2010-02 Ski-Langlauf im Harz zum Valentinstag

RICHTIG viel Schnee! — vom 12. bis zum 14. Februar 2010

Eine Überraschungsfahrt in den Schnee zum Ski-Langlauf in den Harz. Wir verbringen ein schön verschneites Wochenende auf der Loipe und feiern den Valentinstag mit einem krönenden Abschluss und dem wohl besten Steak auf der Welt.

Die Überraschung

Am Freitag vor dem Valendienstag, der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, geht es Mittags nach der Arbeit los auf ein Überraschungswochenende. Wir starten in der Südstadt (auf angelsächsisch heißt man das City Süd) und entgehen so dem chronischen Stau auf dem Weg zu den Elbbrücken. Aber uns kann dank so vieler Navis ohnehin nichts passieren — oder doch? Immerhin frostet es schon seit 3 Monaten und in Deutschland gibt es keinen Krümel Streusalz mehr.

Deswegen machen wir hinter Hannover, was wir mit Einbruch der Dämmerung und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h schließlich erreichen einen kurzen Zwischenstop. Es nervt, die Autobahnen sind voll, schlecht geräumt und das auch nur auf 2 von 3 Spuren. Spätestens jetzt sind wir reif für ein erholsames Wochenende, was sich an unsere Ski-Tour von vor 5 Jahren anlehnen sollte.

Schließlich verlassen wir am Harz die Autobahn und erwarten nach dem Chaos auf der Bahn, dass wir gleich in einer Schnee-Wehe stecken bleiben. Nun, das Gegenteil ist der Fall: Die Straßen sind pikobello geräumt und wir kommen auf den letzten Metern schneller vorwärts, als die ganze Strecke nicht — die im Harz wissen halt, wie man sich im Winter verhält. Im Gegensatz zu den Flachlandtirolern im Norden Smile.gif

Das Familienhotel

Wir checken im Hotel ein. Es heißt Hotel Panoramic und ist im wunderschönen Kurort Bad Lauterberg angesiedelt. Der Name ist übrigens Programm — sowohl vom Hotel als auch vom Ort.

Das Hotel besteht aus 2 Hochhäusern à 15 Stockwerken aus den 70ern, wo man ehr auf Masse als auf Klasse gesetzt hat. Dafür hat man von dort oben einen herrlichen Ausblick auf die Berge und runter in den Ort.

Der Ort ist ein Bäder-Ort. Erkennbar an dem Zusatz „Bad“. Das berechtigt sie dazu, Kurtaxe zu erheben! Der Hotelangestellte am Empfang entschuldigte sich auch dafür, dass sie verpflichtet sind, diese einzutreiben. Hob dann aber im nächsten Halbsatz hervor, dass dafür auch die Loipen rund um den Ort nicht gespurt sind. Na, da zahlt man doch gerne einen Obolus!

Apropos 70er. Die Einrichtung scheint ebenfalls aus der Zeit zu stammen — außer dem Badezimmer vielleicht, das ist brandneu! Allerdings muss man zu deren Verteidigung sagen, dass nichts kaputt oder verschlissen ist.

Das Kücheninventar scheint allerdings auch aus der Erstaustattung zu stammen. Aber es ist alles funktionstüchtig und sauber.

Das Zimmerchen war übrigens ein Familienzimmer für 2 Erwachsene und 3 Kinder. Letztere schliefen in einem Kabuff von geschätzten 3×3 Metern — fotografieren unmöglich, weil viel zu klein und nur mit Betten voll. Aber praktisch ist es allemal. Und für Familien natürlich unschlagbar günstig! Zum Hotel gehört nämlich noch ein großes Schwimmbad sowie eine recht gute Saunalandschaft!

Ferner ist das Hotel übrigens ein Familienhotel. Das bedeutet? Es sind Kinder anwesend! Viele! Und laute! Und das wird nicht besser, wenn die Eltern den Kindern abends um 22 Uhr noch Cola zu trinken geben. Wir meiden also das abendliche Buffet und versuchen, möglichst spät essen zu gehen — ohne Erfolg, es bleibt laut und ungemütlich Frown.gif

Hier noch mal der Beweis, dass es wirklich ein kinderfreundliches Hotel ist. Oder gibt es sonst in einem Hotel Steckdosen mit Kindersicherung?

Und dann noch mal ein kleines Quiz: Wie heißt dieses Leuchtmittel aus den 70ern? Es ist eine Linestra! Eine Glühlampe in Röhrenform und keine Leuchtstoffröhre. Herrlich, dieses Ding!

Panorama – Bad Lauterberg

Ein Ausblick vom Balkon auf den Ort Bad Lauterberg. Der Ort selber liegt ja am Rand des Harz, so dass man in die eine Richtung in das Tal schaut und sich rechts und links dann die harzer Berge empor recken. Und rechts steht das Zwillings-Hochhaus ebenfalls mit 15 Stockwerken.

Die Loipe

In weiser Voraussicht haben wir ausschließlich die Übernachtung ohne jegliche Verpflegung gebucht. Ein Gang durch den Speisesaal am Morgen hat uns auch in unserer Entscheidung bestätigt. Es ist nahezu unerträglich laut und es herrscht das reinste Chaos! Statt dessen fahren wir runter in die Stadt und frühstücken im altehrwürdigen Cafe Schnibbe. Ein sehr schönes Cafe und definitiv zu empfehlen — da wird sogar das Rührei auf einem Stov serviert!

Nach dem Frühstück brechen wir dann auf in Orte, wo man 1. keine Kurtaxe zahlen muss und 2. auch gespurte Loipen hat: Nach St. Andreasberg. Ski-Verleihe gibt es dort an jeder Ecke — Parkplätze hingegen nicht. Wir suchen etwas und werden dann auch fündig, so dass es umgehend zur nächstgelegenen Loipe geht.

Bretter drunter schnalle und los gehts…

Bauz!

Wir stellen fest, dass Ski fahren nicht für Jedermann das ideale ist.

Wir stellen aber auch fest, dass der von uns gewählte Startpunkt der denkbar ungünstigste ist, den man wählen kann, da hier die Loipen leider schon sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Sicherheitshalber verabschieden wir uns daher von Torben und er parkt sich in einem Cafe in Andreasberg und hofft derweil, dass wir ebenfalls heile dort ankommen werden.

Heile ist nicht so das Problem. Das Problem ist Durst! Aber was macht man, wenn man Durst hat und umgeben ist von gefrorenem Wasser? Richtig!

Aber Vorsicht: Gelber Schnee ist bäää!

Nach einer sehr schönen und nicht anstrengenden Tour von knapp 3 1/2 Stunden und 13 Kilometern in leichtem Bergab erreichen wir wieder die Zielgeraden mit einer schönen Abfahrt.

Es grenzt allerdings an ein Wunder, dass Marco uns Stefan nicht eine kleine Lawine ausgelöst haben. Aber zumidnest eine filmreife Landung am Fuße der Abfahrt mit hochwirbelnden Schnee hat es gegeben.

Eiszapfen!

Wir belohnen uns jedenfalls für diesen gelungenen Abend zunächst mit einer Tasse guten Kaffee und einem Stück Kuchen, gefolgt von einem mittelmäßig entspannenden Saunagang (Kinder!) und schließlich einem leckeren Abendessen bei reichlich Bier — so sind die Kinder tatsächlich erträglich :o)

Valentins-Steak in Braunschweig

Wir treten unsere Heimfahrt an. Es geht ein mal über den Harz hinweg an Braunlage vorbei nach Braunschweig. Wir folgen dem Insider-Tipp der Murpels und steuern ein Steak-Restaurant an. Die Straßen sind, wie die Tage zuvor, in einem perfekten zustand und laden zum cruisen ein. Aber Vorsicht, auf der Strecke gibt’s Blitzer!

Aus unerfindlichen Gründen fällt Karneval anscheinend dieses Jahr auf den Valentinstag. Und so trifft man auf der Fahrt durch Braunschweig auf komische Vögel…

Aber auch unser Fabian hat sich eine kleine Tarnung zugelegt Frown.gif

Und dann sind wir da: Die Steak Corner. Braunschweigs erstes Steak Restaurant von 1971. Zumindest von außen hat sich seit dem auch nicht viel verändert.

Wir sind gespannt und treten ein…

Und auch innen hat sich seit der Gründung nicht wahnsinnig viel getan. Inventar und und Ambiente sind sehr authentisch. Man hat das Gefühl, nicht durch eine Tür, sondern durch ein Wurmloch in die Vergangenheit gesprungen zu sein.

Und spätestens wenn die Getränke serviert werden, schwelgt man in der Vergangenheit: Gläser mit dem alten Fanta, Sprite und Lift Logo! Wo hat man das denn noch bitte? Vielleicht noch in irgend einem privaten Party-Keller…

Was es aber nie gab war Lift als Apfelschorle bei PEPSI auch nicht als Fanta-Unterart, was früher trübe Lift war…

Den Nachtisch gibt’s im Steak Corner übrigens vorher. Aber Schokolade braucht man dort wirklich nicht zum glücklich werden. Denn dann kommt das Steak…

Mein erster Gedanke: Dieser Fleisch-Klopps kann nicht gut sein! Und dann kommt die Offenbarung. Wir sind uns alle einig, dass man das Steak als „göttlich“ einstufen kann, ohne auch nur den Deut zu übertreiben! So was leckeres habe ich bisher noch nie gegessen und ich fürchte, dass das auch kein zweites Mal passieren wird Frown.gif Von dem Augenblick an, ist man verdorben. Außen perfekt scharf angebraten. Innen trotz der Dicke medium rosa. Und so was von butterzart. Es muss eine Sünde sein!!!

Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert!

Das schlimme an der Sache ist, dass Elke und Ingo ihr Geheimnis wohl mit ins Grab nehmen werden. Leider schließt das Steak Corner 2 Wochen nach unserem Besuch, weil die beiden nach 39 Jahren in dem Restaurant auf den Beinen waren und es jetzt auf dem Höhepunkt beenden wollen.

Wir sind jedenfalls froh, dass wir das noch erleben durften. Wer dort nicht war, der hat definitiv etwas verpasst…

Apres-Ski

Zum Apres-Ski fahren wir schließlich in das Schokoland von Rausch, dem Fabrikverkauf für Pralinen und alles, was man sonst noch aus der süßen Last zaubern kann. Freundlicherweise hat der Laden auch am Sonntag geöffnet, so dass wir uns kiloweise mit Pralinen eindecken können — für schlappe 10 EUR pro Kilo!
Schneemaus

Reisekosten

2010-02 Ski-Langlauf im Harz zum Valentinstag — Reisekosten

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