2011-12 Christmas-Shopping in Barcelona

Essen, Trinken und Bummeln in Spaniens heimlicher Hauptstadt — vom 17. bis zum 21. Dezember

Christmas Shopping in Spaniens heimlicher Hauptstadt. Dem Hamburger Stress entfliehen und ein paar Sonnenstrahlen genießen. Und sich natürlich in der spanischen Metropole einfach mal treiben lassen und die spanische Ruhe genießen…

Flugzeug

Voll digital starten wir in den winterlichen Städteurlaub an die Costa Brava in die Hauptstadt des Baskenlandes, Barcelona. Wenn man ein paar kleine Tricks beherrscht (z.B. automatische Rotation des Displays ausschalten), dann geht das Einchecken mit dem Handy sehr reibungslos und schnell. Mitreisende hingegen wollen mal angeben und haben sich die Bordkarte auf ihr Tablett geladen. Etwas umständlich, mit einem so großen Brettchen und dem Scanner zu hantieren…

Mitten in der Bahn stellen wir allerdings fest, dass wir einen blinden Passagier an Bord haben! Die Maus hat sich mit in das Handgepäck geschlichen und möchte nach über 5 Jahren auch wieder nach Barcelona fliegen.

Apropos Koffer: Wir verzichten mal auf bunte Halstücher, Geschenkband oder Koffergurte und reisen stilvoll mit dem Wimpel unseres Flugzeugherstellers Smile.gif

Am Hamburger Flughafen ist bereits alles auf Weihnachten und Winter getrimmt. Wir hingegen wollen dahin, wo es war ist. Weihnachten und weihnachtliche Stimmung hingegen werden wir hoffentlich auch dort im Süden genießen dürfen!

Als wenn es so sein sollte: Am Flughafen gibt es dann auch das Beweisfoto, warum wir mit Air Berlin geflogen sind! Weil wir Christmas Shoppen wollen. Und ganz genau so, wie in der Werbung, nach Barcelona!

Also ab durch die Mitte und hinauf in die Wolken! Irgendwie hat so ein blinder Passagier aber auch Nachteile: Ein Esser mehr an Bord, mit dem wir unser welliges Brötchen teilen müssen. Aber die Zeit vergeht wie im Fluge, noch dazu, wenn man seinen eigenen Schatten in den Wolken sehen kann.

Air Berlin hat den Vor- oder Nachteil — je nach dem, wie man es sehen mag — dass man über Mallorca fliegt. So machen wir also einen kurzen Zwischenstopp in unserer ehemaligen Heimat Mallorca. Schon ein komisches Gefühl, so tiefenentspannt durch den Flughafen zu schlendern und all die Menschen an einem vorbei eilen zu sehen…

Zweite Runde von Palma nach Barcelona. Das geht ganz fix. Dafür gibt es aber auch keine Brötchen, sondern nur ein paar Cracker. Die Maus freut sich dennoch und knabbert munter weiter.

Während Mallorca von Air Berlin belagert ist, ist Barcelona anscheinend von Ryan Air besetzt. Anstatt der A-Flugzeuge dominiert hier also die B-Ware. Egal, wir ziehen weiter an dem Weihnachtsbaum vorbei…

… über die lustig federnden Gummi-Förderbänder zu der Hochsicherheitsgepäckausgabe.

Wir verlassen den Flughafen und nehmen die Bahn in die Innenstadt. 5 Tage später geht es dann über denselben Weg zurück. Zwischen beiden Bildern liegen also 5 wundervolle und entspannte Tage in der katalanischen Metropole Barcelona!

Der Rückflug ist dieses Mal eine direkte Verbindung heim nach Hamburg. Air Berlin fliegt also gar nicht immer über Mallorca. Aber wir müssen uns auch etwas beeilen, um Weihnachten nicht zu verpassen.

Und dann sind wir schon wieder zuhause und freuen uns auf eine sehr leckere Kombination aus Spanien und Deutschland! Weihnachten kann kommen!!!

Wie? Das ging zu schnell? Na gut, hier folgt nun der unbedeutende Rest, den wir unter der südlichen Sonne erlebt haben:

Hotel

Binoli sei Dank haben wir ein rundum-sorglos Paket gebucht. Sprich Flug und Hotel mit Übernachtung und Frühstück. Stolze 4 Sterne hat das Hotel 4 Barcelona (ob es da eine Korrelation gibt?) und ist so neu, dass es in Google Streetview noch nicht zu sehen war, sondern nur dessen Baustelle. Wir buchen also die Katze im Sack, aber Holidaycheck lässt Gutes erahnen. Leider liegt das Hotel im Poble Nou, dem ehemaligen olympischen Dorf, etwas außerhalb, ist aber per Metro dennoch sehr gut zu erreichen.

Das Zimmer ist schon mal sehr schön, halbwegs geräumig, neu und sauber. Möbel und Boden lassen keinerlei Wünsche offen, die Betten übertreffen jegliche Erwartungen. Angenehm von der Härte her und nahezu unendlich von der Größe. Das ist definitiv eine Spielwiese! Das Bad kann sich in Punkto Sauberkeit durchaus sehen lassen. Und wenn einem auf dem Klo ganz langweilig wird, kann man auch ein Schwätzchen halten…

Generell gibt es 2 Zimmerkategorien: Nach Nordosten raus, also stadtauswärts oder nach Südwesten mit Blickrichtung Barcelona Innenstadt. Blick aufs Meer haben sie beide.

Panorama – 2011-12 Stadtfriedhof / Barcelona

Der Blick Richtung Norden offenbart sowohl den Strand als auch den Stadtfriedhof von Barcelona.

Frühstück gibt es im ersten Stock, der halb über die Lobby hinein reicht. Das Buffet ist sehr reichhaltig, besonders das frische Obst gefällt und sehr! Dazu gibt es auch noch Rührei und Bacon und wer es mag Tortilla und Chorizo! Natürlich darf in Katalonien die gute Ensaimada zum Frühstück nicht fehlen. In frischen Kaffee getunkt ist es definitiv ein Genuss — wenn man denn den Kaffee aus der Maschine bekommt. Immer wieder begeistert bin ich von dem Toast-Förderband. Einfach nur genial und praktisch, solange andere nicht versuchen, dort drin etwas zu überbacken Frown.gif

Definitiv ein Pluspunkt des Hotels ist der Wellness-Bereich im Keller. Neben einem Fitness-Raum gibt es noch eine Dampf- und eine Trockensauna! Beides von morgens bis abends in Betrieb. Und falls mal nicht, kein Problem: Ein Anruf bei der Rezeption genügt und 20 Minuten später ist es mollig warm dort! Ideal, wenn man nach einer langen Einkaufstour wieder ins Hotel kommt. Da kann man vor dem Abendessen noch mal tiefenentspannen und sich gut erholt wieder in das Nachtleben von Barcelona stürzen!

Panorama – 2011-12 Montjuic / Barcelona

Der Blick aus dem Hotel über die Stadt ist definitiv atemberaubend: Die beiden Hochhäuser am Olympia-Hafen, der Montjuic bis hin zum Geri-Tower!

Wir haben unser Zimmer zwar zur „billigen“ Nordseite hinaus, aber ein kurzer netter Plausch mit der Putzfrau und schon gibt es ein paar wirklich atemberaubende Blicke Richtung Süden! Da sind nur mal ein paar Stichworte erwähnt: Tibidabo, Montjuic, Geri Tower, Olympiafackel, Port Nou, …

Sagrada Familia

Es ist ja schon fast eine unendliche Geschichte, die Sagrada Familia in Barcelona. Umso erfreuter ist man, wenn man mal ein Modell sieht, wie diese Kirche irgend wann mal aussehen wird. Oder könnte, wenn denn genug Geld zusammen kommt. Es fällt sofort auf, dass weder die älteste Fassade im Nordwesten noch die derzeit als Eingang fungierende im Südwesten, die vermutlich jeder kennt, gar nicht der Haupteingang sein wird, sondern ein Seiteneingang ist! Das ist doch mal eine echte Ent-Täuschung!

Und da ist es, das vermeintliche Hauptportal in südwestlicher Richtung. Die wohl bekannteste Seite der Sagrada Familia trägt den Namen Passion. Hier ist der Einlass für den (etwas kostspieligen) Rundgang durch die Baustelle und Aufgang auf den Turm. Da ich die Baustelle schon im Jahr 2006 besucht habe, überspringen wir den Teil und setzen unseren Rundgang im Uhrzeigersinn fort.

Es fällt auf, dass diese Kirche (Gaudi soll mal gesagt haben: „Mein Kunde hat keine Eile“, wodurch sich die Baugeschwindigkeit sehr gut rechtfertigen lässt) eine unglaubliche Detailverliebtheit hat. So kann man sich eine Fassade stundenlang anschauen und entdeckt hier und dort immer wieder neue tolle Kleinigkeiten: Hier eine Inschrift, dort eine Statue oder auf der Spitze farbige Steine…

Zwischen den beiden Enden des Kreuzganges ist das Zentrum der Kirche mit dem Altar der Mutter Gottes und dem höchsten Turm für Jesus Christus. Von außen sieht man hier sehr deutlich, dass sich an dieser Stelle bereits Neu und Alt mischen und es gibt dem ganzen Bau noch mal einen ganz eigenartigen Hauch.

An dieser Stelle, nur auf der anderen Straßenseite, steht übrigens das fertige Modell der Sagrada Familia. Was noch fehlt ist das Modell der Umkehr-Statik, aber das findet man entweder bei Wikipedia, oder aber im naturwissenschaftlichen Anfass-Museum Cosmo-Caixa.

Auf der nordwestlichen Seite angekommen, stehen wir vor dem ältesten Teil der Sagrada Familia. Die Fassade mit dem passenden Namen Geburt. Den ersten Turm hiervon hat Gaudi noch selber fertig gestellt, nachdem er von einer Straßenbahn überrollt und ums Leben kam. Passend zur Geburt Jesu gibt es einen wenig spanischen Tannenbaum in der Fassade integriert!

Es geht von dort weiter nach Süden, zur südwestlichen Fassade. Wir gehen nun also bei einer Strecke von etwa 100 Metern etwa 100 Jahr in der Zeit, nämlich von 1912 nach 2012. Vom ältesten Teil des Baus zum derzeit neuesten! Wenn das keine Zeitreise ist…

Dort entsteht gerade das eigentlich Hauptportal der Kirche. noch definitiv im Rohbau in reinem Beton und ohne jegliche Verzierung aber das wird mit Sicherheit in ein paar Jahren auch fertig sein und sich mehr oder weniger nahtlos in die übrigen Fassaden integrieren.

Wir beenden unseren Rundgang mit dem Übergang vom Hauptportal Gloria zurück zum derzeitigen Haupteingang an der Seite.

Was bleibt, ist die Restekiste…

Wer nach so viel Nordost und Südwest ganz verwirrt ist, dem sei noch ein Tipp gegeben: Sämtliche Stadtpläne von Barcelona sind nicht nach Norden ausgerichtet, sondern die Küstenlinie und damit auch die große Hauptstraße Gran Via sind parallel zum Kartenausschnitt gedreht! Dadurch wird aus Nordosten in der Karte (vermeintlich) Osten und aus Südwesten nur noch Westen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich da hinter gekommen bin und war die Erklärung für meinen scheinbar getrübten Orientierungssinn! Was in jedem Falle schräg bleibt ist die Avenida Diagonal, die ihrem Namen immer alle Ehre macht!

Parc Güell

Das ü im Spanischen sorgt im Übrigen dafür, dass man das u mit spricht; andernfalls würde man es nämlich auslassen. So kommt der Spanier mit den beiden Punkten Schlussendlich zu der Aussprache, die der Deutsche ohne die Punkte machen würde: Park Güell bzw. Park Guell Smile.gif

Im Übrigen ist der Park Güell von Antonio Gaudi (wen wundert’s) zwischen 1900 und 1914 gebaut worden und war damals schon der Beweis, dass luxuriöses Wohnen im Grünen einfach nicht klappt; selbst die Reichen hat es nicht sonderlich gereizt damals. So wurde die Wohnsiedlung mit nur einem Musterhaus kurzerhand in einen Park umgewandelt und seither rege von Jedermann genutzt.

Dabei hat Gaudi schon damals sehr großzügige überdachte Garagenplätze vorgesehen, die ein Einsteigen in den eigenen Wagen oder ins das Fuhrwerk selbst bei Regen erlauben Smile.gif

Apropos Regen: An dieser Stelle sei einfach mal angemerkt, dass wir die ganze Zeit in Barcelona herrliches trockenes und sonniges Wetter hatten! Einfach perfekt für unser Christmas Shopping, was wir zumindest tagsüber sogar ohne Jacke gemacht haben.

Ein Markenzeichen des Parks sind die frei fliegenden Papageien. Generell findet man sie in der ganzen Stadt verteilt, jedoch hier oben im Park im Schutze der vielen Bäume gibt es sie zu Hauf und sie tummeln sich munter zwischen den ganzen Tauben und knabbern munter an den Nüssen, die die ihnen die Touristen zuwerfen. Für die Tauben sind sie einfach zu groß, aber die intelligenten grünen Freunde nehmen da einfach ihre Füße zu Hilfe!

Die Handschrift Gaudis zieht sich durch den ganzen Park hindurch. Von der Umkehr-Statik der Säulen im Keller bis zu den organisch gewunden und wunderschön verzierten Bänken auf dem Balkon. Diese sind übrigens sehr heiß begehrt und bei dem Sonnenwetter komplett belegt und trotz des Materials aus Stein gar nicht kalt. Im Übrigen sehen die Stein-Bänke nicht nur gut aus, man kann erstaunlicherweise auch sehr gut drauf sitzen!

Erklimmt man schließlich die höchsten Ecken des Park Güell, landet man an dem einzigen Haus im großen Garten und dem damaligen Musterhaus. Von dort hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt und alle herausragenden Sehenswürdigkeiten der Metropole.

Touri-Bus

Bereits in Rom haben wir den praktischen Touri-Bus genutzt. So bekommt man schnell einen guten Überblick nebst nützlichen Hintergrundinformationen (die man wieder vergessen hat, bis man zuhause ist) ohne dass man sich großartig darauf vorbereiten muss. Und natürlich erspart es einem auch das ÖPNV Ticket für einen Tag, weil man beliebig oft aus- und wieder einsteigen kann.

Man kann die Tickets überall im Bus kaufen. Bei uns vor dem Hotel hält praktischerweise auch einer, so kommen wir bequem in die Innenstadt, wo sich 2 der 3 Linien kreuzen. Eine Linie fährt eher durch den mittleren und nördlichen Bereich der Stadt, eine weitere durch den südwestlichen und die dritte Linie geht durch den neuen Teil im Nordosten, das ehemalige Olympische Dorf, wo wir wohnen.

Letzteres ist übrigens (von unserem Hotel und dem Friedhof abgesehen) weniger spannend, weshalb sich ein Ausstieg aus dieser Linie nicht unbedingt lohnt. Zumal die Busse dieser Linie in einer lockereren Taktung fahren, als die anderen beiden. Man ist also durchaus etwas gestrandet.

Wie bei diesen Bussen Hop-On-Hop-Off-Bussen üblich, gibt es aktuelle und historische Informationen und Geschichten per Kopfhörer nebst angenehmer Hintergrundmusik. Im Gegensatz zu 2006 sprechen die Bus-Begleiter aber nicht mehr live, sondern mittlerweile kommen die Kommentare von Band bzw. aus der Dose, was die Professionalität und die verfügbaren Sprachen natürlich steigert, die Freude am Fahren jedoch etwas schmälert; so begann 2006 jeder Abschnitt der Rundfahrt etwa wie folgt: „Zu Ihrer Linken sehen Sie das Gebäude sowieso, welches, Sie ahnen es schon, von Antonio Gaudi entworfen wurde…“

Apropos Kopfhörer: Mitunter muss man ja den Bus fluchtartig verlassen, wenn man sich spontan entscheidet, dass es hier interessant ist und man doch aussteigen möchte. Dann vergisst man schon mal seine bunten Ohrstöpsel. Kein Problem, man kann sich, ein gültiges Ticket vorausgesetzt, beim Besteigen wieder neue holen. Aber dann findet man die Alten ja doch wieder in der Jackentasche! Egal, über Bord damit, kostet ja nix Frown.gif

Poble Nou, Avenida d’Icaria

Torre Mare Nostrum

Fernsehturm und Tibidabo

Kloster von Pedralbes

Parksystem am Stadion

Passeig de Gracia

La Pedrera, Gaudí

Parque de Juan Miro

Pueblo Español

Der Fernsehturm von Barcelona (Torre de Collserola) ist mit seinen 288 Metern der höchste Turm in Spanien und wurde zur Übertragung der Olympischen Spiele 1992 von Sir Norman Foster gebaut. Die schlanke Bauweise (der Turm trägt den Spitznamen banderilla in Anlehnung an einen Spieß mit Mixed Pickles) ist durch die Abspannung mit Stahlseilen möglich geworden.

Passeig de Gracia

Tibidabo

Passeig de Gracia

Typische Kreuzung

Unser Lieblings-Bistro

Nuestra Señora del Rosario

Das Stadtbild außerhalb der Altstadt in Barcelona ist sehr amerikanisch durch ein Schachbrettmuster geprägt. Dennoch verstand es der Architekt Cerdá durch die konsequente Abschrägung der Häuserecken, die Kreuzungen sehr offen, lichtdurchflutet und übersichtlich zu gestalten, so dass man nicht den Eindruck hat, von den über 8 Stockwerken erschlagen zu werden.

Mont Juic

Der Montjuïc (jüdischer Berg) hat ganz viele Dinge zu sehen. Das Auffälligste dürfte die Olympia-Fackel von 1992 sein, denn hier war das Zentrum der Spiele. Neben einer Schwimmhalle, dem Stadion und einer weitläufigen Anlage ist davon hier aber nichts mehr übrig geblieben. Erklimmen kann man den Berg per Bus, Seilbahn vom Hafen aus oder aber mit der Rolltreppe — noch einmal Willkommen in Amerika!

Auf der Seite landeinwärts kommt man am sehr beeindruckenden Kunstmuseum MNAC (Museu Nacional d’Art de Catalunya) vorbei, welches auf etwa halber Strecke nach oben liegt. Dort legt man (wenn man die Treppe, nicht die Rolltreppe genommen hat) eine Verschnaufpause ein und lässt seinen Blick über die Stadt schweifen.

Am Fuße des Berges liegen übrigens die Messe-Hallen, an der Straße nach oben das Pueblo Español, wo wichtige Sehenswürdigkeiten im verkleinerten aber noch begehbaren Maßstab nachgebaut sind.

Altstadt

Spricht man von der Kathedrale von Barcelona, so denkt jeder an die Sagrada Familia. Das ist jedoch falsch, da die Sagrada Familia lediglich eine Basilica Minor ist. Die Kathedrale von Barcelona liegt mitten in der Altstadt im Barrio Gotico.

Tritt man ein, fällt einem zunächst einmal auf, dass die moderne Technik mittels Flachbildschirmen in dem Gotteshaus Einzug erhalten hat. Da prallen definitiv 2 Welten auf einander und man fragt sich, ob das sein muss.

Der Eintritt ist im Übrigen kostenlos und erfolgt von der Seite her über einen kleinen Garten in einer Seitenstraße. Sehr idyllisch angelegt mit viel Wasser und Grün, lädt aber dennoch nicht zum Verweilen ein — zumindest nicht, wenn man ein halbwegs gutes Gehör hat, denn gegen die Tauben wurde eine Anlage installiert, die einen (für manche) noch hörbaren sehr lauten Ton aussendet.

Man kann und sollte der Kathedrale auch aufs Dach steigen. Mitten in der Innenstadt hat man sonst nur selten die Möglichkeit, auf die Dächer von Barcelona zu schauen! Per Aufzug geht es gegen ein paar Euro hoch und auf dem Dach kann man dann über Treppen und Stege über den First gehen. Derzeit sind durch Bauarbeiten leider nicht alle Teile begehbar.

Von der Kathedrale aus ist es nur ein Steinwurf, bis zur neuen Markthalle Santa Caterina. Diese beeindruckt durch eine interessante Dach-Konstruktion. Von oben ist sie dann auch noch auffällig bunt! Der Ingenieur stellt sich sofort die Frage: Wo fließt eigentlich das Regenwasser hin???

Der Bummel durch die Altstadt geht weiter zur Kirche Santa Maria del Pi an der Plaza del Pi. Cineasten werden wissen, dass hier auf dem Platz Teile des Films „Das Parfum“ gedreht wurden…

Moderne Kunst (erinnert mich irgendwie an diese Kleiderbügel von der Reinigung) findet man auch in der Altstadt. Dieses Ungetüm steht direkt neben der Plaza San Jaume.

Wir schlendern weiter durch die alten engen Gassen und kaufen hier eine Kleinigkeit zu Knabbern und trinken dort in einer Bar einen cafe solo. Interessant immer die Architektur der alten Gebäude mit dem Tonnen-Gewölbe…

Kurz bevor man von der Altstadt auf die Rambla stößt, überquert man ein Mal den königlichen Platz, die Plaza Reial. Sie wird gerne mit der Plaza Mayor in Madrid verglichen, jedoch gibt es hier außer einer Menge Bars und Restaurants wenig bemerkenswertes.

Ein Ende der Rambla ist der Hafen und damit die 60 Meter hohe Kolumbus-Statue. Der ausgestreckte Arm verfehlt übrigens nur ganz knapp unsere zweite Heimat Mallorca!

Auf halber Strecke zwischen Kolumbus und der Plaza Catalunya liegt die Markthalle Mercat de Sant Josep oder einfach La Boqueria genannt. Diese ist etwas älter, die Metall-Konstruktion mit den Glas-Mosaiken stammt aus dem Jahre 1914. Wer noch nie auf einen spanischen Markt war, sollte unbedingt mal hinein gehen. Fragt sich nur ob mit vollem oder leerem Magen!

Direkt hinter der Markthalle ist das Iposa. Ein kleines schnuckeliges Cafe oder Restaurant. Wir beschränken uns aufgrund Platzmangels auf die Bar und dort auf einen cafe solo. Das Essen, was an den Tischen serviert wird, sieht jedoch sehr verlockend aus und die Tatsache, dass es brechend voll ist, spricht für gute Qualität. Beim nächsten Mal! Tipp: Oben auf Toilette gehen…

Wir lustwandeln weiter durch die Gassen zurück…

… zur Plaza Catalunya. Passend zur Jahreszeit ist dort eine Eisbahn aufgebaut worden! Und für die Kleinen gibt es witzige Pinguine, damit sie sich beim Schlittschuhlaufen besser festhalten können Smile.gif Zu meiner Zeit gab es das noch nicht!

Tauben füttern scheint sich zu einer sehr beliebten Beschäftigung im Herzen Barcelonas herauszukristallisieren. Nie im Leben würde jemand auf die Idee kommen, Ratten zu füttern. Bei tauben ist das irgendwie anders. Komisch. Mal abgesehen von dem ganzen Kot, der sich überall in der Stadt auf allen Gebäuden und mitunter auf der Kleidung wieder findet ist es einfach nur ekelig, wenn die Schwärme starten und eine Wolke (!) aus Milben oder was auch immer zurück lassen. Da muss ich immer unweigerlich an Georg Kreisler und sein Lied „Tauben vergiften im Park“ denken.

Cenar

Am ersten Abend machen wir die Gegend um unser Hotel etwas unsicher und starten mit einem Menu Anti-Crisis in einer Bar. Ein köstlicher plato combinado! Damit kann man nie etwas falsch machen, es sei denn, man mag nichts frittiertes Smile.gif Ansonsten zeichnet sich die Bar noch dadurch aus, dass es 9 Fernseher gibt. Es scheint also eine Sports-Bar zu sein. Allerdings laufen auch 9 verschiedene Programme, von denen nur eines Sport ist!

Ein weiterer Geheimtipp von Tom, der Jahre lang in Barcelona gelebt hat: Ciudad Condal. eine Tapas-Bar bzw. Restaurant mitten in der Innenstadt. Es ist brechend voll. Es muss also wirklich gut sein. Man hat entweder die Möglichkeit, an der Bar etwas zu bestellen und zu essen oder aber sich im Restaurant-Bereich hinzusetzen und dort Tapas zu speisen. Für letzteres muss man reservieren, was man direkt vor Ort machen kann. Es gibt extra jemanden, der die Reservierung entgegennimmt und einen dann lautstark aufruft. Und man muss wirklich nicht lange warten!

Das Essen ist sehr lecker, die Auswahl riesig und die Preise sind günstig. Und das, obwohl wir uns mitten in der Innenstadt befinden. Da kommt Freude auf und Appetit auf mehr!

Nur mit der Schreibweise sind sich die Inhaber nicht ganz einig. Es gibt alle Variationen: Ciutat Comtal, Ciudad Condal und Mischungen daraus. Es wundert mich, dass es die Katalanen mit dem Catalan und dem Castellano anscheinend doch nicht immer so ganz genau nehmen.

Wir ziehen durch das Studenten-Viertel von Barcelona und dort von einer Bar in die nächste. Da stößt man schon mal auf ganz andere Dekorationen. So dicht sind sich Bier und Wein vermutlich noch nie gekommen. Wobei die Mönche ja auch das Bier erfunden haben…

Dass man in der Altstadt auch Pech mit Restaurants haben kann, ist allgemein hin bekannt und wir bestätigen es mit La Dolca Herminia. Irgendwie hat uns der Laden so gar nicht zugesagt. Die Bedienung hatte entweder keine Lust oder was auch immer. Selbiges pflanzte sich dann in der Küche fort. Nur bei den Preisen war man wieder voll auf dabei uns hat zugelangt. Schlechte Kombination also.

Absolutes Highlight ist die Chanpagneria Can Paixano unten am Hafen in einem Lagerhaus. Man muss schon den richtigen Moment abpassen, sonst kommt man nicht mehr hinein. Denn es ist voll. Voller geht es einfach nicht. Es gibt keine Sitzgelegenheiten, wenn man Glück hat, steht man entweder an einem Tresen oder kann sonst irgendwo sein Glas und Teller abstellen. Oder halt nicht.

Es ist laut. Es ist stickig. Es ist kalt. Es ist spanisch. Es ist GENIAL!

Es gibt Tapas. Verschiedenste gebratene Würste aus der Region, aus Spanien und wenn es denn sein muss, auch aus Deutschland: Frankfurter, grobe (= grobe Wurst) oder Bratsburt (= Bratwurst). Dazu wird Sekt der Hausmarke serviert. In weiß, rose und rot. 1,25 EUR pro Glas am Abend und 0,90 EUR Mittags. Die Flasche kostet 4,35 EUR, die gibt es aber nur Mittags.

Ich könnte noch seitenlang drüber schreiben, ohne auch nur einen Fitzel des Flairs einzufangen. Daher: Hinfahren und eintauchen!!!

Metro

Ich bin ja kein leidenschaftlicher Bus-Nutzer. Da kommt man sich immer so vor wie beim Lotto spielen: Wann kommt die richtige Station, wird sie angesagt, sind wir schon zu weit gefahren… Das ist in Deutschland genau so, wie im Ausland auch. Viel deterministischer hingegen ist die U-Bahn. Die fährt auf Schienen, kann nirgendwo unverhofft abbiegen, …

In Barcelona ist das System sogar so ausgeklügelt, dass man die Ankunft sekundengenau (!) vorhersagen kann. Allerdings trügt der Schein, denn häufig springt die Anzeige um 10 Sekunden. Da hätte man sich das auch gleich sparen können.

Sinnvoll und nützlich hingegen sind die Fächer für gelesene Zeitungen! Das leidige Problem: Man hat eine Zeitung gelesen und weiß nicht, wohin damit. Lässt man sie in der Bahn liegen, hat man binnen kürzester Zeit die Zeitung überall im Zug verteilt. Fein säuberlich zusammengelegt freut sich aber der nächste darüber, wenn er sie fast druckfrisch aus dem Fach am Bahnhof nehmen kann! Klappt prima!

Paseos

Es folgen ein paar kurze Impressionen aus unseren Spaziergängen durch die Stadt:

Es soll keiner gesagt haben, wir waren in Barcelona und dort nicht am Strand!

Aber an der Strandpromenade tobt selbst Abends im Winter noch der Bär und alles hat auf und ist hell erleuchtet!

Wieso sollte man einen Plan nur ein Mal verwirklichen und nicht doppelt kassieren? Das dachte sich auch Sir Norman Foster und so wurde die Rakete sowohl in London als auch in Barcelona gebaut!

Von wegen Elektro-Auto. In Barcelona gibt es sogar Ladestationen für Elektro-Roller!

Eine Skulptur für Wind und Wellen direkt am World Trade Center

Christoph Kolumbus bei Nacht am Hafen

Moderne Kunst an der Avenida Diagonal

La Caixa, ebenfalls an der Diagonal, mit dem drehenden Logo ganz oben an den Häusern

Nudeln. Ist das Kunst oder kann das weg?

Der Spanier hat selten einen Keller, deswegen steht das Fahrrad oft im Wohnzimmer oder auf dem Balkon!

Man beachte die Zimmerdecke!

Yachthafen

Yachthafen, World Trade Center, Seilbahn, Montjuic

Eigentlich nur eine Straße. Aber auf dieser Straße fuhr Marco im April 2008 nach Barcelona rein zum Hafen um nach Mallorca rüber zu setzen

Krippen

Was den Deutschen der Tannenbaum an Weihnachten, ist den Spaniern das Krippenspiel oder el nacimiento, die Geburt. In Katalonien wird die Szenerie aus Maria, Josef, Jesus und den heiligen drei Königen (die im Spanischen übrigens reyes magos = königlicher Zauberer heißen) durch eine weitere Person ergänzt: Den Caganer, dem Scheißer. Zumeist steht er etwas abseits und verrichtet mit herunter gelassener Hose sein Geschäft. Seinen Ursprung vermutet man entweder im Kreislauf der Natur oder aber in einem gesunden Körper und damit einer gesunden Verdauung. Selbst die katholische Kirche hat mittlerweile ihren Segen erteilt und akzeptiert den Caganer als Glücksbringer! Heute ist es übrigens selten ein Bauer, sondern zumeist politische Prominenz, die man mit herunter gelassener Hose erwischt. So wurde unter anderem auch Angela Merkel auf dem Klo gesichtet!

Diese Krippe steht übrigens am Palau de la Generalitat, dem Sitz der katalanischen Regierung auf der Plaza de Sant Jaume.

Der kleine Scheißer Caganer ist übrigens nicht der einzige, der sich in Katalonien entleeren muss. Der caga tio (scheißender Onkel) oder besser Tío de Nadal (Onkel der Geburt Jesu) ist ein alter bemalter Baumstamm mit einem Gesicht und Baskenmütze, auf den die Kinder am Heiligabend klopfen und singen, damit er sich von Schokolade und anderen Süßigkeiten entleert. Die eigentlichen Geschenke gibt es aber dennoch erst am 6. Januar zu den Heiligen Drei Königen.

Frohe Weihnachten

Bleibt nur noch zu wünschen:

Feliz Navidad (castellano, spanisch)
Bones Festes (catalan, katalan)
Boas Festas (gallego, galizisch)
Zorionak (vasco, baskisch)
Frohe Weihnachten (deutsch)

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