2011-04 Ostern auf Mallorca

Kaaken, Döme und Kapelln — vom 19. bis zum 27. April 2011

Ein Urlaub, der ganz im Zeichen von „Kaaken, Döme und Kapelln“ stand, in dem wir viel sakrales gesehen haben, viel mit Vicente über Sprachen diskutiert haben, viel Mallorquin gehört und noch mehr Plattdeutsch gesprochen haben…

Hinflug

Hände hoch, das ist ein Überfall, morgens um halb 4! Welch‘ unchristlich frühe Stunde für den Start in den Urlaub, aber wir wollen die ersten sein und wir sind die ersten! Wir haben alles gepackt und dennoch kein Übergewicht in unseren Koffern. Auch wenn wir etwas mehr und dickere Sachen einpacken, als auf unseren üblichen Urlauben nach Mallorca…

Wir sind die ersten. Wir sind sogar noch vor dem Personal da, so dass ein Frühstück bei der Ankunft erst einmal ausfällt. Wir warten also geduldig. Wir warten, bis die Sicherheitskontrollen auf machen. Wir warten, bis die Cafés auf machen. Wir warten, bis es endlich losgeht.

Aber dies soll nicht die einzige Warterei in diesem Urlaub werden. Wir werden noch öfter warten, in diesem christlichen Urlaub: Warten auf Prozessionen, warten auf Einlass, warten auf Schauspiele. Aber jedes Warten soll sich auch lohnen! Wir haben es nicht bereut!

Und dieser Urlaub soll auch ansonsten etwas besonders werden: Nicht nur, dass wir kein Kaiserwetter versprochen bekommen (was glücklicherweise nicht gehalten wird). Auch sprachlich beschreiten wir ganz neue Wege. Nach dem Englisch im Cockpit wird der Rest des Urlaubs ebenfalls von Sprachen dominiert sein: Mallorquin und vor allem Plattdeutsch! Beides ist etwas, wofür sich Vicente definitiv begeistern kann!

Und dann sind wir auch schon fast da! Fix eingeflogen, gelandet und in unserem geräumigen und super bequemen Citroen Belingo geht es zu Vicente ins Hostal Marina!

Hostal Marina

Wir haben zwar genug Sonnenschein in dem Oster-Urlaub, jedoch auch ein paar Schattenseiten. Und zwar in Hinblick auf die Energieversorgung: Entweder war der Strom weg — zumindest in unserem Zimmer — oder aber das warme Wasser. Dann praktischerweise im ganzen Hotel! Wir bringen Vicente also jeden Morgen eine andere Hiobsbotschaft und nach wenigen Tagen traut er sich schon gar nicht mehr in den Frühstücksraum!

Gefroren haben wir aber nicht. Trotz der frühlingsfrischen Temperaturen auf Mallorca und den hauchdünnen Fensterscheiben und der fehlenden Heizung bei Vicente war es nachts definitiv nicht kalt. Julia hat uns mit ausreichend vielen Wolldecken versorgt!

Freten un Supen

Das wichtigste vorweg: Die Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fischöle und was man sonst noch alles zum Überleben braucht!

Dann das zweitwichtigste: Das Frühstück. Vicente hatte früher nur Weißbrot. Mittlerweile gibt es auch Grau- und Schwarzbrot. Zumindest spanische bzw. mallorquinische Varianten davon. Das Schwarzbrot erinnert irgendwie an Marmorkuchen…

Dazu dann die mallorquinischen Klassiker: Olivenöl, Käse und Tomaten. Mehr braucht man definitiv nicht für ein Frühstück!!!

Für den kleinen Hunger zwischendurch empfehlen wir: pa amb oli. Gerne mit Schinken und Käse oder Sobrasada und Käse. Ein Gedicht! Und dazu leckere Kapern und frisches Gemüse. Auf knackig geröstetem Brot mit Öl und Tomaten. Einfach, aber göttlich. Und besonders lecker im Los Amigos. Horst und Kurt sind sofort Feuer und Flamme!

Abendessen im Los Arcos. Heute Abend essen wir a la carte. Es gibt tortilla für Marco, eine Goldbrasse für Horst und der unglaublich leckere mallorquinische Eintopf sopa mallorqina für Kurt.

Oder vielleicht doch lieber Tapas? Da können wir die Bar Nou Dos sehr empfehlen. Etwa 2-3 Tapas pro Person reichen vollkommen aus, um alle satt zu bekommen.

Auch ein Besuch bei Manolo steht auf dem Programm. Er serviert die einzige Variante von bacalao (Stockfisch), die überhaupt genießbar ist: Frittiert und extrem lecker!!!

Wenn man in Spanien ist (und Mallorca gehört zu Spanien, auch wenn das sowohl mancher Deutsche als auch mancher Mallorquiner nicht wahr haben möchte) darf eines auf dem Essenstisch nicht fehlen: Eine Paella! Und die gibt es besonders lecker im Los Arcos! Juan und das Küchenpersonal haben mal wieder ganze Arbeit geleistet und echt etwas Leckeres gezaubert!

Den Abend schließen wir in einer der wenigen um diese Jahreszeit offenen Lokalitäten: Das Mar i Vent. Fast durchgängig geöffnet. Im Winter drinnen kuschelig warm — auch eine Seltenheit bei Kneipen außerhalb der Saison!

Markt in Sineu

Also wenn ein Wochenmarkt auf Mallorca angepriesen wird, dann ist es der Markt von Sineu. Originaler geht es nicht mehr. Hier werden Geschäfte noch per Handschlag geschlossen. Hier werden noch große und kleine Tiere lebend verkauft. Hier ist Mallorca noch Mallorca. Oder so ähnlich.

In Sineu ist, wie sollte es anders sein, auch schon alles auf Ostern getrimmt. So auch die Dekorationen in den Schaufenstern. Das Wetter spielt ebenfalls mit und droht nur etwas.

Sineu an sich liegt ja im Landesinneren und dort findet man zumindest von der Bausubstanz her definitiv die Ursprünglichkeit! Besonders die Altstadt lohnt sich. Dann aber besser nicht, wenn Markt ist!

Gerade angekommen braucht es aber erst mal eine Stärkung! Es stehen frische Erdbeeren oder Bacalao — der gesalzene Stockfisch — zur Auswahl. Wir entscheiden uns gegen den alten Fisch und für die frischen Erdbeeren!

Und da sind sie, die lebenden Tiere, die von allen so angepriesen werden. Teilweise kann man sie sogar streicheln, wobei man das natürlich nicht machen sollte, es sei denn, man legt Wert darauf, Besitzer einer Ente, eines Hahns oder von den schwarzen mallorquinischen Schweinen zu werden! Reiseführer und Bücher warnen ja immer davor, in Sineu fremden die Hand zu geben…

Neben alten Häusern gibt es aber auch alte Autos…

… und Kleidung für alte Damen!

Und zum Abschluss unseres Besuchs auf dem Markt, der wirklich riesig ist, gibt es noch eine frische süße Stärkung: Karamellisierte Nüsse. Frisch aus der Pfanne. Einfach oberlecker!

Picknick im Kloster Lluc

Da Horst und Kurt ja das erste Mal auf Mallorca sind, gibt es nach Sineu eine weitere Scheibe aus dem Muss-man-gesehen-haben-Querschnitt von Mallorca: Das Kloster Lluc und die schwarze Madonna. Eine von 3 weltweit und natürlich das bekannteste Pilger-Kloster auf Mallorca.

Apropos pilgern: Es braucht einfach neue und frische Geister um den Blick auf das selbstverständliche zu lenken. Wieso sind wir nicht schon eher drauf gekommen, dass wir genau bei solchen Gelegenheiten einfach einen gefüllten Picknick-Korb mitnehmen! Gesagt, getan. Wir nehmen frisches Baguette, spanischen Käse und mallorquinische Wurst-Leckereien wie Butifarron oder Sobrasada. Damit das ganze perfekt abgerundet ist, säuselt leise Musik der Gregorians aus dem Handy. Einfach eine geniale Stimmung im Klosterhof von Lluc. Sehr empfehlenswert!

Das Kloster ist ja ein Pilgerkloster mit Herberge — daher auch das durchaus ansprechende Logo — und erfreut sich großer Beliebtheit. Leider wird es in der Kirche mitunter auch etwas lauter, wenn zu viele Besucher zugegen sind. Aber da hat ein findiger Mönch eine kleine automatische Anlage eingebaut, die das RUHE Schild automatisch aufblinken lässt, wenn es zu laut wird…

Zurück geht es dann durch die Berge nach Süden über Inka und dann am passend regenbogenfarbenen Osborne-Stier vorbei. Vorsicht ist an der Radar-Falle geboten. Aber die wird großzügig vorher angekündigt. Aber so weit im Voraus, dass man es bis dahin schon wieder vergessen hat. Auch ein praktisches Geschäftsmodell!

Glasbläserei

Auf Mallorca gibt es eine Hand voll Glasbläsereien. Im Gegensatz zu den Perlenfabriken, in denen Früher auch Perlen gefertigt wurden, heute aber nicht mehr, wird in den Glasbläsereien heute immer noch produktiv gearbeitet und man kann den Menschen dort beim Arbeiten und Schwitzen direkt zuschauen. Es ist schon faszinierend, mit welcher Leichtigkeit sie mit der heißen Masse umgehen und wie abgestimmt die Handgriffe bei ihnen sind, wenn sie zu zweit oder gar zu dritt an etwas arbeiten.

Wir beobachten zum Beispiel die Fertigung einer Glocke aus Glas mit einer Höhe von ca. 50cm. Immer wieder wird sie erwärmt, geformt, es kommen tropfen und Griffe dran, bis sie schließlich zum Ausglühen und Abkühlen in den letzten Ofen kommt um dann irgendwann im Verkaufsladen zu landen.

Bleibt am Ende des Tages nur die Frage, wie man so etwas heile von der Insel wieder nach Hause bekommt und wie viele Touristen das schon ohne Erfolg versucht haben..

Osterprozession in Palma

Unser Tag in La Ciutat, die Stadt, wie die Mallorquiner ihre Landeshauptstadt nennen, beginnt auf dem Stadtfriedhof in Palma. Wir besteigen die Gab-Hochhäuser und gehen hinab in die Gruften. Wir suchen ein schattiges Plätzchen unter einem über hundert Jahre alten Gummibaum und bestaunen gigantisch hohe und verschnörkelte Gräber. Der Friedhof hat definitiv sein ganz eigenes Flair und leitet die Leidensgeschichte Jesu ganz passend für uns ein.

Wir fahren vom Stadtrand, bzw. ehemaligen Stadtrand, in die Innenstadt um uns am Fuße der Kathedrale mit etwas mallorquinischen Mandelkuchen zu stärken, …

… bevor wir durch die Gärten der Kirche hinein gehen, …

… um dort zumindest den Anfang eines Gottesdienstes beizuwohnen.

Aber schon bald zieht es uns wieder raus in die Stadt, denn dort brodelt es bereits und alle sind in geschäftiger Vorbereitung auf den Abend:

Stühle werden bereitgestellt (selbstverständlich sind sie alle reserviert),
Sand wird ausgestreut, damit das tropfende Wachs der Kerzen einfacher vom Pflaster zu lösen ist und
schließlich werden noch die Straßenlaternen abgeklappt, damit die großen und reicht geschmückten Straßen durch die engen Gassen der Altstadt passen.

Bevor es losgeht, noch ein kurzer Abstecher ins Fächer-Geschäft, denn der nächste Sommer kommt bestimmt! Und wir staunen ferner über die neuen öffentlichen Leih-Fahrräder in Palma. Mal schauen, wie lange es die geben wird.

Und dann geht es los mit den Prozessionen. Schon eine Stunde, bevor der erste Altar durch fährt, stehen die Leute an den Straßen. So auch wir. Auf eine detaillierte Beschreibung verzichte ich an dieser Stelle, denn das ist etwas, was man nicht beschreiben kann. Da muss man dabei sein, das muss man fühlen, das muss man miterleben.

In der ganzen Stadt erklingt die klagende und getragene Musik. Aus jeder Gasse hört man eine andere Kapelle, die verschiedene aber doch ähnliche und im Takt klingende Lieder zur Kreuzigung spielen. Die Menschen in Büßer-Gewändern, die gerne mit dem Ku-Klux-Klan verwechselt werden, ziehen mit riesigen Kerzen neben den Altären her.

Die Altäre wiegen mehrere Tonnen und sind entweder auf Rädern oder aber sie werden auf Schultern getragen. Es ist eine große Ehre und es gibt lange Wartelisten für die Altar-Träger. Sie bewegen sich im Gleichschritt im Takt der Musik immer um etwa eine Fußlänge pro Schritt vorwärts. Durch die kleinen Wiege-Schritte fängt der Altar an zu schwanken und Tanzt im traurigen Takt der Musik…

Was bleibt nach fast 4 Stunden stehen, warten, staunen und Faszination? Zumindest kein kaputter Rücken, dafür aber definitiv eine Menge atemberaubender Eindrücke!

Cala Ratjada

Da wäre in Cala Ratjada zunächst einmal der Markt! Ostern Gott sei Dank nicht ganz so voll und nicht so heiß, so dass man ganz entspannt durch die Stände schlendern kann und sich auch die typisch mallorquinischen Trachten in aller Ruhe anschauen, die per Knopfdruck auch zum Leben erweckt werden können. Im Sommer haben wir die noch nie gesehen…

Zugegebenermaßen ist das Wort „Wurstsorten“ für den Spanier nicht so leicht, aber als Deutscher sollte man das s dann doch etwas dosierter einsetzen :o)

Und es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie wir damals über ein Jahr lang absolut problemlos und zuverlässig Internet und Telefon hatten! Was die Spanier bei der Kommunikation noch nicht haben, haben sie aber bei der Energieversorgung: Smarte Stromzähler!

Und was fällt dem aufmerksamen Beobachter auf? Richtig! Die 1 ist unten, nicht oben. Wenn man sich wie ich, die Position und Bewegung der Finger merkt, nicht aber die Zahlen selbst, beißt da ganz schnell auf Granit…

Und dann stellt sich die Frage: Welches Mosquito war denn zuerst da? Das originale? Das andere? Das große? Das kleine? Als wenn es nicht schon genug Krabbeltiere auf der Insel gäbe!

Dass dieser Urlaub nicht der Erholung dient, sondern dass es ein Aktiv-Urlaub ist, das wussten wir schon vorher. Aber dass er SO aktiv werden wird, konnte ja keiner ahnen.

Aber es gibt auch dann und wann mal einen Rückfall in die Vergangenheit!

Panorama – 2011-04 Cocos Pool Cala Ratjada

Der Cocos Pool in Cala Ratjada. Da die Saison gerade erst begonnen hat, ist die berühmt-berüchtigte Poolbar noch sehr ruhig und fast menschenleer.

Und dann folgt noch eine kleine Wanderung um die Spitze Mallorcas, wo die Sonne als erstes Aufgeht

Vom Hafen aus zunächst an der Strandpromenade zur Cala Gat.

Dann über die Felsen an den Klippen weiter zum Leuchtturm.

Und nördlich dann an dem Turm und der Cala Olla wieder zurück ins Dorf.

Panorama – 2011-04 Felsen vor Cala Ratjada

Eine der vielen Landzungen zwischen Cala Gat und dem Leuchtturm. Man sieht sowohl den Hafen, als auch die Casa March und natürlich das bekannteste Tauch-Revier in Cala Rajtada, den Käse Farallo.

Nein, WIR haben nicht gebadet. Aber Kurt war so mutig!

Ostern in Arta

Rechtzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze. Selbstverständlich gibt es nur Stehplätze und diese Veranstaltung wird voll. Sehr voll, das weiß ich schon aus unserem Jahr auf Mallorca. Für Marco und natürlich auch Horst und Kurt soll es heute Abend eine Premiere werden.

Panorama – 2011-04 Kreuzabnahme zu Ostern in Arta

Ein Rundumblick über den Innenhof der Burg in Arta. Die Zinnen sind mit brennenden Fackeln bestückt und tauchen die ganze Szenerie in eine ganz atemberaubende Atmosphäre! Und nur in der Mitte ist die Jesus-Figur am Kreuz genagelt und wird im Laufe der Veranstaltung abgenommen und durch den Ort getragen.

Es ist müßig zu versuchen, die Stimmung dort zu beschreiben. Das muss man einfach gesehen haben. Die 2 Stunden Wartezeit und die eine Stunde der Veranstaltung selbst haben sich aber in jedem Falle mehr als gelohnt!

Picknick auf dem Puig Randa am Kloster Cura

Panorama – 2011-04 Kloster Cura auf dem Puig Randa

Von einer Mauerspitze aus hat man einen herrlichen Blick über die mallorquinische Ebene Es Pla und sieht im Westen Die Bucht von Palma und schaut man nach Norden so endet der Blick an der Serra de Tramuntana.

Das nächste Kloster-Picknick wird auf dem Markanten Berg südöstlich von Palma serviert: Den Piug Randa mit dem Kloster Cura oben drauf. Auch hier gibt es ein kleines Krippenspiel und, besonders interessant, die historischen Acker-Geräte auf dem Klosterhof. Aber natürlich kann man auch einfach nur wegen der tollen Aussicht auf den Berg rauf fahren…

Burg in Capdepera

Weg vom sakralen, hin zum irdischen. Heute steht ein Ausflug zur Burg in Capdepera an. Die auf dem Berg gelegene und schon von weitem sichtbare Burg mit dem dreieckigen Grundriss verlangt einen kleinen Obolus als Eintritt, der lohnt sich jedoch.

Als Schmankerl gibt es eine Vorstellung von einem Falkner mit seinem Vogel in freier Wildbahn. Außerdem waren weitere Vögel und verschiedene Eulen-Arten in einem abgelegenen Raum ausgestellt, die man sich erstaunlich nah anschauen kann. Fragt sich nur, ob man das auch möchte, denn diese riesigen Augen sind schon sehr beobachtend!

Aber auch alles Irdische braucht einen guten Draht nach oben, so dass es auch in der Burg von Capdepera eine kleine aber feine Kapelle gebaut hat. Und auf dem Dach dieser kann man auch die Glocken selber läuten, wenn man sich den Unwillen der Ansässigen aufhalsen möchte.

Auf jeden Fall sollte man aber einmal auf dem Wehrgang entlang spazieren — wenn man es sich denn traut! gut 50cm breit, teilweise über 5m Absturzhöhe und natürlich ohne Sicherung und auf eigene Gefahr! Würde man in Deutschland nie genehmigt bekommen. Ich mag Spanien!!!

Ein etwas trauriger Anblick bietet sich aber auch vom Castel aus: Die Ruine vom 2008 eingestürzten Hotel Son Moll mit 4 Toten.

Tropfsteinhöhlen von Arta

Von oben auf dem Berg geht es runter IN den Berg: Zu den Tropfsteinhöhlen von Arta. Aber auch vor dem Eingang geht es ordentlich weit runter, so dass Horst sich nur mit äußerster Vorsicht der soliden Mauer nähert um für eine Millisekunde einen Blick zu erhaschen, bevor es ihn ganz runter zieht :o)

Der Besuch dieser kommerziellen Tropfsteinhöhle ist der Ersatz für die eigentlich angepeilte Wanderung zu der Cova Tancada bei Alcudia.

Der Eingang zu den Höhlen mit dem riesigen Eingang ist schon beeindruckend mit dem riesigen Portal.


Drinnen ist es dann trotz der bunten Beleuchtung erstaunlich dunkel, denn früher wurde die Höhle ausschließlich mit Fackeln beleuchtet, so dass sehr viele Tropfsteine nun schwarz sind — ein Markenzeichen der Höhlen von Arta.

Alcudia

Ein kleiner Ausflug führt uns nach Alcudia. Wir hatten in all den Jahren dort noch nie Halt gemacht, sondern sind immer nur durch und weiter zur Tropfsteinhöhle gefahren. Nun halten wir also an und erkunden die Altstadt.

Leider ist es etwas stürmisch und zuweilen auch regnerisch. April-Wetter auf Mallorca :o(

Sierra de Tramuntana

Typisch für die Berge auf Mallorca: Die symmetrischen Holztore an den Einfahrten zu Grundstücken. Immer wieder faszinierend und schön anzuschauen!

Ein großer Nachteil von Mallorca um diese Jahreszeit ist, dass man nicht allein ist. Das ist man eigentlich nur im Januar und Februar, aber im Frühjahr und Herbst ist man selbst in seinen eigenen 4 Blech-Wänden im Auto nicht mehr sicher, denn dann sind die Radfahrer los. Und die halten sich für gewöhnlich nicht an die Verkehrsregeln, so dass man ihnen auch gerne mal auf der eigenen Spur von vorne begegnet…

Und heute geht auch niemand dumm ins Bett: Ein kleiner Spaziergang um das nördliche Ende des Gorg Blau erklärt, wie die Hauptwasserversorgung von Mallorca mit einander verbunden ist und von wo nach wo das kostbare Gut fließt — wenn es nicht gerade versickert, was mit etwa 50% des Trinkwassers aus Mallorca passiert.

Wenn der Spanier auf Reisen geht, dann hält er immer dort an, wo eine Quelle ist um seine Wasservorräte im Auto aufzufüllen. Und deswegen halten wir auch an der Quelle beim Stausee an und füllen unsere Wasserflaschen mit frischem kühlem Nass auf.

Und noch ein paar Impressionen von unterwegs: Das Dauer-Kunst-Objekt, der Osborne-Stier erstrahlt derzeit in den Regenbogen-Farben!

Und da spricht man vom deutschen Schilderwald…

Palma und Der Rote Blitz

Tags darauf ruft der Berg erneut und wir folgen dem Ruf: Auf geht es nach Palma wo wir den Wagen in der Innenstadt auf unserem Auguste-Parkplatz stehen lassen um dann ganz Touri-mäßig mit der Bimmelbahn, dem Roten Blitz, nach Soller zu zuckeln.

Diese Bahnfahrt sollte nun unsere letzte werden. Nicht nur, dass es von Jahr zu Jahr immer teurer wird, nein, es wird auch von Jahr zu Jahr immer nerviger. Leider können sich die Mitmenschen nicht mehr benehmen und das macht das Ganze nicht mehr schön! Wir genießen also die herrlich ruckelnde und zuckelnde Fahrt durch die Berge von Palma stetig bergauf…

In Soller angekommen gibt es erst mal ein zweites Frühstück in einem winzigen Café in einer Seitenstraße. Ein schönes herzhaftes Croissant-Platt aus Grill-Presse :o)

Es folgt ein Streifzug durch das kleine Städtchen und durch die vielen malerischen Gassen…

… bis es dann wieder per Bus durch die Berge, sprich Deja und Valdemosa wieder zurück nach Palma geht!

Wieder in Palma angekommen gibt es noch mal eine kurze Erfrischung (man beachte die verschiedenen Preise für Getränke am Tresen, am Tisch und auf der Terrasse), bevor es dann weiter geht…

… zum Hotel mit dem vermutlich besten Ausblick: Das Hotel Horizonte!

Rückweg

Und das war er auch schon wieder. Ein Urlaub, der ganz im Zeichen von „Kaaken, Döme und Kapelln“ stand, in dem wir viel sakrales gesehen haben, viel mit Vicente über Sprachen diskutiert haben, viel Mallorquin gehört und noch mehr Plattdeutsch gesprochen haben…

Ein letztes Mal die Sonne genießen — oder wozu gibt es die Freifläche mit Grünanlagen am Flughafen sonst? Und natürlich ein kleiner Absacker zum Abschied!

Und schon sitzen wir wieder im Flieger in die …

… Bundesrepublik Deutschland! Nur Marcos Koffer hat nach vielen vielen tausenden Kilometern das Zeitliche gesegnet! Ihm soll ein niegelnagelneuer Rimowa folgen, der es mit Sicherheit weiter bringt :o)

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