäer ist. Die kleine ist für Kinder, die große ist für die Erwachsenen. Auf dem rechten Bild sieht meine eine Plastik von Miró. Pah, da soll nochmal einer sagen, durch moderne Kunst kann ja keiner durchsteigen!

Auf dem Rückweg nach einem schönen Palma-Tag schauen wir uns noch einen Friedhof an, und zwar den von Capdepera. Wir berichteten ja schon, dass in Spanien nach dem Schließfach-Prinzip beerdigt (sagt man bei überirdisch auch ‚beerdigt‘???), o.k., bestattet wird. Dieser Friedhof ist wunderschön. Es ist der einzige den ich kenne, denn man über eine lange Treppe betritt. Es ist schnell erkennbar, das Familien ihren eigenen Stil bei der Gestaltung der Grabstätte zeigen: Die Innenräume der kleinen Gruft-Häuschen sind alle unterschiedlich und liebevolle gestaltet, von schlicht bis pompös, von einfarbig bis bunt, von voll bis leer. Der Leichnam ist teilweise direkt in den Wänden der Häusschen oder unterirdisch in einer Gruft. Und der Friedhof strahlt eine himmlische Ruhe aus. Es sei denn, mann öffnet eine der auf kleinen Rädern gelagerten dicken Steinplatten. Dann ertönt genau jenes Geräusch, was man auch aus den Pyramiden bei Indianer Jones her kennt!!! In einer der Häuschen in der Deckenlampe nisten sogar Vögel…

Der Abschluss des Abends (für feste Nahrung) ist ein Besuch in der Bar nou II, nur wenige Minuten von uns. Daniels Arbeitskollegin hat den Laden empfohlen und und es ist echt soooo lecker da. Der Klassiker ist ja, dass man Tapas essen geht. Allerdings sind ‚echte‘ Tapas wirklich eher kleine Probier-Portionen. In der Bar bekamen wir so genannte Raciones, sprich, Tapas in Portionsgröße, aber wen man mit so viele Leuten unterwegs ist, lässt es sich gut teilen, so dass jeder alles probieren kann.

Der Abschluss des Abends (für flüssige Nahrung) ist ein Besuch im Sinai: Vor 1 Jahr eröffnet und immer noch da. Das ist hier was Besonderes! Denn viele Geschäfte halten sich mal gerade eben so für 1 Jahr. Und dort kann man auch Shisha rauchen, diese ausländischen Wasserpfeiffen mit dem angeblich so schädlichen Tabak. Wir rauchen übrigens ‚Erdbeere‘, weitere Fragen zum Tabak, seinen Inhaltsstoffen und vor allen Dingen der Wirkung sind bitte an Daniels Mutter zu richten… Jedenfalls hatten wir alle sehr viel Spaß, den Daniels Mutter kommentierte jeden Zug mit dem lautstarken Ausruf: ‚Erdbeere!!!‘.

Und hier unsere Tour: von ‚A‘ ‚(unter ‚G‘ gelegen) bis ‚G‘.

2008-05 Mittelaltermarkt in Capdepera

Zwischen Historie und Moderne — am 17. Mai 2008

Gigantes y Cabezudos

Riesen und Großköpfe lautet wohl die passende Übersetzung. Wir sind in Capdepera und der Umzug eben dieser Figuren leitet die mittelalterliche Woche in Capdepera ein, die am kommenden Wochenende ihren Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) auf der Burg haben wird! Zunächst aber einmal das Zusammenbauen der 4-5 Meter hohen Figuren aus Pappmachee und Fiberglas. Unter dem Gewand befindet sich ein Tragegestell, um die Puppe auf den Schultern tragen zu können. Das ganze kann nicht leicht sein!

Nach etwa einer Stunde geht es los: 10 Puppen-Päärchen ziehen durch die Straßen des Ortes. Untermalt wird das ganze von etwa einem halben Dutzend Kapellen bestückt mit Flöten, Trommeln und Dudelsäcken! An den frei Hängenden Kabeln müssen die Helfer immer besonders aufpassen, dass die schönen Puppen nicht gegrillt werden. Im leichtfüßigen Schritt um zum Takte der fröhlichen Musik tanzen (!!!) die Puppen durch die Straßen. Etwa alle 500 Meter werden die Träge abgelöst.

Es ist schon beeindruckend, sobald die Puppen in Bewegung geraten, wirken sie alles andere als leblos und starr!

Und zwischen den Riesen laufen weitere Gestalten: Die Cabezudos. Zumeist Kinder, aber auch Erwachsene mit überdimensionalen Köpfen auf den Schultern. Sowohl diese Riesenköpfe als auch die Riesen selber jagen so manchem Kind am Straßenrand einen gehörigen Schrecken ein…

Der Hintergrund dieses Umzugs ist nicht ganz so einfach. Wikipedia sagt nur, dass das schon immer so war. Das erste Mal im 12. Jahrhundert in Pamplona. Danach hat es sich in ganz Spanien verbreitet. Meistens sind es berühmte Persönlichkeiten der Geschichte oder der Region. Damals in Pamplona war es ein Holzfäller, eine Köchin und ein Bergmann als Repräsentanten der wichtigsten Berufe.

Mittelaltermarkt

Bereits am Wochenende zuvor hat ja schon das Spektakel rund um die Burg mit dem Umzug der Gigantes y Cabezudos begonnen. Und an diesem Wochenende findet er nun seinen Höhepunkt mit einem mittelalterlichen Markt rund um und in der Burg. Im Gegensatz zu Hannover, wo solche Veranstaltungen irgendwie immer etwas gekünstelt und gezwungen wirken, ist hier alles ziemlich authentisch und irgendwie auch „normal“.

Was auf einem Mittelalter-Markt natürlich nicht fehlen darf, ist das Handwerk! Und wenn es nur kunstvolles Schnitzen von Krückstöcken ist! Da kann sich so mancher Wanderstock mit Enzian-Emblem eine Scheibe von abschneiden… In diesem Falle kann man die Künstler leider nicht bei der Arbeit beobachten.

Gewürze gibt es in Deutschland ja auch auf jedem Markt. Aber meterlange Zimtstangen sucht man dort mit Sicherheit vergeblich! Und von einem 5-Liter-Glas vom teuersten Gewürz der Welt ganz zu schweigen!

Ist man dann schließlich auf der Burg angekommen, so kommt man sich wirklich sehr mittelalterlich vor! Zahme (?) Jagdvögel aller Arten thronen auf kleinen Säulen. Natürlich alle quicklebendig, auch wenn sie einen sehr ruhigen und entspannten Eindruck machen. Man möchte sie streicheln, doch angesichts der scharfen Krallen und des spitzen Schnabels sollte man das tunlichst nicht machen. Nur der Junge (ob er wirklich weiß, was er tut???), der auf die Tiere aufpasst, scheint ein sehr inniges Verhältnis zu den Greifvögeln zu haben.

Weiter schlendert man durch die Burg vorbei an einer Teestube. Auf den ersten Blick etwas orientalisch, aber im Mittelalter waren die Mauren ja auch auf Mallorca. Von daher wird das schon so seine Richtigkeit haben…

Für mich der spannendste Weg auf der Burg: Der Wehrgang. Für Marco ehr eine Herausforderung! Letzten Sommer ist er dort noch nicht lang gegangen. Aber von hier aus hat man einfach einen prächtigen Überblick sowohl auf das innere der Anlage, als auch auf das umliegende Land!

Okay, zugegebenermaßen ist ein 75cm breiter Steg ohne seitliche Absturzsicherung nicht gerade vertrauen erweckend und Marco und Sigrun haben auch schon mal glücklicher ausgeschaut, aber das Ding hat bestimmt schon 500 Jahre gehalten und wird gerade Heute nicht kaputt gehen. Und von einem Bürgersteig fällt man ja auch nicht so einfach auf die Straße, oder?

Und noch mal etwas technisches: Wozu diese Schießscharten so alles genutzt werden können: Zack, einfach ein Keil rein und schon kann man von Außen die Wappen prima mit etwas Rödel-Draht befestigen…

Apropos Schießscharte: Von dort aus kann man auch prima den Leuchtturm von Cala Ratjada sehen, sowie das Meer rechts und links der Landzunge von Rattata.

Die Kapelle der Burg. Nicht ohne Grund haben die Veranstalter zuvor die Klöppel der Glocken gut umpolstert und verklebt. So ziemlich jeder Zweite kann dem Drang „Ob das ding auch glockt???“ nicht widerstehen und muss anfassen und probieren, ob man dem Ding nicht doch ein Tönchen entlocken kann.

An sonsten lohnt es sich durchaus auch mal, einen kurzen Blick in das Innere der Kapelle zu werden.

Wir hatten sie zuvor schon von Ferne gehört. Aber in den Gassen Capdeperas kann man schlecht sagen, woher nun genau die Musik mit den Paukenschlägen kommt. Und dann sind sie plötzlich oben auf der Burg und ziehen wieder hinab ins Dorf. Unbeschreiblich und nicht minder faszinierend, als die Osterprozessionen auf Mallorca. Die Melodie ist nahezu genau so getragen, aber doch etwas fröhlicher und lebhafter als zu Ostern.

Wie auf Volksfesten so üblich darf natürlich das Kulinarische nicht zu kurz kommen! Es gibt Rippchen (oder besser gesagt: Rippen!), Tintenfisch am Stück und gekochten Schinken, ebenfalls in der praktischen Vorratspackung. Marco entscheidet sich dann doch für die Bratwurst.

Und zum Nachtisch gibt es ein Eis! Selbstgemachtes Mandel-Eis (wir sind ja auf Mallorca!) und erstaunlich unsüß und wirklich erfrischend und Durst löschend!

War auch nicht gerade billig! Dafür kann man aber diesen Bambus-Becher samt Holz-Löffel behalten. Aber seit unserem Umzug wissen wir: So was hebt man besser nicht auf, denn wenn man es tut, benutzt man es nicht und schmeißt es beim nächsten Umzug weg! Also gleich ab in die Tonne!

So, und hier kann ich ja stundenlang zuschauen! Mallorquiner beim Körbe flechten. Erst wird ein etwa 3cm breites Band aus den Palmenblättern geflochten. Die überstehenden Enden macht dann die nächste Dame (oder Herr) mit einem Scharfen Messer ab. Und schließlich wird das Band dann zu einem Korb spiralförmig aufgewickelt und verbunden. Fertig ist das Körbchen!

Für die Rückfahrt von Capdepera nach Rattata nehmen wir die Bimmelbahn. Nie in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich mich da mal hinein setze. Aber wir dachten immer, dass die Bahn nur durch Cala Ratjada fährt. Aber dass sie tatsächlich ein Transportmittel von A nach B darstellt, ist uns neu. Und am heutigen Festtag zudem noch kostenlos…

2008-05 Pueblo Espanol in Palma

Heute ist die Anreise von Daniels Eltern. Die Wohnung ist geputzt, die Betten sind bezogen, der Mietwagen, um die Eltern abzuholen, wartet auf seinen Einsatz. Wir nutzen den Mietwagen und da wir nun schon mal in Palma sind, fahren wir nicht direkt zum Flughafen sondern ins Pueblo Espanol. Das Pueblo Espanol ist eine Sammlung von Nachbauten berühmter spanischer Bauten in etwas kleinerem Maßstab. So finden sich dort z.B. das Stadttor von Cordoba, Teile der Alhambra aus Granada und der Madrider Marktplatz.

Erstaunlich ist, das nicht der Eindruck von einem verkleinerten Nachbau entsteht! Die Alhambra z.B. haben wir vor einigen Jahren selbst besichtigt, der Nachbau im Pueblo ist natürlich kleiner, wirkt aber vollkommen originalgetreu. Eine Meisterleistung des Architekten! Die Bauarbeiten für das Museum (und den angrenzenden Kongress-Palast) begannen 1965. Danach wurde das ‚Dorf‘ mehrfach verkauft und gehört inzwischen einer ‚privaten Investorengruppe‘. Ob wohl daher ein bekanntes Immobilien-Unternehmen direkt zwischen den alten Häusern seinen Verwaltungs-Hauptsitz hat??? Wie dem auch sei: Ein Besuch ist lohneswert, zumal heute das Wetter durchwachsen war (Reiseleiter sprechen dann liebevoll von ‚Reisewetter‘) und daher kein großer Besucherstrom die Idylle stört.

An dieser Stelle hat sich bereits mein neuer spanischer Personalausweis bezahlt gemacht, denn durch ihn spare ich den kompletten Eintritt von sage und schreibe 5 EUR!

Seit Jahren nutzen wir eine Hamburgeseria, um lecker und langanhaltend den Hunger in Palma zu stillen. Es handelt sich um eine Art Frittenbude, in der es aber immer sehr lecker ist und die sich direkt an unserem Stamm-Parkplatz befindet. Leider hat sie heute zu 🙁 Aber Daniel hat eine ausweich-Idee: Vor dem Besuch des Pueblos gehen wir in ein asiatisches Fliesband-Restaurant. Nicht bekannt? Feine Sache! Das Essen kommt auf sehr kleinen Tellern immer fein frisch an einem vorbeigefahren! Man muss nur noch zulangen, wenn das richtige vorbeifährt. Ein gemütliches und abwechslungsreiches Essen! Und preiswert auch, kostet nämlich nur 8,90€ bis man satt ist.

2008-05 Soller und Lluc

Heute ist der erste Tag, an dem wir mit unserem gemieteten Auto gemeinsam die Insel etwas erkunden wollen.

Heute ist aber auch der Tag, an dem Papa 65 Jahre alt wird! Es war gar nicht so einfach, einen gescheiten Kuchen zu organisieren. Mit solcher Art Süßwaren haben es die Spanier nämlich nicht so. Schlussendlich werden wir im Supermarkt fündig und erstehen ein fruchtig-sahniges quadratisches SÜSSgebäck. Die Betonung liegt auf „süß“. Naja, also wenn es sich vermeiden lässt, sollte man davon die Finger weg lassen.

Und hier ist das kleine Raumwunder. Ein Opel Zafira. Von außen nicht größer als ein herkömmlicher Kombi. Innen passen aber bis zu 7 Leute rein — und das auf vollwertige Sitze! Okay, etwaiges Gepäck darf dann nicht mehr viel dazu kommen. Aber für den Tagsausflug brauchen wir ohnehin nicht viel. Und von der Spritzigkeit ist der Diesel auch schwer in Ordnung: auch die Berge können ihm nichts anhaben!

Es gibt immer wieder schöne Fotos, die so bezeichnend die Allgemeingültigkeit darstellen. So z.B. dieses hier im Auto: Daniels Vater erläutert aufmerksam Geschichten und Erfahrungen aus seinem Leben, mein Vater hört sich eben diese Geschchten aufmerksam und pflichtbewusst an, meine Mutter beobachtet die Szenerie aufmersam mit verschränkten Armen und einem Schmunzeln und Daniels Mutter macht die Augen zu und erlebt die Geschichten evtl. noch als Hörspiel.

Soller

Das erste Ziel ist Soller. Wir fahren ein mal quer durch über die Insel um dann unter den Bergen hindurch durch den kostenpflichtigen Tunnel in Soller anzukommen.

Aber zunächst einmal geht es runter nach Port de Soller. Dort geht es hinauf zum linken Leuchtturm (beim rechten waren wir noch nie — sollten wir bei Gelegenheit auch mal nachholen). Von dort aus hat man nämlich den klassisch-schönen Ausblich auf den gesamten Hafen. Ferner ist dort oben übrigens ein Ausgangspunkt für Wanderungen über die gesamte Insel!

So, und an dieser Stelle entsteht schon mal das erste Gruppenfoto! Und nein, der Apparat steht nicht schief, die Straße ist einfach so steil! Vor einem Jahr hat da Bianca schon ihren ersten Herzinfarkt bekommen…

Und hier ist sie nun: Die Bimmelbahn! Unser beider Eltern sind noch nie damit gefahren und das Schauspiel des alten klapperigen Wagen, der sich zunächst einmal mühevoll die Berge rund um Soller hinauf winden muss, beginnt! Danach folgen diverse kurze und natürlich DER lange Tunnel von etwa 3 km Länge, durch den man ein mal hindurch schauen kann!

Enden tut die abenteuerliche Fahrt, wo noch Metall auf Metall quietscht, in Palma an der Plaza Espanya. Und was haben wir all die Jahre zuvor immer an dieser Stelle gemacht? Genau, wir sind in unsere Lieblings-Frittenbude gegangen. Und genau das steht auch jetzt auf dem Programm: Mittagessen in der Hamburgueseria! Da die beiden Betreiber mit einem Ansturm von 6 Personen nicht gerechnet haben, geben wir unsere Bestellung auf und machen uns dann noch auf einen kurzen Stadtbummel für ein Stündchen.

Das Mittagessen ist lecker — wie immer! Neu ist allerdings, dass wir vom Chef nach dem Essen und dem Cafe noch auf einen alkoholfreien Chupito (ein Verdauungsschnapps) eingeladen werden! Na, da haben sich die Betreiber wohl über unseren Besuch genau so gefreut, wie wir über das Essen!

Die Rückfahrt von Palma nach Soller erfolgt dann, wie sollte es anders sein, mit dem Linienbus. Nicht durch den Tunnel, sondern über Valldemosa und Deja durch die Berge. Der Klassiker halt.

Aus unerfindlichen Gründen gibt es keinerlei Fotos von der Hamburgueseria und von der Busfahrt Frown.gif

Wieder in Soller angekommen geht es wieder Heimwärts. Allerdings nicht auf dem direktesten Wege, sondern schön durch die Berge hindurch. Der Weg führt nämlich vorbei an den beiden Stauseen Cuber und Gorg Blau, die beide fast vollständig gefüllt sind (nämlich zu 78 % und 84 %).

Das Kloster Lluc

Das Kloster Lluc.

Definitiv immer wieder eine Reise wert. Selbst wenn man es schon gesehen hat. Die aus schwarzem Mamor bestehende Madonna ist einfach faszinierend in der kleinen Kapelle. Vorteilhaft ist es übrigens wenn man relativ spät dort aufschlägt, wenn die Reisebusse abgefahren sind. Dann hat man in der Kirche auch seine Ruhe und kann die Stimmung in sich aufsaugen…

Die Statue ist übrigens auf einem drehbaren Podest gestellt, so dass sie zu Gottesdiensten dann nach vorne in die Kirche gedreht werden kann. An sonsten schaut sie nämlich nach hinten in die kleine Kapelle, in der an der Wand die Wappen aller Kommunen Mallorcas hängen — in alphabetischer Reihenfolge, falls man etwas sucht.

Übrigens hat DER Gaudi bei der Gestaltung der Kuppel der Kirche seine Finger mit im Spiel gehabt. So ganz glauben kann man das nicht, aber dieser Telefonhörer an der Wand hat genau das erzählt…

Ein weiterer Vorteil einer späten Anreise ist, dass man ohne größeren Flüssigkeitsverlust hinauf zum Kreuz gehen und von oben die Aussicht auf das Tal genießen!

Übrigens bin ich auch auf einem der beiden Fotos drauf :o)

Das schöne an Lluc ist, dass es als Pilger-Kloster auch einen Blick hinter die Kulissen erlaubt! Sei es in die Pferdeställe mit den Futter-Trögen oder aber die riesige Pilger-Küche, in der ich auch schon mehrfach gespiesen habe.

Abschließend hier noch mal die Übersicht über den ersten Familien-Ausflug.

Der Tag endet übrigens im Restaurant Los Arcos, wo wir Papas Geburtstag in kulinarischer Hinsicht ausklingen lassen. Mit Mühe und not quetschen wir uns an den im ansonsten restlos belegten Restaurant an den letzten freien Tisch — Spanien total!
Juan wird dann auch noch schnell die ganze Familie vorgestellt und als dieser das Wasser für Waltraut vergisst, sagt er nur: „Oh, entschuldigung, Mama!!!“ Wir sind zuhause…

2008-06 Europameisterschaft

Vorrunde

Heute spielt ja Deutschland gegen Polen bei der Europameisterschaft. Und wo guckt man das? Klaro, bei Vicente, wo wir auch schon die WM 2006 geschaut haben. Um dem Bier eine solide Grundlage zu bieten, muss aber noch etwas handfestes her: Eine original mallorquinische Sobrasada! Und ja, sie schmeckt sehr lecker, wenn auch etwas scharf. Aber als Hannoveraner, der ja bekanntlich bezüglich Currywürste sehr verwöhnt ist, kann man die getrost weiter empfehlen!

Und dann rollt der Ball. Gleich zu Anfang meint Vicente beiläufig: „Das erste Tor fällt wohl in der 20. Minute.“ Er sollte ja recht behalten. Und dass das zweite Tor in der zweiten Halbzeit fallen wird, hat er dann auch noch gesagt. Irgendwie hat er doch mehr Fußball im Blut, als er zugeben mag :o)

Hinterher geht es dann noch beim Bierbrunnen vorbei, um dort einen Absacker mit Tim, einem Alltours-Onkel aus Cala Millor, zu trinken. Wie zu erwarten, tobt auch dort der Bär und man tanzt auf dem Tisch! Erstaunlicherweise konzentriert sich das Fußball-Leben wirklich nur auf sehr wenige Punkte in Cala Ratjada. Viele Lokalitäten sind komplett leer gefegt (wie z.B. GPAC), dafür sind andere hoffnungslos überfüllt!

Halbfinale

Unsere Junx habens wieder eine Runde geschafft! Wer mich gefragt hat, wie es ausgehen wird, ich war da doch skeptisch. Hats daran gelegen, dass der Chef im Glaskasten sitzen musste? Wir sind (wie immer) bei Vicente und machen den Trubel und Jubel dort mit. Die Stimmung ist echt gut! Als das Spiel zu Ende ist, fühlen sich einige Halbstarke (ich glaube, maximal halbstark) genötigt, die Party auf der Straße vor dem Hostal weiterzuführen, Autos den Weg zu versperren und den Fahrern und Fahrerinnen ungefragt ihre entblößten Hinter- und Vorderteile zu zeigen! Ich bin entsetzt (und das dauert eigentlich immer…)! Ziemlich schnell ist ein Mallorquiner zur Stelle und bittet die Junx, sich gefälligst zu benehmen, was die Junx allerdings mit einem Palaver beantworten. Ich gehe mal vorsichtshalber wieder rein, denn den Rest der Geschichte kann man sich denken. Nach ca. 3 Minuten ist ein Polizeiauto da und mit DEN Junx ist bekanntermaßen nicht zu spaßen! Sie kommen ins Hostal, gehen mit Vicente ins Büro und auch Vicente versucht auf der Straße unterstützend zu schlichten. Es müssen alle von der Straße wieder rein zu Vicente und dann muss Ruhe sein. Klappt sogar! Ich finds PEINLICH. Party: o.k., Feiern: o.k., Spaß haben: o.k. aber alles hat auch seine Grenzen.

Und manchmal ist der Mallorquiner richtig flott: Es fehlen noch 15 Minuten Spielzeit, aber Vicente trägt schonmal Deutschland beim Halbfinale ein…

Aber immerhin hat er beim Ergebnis gewartet, denn sonst hätte er das 1:3 noch zum 2:3 korrigieren müssen!

Finale

So, wir haben gerade 2 Stunden auf der Terrasse gelegen und bereits seit 1600 Uhr fahren die Spanier laut hupend durch die Gassen! Die Deutschen hinken etwas hinterher, gehen aber seit etwa 1800 Uhr mit Gaströten durch die Straßen… Wir werden uns nun mal duschen und uns dann langsam aber sicher auf unseren Besuch bei Vicente vorbereiten…

Heute ist nicht nur Fußball, sondern auch Sigruns Geburtstag!!! Und Vicente hat auch ein Geschenk für sie: Ein garantiert analoges Malbuch!!!

Und danach gibt es zur Spiel-Eröffnung die klassische mallorquinische Sobrasada! Aber nicht nur für uns, sondern auch für ein mallorquinisches Päärchen, welche ganz begeistert sind!

Apropos Spiel. Die Polizei in Cala Ratjada (sowohl Guardia Civil als auch Policia Local) haben für diesen Abend Verstärkung aus Palma angefordert. Naja, klingt ja auch logisch, wenn man bedenkt, welche anderen Städte neben Arenal von deutschen Urlauben bevorzugt sind: Inca? Soller? Vielleicht noch Alcudia. Aber vor allem natürlich unser Rattata!

Und angeblich wurden sogar das Bolero und Physical gebeten, heute Abend nicht zu öffnen — ob da was dran ist?

Apropos Duschen: aber dazu später mehr… Jedenfalls haben die Spanier schon gut vorgelegt, was das Feiern angeht, die deutschen Gäste allerdings auch, wie man im Bierbrunnen sieht. Hier fing die Polizei schon früh an, für Ordnung zu sorgen…

Was unsere Kleiderordnung angeht, so haben wir uns bilateral gekleidet: Eine der beiden Parteien muss ja nun gewinnen… Und unter uns: die Spanier haben einfach das bessere Spiel hingelegt!

Dementsprechend starteten dann auch die Feierlichkeiten durch: Erst mal mit einem Feuerwerk und Leuchtfackeln und was sonst noch alles Licht und Krach macht. So auch Kettensägen mit ohne Kette!!!

Vom Bierbrunnen sind wir die Avenida Calle Agulla hoch gegangen und begleiteten den Zug der jubelnden Spanier. Ziel war der Brunnen, wo schon vor Abenden die Party abging, …

… und diesmal konnte auch Daniel sich nicht bremsen!!!

2008-06 Wandern um die Cala Olla

Ich habe am Montag noch einen Tag Urlaub und daher steht eine Erkundung der näheren Umgebung an. Wie das nämlich immer so ist, kennt man sich vor seiner eigenen Haustür bekanntlich am schlechtesten aus!

Wir machen uns also auf einen Spaziergang zur Cala Olla, die quasi hinter dem deutschen Berg liegt. Eine olla ist übrigens ein (Schnell-)Kochtopf. Nun, der Name ist nicht ganz abwegig, denn eigentlich fehlt wirklich nur noch der Deckel auf der Bucht.

Direkt an der Cala Olla schließt sich ein kleiner Wanderpfad an, dem wir folgen. Man kommt zu einer herrlichen Steilküste von Cala Ratjada, die man sonst nur vom Boot aus zu Gesicht bekommt. Und hier bietet es sich an, etwas herum zu kraxeln: Von ganz oben kann man nämlich um die Spitze des deutschen Bergs herum in die Cala Agulla und die Cala Molto hinein schauen.

Folgt man dem Pfad weiter, der leider mit blauer Farbe anstatt mit Steinmännchen gekennzeichnet ist, so landet man schließlich beim Leuchtturm oder genauer gesagt bei der Torre ciega, dem „blinden Turm“ direkt neben dem Leuchtturm.

Apropos klettern: Auf dem verfallenen Häuschen steht drauf, dass dort drinnen elektrische Anlagen drin sind und man sich deshalb dort fern halten soll! Aber wer sich etwas in Spanien auskennt, der weiß, dass grundsätzlich alle elektrischen Leitungen oberirdisch verlegt werden. Das begründet sich darin, dass die Energieversorger per gesetzlicher Verordnung jederzeit Zugang dazu haben müssen. Daher kommt es oft zu diesem unschönen Kabel-Verhau. In Deutschland müssen die EVUs natürlich auch jederzeit Zugang zu den Leitungen haben. Haben sie ja auch — nach dem buddeln!

Zurück zum Thema: An der Hütte steht „Vorsicht vor dem Strom“, man sieht aber kein Kabel! Also kann da nichts mit Strom drin sein. Es gibt nur eine Möglichkeit diese These zu untermauern: Rauf auf die Mauer! Und siehe da, ich hatte Recht!

Nach den Anstrengungen am Mittag folgt nun eine etwas entspanntere Aktion am Nachmittag: Eine Fahrt mit dem Mini-Zug durch Cala Ratjada. Bzw. durch Cala Ratjada, Capdepera und Sa Font de sa Cala. Im Gegensatz zum Mittelaltermarkt kostet die ganze Runde dieses Mal 3,50 EUR pro Nase. Dafür kann man sich aber auch ganz entspannt die Gegend anschauen…

Da dies der letzte gemeinsame Abend ist, wird noch einmal lecker Essen gegangen. Can Manolo steht auf dem Programm. Vermutlich auch ein Ur-Mallorquiner mit einer sehr guten einheimischen Küche, die sich sowohl auf Fisch als auch auf Fleisch versteht. Erstaunlicherweise bekommen wir für den Verdauungs-Carajillo sogar die Flasche auf den Tisch gestellt. Das passiert normalerweise nur bei „guten“ Gästen. Leider haben wir nicht vorreserviert, so dass wir um 21 Uhr wieder raus geschmissen werden. Scheinbar sind wir doch nicht so gute Gäste. Noch nicht ;o)

Nachtleben ist angesagt.

Wir zeigen unseren Eltern nach dem Bierbrunnen als Happy-Hour-Bar und dem Sinaii als Lümmel-Ecken-Bar das Coconar, welches wohl in die Kategorie „besonders Stylish“ einzuordnen ist. Ein bunt beleuchteter Tresen, der in der Mitte halbiert und so platzsparend Tagsüber verstaut werden kann.
Und Papa trinkt seine erste Bionade!

2008-07 Das Aquarium in Palma

An seinem Geburtstag darf man sich bekanntlich etwas wünschen und Marco hat sich gewünscht, ins Palma-Aquarium zu fahren. Gesagt. Getan.
Das Aquarium ist wirklich sehr schön und es war definitiv einen Besuch wert — die Bilder sprechen mit Sicherheit für sich… Einzig verbesserungswürdig ist wohl, dass man beim nächsten Male nicht in der Hochsaison dort hin fahren sollte. Es ist voll. Tierisch voll. Und natürlich Kinder. Viele! Laute! Schreiende! Dazu noch Kinderkarren… Aber egal, diese Fische sind schon beeindruckend! Und man kann in dem riiieeesigen Haifisch-Becken sogar tauchen gehen. Für nur 200 EUR!!!

2008-08 Correfoc in Arta

 

San Salvador in Arta.

Vicente meint, es ist dieses Jahr alles etwas kleiner und kürzer und billiger gehalten. Nun, wir überzeugen uns davon am besten selber, indem wir an dem Höhepunkt schlechthin der Festivitäten teilnehmen.

Weil es später, wie wir aus der Vergangenheit wissen, noch heiß her gehen wird, muss eine prophylaktische Abkühlung her: granizado oder auf neu-spanisch slush in verschiedenen Geschmacks- und Varbvariationen. Meine Arbeitskollegin Sigrun hat zumindest was die Farbe angeht einen Volltreffer gelandet! Zu empfehlen ist übrigens auch die Sorte pomada, was vom Prinzip her die gefrorene Version von Vodka-Lemon ist.

Das Bild dürfte bereits bekannt sein. Hier sieht man den Unterschied zwischen „gut“ und „böse“ bzw. besser zwischen „sicher“ und „unsicher“: Sicher ist man dort, wo die weißen Girlanden sind. Unsicher dort, wo sie fehlen und statt dessen die Fensterscheiben mit Pappkartons abgeklebt sind…

Tja, und dann gehts rund! Wohl eines DER sehenswertesten Spektakel auf Mallorca! Der correfoc, der Feuerlauf durch die Altstadt von Arta. Der kulturelle Hintergrund der Geschichte ist die Vertreibung des Teufels (unschwer erkennbar an den Masken, den Dreizacken und den Feuerwerken) aus der Stadt und der Wiedereinzug der Bürger (die cabezudos, also die mit den riesigen Köpfen, die wir schon in Capdepera gesehen haben)

Tja, was soll man noch dazu sagen? Es war einfach GEIL!!! Das Feuerwerk über den Köpfen, die Hetzjagden durch die Gassen der Altstadt, die schaurige Trommel-Musik, die ganze Stimmung… Einfach nur genial!!! Das muss man definitiv mehr als ein Mal gesehen haben!

Wir haben uns, wie bereits vor Jahren, an der Straßenecke von „sicher“ zu „unsicher“ auf dem Sockel einer Laterne positioniert, um so gut wie „mittendrin, statt nur dabei“ zu sein. Während des Spektakels müssen wir kurzfristig einen strategischen Rückzug antreten, um die Laterne jedoch kurz darauf wieder zurückzuerobern! Wir sind kurzfristig wirklich mittendrin :o)

Ja, nach dem wirklich super-aufregenden Feuerlauf muss jetzt zum Abschluss des Abends etwas ruhigeres her: Eine Runde in der Mini-Schiffschaukel mit dem Maxi-Spaß! Das ist die Schiffschaukel, die direkt auf einem Anhänger steht. Kurz bevor es los geht, werden die Leute noch einmal umgesetzt, damit die Schaukel halbwegs austariert ist, und dann kann es los gehen: Volle 180° werden überstrichen!!!

Ach ja: Anschnallen kann man sich natürlich auch — wenn man das möchte :o)
Aber ohne ist das natürlich viiieeel aufregender! Als wenn wir an dem Abend nicht schon genug Adrenalin in Blut hätten…

2008-08 Correfoc in Capdepera

Sant Bartomeu in Capdepera.

Der Höhepunkt dieser Festwoche ist, wie sollte es anders sein, der correfoc. In diesem Falle nennt es sich aber nit de foc, ist aber genau das selbe: Ein höllisch-heißes Feuerspektakel ein mal quer durch die Stadt! Durch Zufall treffen wir Danny und Timo, die dieses Spektakel noch nie gesehen haben und etwas „unpässlich“ angezogen sind.

Die Vorbereitungen laufen:

Die Munitionskiste wird in Position gebracht
Die Wände sind schon gut bestückt

Und auch die Trommler sind da

Es kann los gehen! Diesmal haben wir sogar ein kleines Filmchen gebastelt!!!

Generell kann man sagen, das der correfoc in Capdepera total anders ist, als der in Arta vor 3 Wochen: Während der Feuerlauf in Arta einen recht geordneten und vorhersehbaren Ablauf hat, ist es in Capdepera ehr chaotischer und nahezu unberechenbar! In Arta weiß man, wo man sicher ist, und wo nicht. In Capdepera ist dem definitiv nicht so! Da kann es durchaus vorkommen, dass einer der Feuerteufel weit von der Route abweicht und in die „zivile“ Menschenmenge rein läuft!

Einziger fader Beigeschmack in Capdepera ist, dass sich das Ende am Marktplatz leider etwas hin gezogen hat und keinen richtigen Höhepunkt hatte… Dennoch ist es definitiv einen Besuch wert!!!

2008-08 Dienstreise nach Menorca

So nah und doch so fern — 12. und 13. August 209

Überfahrt

Es geht ja so ganz unchristlich früh los! Wir starten noch vor dem Sonnenaufgang in Cala Ratjada und fahren nach Alcudia rauf. Von dort aus geht unsere Fähre rüber nach Menorca, wo wir einen Tag lang über die Insel fahren, um neue geschäftliche Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen.

Das Boarding ist etwas eigenartig: Es darf nur der Fahrer, also Jörg, mit dem Auto rein fahren. Ich muss zu Fuß durch eine Waffenkontrolle wie beim Flughafen. Das Auto dagegen wird nicht kontrolliert. Der Sinn dieser Aktion bleibt mir verborgen.

Ich bin ja noch nie mit einer Fähre gefahren. Daher finde ich es um so beeindruckender, dass die Zahl der Passagiere genau am Eingang angeschlagen ist: 65 Personen plus ein Baby! Und der Kapitän ist genau so alt, wie ich. Das kann ja heiter werden…

Der Westen — Ciutadella

Wir landen in Ciutadella, im Westen der Insel. Ciutadella war früher die Hauptstadt von Menorca. Wer aber denkt, dass der Ort direkt am Meer liegt, der wird enttäuscht. Fast wie Hamburg fährt man erst mal relativ weit in die Insel rein. Die Finnen nennen das wohl „Fjord“. Während der Einfahrt kann man vielen Leuten bequem durch die Fenster auf den Teller schauen, so eng ist es dort. Das Wende-Manöver im Hafen wird dann zur Maßarbeit. Gefühlt ist vor und hinter der Fähre nur noch ein Meter oder so Platz. Aber der junge Kapitän scheint sein fach zu verstehen…

Und schon bald stellen wir fest: Menorca ist anders. Und zwar so ganz anders, als die große Schwester Mallorca. Die Landschaft ist komplett anders, viele Tiere auf den Feldern, die Häuser sind ganz anders und auch die Touristen sind komplett anders: Viele (gesittete) Engländer und kaum Deutsche! Auch der Baustil erinnert ehr an England als an mediterrane Häuschen auf dem Lande…

Dieser kleine Abstecher soll uns an die kleine Bucht Cala Maracella führen. Dafür fährt man zunächst aber gefühlte 2 Stunden über eine nicht enden wollende Staub-Piste. Die Bäume und Büsche entlang des schlaglochübersehten Weges sind schon ganz grau und farblos von dem feinen Staub, der von jedem Wagen aufgewirbelt wird…

Irgend wann hat man dann die Wahl zwischen einem kostenfreien Parkplatz und einem kostenpflichtigen. Wir entscheiden uns für die Gratis-Version und erfahren nach weiteren 10 Minuten Holper-Fahrt, warum der kostenlos ist: Vom Parkplatz aus muss man nämlich noch 15 Minuten zu Fuß zur Bucht gehen. Aufgrund der Hitze verzichten wir drauf und kehren frustriert um.

Wieder festen und geteerten Boden unter den Füßen inspizieren wir den dunklen Chrysler Voyager von Jörg: Der ist mittlerweile stark paniert und etliche Nuancen heller geworden!

Als kleinen Service auf dem Weg entlang der Staub-Piste zum Strand wird einem aber immerhin angezeigt, ob es sich überhaupt noch lohnt, besagten Parkplatz anzusteuern! Dann kann man immerhin schon vorher umdrehen und muss das nicht erst kurz vor dem Parkplatz tun, wo ein Wenden ohnehin annähernd unmöglich ist!

Wir sind wieder bei Ciutadella, diesmal aber nördlich davon in Cala en Blanes. Eine weitere der vielen kleinen Buchten auf der kleinen Insel. Im Schatten der Palmen machen wir eine kleine Mittagspause und trinken einen cafe con hielo und schauen dem Papagei zu, der, wen wunderts, nur hola sagen kann…

Zum westlichen Abschluss der Menorca-Reise ein paar Bilder aus der Innenstadt von Ciutadella, der ehemaligen Inselhauptstadt. Die Bilder sind rund um der Plaza Mayor am Rande der Altstadt entstanden, wo auch das Rathaus steht und der Wochenmarkt statt findet.

Panorama – Hafen Ciutadella

Der Hafen von Ciutadella, der einstigen Hauptstadt von Menorca liegt tief im inneren der Insel und lässt den großen Fähren kaum Platz zum wenden. Während dieses Manövers kann man den Leuten bequem durch die Fenster auf Ihre Teller schauen…

Der Osten — Mahon

Spät am Abend kommen wir schließlich im Osten von Menorca an: Die Hauptstadt Mahon, genauer gesagt in Es Castell, ein kleiner Ort an der Bucht von Mahon. Obwohl es schon zappenduster ist, zeigt sich die Stadt von seiner besten Seite. Hier findet man etwas, was auch Mallorca im Allgemeinen und Cala Ratjada im Besonderen gut tun würde, zumal gerade in Rattata die Gegebenheiten dafür vorhanden wären.

Am Hafen gibt es unzählige kleine Restaurants und Bars und Cafes. Alle direkt am Wasser. Dazwischen immer mal wieder die Zugänge zu den Schiffen. Der Bootshafen und die Gastronomie verschmelzen hier zu einer Einheit und bieten ein wirklich ungebremstes mediterranes Feeling, was ich in dieser Form schon lange nicht mehr gespürt habe…

Nun, das Hotel zeichnet sich eigentlich nur durch sein Badezimmer aus: Es gibt 2 Badewannen! Offensichtlich waren es zuvor mal zwei Einzelzimmer gewesen, die man kurzerhand zu einem (wirklich sehr großen) Doppelzimmer zusammengelegt hat. Daher auch 2 Eingangstüren, 2 Wandschränke und 2 Balkone!

Da hilft auch nicht der schöne Blick aus dem Frühstückssaal darüber hinweg, dass das Hotel ehr Mittelmaß ist und schlichtweg zu teuer für das, was es bietet.

Tja, und Tags darauf geht es dann wirklich nach Mahon. Schiffe gucken, Altstadt gucken und natürlich Xoriguer kaufen, der berühmte Gin aus Menorca in der bekannten grünen Flasche mit Henkel! Kaufen kann man ihn, und andere flüssige Delikatessen (Pomada zum Beispiel) übrigens direkt in der Fabrik. Nur einen Einblick in die Produktion bekommt man leider nicht. Schade! Das leckere Getränk ist dort übrigens etwa 2 EUR günstiger, als auf der Nachbarinsel Mallorca…

Heimwärts

Auf der Rückfahrt schaukelt es etwas mehr. Das hat zur Folge, dass sich die Fähre in der Ankunft schon um eine halbe Stunde verspätet. Außerdem hat sich jemand auf der Strecke Alcudia-Ciutadella das Essen durch den Kopf gehen lassen. Natürlich mitten im Durchgangsbereich. Großzügig werden Flatterbänder gespannt…

Wir lassen und davon nicht weiter beeindrucken, essen zu Abend und schauen hinterher zu, wie der Lotse trotz Wellengangs einfach so an Bord hüpft.
Eine beeindruckende Dienstreise in eine ganz andere Welt, geht zu ende und ich kann jedem nur empfehlen, im Urlaub einfach mal für einen Tag rüber zu fahren…

2008-08 Feuerwerk in Can Picafort

Im Rahmen der bereits mehrfach genannten Feierlichkeiten im Nordosten machen wir uns heute in Richtung Can Picafort auf. Dort soll gegen Mitternacht ein spektakuläres Feuerwerk am Strand stattfinden.

Folgende Eigenschaften gehören zu diesem Spektakel:

In allen Hotels in Can Picafort gibts am nächsten Tag Fisch, denn das Feuerwerk findet teilweise aus dem Wasser heraus statt.
Es gibt riesige Lautsprecherboxen, die versuchen, abgestimmt auf das Feuerwerk den Strand mit Musik zu versorgen.
Das Feuerwerk soll 45 Minuten dauern.
Die Strandliegen werden ausnahmsweise abends nicht eingesammelt und zusammengekettet.

Aber der Reihe nach… Wir fahren Richtung Norden. Eine wirklich wunderschöne Strecke, denn wir überwinden dabei Höhenunterschiede von 2 x 100 Metern. Das macht einfach Spaß mit dem Auto. Wir sind recht früh dran und nutzen unsere Zeitreserve und fahren durch Can Picafort durch nach Port d’Alcudia, denn während wir schon oft durch Alcudia gefahren sind, in Port d’Alcudia waren wir noch nicht. Der Sonnenuntergang in Mallorcas größter Bucht belohnt uns für unsere Idee.

Dann gehts aber auch achon nach Can Picafort, denn ein Bekannter sagte uns, dass wir spätestens um 22Uhr da sein sollen. Sind wir dann auch und ein kurzer Anruf lässt ihn uns lokalisieren. Wir ziehen uns 2 der Liegen ran, die am Strand verteilt sind und machen es uns gemütlich, ahnen dabei aber schon, dass es an diesem Abend für August untypisch kalt ist. Ich höre noch Daniels Bemerkungen, als ich heute abend das Haus in langer Hose und Strickjacke verlasse. Wer allerdings aus meinem Auto das Handtuch mitnimmt, um sich notdürftig gegen die frische Luft zu schützen sieht man auf den Bildern (kicher).

Gegen 23 Uhr probiert der Master des Ganzen dann die Lautsprecher aus. Sie plärren dann doch ein wenig, weil den langen Stand zu beschallen ist ja auch nicht einfach.

Für die Wartezeit bis 23:55 versorgen wir uns mit Chips und Getränken aus dem nahegelegenen Supermarkt. Essen und Trinken vor Langeweile. Um 23:55 gehts dann aber auch los und es ist ein echt sehr schönes Feuerwerk. Neu für uns als Experten ist, dass Feuerwerkskörper aufs Wasser geschossen werden und dann auf der Oberfläche des Wassers explodieren. Ein wirklich sehr netter Effekt und durchaus noch eine Idee für Cala Rajadas Hafen.

Während des Feuerwerks fallen dann noch Bemerkungen der umherliegenden Zuschauer wie z.B.: Glühwein, warme Badeanne, Daunendecke und Heizung. Und das im August auf Mallorca!

2008-08 Mit dem Katamaran in den Sonnenuntergang

Neeeeeeee, wat is dat schöööööön!!! Ich habe doch zum Geburtstag von Kai, Chris und Chris einen Sonnenuntergangsausflug auf einem Katamaran geschenkt bekommen. Und den Gutschein lösen wir heute ein. Katamaran ist übrigens aus dem Tamilischen abgeleitet und bedeutet: Boot aus zusammengebundenen Baumstämmen. Ganz so simpel ist unser Schiff dann aber doch nicht. Wir besteigen von hinten über einen kleinen Steg das Schiff und gehen vorbei an der Komandozentrale, die hier hauptsächlich aus einem großen Ruder und einer Zapfanlage für Getränke besteht. Im vorderen Teil ist standardmäßig ein so genanntes Trampolin, eine Liegefläche aus breitem Gurtenband. Dort kann man ca. 1 Meter über dem Wasser liegen. Das ist nicht nur sau-bequem sondern einfach geil, denn unter einem ist das Wasser, über einem der Himmel und neben einem die wunderbare Aussicht! Na gut, manchmal schaukelt es ein wenig, gerade wenn Mitreisende neben einem auf den Gurtbändern vorbeigehen. In die Lücken zwischen den Gurten kann man auch wunderbar sein Trinkgefäß (Plastikbecher) mit dem Sekt abstellen. Ja, denn Sekt gibts auch zur Begrüßung! Und wenn man freundlich nachgefragt hat, wird sogar umsonst nachgeschenkt (3 x *grins*) An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die 3 Geburtstags-Beschenker! Die Tour dauert insgesamt ca. 1 1/2 Stunden, 1 1/2 Stunden die wunderschön sind! Leider kriegen wir den Sonnenuntergang aber dann gar nicht so original mit (ich dachte wir sehen, wie sich die Sonne zischend im Meer versenkt) sondern sehen eher, wie sie hinter den Bergen verschwindet. Alles in allem ein super Ausflug, den ich jedem Besucher hier nur empfehlen kann!

Auf dem Kartenausschnitt ist zu sehen, welche Route wir fahren: Links inkl. Geschwindigkeitsanzeige (zwischen 0 und 22 km/h), rechts auf dem Sat-Bild sieht man, wie wir die Küste umfahren.

2008-09 Feuer in Cala Ratjada

Mein Chef und ich, wir können es uns ja nicht nehmen lassen, und sehen uns das Spektakel aus nächster Nähe vom „Deutschen Berg“ aus an. Von dort aus hat man eine (vom Rauch abgesehen) ungetrübte Aussicht auf den Großbrand, der sich, so erfahren wir Tags darauf, auf 7500m2, also rund 7 1/2 Fußballfelder, erstreckt.

Ein paar Hintergrund-Infos:

Der Lösch-Hubschrauber holt sein Wasser nicht etwas, wie der naive beobachter glauben mag, aus dem nahe gelegenen Meer, sondern klappert nach und nach alle öffentlichen und privaten Swimmingpools in Cala Ratjada ab! Auf dem Meer wäre es wegen dem Wind angeblich zu gefährlich…
Das Löschflugzeug holt sein Wasser zwar aus dem Meer, muss aber wegen der böigen Winde das Wasser ebenfalls nicht vor der Tür, sondern in der Bucht von Alcudia (!!!) holen! Außerdem ist es ein ganz anderes, als das, was wir Anfang des Sommers dokumentiert haben.
Das Fußvolk. Erstaunlicherweise führen spanische (wie die deutschen übrigens auch) Feuerwehrautos gar nicht so viel Wasser mit sich. Ist das dann alle, rücken hier aber nicht neue Feuerwehrautos an, sondern die LKW, die sonst den Fincas das Trinkwasser liefern!

Manche Neuigkeiten muss man brand-aktuell reinstellen. Als wir heute Mittag bei unserem Dienstags-Kaffee bei Vicente sitzen, fahren in kurzer Reihenfolge die policia local, guardia civil, bombers und die Forstwache mit Blaulicht an uns vorbei. Ein Blick Richtung Leuchtturm lässt schnell erkennen, dass es dort in der Nähe wohl brennt. Der Feuerwehr-Hubschrauber fliegt den ganzen Nachmittag mit einem Behälter zwischen ‚Tankstelle‘ und Feuerstelle. Auftankstelle ist wohl die Cala Guya.

2008-09 Formentor und Els Calderes

Formentor

Bereits auf meiner Ostertour bin ich ja schon auf Cap Formentor gewesen. Beziehungsweise auf dem Wachturm beim Funkfeuer auf halber Strecke zum eigentlichen Cap und dem Leuchtturm.

Da es an dem Wachturm bei weitem nicht so voll ist, wie am Leuchtturm, und die Aussicht meiner bescheidenen Meinung nach ohnehin besser ist, als am Ende, führt uns unser Weg während der Elternzeit also zum Wachturm von Cap Formentor mit seinen in den 80ern illegal errichteten Rohbauten, die heute so langsam vor sich hin rotten, weil deren rechtlicher Status mehr als 20 Jahre nach der Erbauung nach wie vor ungeklärt ist!

Es kostet mich nicht gerade wenig Überredungskünste, bis ich Marco schließlich IN den Turm hinein gelockt habe. HOCH ist er ja freiwillig gekommen… Aber es hat sich definitiv mal wieder gelohnt, die rostigen, aber nach wie vor bombenfest sitzenden Eisen-Sprossen erst innen und dann außen zu erklimmen. Denn dort oben ist man nämlich alleine und kann wirklich ungestört die Aussicht genießen, Richtung Formentor schauen, den Parkplatz der Aussichtsplattform beobachten oder aber den Strand von Hotel Formentor von oben bestaunen…

Dann geht es aber doch weiter an den nördlichsten und östlichsten Punkt Mallorcas: Nach Cap Formentor. Raquel und Christian haben diesen Punkt ja schon bereits mit dem Boot passiert. Eine Tour, die bei weitem nicht jeder gemacht hat…

Wie zu erwarten, gestaltet sich die Parkplatzsuche mehr als schwierig und oft hat man Angst um Leib und Leben — der anderen Autofahrer, denn so manch einer hätte es mit seinen Fahrkünsten mal lieber lassen sollen, diese Strecke in Angriff zu nehmen!

Es ist voll, es ist heiß. Aber die Aussicht ist dennoch sehr schön!!!

Das Mittagessen nehmen wir, weil es annähernd auf dem Weg liegt, im schon bekannten „Kreisel-Restaurant“ Bodega del Sol ein. Leider müssen wir feststellen, dass der Papagei, der eigentlich immer nur hola gesagt hat (vermutlich, weil die Touristen selber nichts anderes sagen können), nicht mehr da ist Frown.gif

Hatte ich schon erwähnt, dass es auch unter den Wein-Ranken der Bodega del Soll immer noch sehr warm ist?

Das Herrenhaus Els Calderes

Wir haben seit über 250 Jahren auf Sie gewartet — So wird man beim Betreten des Herrenhauses in Empfang genommen. Nach dem Rundgang stellt man dann fest, dass es wirklich so ist…

Obwohl wir schon 5 Jahre als Touristen die Insel gut zu kennen meinten, blieben uns bis dato immer noch einige Sachen verborgen, so z.B. das Herrenhaus „Els Calderes“. Heute allerdings besuchen wir das Adelsgut mit meinen Eltern, Sabrina und Daniel. Wir haben Glück, denn wir können uns einer Reisegruppe mit Führung anschließen. Denn, obwohl mit Eintritt versehen, befindet sich das Haus immer noch in Privatbesitz; eine Führung vom Haus gibt’s nicht. Und das ist schade, denn das Haus birgt viel Geschichte und viele Geschichten über den Landadel und das mallorquinische Volk vor 200 Jahren. Damit ich jetzt nicht mein Wissen hier zusammenstückeln muss, verweise ich lieber auf schon fertige Berichte, so z.B. bei Teleweb mit einem kleinen Filmchen oder bei Wikipedia.

Wem das Haus und besonders der Eingangsbereich übrigens bekannt vor kommt, der schaut zu viel Werbung einer Schokoladen-Mohn-Praline!

Einige Details möchte ich trotzdem kurz erwähnen: Da ist z.B. der Weinkeller, in dem auch typischer Landwein verköstigt werden kann. Von Fässern über Herstellungs-Utensilien bis hin zu fertigen Flaschen ist dort alles zu finden. Mit den Flaschen ist es allerdings so eine Sache: Man hat sie auf dem Landgut ‚gefunden‘, sie haben viele Jahrzehnte in der Erde vergraben gestanden. Ihr wisst, dass Weinflaschen hinzustellen nur bei ALDI in Kartons sinnvoll ist, zur Lagerung muss Wein natürlich liegen. Jedenfalls ist der Wein in den Flaschen schon lange Essig, man riecht es beim Vorbeigehen. Ansonsten wären diese über 100 Jahre alten Flaschen sicherlich auch nicht mehr vollzählig in den Regalen. Diese Glocke im Regal ist übrigens was ganz Besonderes: Bei der Hochzeit von Lady Di und Prinz Charles bekamen die anwesenden Gäste diese Glocke als Andenken an die Hochzeit. Und da der mallorquinische Adel wohl auch eingeladen war, steht eine dieser Glocken in Els Calderes.

Dieses seltsame Gerät mit den Rädern und dem Rohr nach oben ist ein Zeugnis früher Antriebstechnik: Es handelt sich um den ersten und ältesten Einzylinder-Petroleum-Motor der Insel. Hiermit wurden die Mahlsteine angetrieben, mit denen das Getreide gemahlen wurde. Leider ist der Motor nicht mehr in Betrieb, obwohl ich sicher bin, dass eine kleine Wartung das Ding wieder flott machen würde. Solch eine solide und einfache Motortechnik lässt sich doch durch lächerliche 100 Jahre nicht den Spaß verderben Smile.gif Eine alterenative Antriebstechnik für z.B. die Wasserpumpe ist der Esel. *grummel*

Und nun nochmal zur ‚Sobrasada‘ beziehungsweise seinem ‚Lieferanten‘: dem schwarzen Schwein (Katalan. porc negre). Diese Schweinerasse wird auf Mallorca nach traditionell überlieferter Weise gezüchtet und gefüttert. Und wie andere Schweine brauchen auch die schwarzen einen Zuchteber, lt. Schild liebevoll ‚Reproductor‘ genannt.

2008-09 Ses Paises in Arta

Viele Steine, ansonsten alles kaputt. So könnte man Ses Païsses bezeichnen, die bedeutendste und charakteristischste archäologische Ausgrabungsstätte im Osten Mallorcas. Insgesamt stammt die Siedlung aus der Zeit zwischem 13. und 1. Jahrhundert vor Christi, also wirklich beeindruckend alt. Und schon damals wurden Troubadoure am Baum festgeunden und ich dachte, sowas gabs nur bei Asterix und Obelix.

Während Ses Païsses eigentlich überwiegend aus großen Steinen besteht, die kaum noch die frühere Form des Dorfes erkennen lässt, haben wir hier ein Haus mit Wohnzimmer gefunden! Rechts auf dem Podest steht gewöhnlich der Fernseher, links in der Wand eine kleine Nische zum Bücher lesen, falls dann doch mal nix im Fernseher kommt.

Auch wir kennen die Insel noch nicht in allen Einzelheiten. Und wie wir wissen: In der Nachbarschaft kennt man sich am schlechtesten aus. Darum besuchen wir heute auch Colonia de Sant Pere. Ein wunderschöner Küstenabschnitt im Nordosten Mallorcas. Der Ort durfte aufgrund seiner Ursprünglichkeit schon herhalten für die Dreharbeiten von Tarragona. Dort war es möglich, das Spanien der 70er nachzustellen. Und idyllisch ist es dort wirklich!

Und wenn wir schonmal im Auto sitzen und so durch die Gegend gondeln, dann schauen wir gerne mal in kleine Feldwege. Auf einem Weg zu entlegenden Fincas fanden wir dieses, ja, wie soll man sagen: Trafo-Häuschen. Wie man sieht, hats dadrin auch schon gschmurgelt. Eindeutig Bilder der Kategorie: Faszinierende Technik Mallorcas… Allerdings: Für eine Mamorplatte zur Montage hats dann doch gereicht!

2008-10 Goldmakrelenfest in Cala Ratjada — Die Llampuga

Bereits am Montag warfen große Dinge ihre Schatten voraus: Die Vorbereitungen für die Mostra de Llampuga (das ist wieder mal katalanisch und bedeutet auf Spanisch Demostracion de la Caballa und auf Deutsch Schaukochen zu Ehren der Makrele oder kurz (Gold-)Makrelenfest) laufen auf Hochtouren. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle, dass wir darüber nicht schon Zeitnah berichtet haben Smile.gif

Kurz: Was wird geboten? Das ganze Hafengelände wird zum abgesperrten Bereich, in den man nur Einlass durch Kaufen eines 10 EUR Tickets erhält. Darin enthalten sind 5 Verzehrgutscheine a 1 EUR. Diese können dann zum selben Preis auch nachgekauft werden. Und in dem Bereich gibt es alles. Alles für je 1 Gutschein. Getränk, Essen, Nachtisch. Natürlich nur in Tapas-Größe, aber man muss ja auch alles probieren. Und natürlich alles auf Basis der Makrele (Nachtisch und Getränke ausgenommen!).

Es ist voll. Verdammt voll! Um die Mittagszeit kommt man fast gar nicht mehr voran. Scheinbar ist halb Mallorca auf den Beinen. Das sind so die Momente, wo man Angst haben muss, dass die Insel umkippt…

Aber Scherz bei Seite. Die Leute sind in Scharen angereist. Und nicht nur aus der Umgebung von Cala Ratjada! Morgen ist ja auch noch Feiertag. Apropos Feiertag. Das Makrelenfest sollte eigentlich 2 Wochen vorher stattfinden. Wurde aber kurzfristig verschoben. Angeblich, weil die Fische noch zu klein sind. Vielleicht aber auch, wegen des Feiertags, der eigentlich auf den heutigen Sonntag fällt, genau deswegen aber automatisch auf den Montag verschoben wird! Der Trend ist hier also etwas anders: Statt Feiertage zu streichen, werden sie ggf. auf den Wochenanfang verlegt — praktisch, gell?

Wettertechnisch liegen wir voll im Oktober-Trend: Bewölkt, zeitweise windig bis sehr windig, aber nach wie vor warm und am heutigen Tag absolut trocken!

Die Stände sind wirklich sehr praktisch: An jedem Stand gibt es genau EINE Delikatesse, die ist dann auch richtig mit Rezept und Inhaltsstoffen auf einem Plakat genauestens beschrieben. So weiß man immer genau, was man gerade probiert. Natürlich gibt es Stände, an denen wenig los ist und Stände, an denen ewig lange Schlangen sind. So freut sich z.B. der Fisch-Burger großer Beliebtheit. Aber mit diesem Ansturm haben die Gastgeber dieses Standes wohl nicht gerechnet: Hinter dem Tresen sind 8 Leute, von denen nur 6 effektiv arbeiten können. Und so wandert ein Burger nach dem anderen zögerlich über den Tresen, was zu Wartezeiten von guten 20 Minuten führt. Was solls, is ja Wochenende :o)

Und auf dem Rückweg von unserer ersten Runde? Quasi auf dem Weg zu Vicente auf einen Kaffee? Wen sehen wir inmitten fleißig kochender Mallorquiner hinter den Kulissen? Vicente! Wir sind natürlich echt erstaunt! Aber nur zu gut nachzuvollziehen, dass bei solch einem riesen Fest jeder mit anfassen muss, um all die Gäste zu versorgen, die sich seit einem Jahr auf das Fest freuen und die aus allen Ecken der Insel herbeiströmen… Also rechts das Suchbild: Wo ist der Vicente? Kleiner Tipp: Er trägt ein rotes T-Shirt!

Was bei uns unter ‚Bierzeltgarnitur‘ läuft, ist hier noch ein wenig praktischer: Die Bänke sehen aus wie in die Länge gezogene Schemel. Sicherlich stabiler und auch für angetrunkene Gäste sicherer als unsere Klapp-Garnituren. Die Tische allerdings werden dann einfach auf Böcke gelegt. Nix zum daran Festhalten! Natürlich dürfen auch andere Leckereien der Insel nicht fehlen. So bekommt man als Gast auch einen Hierbas zum Probieren. Dass wir den schon kennen, haben wir nicht erzählt Smile.gif Und die Insel macht ordentlich Werbung für sich, in Deutschland würd ich sagen :’Gewerbeschau‘, denn einige Stände informieren großzügig mit kostenlosen DVDs, Prospekten, Postern und Heftchen für die Schönheit der Insel!

Den Abschluss des Abends bildet, wie sollte es anders sein, ein Feuerwerk am Hafen! Daher besteigen wir wieder einmal die Dachterrasse unseres Büros und herhaschen einen wunderschönen Überblick über das bunte und illuminierte Treiben am Boden… Es ist ja erst das 5. Feuerwerk, was Cala Ratjada dieses Jahr abschießt (zuzüglich 2er corre-focs und diversen inoffiziellen Feuerwerken am Abend, als Spanien Europameister wurde).


Nach 2 Böllerschüssen zur Vorwarnung geht es los! Neu ist dieses Mal für uns allerdings, dass wir live miterleben, wie es auch ein Feuerwerk auf dem Wasser gibt! Seinerzeit in Can Picafort haben wir das ja leider nicht richtig sehen können…
Der denkbar ungünstigste Platz, um das Feuerwerk zu sehen ist übrigens direkt am Cafe Nohas. Denn durch den Wind ist das genau DER Ort, wo die Überreste des ganzen Gerümpels, was in die Luft geschossen wird, wieder zu Boden kommt. Mit etwas Glück trifft es nur das Kaltgetränk des Abends :o)

2008-10 Wanderung nach Cala Mesquida

In unserer direkten Umgebung gibt es Dinge, die auch wir noch nicht entdeckt hatten. Das soll sich heute ändern, als wir einen Sonntagsspaziergang machen. Wer jetzt an einen langweiligen Spaziergang in feiner Sonntagskleidung zum nächstgelegenen Café denkt, der ist falsch gewickelt. Weiter unten auf der Seite zeigen wir, dass es fast eine kleine Wanderung ist. Und was entdecken wir da? Eine Gottesanbeterin. Und ich dachte immer, die gibts nur ganz weit weg… Stimmt auch, denn in Mitteleuropa gibt es nur eine einzige der 2.300 Arten. So, und dass wir eine Art Sandgrube bei uns fast hinter der Haustür haben, entdecken wir auch erst heute. Tststs, da denkt man, dass man sich hier auskennt, und dann sowas…

Wie immer bin ich dann, was meine Orientierung angeht, auf Daniels Richtung weisende Art angewiesen. Aber zum Turm solle es heute eigentlich nicht gehen, sondern Richtung Cala Mesquida. Wir wandern also zwischen den beiden größten Erhebungen der Ostens hindurch und gelangen auf teils einfachen, teils schwierigeren Wegstrecken zur Cala Mesquida. Natürlich sind wir perfekt auf die kleine Wanderung vorbereitet und suchen deshalb als erstes den Supermarkt in Cala Mesquida auf, um uns mit Wasser zu versorgen. Bei Wasser und ein paar Bonbons bleibts dann auch, obwohl 1 Pk. After Eight für 7,50EUR oder 1 Pk. Ferrero Garden für 8,60EUR durchaus verlockend sind. Spinnen die? Also, nicht die Verkäufer sondern die Kunden, die sowas kaufen?

Mallorcas Strände werben teilweise mit der Bitte: „Hinterlassen Sie am Strand bitte nichts anderes als ihre Spuren im Sand“. Gesagt, getan, der Bitte kommen wir gerne nach… Die Natur hält sich nicht immer daran, denn was wir hier bei roter Fahne in Unmengen am Strand finden sind keine dekorativen Glas-Steinchen sondern gestrandete Quallen. Buääääääh! Daniels Kommentar: „Stell dich nicht so an, du hast Schuhe an!“ Ich finds trotzdem : Buääääääh!

DAS ist die EINZIG vernünftige Reaktion auf das Reservierungsverhalten der deutschen Urlauber! Da sind schon Kriege drum entstanden, wer eine Liege reserviert, wegnimmt, nicht reserviert, nur mal kurz weg war, etc. Insofern eine gute Idee des Hotelbesitzers. Ob’s funktioniert? Keine Ahnung, aber die Idee stößt bei Daniel und mir auf Wohlwollen! Nicht zuletzt, weil wir diesen Kampf auch schon seit Jahren im Wellnesstempel in Damp führen…

Eigentlich stapfen wir ja mehr oder weniger durch das Hinterland des Llevant (das ist Mallorquin und heißt zu Deutsch Osten). Dennoch können wir dann und wann durch Büsche oder zwischen die Berge hindurch einen Blick auf das Meer werfen. In der Cala Mezquida ist bereits die rote Fahne gehisst, während die Cala Agulla wohl etwas geschützter liegt. Hier weht nur die gelbe Flagge…

Auf dem Rückweg von der Cala Mesquida führt uns die Neugierde dann doch über den Berg mit dem Wachturm. Und dieser Ausblick ist wirklich einmalig: Man schaut zur Cala Mesquida (links) und zur Cala Agulla (rechts) und beide Buchten hat man gerade zu Fuß abgeklapptert. Ein geiles Gefühl!

Wer uns kennt, der ist auch nicht weiter verwundert, dass wir auf der Wanderung einen GPS-Empfäger dabei haben. Somit folgen hier nun ein paar Zahlen, Daten und Fakten, die uns der GPS-Empfänger und das Post-Processing verraten haben:

Länge der Tour 4:30 h
Strecke 16km
Minimale Höhe 1,4m
Maximale Höhe 343,2m
Überwundene Höhenmeter insgesamt 2871,6m
Mittlere Aufstiegsgeschwindigkeit 22,2m/min
Energetischer Grundumsatz beim Bergwandern 9447,7kJ

= 8,71 Hamburger
= 7,22 Cheesburger
= 56,88 Chicken Nuggets
= 3,40 Döner
= 8,68 halbe Hähnchen
= 11,29 Teller Linseneintopf mit Wursteinlage
= 2,97 Portionen Schweinebraten mit Kruste
= 3,69 Stücke Frankfurter Kranz
= 4,70 Stück Schokotorte
= 5,64 Portionen Tiramisu

2008-11 San Salvador und Palma

San Salvador


Heute ist der zweite und letzte Tag, an dem wir eine Insel-Rundfahrt machen. Unser Ausflugsziel ist die Einsiedelei auf dem Berg von Felanitx. Jedoch halten wir auf besonderem Wunsch zunächst einmal in Manacor am „Haus der 20 Fässer“ an. Eigentlich ist es ja ein ganz normaler Pott- und Pann-Laden. Allerdings mit Verköstigungsmöglichkeiten aus besagten 20 Fässern. Im Sommer ist dort mit Sicherheit der Bär los und ein reines Durchschleusen…

Den Part mit der Verköstigung überspringen wir mal, weil es doch noch etwas früh ist. Statt dessen zieht der Familien-Aschenbecher (oder besser: Urne) unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das wäre das ideale Mitbringsel für Waltraud!

Dann (nach diversen Käufen und Spaß an der Kasse mit dem Cousin von Mr. Bean) geht es aber direkt weiter bergauf zur Einsiedelei San Salvador auf den gleichnamigen Berg mit seinen stolzen 510m. Die Strecke dorthin ist, ähnlich wie Sa Calobra nichts für unerfahrene Fahrer.

Für Busse ist diese Strecke nur bedingt geeignet. Ein Begegnen von 2 Reisebussen unterwegs muss unbedingt vermieden werden. Deswegen gibt es sowohl am Fuße des Berges sowie oben am Parkplatz „Abfahrtszeiten“ für die Busse.

Nach unserer Elternzeit ist dies nun unser 3. Besuch auf dem Berg und nun wird es für uns so richtig interessant, weil wir andere Sachen entdecken, die einem beim 1. Besuch in der Regel verborgen bleiben…

Eigentlich ist es ja nur zu logisch, dass auch Mönche mal müssen. Aber muss es denn gleich unter dem heiligen Salvador sein? Wenn diese Toilette nicht heilig ist…

Als nächstes folgt die Besichtigung der Kapelle. Allerdings erst, nachdem ich das Bild gemacht habe, denn hier lachen sie noch alle. Oma muss nämlich die gut 20 Stufen rauf. Aber sie schlägt sich tapfer und in der Kirche wird sie auch mit sagenhaften Eindrücken belohnt! Nach Palma mit „groß und pompös“ folgt nun „klein aber fein“. Oma und natürlich auch der Rest sind sehr begeistert. Sowohl von der Kirche selbst, als auch von diesen immer wieder faszinierenden kleinen Gucklöchern!!! Mit anderen Worten: Auch diese Strapaze hat sich mal wieder gelohnt!

Palma

Leider befindet man sich hier im Nordosten der Insel ein wenig weit weg von den großen Touristenattraktionen und man muss eigentlich fast immer 1 Stunde Fahrt in Kauf nehmen, wenn man etwas besichtigen möchte. Der Nordosten mit Arta und Capdepera ist nämlich schnell abgegrast und so fahren wir heute mal nach Palma. Denn ein Mallorca-Urlaub ohne Palma ist kein Mallorca-Urlaub (Übrigens ist die offizielle Bezeichnung seit ca. 1 Woche nicht mehr ‚Palma de Mallorca‘ sondern nur ‚Palma‘, so die Inselregierung). Palma ist uns schon recht gut bekannt, aber einen Tagesausflug mit rollstuhlgerechtem Programm haben wir auch noch nicht gemacht. Wir fahren das Parkhaus unterhalb der Kathedrale an und schaffen es von dort tatsächlich ohne Stufen bis hoch hinein in dieselbe! Wir sind mit 6 Personen, zahlen dort aber nur 3 x Eintritt. Wie praktisch: Daniel als Resident ist frei, Oma im Rollstuhl ist frei und ich sehe schon so schlapp vom Schieben aus, dass ich wohl aus Mitleid freien Eintritt bekomme (offiziell nennt man das dann ‚Begleitperson‘).

Obwohl wir die Kathedrale schon öfter gesehen und besucht haben, ist es immer wieder beeindruckend und Oma ist sowas von den Socken. Sie hat bedenken, abends nicht einschlafen zu können, weil es soooo wunderschön ist! Von dort geht es weiter durch die Altstadt in unsere Stamm-Hamburgeseria ‚Augusta‘ direkt hinter dem Bahnhofs-Parkplatz. Dort kennt man uns schon und da wir bislang über das Jahr verteilt mit so vielen Familienmitgliedern dort waren, denken die dort bestimmt, dass wir ein kleines Reiseunternehmen mit Stadtführung besitzen.

Interessant war auch wieder die wohl inzwischen fertig gestellt Weihnachtsbeleuchtung, so z.B. die zur Kugel gewickelte Lichterkette oder die Glühlampen, die sich alle an einem Mast treffen. Na, wenns da nicht warm wird…

Von dort wieder zurück gehts zum letzten Highlight des Tages: das Hotel Horizonte mit seinem einmaligen Ausblick über der Bucht von Palma.
Als wir abends wieder in CR ankommen, sind wir doch recht erschlagen, denn ein Tag Palma ist nun mal anstrengend…

2008-12 Einsturz Hotel Son Moll

Heute schickt ein Bekannter eine Mail, dass in Cala Ratjada das Hotel Son Moll eingestürzt ist. WAS? Und wir kriegen davon nichts mit??? Also, Regenjacke an und hin. Wir dachten ja, dass die 8 Stockwerke uns als Schutthaufen erwarten. Allerdings sehen wir vor Ort ’nur‘ den einen Gebäudetrakt mit 3 Stockwerken eingestürzt. Das Schlimme ist, dass darunter wohl Bauarbeiter verschüttet wurden und es zu einem Todesopfer kam. Aus dem Internet erfahren wir dann folgende Details: Drei weitere Arbeiter wurden nach Angaben der Behörden unter den Trümmern verschüttet und konnten von den Bergungsmannschaften zunächst nicht ausfindig gemacht werden. Wie eine Sprecherin der Regionalregierung der Balearen mitteilte, konnten vier der insgesamt acht Arbeiter auf der Baustelle verletzt gerettet werden. und Bei einem Hoteleinsturz auf der spanischen Ferieninsel Mallorca ist am Dienstag mindestens ein Arbeiter getötet worden. Drei weitere Arbeiter wurden nach Angaben der Behörden unter den Trümmern verschüttet und konnten von den Bergungsmannschaften zunächst nicht ausfindig gemacht werden.

Interessant ist nun, ob die Ursache eher beim tagelangen Regen oder bei einer unfachmännischen Bauabsicherung zu suchen ist…

Insgesamt sind es nach derzeitigen Angaben 4 Tote, die mit Spürhunden der Guardia Civil gefunden worden sind. Angeblich waren die Renovierungsarbeiten illegal. Außerdem hat die Gemeinde Capdepera 3 Tage Trauer angesetzt.

Bei Google gibt es von der Nachrichtenagentur AFP einen ziemlich treffenden Bericht…

Nochmal zum Hotel Son Moll: Beim Klatsch und Tratsch im Dorf fällt manchmal das Wort ‚einsturzgefährdet‘. Ist vielleicht deswegen das Hotel Clumba polizeilich gesperrt? Oder ist es, weil sich Hotel Clumba das Headquarter dieser Baustelle befand?

Drei Verdächtige nach Hoteleinsturz auf Mallorca festgenommen

Palma de Mallorca (dpa) – Nach dem Tod von vier Bauarbeitern auf der spanischen Ferieninsel Mallorca hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Es handelt sich um den Architekten, den Projektleiter und den Aufseher, die für die Renovierungsarbeiten an dem Hotel im Badeort Cala Ratjada zuständig waren, teilte die Polizei mit. Bei dem illegalen Umbau war gestern ein dreistöckiger Gebäudeteil eingestürzt. Vier Arbeiter starben.
© sueddeutsche.de – erschienen am 17.12.2008 um 12:07 Uhr

2008-12 Weihnachtsmarkt Cala Ratjada

Na, das ist eine Überraschung: Daniel hatte auf kleinen Plakaten entdeckt, dass heute Weihnachtsmarkt im Hotel Lux ist! Also begeben wir uns in Hoffnung auf den gestern verpassten Glühwein dorthin. Tja, und jetzt kommt der schwierige Teil des Schreibens. Wie soll ich (be-)schreiben, was das für ein Gefühl war, von 0 auf 100 mit dem nahenden Fest konfrontiert zu werden? Die Sommersaison mit 6 Monaten durchgehendem Sonnenschein, Schlafen bei offenem Fenster und einem Leben in Badelatschen sitzt einem noch angenehm in den Knochen und dann kommt man ins Hotel Lux und kriegt mit dem Holzhammer Weihnachtslieder und Glühweinduft vors Gesicht gehauen. Mein Gehirn hat das nicht so gut verkraftet, es ist einfach auch eine neue Erfahrung mit Glühwein in der Hand aufs Meer zu schauen. Wir trösten uns auf den Schrecken mit Gemüsepizza (für Daniel) und Bratwurst (für mich) sowie Glühwein.

Mit Regenschirm bewaffnet machen wir uns noch auf einen kleinen Rundgang um auf dem Heimweg nochmal eben flink bei Viola im Bärenhaus vorbeizuschauen, denn auch das Bärenhaus hat draußen einige weihnachtliche Sachen aufgestellt und verkauft Glühwein.
Der Glühwein draußen ist übrigens wesentlich adäquater, als der, den wir zuvor im Hotel Lux getrunken haben. Das mag sowohl an der feuchten und niedrigen Außentemperatur liegen, die man ja aus Deutschland gewohnt ist. Aber es kann auch daran liegen, dass der Glühwein aus dem Bärenhaus, den uns Piraten-Babsi serviert hat, zuvor nicht Stunden lang gekocht (!!!) hat.

2008-12 Weihnachtsmarkt Palma

Weihnachtsmarkt, ja, der soll es jetzt sein. Inspiriert u.a. durch Werbung auf www.inselradio.de machen wir uns auf den Weg nach Palma, um Weihnachtsmärkte zu besuchen. Wir nehmen wieder die öffentlichen Verkehrsmittel, weil uns diese unbeschwerte Art des Reisens echt gut gefällt. Wir nehmen wieder die Kombi ‚Bus/Zug‘, weil sie abwechslungsreich ist und starten gegen 12 Uhr in Cala Ratjada. Auf der Reise sehen wir dann in der Ferne auf dem Puig Major, dem höchsten Berg der Insel, doch tatsächlich Schnee liegen! Naja, der hat ja auch immerhin 1445m an Höhe! Der Schnee in den Bergen darf aber nicht über die uns erwartenden Temperaturen in Palma hinweg täuschen: 19 Grad am Nikolaus, eine wirklich neue Erfahrung. Ob so überhaupt richtige Weihnachtsmarkt-Stimmung aufkommen kann?!?

Mit dem Bus fahren wir zum Pueblo Espanol, denn dort erwartet uns laut Werbung ein Deutsch-Mallorquinischer Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Bratwurst. Erwartet werden an 2 geöffneten Wochenenden immerhin 60.000 Besucher! Als wir dort hungrig ankommen, müssen wir allerdings erst einmal den Bratwurst-Stand suchen, denn er hat sich wirklich gut versteckt. Ja, richtig, ‚ER‘, denn es gibt tatsächlich nur ‚EINEN‘ Stand mit herzhaften Leckereien Frown.gif. Ansonsten bietet der Weihnachtsmarkt einige ‚Produktinformationsstände‘ und zahlreiche bepelzmantelte Zahnarztfrauen. So richtig wohl fühlen wir uns dort nicht, weihnachtliche Stimung kommt auch nicht auf und der Glühwein (von denen einer im Eintrittspreis von 4€ enthalten ist) schmeckt furchtbar. Das lag nicht an den hohen Außentemperaturen sondern schlicht am schlecht gemachten Glühwein. Ne, was freuen wir uns schon auf das nächste Wochenende hier in Cala Rajada…

Dieser kredenzte Glühwein ging ja gar nicht!!! Bei schlechtem Glühwein denkt man immer an süßes Bonbon-Wasser. Nun, in diesem Falle hat man den Zucker ganz vergessen. Und die Gewürze auch gleich. Es war also nur warmer Wein *brrr*

Aber sehenswert ist in Palma die Weihnachtsbeleuchtung, die wir uns ja schon in unillumniertem Zustand und mit dem technischen Auge angeschaut hatten. Die zwei von drei offiziellen Weihnachtsmärkte der Stadt Palma, die wir kurz begutachten, machen dann leider auch keine bessere Weihnachtsstimmung, denn die Stände sind leider keine Holzhütten oder sowas sondern die weißen Kunststoff/Blech-Stände, in denen im Sommer auf der Rambla auch schon die Buchmesse abgehalten wurde. Hierzu gibts, weil eben nicht sehenswert, auch keine Fotos Smile.gif…
Nur was bei Regen ist, haben wir nicht heraus gefunden… Statt dessen sitzen wir am Nikolaus-Abend ohne Jacke in einem Straßencafe an der Rambla und gönnen uns noch eine café con leche. DAS ist mal ein schöner Nicolaus…

2009-01 Heilige Drei Könige

Teil 1 der heiligen Drei Könige. In Spanien bekommen die Kinder ihre Geschenke weder am 24. Dezember noch vom Weihnachtsmann, sondern am 6. Januar von den heiligen Drei Königen. Und die kommen nicht auf einem Rentier-Schlitten sondern (wie praktisch) auf einem Schiff angereist. Anders geht es auf einer Insel auch nicht Smile.gif

Das ganze wird dann groß gefeiert! Und groß gefeiert kann man wörtlich nehmen, denn in Cala Ratjada ist alles auf den Beinen, was sich schon oder noch bewegen kann. Hunderte drängen sich am Hafen, um die Ankunft zu feiern. Eine kleine Bühne ist aufgebaut, auf der die Drei dann noch eine kleine Rede mit großem Unterhaltungswert halten: Klanglich ist es eine Mischung zwischen Kasper und Krokodil oder …

… den Klingonen, wenn sie versuchen, Mallorquin zu sprechen!

Solche Menschenaufläufe sind übrigens immer der Moment, an dem man Angst haben muss, dass die Insel gleich umkippt. Das letzte Mal hatten wie diese Befürchtung übrigens zum Goldmakrelenfest…

Teil 2 der heiligen 3 Könige: Wie die heiligen 3 Könige aufs Land gekommen sind, haben wir ja schon Tags zuvor beschrieben. Aber was wollen die hier? Klar, den Kindern Geschenke bringen. Und damit die Ausgaben nicht zu hoch werden, funktioniert das so, dass die Eltern die Geschenke kaufen, mit einem großen Namensaufkleber versehen und den Königen geben. Deren Aufgabe ist es dann, den wartenden Kindern die Geschenke zu bringen. Und das machen die echt noch zu Fuß! Sie kommen die Straße hoch, beglücken die Kinder (die Eltern sind dann nicht weniger beglückt) und verschwinden wieder in der Straße. Ein Auto (oder Rentierschlitten) können wir nicht entdecken…

2009-01 Mandelblüte auf Mallorca

Und natürlich wollen wir euch die berühmte Mandelblüte nicht vorenthalten. Jedes Jahr machen viele Touristen im Frühling Urlaub auf der Insel, ausschließlich wegen der Mandelblüte. Manche haben allerdings Pech, denn im März ist schon nichts mehr zu sehen und auch, als wir letztes Jahr am 20. Februar hier waren, gab es nur noch vereinzelt blühende Bäume.

Hmm, und leider ist das Wetter diese Tage suboptimal für strahlende Fotos. Aber trotzdem schön, oder?

2009-01 San Antoni Capdepera

Osterfeuer, ja, damit ist es am ehesten vergleichbar, denke ich. Jetzt ist die Zeit der Feierlichkeiten zu San Antoni. Auf der ganzen Insel sind in den Dörfern Festlichkeiten, die 2 Tage gehen: Am Vorabend des eigentlichen Festes sind in den Straßen mittelgroße Feuer, die der Mallorquiner nutzt, um sich typische Wurstwaren zu grillen. Am Folgetag, dem eigentlichen Namenstag des San Antoni Abad werden dann die Haus- und Nutztiere sowie die Bauern im Allgemeinen gesegnet, denn San Antoni Abad ist der Schutzheilige eben dieser. Dieser Tag ist eine der längsten Traditionen der Insel und somit groß angekündigt. Mein Spaziergang heute führte mich dann auch tatsächlich zu zahllosen Feuern in den Straßen von Capdepera und auch hier hätte man in Deutschland mindestens 12 Genehmigungen gebraucht und 1 Feuerwehrauto pro Feuer. Nicht so hier auf der Insel. Das ganze läuft sehr locker und familiär ab. Wie gesagt, fast wie Osterfeuer bei uns, nur mehr davon aber dafür kleiner. Später sollen dann noch Teufel durch die Straßen getrieben werden, aber das erspare ich mir heute, denn die Menschenansammlungen im Allgemeinen fallen doch recht sparsam aus. Also, es ist keine Fiesta zu erwarten, wie wir z.B. im Sommer beim correfoc in Capdepera oder Artà hatten. Gespannt bin ich auf das nächste Wochenende, denn dann wird in Cala Ratjada San Antoni gefeuert, ähm, gefeiert :o)

Heute ist wirklich alles auf den Beinen, was zwei oder vier Füße hat. Das macht ja auch Sinn, denn heute bittet man um einen gnädigen San Antoni, dass er auch bitte gut zu allen Haus- und Nutztieren ist. Und somit findet man auf dem Umzug Schafe, Esel, Greifvögel, Pferde und feiernde Mallorquiner. Das das natürlich nicht ohne Party-Charakter funktioniert, lässt sich den Bildern teilweise entnehmen, denn hier und da ist auch eine Flasche Hierbas im Bild. Außerdem bewerfen einen die Kinder mit Bonbons und aus den Fahrzeugen heraus bzw. von den Fahrzeugen herab wird schon mal das eine oder andere Glas in die Menge gereicht.

Natürlich kommt hier auch wieder echtes Mallorquinisches Lebensgefühl auf, wenn z.B. einer der Wagen mit seinen Aufbauten ein Stromkabel runterreißt, welches quer über die Straße gespannt ist. Es funkt und knallt kurz, dann wir das Kabel etwas höher wieder festgemacht, der Wagen begutachtet (und noch für gut befunden) und weiter gehts, als wäre nichts gewesen.

Auf den Straßen ist übrigens kein Schnee, sondern Sand, der dort entweder wegen der ganzen Baustellen in Capdepera einfach rumliegt oder gezielt gestreut wurde, um hinter die tierischen Ausscheidungen besser wegfegen zu können oder den Tieren das Laufen zu erleichtern.
Nun bin ich also auf das nächste Wochenende in Cala Ratjada vorbereitet :o)

2009-01 San Antoni in Cala Ratjada

Wie schon am letzten Wochenende in Capdepera und Artà ist an diesem Wochenende in Cala Ratjada ‚San Antoni‘. Überall im Ort sind Holzhaufen, teils aus dicksten Baumstämmen, teils aus Holzabfällen und Paletten aufgebaut. Unt der Haufen ist immer eine dicke Sandschicht, damit die Straße keinen Schaden nimmt. Ob die Haufen an diesem Abend überhaupt entzündet werden können ist noch fraglich, denn es ist sehr (!) windig bzw. richtig stürmisch.

Gegen 15 Uhr startet direkt am Los Amigos der angekündigte Umzug. Hunderte Erwachsene und Kinder ziehen mit weißen Oberteilen und roten Halstüchern durch die Straßen. Allen voran natürlich der Teufel auf dem Weg zur Kirche. Dort trifft er dann auf den zweiten Teufel und ab dort tanzen sie miteinander durch die Straßen, begleitet von der Menschenmasse. Übrigens: Falls der Mallorquiner mal Kopfschmerzen bekommt: Kein Problem, denn hier rennen viele Leute mit ‚Medizin‘ herum. Man sieht es auf den Bildern…

Immer wieder spielt die Kapelle, die den Zug begleitet die selben Lieder, alle singen mit und tanzen. Eine faszinierende Atmosphäre. Beeindruckend ist dann auch der Blick von unserem Balkon, denn hier wird das ganze Ausmaß deutlich.

Video – San Antoni in Cala Ratjada

Leider bleibt das Feuer im Bild das einzige in dieser Nacht, denn der Bürgermeister möchte heute Nacht durchschlafen und hat daher die Feuer auf den Straßen untersagt. Schade eigentlich…

Wie schon am letzten Wochenende in Capdepera nun auch hier der Umzug mit Tieren und die Segnung selbiger.

Gerade die Pferde wirken sehr gestresst und so richtig unter Kontrolle scheint kaum einer der Reiter sein Tier zu haben, so wirkt es jedenfalls. So kommt es auch, dass einer der Reiter von seinem Pferd abgeworfen wird, es danach erst wieder lange beruhigen muss, bevor er dann wieder aufsteigt.

Manchmal denke ich mir so: Wenn der Spanier besser zu seinen Tieren wäre, dann müsste er sie auch nicht so viel segnen lassen. Aber das ist meine bescheidene Meinung.

Aber nicht zu vergessen ist und bleibt natürlich der gesellige Aspekt solch einer Feierlichkeit! Cala Ratjada ist übrigens ganz pfiffig und feiert heute sowohl den San Antoni (17. Januar) als auch den San Sebastian (20. Januar).

2009-01 Schnee auf Mallorca

Was für ein schöner Tag! Wir hatten uns vorgenommen, einen Tag mit schönem Wetter zu nutzen, um in die Berge zu fahren, denn dort soll es Schnee geben! Aufmerksam verfolgen wir die auf- und absteigenden Höhenmeter der Schneefallgrenze im Wetterbericht. Sie schwankt so zwischen 400m und 800m. Grummel… Eigentlich wollen wir auf diesen schönen verschneiten Berg und an den Stausee zum Wandern, allerdings ist dort gesperrt und der uniformierte Mann lässt mit seiner Hand am Pistolenhalfter auch keinen Zweifel, dass diese Sperrung sehr ernst gemeint ist… Also,bleiben wir auf ca. 580m beim Kloster Lluc.

Den Schnee, den wir finden, kann man eigentlich nur für Eiswürfel verwenden, nix mit lockerem Pulverschnee. Wir sind auf gut 500m und da ist es einfach schon wieder zu warm. Aber für ein kleines Schneemännchen reichts gerade noch! Und Daniel kriegt auch seine versprochene Portion Eis: kalorien- aber leider (oder Gott sei Dank) auch vollkommen geschmackfrei.

Aber es gibt noch viel mehr als Schnee! Eine wunderbare Aussicht, tolles Wetter und viele lustige Autofahrer, die versuchen, auf ihrer Motorhaube Schnee mit auf Meereshöhe zu nehmen. Auf unserem Spaziergang vom Kloster Lluc aus, finden wir sogar eine Quelle (na, zumindest Wasser, das aus der Wand kommt. Und der Mallorquiner hat dies Wasser ganz praktisch zum Sammelbecken geleitet. Diese Dachpfannen kriegt man doch in Deutschland für teuer Geld, um damit eine Kerze an die Wand zu pinnen, oder?

Gegen Nachmittag zeigt uns das Wetter mal wieder, was es mit meinem Lieblingsthema: Luftfeuchtigkeit so alles anstellen kann: Die Wiesen und Büsche fangen zu dampfen an! Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier Harry Potter, Herr der Ringe und der Nebel von Avalon gedreht wurden!

 

Puh, nach einem so anstrengenden Spaziergang müssen wir erstmal unbedingt in die Pilgerküche, um uns mit (alkoholfreiem!) Bier und lecker Keksen zu stärken. Als wir die Tür zum Betreten öffnen (sie ist nur angelehnt, damit Luft hinein kommt) schlägt einem die volle Portion Kohlenmonoxyd entgegen. Man riecht förmlich die Abgase vom Kamin! Da hält den Spanier aber nicht davon ab, dort seinen Samstagnachmittag zu verbringen. Im Sommer ist dieser Raum die einzige Möglichkeit, wenn sich Wanderer mit einer warmen Mahlzeit und danach mit einem Abwaschbecken versorgen möchten.

2009-02 Karneval Cala Ratjada

Als Christians Urlaub hier in CR letztes Jahr genau einen Tag vor der Fiesta del Carmen zu Ende ging, tröstete ihn Vicente mit den Worten: „Christian, du verpasst nichts, das wunderschöne Feuerwerk wird tagsüber hochgeschossen, man sieht eh nicht viel davon…“. Daher wundert es uns nicht, dass der Karnevalsumzug hier in Cala Ratjada abends stattfindet; inkl. kleiner Kinder etc. Das sich der Mallorquiner mal wieder bei Festlichkeiten nicht lumpen lässt, kennen wir ja schon von anderen Festen. Wo kommen nur all diese feiernden Menschen und geschmückten Wagen immer her??? Ansonsten, denke ich, die Bilder sprechen für sich, auch wenn der Lautstärkepegel des Umzug per Foto nicht wiederzugeben ist :o)

2009-02 Wellness in Cala Ratjada

Ja, wer uns kennt, der weiß, dass wir große Fans von Wellness-Oasen bzw. Sauna-Tempeln sind. Und deshalb schauen wir uns heute mal eine der Sauna-Landschaften hier vor Ort an. Zur Auswahl stehen das S’Entrador Playa und S’Illot, beide Hotels bieten nicht-Hotelgästen die Benutzung der Sauna für 20 bzw. 25€ pro Tag an (Wochenendpreise). Wir entscheiden uns für das S’Entrador. Die Umkleidekabinen sind sehr übersichtlich gehalten und da es wohl fast nur Hotelgäste als Nutzer gibt, gibt es auch keine Spinde, in denen man seine Habseligkeiten einschließen kann. Der Saunabereich an sich ist dann ähnlich aufgebaut, wie man es gewohnt ist:

Mittig die Wasserbecken, drumherum die Saunen. Hier gibt es eine Trockensauna mit 90°, eine Dampfsauna mit 50° und eine weitere Trockensauna auch mit 50°. Aber was sind nun die Unterschiede zu Saunen in Deutschland?

  • Der Mallorquiner (ja, es waren fast nur Mallorquiner dort) saunt in kompletter Badebekleidung.
  • Im Whirlpool ist 20cm Schaum auf der Wasseroberfläche.
  • Die Lautstärke der Unterhaltungen erinnert eher an ein Grillen vom Mallorquinern am Strand als an einen Wellness-Bereich.

Alles in Allem haben wir einen erholsamen und vor allen Dingen WARMEN Nachmittag und das tut gut!

2009-03 Cala Ratjadas Buchten

Cala Ratjada und seine Ecken, Buchten, Calas und Strände kennt man ja — aber nur aus dem Sommer, wenn es voll, heiß und überlaufen ist. Deswegen folgen an dieser Stelle ein paar Impressionen aus Frühjahr und Herbst, wo weniger los ist und Cala Ratjadas Charme als kleines Fischerdörfchen noch viel stärker in den Vordergrund tritt, als im Sommer!

Cala Agulla

Die Cala Agulla ist auch außerhalb der Sommersaison ein beliebtes Ausflugsziel! Aber nicht so sehr von Sonnenanbetern. Diese findet man zwar auch, aber man muss sie zwischen den Dünen-Schutzzäunen doch etwas suchen. Aber hauptsächlich findet man die Wellenreiter! Eine Gattung, die ich nie verstehen werde… Sie treiben mindestens 10 Minuten im Wasser, meist länger, um sich dann auf ein Mal auf Ihr Brett zu stellen und für sage und schreibe 30 Sekunden auf einer Welle zu gleiten. Da stellt man sich als Ingenieur unweigerlich die Frage nach dem Wirkungsgrad!

In jedem Falle ist ein Besuch der Cala Agulla aber auch im Winter sehr zu empfehlen! Ruhiger wird man den größten Strand von Cala Ratjada kaum finden, denn schon im Frühsommer kommen die Bagger und verteilen die paar Körnchen Sand wieder gleichmäßig am Strand…

Cala Gat

Klein aber fein, die Cala Gat. Selbst im Winter liegen die Menschen hier am Strand und sonnen sich, sobald auch nur ein Strahl vom Himmel fällt. Die kleine Höhle Links am Strand läd zu einem windgeschützten Nickerchen ja auch ideal ein! Dieser Strand hat garantiert täglich Besuch, auch wenn außerhalb des Sommers der Kiosk geschlossen hat…

Son Moll

Die Son Moll ist, aufgrund ihrer zentralen Lage, auch immer belegt. Im Winter allerdings mehr von Hunden und deren Besitzern, die sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, endlich mal mit ihren vierbeinigen Gefährten am Strand entlang zu spazieren…

Cala Molto

Die häufigste Buchten-Frage von Cala Ratjada: Wie hießt eigentlich die kleine Bucht neben der Cala Agulla??? Genau: Cala Molto! Baden kann man dort leidlich, wenn man viel Hornhaut unter den Füßen hat. Aber windgeschützt und etwas abseits im Grünen liegen, das geht perfekt! Allerdings läuft man Gefahr, dass man sich mit Ziegen und anderen Nicht-Haustieren die Plätze teilen muss!

Es Port

Eigentlich ist es ja keine Bucht, aber dann doch wieder: Der Hafen! aufmerksame Beobachter haben Ihn schon gesehen, den Elefanten auf dem Dach, hoch oben über den Schiffen. Und so in etwa schaut er aus, wenn man sich auf gleicher Augenhöhe befindet…

Panorama – Hafen von Cala Ratjada von Westen

Ein Panorama vom Hafen von Cala Ratjada, aufgenommen westlich davon. Das Foto wurde vom Haus gemacht, in dem unten das Restaurant Porto Fino ist. Von dort aus hat man einen herrlichen Überblick auf die Sportboote und den alten Teil des Hafens. Besonders Abends und bei Nacht erstrahlt das ganze ein einem herrlichen Licht und man hat auch einen prima Blick auf das Feuerwerk…

Panorama – Hafen von Cala Ratjada von Osten

Schaut man von Osten auf den Hafen (Standort etwa beim Restaurant Negresco auf dem Dach) so guckt man in Richtung Sa Font de sa Cala und damit auf den neuen Teil des Hafens, der sich zur Zeit noch im Bau befindet.

2009-03 Son Serra de Marina

Eine kleine Strandwanderung Ende März führt mich in der Bucht von Alcudia von Son Serra de Marina aus nach Norden. Leider bin ich mangels Zeit nicht so weit gekommen, wie ich eigentlich wollte: Den Stein-Obelisken habe ich nämlich nicht mehr geschafft. Statt dessen bin ich nur bis zu dem Bunker gekommen. Aber auch von dort aus hat man einen herrlichen Blick zu beiden Seiten der Bucht: Ein mal nach Alcudia rauf nach Norden und nach Colonia San Pere im Süden.

Dieser Bunker auf halber Strecke ist offensichtlich auch aus dem Krieg und aus Zeiten der Ära March. Denn diese Familie verstand es hervorragend, Geschäfte zu machen, indem sie im Krieg der einen Partei die U-Boote verkauft hat. Der anderen Partei wurden dann Waffen verkauft. Und sie selber hatten die Werften für die Reparatur der U-Boote! In den Bergen von Colonia San Pere gibt es übrigens noch weitere Überbleibsel aus dem Krieg…

Panorama – Bunker bei Son Serra de Marina

Steigt man in den Bunker am Strand nördlich von Son Serra de Marina, so wird es so richtig interessant! Von drinnen aus kann man sowohl Colonia San Pere als auch (vermutlich damals viel wichtiger) den Hafen von Alcudia sehen.

2009-03 Stadtfriedhof Palma

 

Wer mal Urlaub in Spanien macht, der sollte unbedingt mal über einen Friedhof wandeln. Spanische Friedhöfe sind so ganz anders, als deutsche, denn hier werden die Toten vorzugsweise in die Wand eingemauert, was entfernt an Schließfächer erinnern mag, was die Spanier aber dennoch nicht davon abhält, die vertikalen Grabplatten reich zu schmücken.

Schon von der via cintura aus kann man die vierstöckigen Gebäude sehen, wo die Toten in weiteren je 4 Ebenen über einander beerdigt werden. Aber das ist natürlich nicht die einzige Bestattungsform! Es gibt selbstverständlich auch die klassischen und reich verziehrten Gräber und Gruften!
Aber Vorsicht: Auf unzähligen Schildern wird wegen der Einsturzgefahr davor gewarnt, nicht auf die Gräber zu treten! Ferner sollte man auch noch auf den Weg achten, um nicht in eine Sackgasse zu geraten. Bei der Planung dieser Stätte hat vermutlich jemand mächtig geschlafen…

2009-04 Abschiedsparty

Am 15. März war es ja eine mehr als gelungene Überraschungsabschiedsparty. Nun, da Marco ja am Sonntag schon die Insel verlässt, verabschieden wir uns heute Abend von unseren Freunden mit einem kleinen Fässchen „Grachtenpisse“ (Dank an Jörg), was wir gegen Korkgeld im TexMex anstechen lassen. Dabei kommt übrigens heraus, dass der Chef vom Sluppy Joes diesen Begriff gar nicht kennt! Der gute G [sprich: Dschi :o)] klärt dann auf…

An dieser Stelle möchten wir uns noch mal ganz lieb bei allen für den schönen Abend und die schöne Zeit auf der Insel bedanken! Und wie auf den T-Shirts schon steht: volveremos!

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