2013-07 Moselurlaub

Urlaub Zuhause — vom 27. Juli bis zum 03. August 2013

Urlaub in Deutschland? Geht so etwas überhaupt? Klaro geht das! Eine Woche die Mosel entlang zeigt, wie schön und abwechslungsreich unser Heimatland sein kann. Und wer meint, dass deutsche Weine nichts taugen, wird mit den hiesigen Rieslingen eines Besseren belehrt!

Vorbereitungen

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?
nach Johann Wolfgang von Goethe

In diesem Sinne planen wir einen Urlaub in Deutschland und fahren mit unserem FabiaN die Mosel hinauf. Ohne Plan und ganz spontan. Und deswegen startet unser Urlaub auch ganz entspannt und ohne den Zwang, den Flieger um 06:15 Uhr erwischen zu müssen mit einem Frühstück auf dem Balkon!

Danach nehmen wir einen Kleinkredit auf und investieren 1000EUR in eine Autowäsche für FabiaN. Die ist dann dafür auch mit tollem UV-Licht. Wir sind begeistert! Sowohl von der Waschstraße als auch von dem Waschergebnis.

Und dann heißt es Koffer packen — wie von Muttern gelernt mit einem Handtuch oben drauf — und rein mit dem Gepäck ins Auto und auf geht es gen Süden…

Stefans Geburtstagsfeier

Der erste Zwischenstopp kommt nach wenigen Kilometern in Winsen/Luhe. Stefan hat zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen und wir sitzen mit Freunden ganz gemütlich auf dem Balkon standesgemäß bei Mezcladis und Helbing — wir müssen ja nicht mehr fahren, sondern haben uns unterm Dach eingebucht.

Zum Essen gibt es lecker Matjes, was auch den Helbing plausibel erscheinen lässt. Nur Sönke bekommt im wahrsten Sinne des Wortes eine Extra-Wurst.

Spät ist es geworden, aber wir haben ja Urlaub :o)

Nach dem Spät-Stück geht es dann eine Etappe weiter aufs Land zum Kaffee-Trinken…

Klein Amerika

… nach Klein Amerika! Und damit wir den Weg in die Pampa auch finden, gehen wir mit 4 Navigationssystemen auf Nummer Sicher! Sehr zur Freude von Mark, der selber ja von seinem Navi im Urlaub in Stich gelassen wurde. Das kann uns jedenfalls nicht passieren!

In Klein Amerika gibt es bei Bärbel und Mark dann Kaffee auf der Terrasse und wir werden um ein weiteres Technisches Dingsbums aufgerüstet :o)

Und nach dem Kaffee geht es weiter Richtung Koblenz. Den einzigen festen Termin, den wir haben, denn wir wollen Carsten und Bianca in Kettig besuchen fahren. Die beiden kennen wir nun schon seit vielen Jahren von Mallorca, seit Andrea uns mit denen Zwangs-Bekannt hat: „Setzt Euch mal dazu, die sind nett!“

Allerdings steht der Start in den großen Teil unseres Urlaubs unter keinem guten Stern, denn die Autobahn bei Soltau ist dicht. Und die Ausweichstrecke ebenfalls. Und es gibt nichts schlimmeres, als 2 Stunden im Stillstand zu verbringen. Wir sind kurz davor, aus dem Moselurlaub einen Urlaub in der Lüneburger Heide zu machen. Allerdings scheitert es daran, dass wir aus der Autoschlange nicht heraus kommen :o(

Kettig

Aber irgend wann sind wir aus dem Stau dann doch raus und die restlichen 450km verlaufen entgegen unseren Befürchtungen absolut staufrei und wir gleiten einfach so dahin. SO macht Auto fahren ja Spaß.

Carsten ist Landschaftsgärtner und hat sich die Mosel gleich in den Vorgarten geholt. Eine tolle Idee muss ich sagen! Wir verbringen bei Carsten und Bianca (und deren Eltern) einen schönen Abend und lassen die alten Zeiten noch mal aufleben — irgendwie zieht es dann doch alle wieder nach Mallorca.

Eine Besonderheit gibt es allerdings noch in Kettig. Also neben der Tatsache, dass es dort keinen Lieferservice für Pizza und dergleichen gibt. Aber in der Karnevals-Region gibt es eine zentrale Beschallungsanlage für die Straßen! Da gibt es dann zum Umzug ein einheitliches Tschenderassabum in allen Ecken.

Oder ist es doch für die Evakuierung, falls das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich, was nur einen Steinwurf von Kettig entfernt liegt? Wir wissen es nicht und ziehen weiter nach Koblenz zum Frühstück…

Koblenz

Dank des guten Tips von Bianca landen wir mit unserem FabiaN mitten in der Innenstadt und beim Cafe Palais, wo wir erst mal gemütlich in der Sonne frühstücken, bevor wir die Fußgängerzone und die Innenstadt von Koblenz erkunden.

Panorama auf den Rhein und Ehrenbreitstein

Ein Blick von der Uferpromenade über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein mit der Seilbahn über den Strom.

Kilian gab uns den Tipp, die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen und dort mit der Seilbahn rüber zu fahren. Man hätte auch die Fähre nehmen können oder mit dem Auto rüber fahren. Aber die Seilbahn ist das schnellste und definitiv auch spektakulärste von allen Übersetzmöglichkeiten.

Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt! Nicht zuletzt auch deswegen, weil die nette Tante, die einem die Gondeln zuweist, mit einem Blick auf meinen Fotoapparat uns in die Kanzel mit Glas-Fußboden einquartiert hat.

Die Anlage um und in Ehrenbreitstein war 2011 Zentrum der Bundesgartenschau und mit Blumen geschmückt. Aus dieser Zeit stammt auch die Seilbahn. Aber in der Ausstellung erfahren wir, dass auch diese bekannte Festung mal ganz klein angefangen hat :o)

Aber sie haben sich in der Festung einen netten Effekt einfallen lassen: Überall hört man Pferde-Getrappel, Marschier-Geräusche und rufe und so wird man mehr oder weniger ins Mittelalter zurück gebeamt…

 

Gesehen hat man es ja schon öfter, dieses Symbol. Und wir werden es im Moselurlaub auch noch diverse weitere Male sehen. Aber was es bedeutet wissen wir nun auch: Dieses Kulturgut soll im nächsten Krieg nicht zerstört werden. Nun, hoffentlich wissen das auch die Raketen, wenn sie durch die Gegend fliegen… Und hoffentlich wissen das auch die Soldaten, wenn sie einen anderen Eingang, als den Haupteingang nehmen…

Ganz oben auf der Burg angekommen, machen wir es uns erst mal im grünen Gras und auf orangefarbenen Sitzkissen bequem und genießen die letzten Sonnenstrahlen, denn am Horizont kommt schon die dunkle Regenfront heran gerollt.

Dinge, die man schon immer mal übers Mittelalter wissen wollte: Wie ist das eigentlich mit dem Klo???

Raus aus dem Mittelalter, rein in die 50er, 60er und 70er.

Eine Wohn-Ausstellung führt durch die verschiedenen Zeitalter des deutschen Wohnens und Marco findest sein Küchen-Bufett im Museum wieder!

Zumindest von oben haben wir es gesehen, das Deutsche Eck! Sieht aus der Vogelperspektive auch viel spannender aus, als von unten!

Leider muss man sagen, dass es auf der Festung bei der Besichtigung irgendwie keinen roten Faden gab oder wir ihn nicht gefunden haben. Man bekommt zwar ein Prospekt in die Hand gedrückt, aber irrt dann doch verwirrt umher und versucht sich zurecht zu finden. Daher flüchten wir nun auch von der Burg wieder runter und rüber an den Mosel-Start, zumal sich auch ein Unwetter den Weg heran bahnt…

Panorama auf den Rhein und das Deutsche Eck von Ehrenbreitstein

Von der Festung Ehrenbreitstein aus hat man einen herrlichen Blick auf den Rhein, die Mosel wie sie darin mündet und natürlich das Deutsche Eck!

Die Erkundung des Deutsches Eck fällt etwas knapp aus. Leider hat es bei der Abfahrt von Ehrenbreitstein angefangen zu regnen und so erkunden wir das Kaiser-Wilhelm-Denkmal von innen und sparen uns den Gang auf die künstlich aufgeschüttete Landzunge.

Gleich um die Ecke liegt die Pfarrkirche St. Kastor. Wir sprinten durch den Regen ins nächste trockene Eck.

Weiter geht es zurück in die Innenstadt zur Liebfrauenkirche. Spätestens jetzt merken wir, dass wir tief im Katholischen sind…

Ein Saturn und wir gehen nicht hin! Das will schon etwas heißen. Im modernen Zentrum der Stadt holen wir stattdessen Erkundigungen ein, wie denn der Rest unserer Reise ablaufen soll. Und wir werden noch einmal in der Strategie bestärkt, spontan vor Ort nach Unterkünften zu suchen. Daher geht es nun entspannt die Mosel hinauf. Übrigens auch Kilometermäßig, denn die Mosel ist der einzige Fluss, bei dem Kilometer 0 nicht an der Quelle liegt.

Niederfell

Wir nach unserem ausgiebigen Stadtbummel starten von Koblenz die Mosel aufwärts. Wir sind sofort beeindruckt von dem Flüsschen und der Schönheit. Da wir aber noch nicht wissen, was uns erwartet, wie das mit der Übernachtung funktioniert und wo man was zu welchen Konditionen findet, treten wir schon bald wieder auf die Bremse und landen im Dörfchen Niederfell.

Ausschlaggebend war das Schild „Touristeninformation“. Also rein in die Touri-Info, die sich jedoch als Kneipe entpuppt mit einem versteckten Tisch am hinteren Ende, wo es eine Hand voll Prospekte aus der Region gibt. Ernüchterung stellt sich ein. Wo man denn hier wohl schlafen kann, geht die Frage an die Dame hinterm Tresen. „Bei s’Trudi“, so die Antwort. Freundlicherweise geleitete man uns (zu Fuß) durch das kleine Örtchen und lieferte uns bei s’Trudi ab.

Eine schon etwas betagtere Dame zeigte uns unser Zimmer — mit Balkon bzw. einer großen Terrasse, die sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Für s’Trudi war aber viel wichtiger zu erwähnen, wie der Fernseher eingeschaltet werden kann. Nun, so hat halt jeder so seine Prioritäten…

Beim Preis musste sie allerdings kurz überlegen. Uns hätte das stutzig machen müssen. So zahlten wir in der ersten Nacht den teuersten Preis für unseren Moselurlaub…

Zur abendlichen Stärkung verschlug es uns wieder dort hin, wo wir gestartet waren: In der Touri-Info. Denn die versprach gute Hausmannskost! Und wir wurden definitiv nicht enttäuscht. Und wir kamen auch in Kontakt mit dem lokalen Nationalgetränk: Der Weißwein, genauer gesagt dem Riesling, der dort zu über 60% angebaut wird. Und da sage mal einer, dass deutsche Weine nichts taugen!

Panorama der Mosel in Niederfell

Ein Blick auf die Mosel im kleinen Örtchen Niederfell.

Nach dem deftigen und reichhaltigen Essen ging es dann noch auf eine kurze Erkundungstour durch Niederfell. Nicht, weil wir keine Lust auf einen längeren Spaziergang hatten, sondern eher, weil das Dorf nicht mehr her gibt.

Den Absacker in Form eines Bieres (es gibt keine Supermärkte und s’Trudi hatte nichts anderes) gibt es dann auf unserer privaten Terrasse.

Da wir schon am Abend zuvor anmelden mussten, was und wie viel wir gerne frühstücken wollen, war das Frühstück wenig überraschend aber reichhaltig und ideal für das Programm des neuen Tages. Den und den folgenden hatte s’Trudi übrigens schon für uns komplett durchgeplant. Mit Skepsis nahmen wir ihre Planung entgegen, um später festzustellen, dass wir gar nicht so sehr davon abgewichen sind…

Wir wechseln die Seite der Mosel und weiter geht es flussaufwärts!

Burg Eltz

Viele, besonders die älteren unter uns, kennen sie vermutlich. Wenn auch nicht in echt, so denn vom 500DM Schein: Die Burg Eltz. Sie liegt etwas abseits der Mosel, man muss sich zunächst einmal vom Fluss diverse Höhenmeter empor kämpfen, um sie zu erreichen. Und den letzten Rest geht man natürlich auch zu Fuß — oder nimmt den gebührenpflichtigen Zubringer.

Ja, die Burg ist sehenswert. Allerdings nur von außen. Ich habe immer ein kleines Problem damit, wenn man Eintritt bezahlen muss und dann noch nicht einmal fotografieren darf.

Wir mussten etwas suchen, bis wir die richtige Perspektive gefunden haben, aber ja, es gibt sie!

Cochem und Moselfahrt

Nach der Burg Eltz war s’Trudi zweiter Vorschlag eine Moselfahrt von Cochem nach Beilstein. Und natürlich wieder zurück, da wir irgendwie ja das Auto wieder abholen mussten. Gesagt getan. Die Frage des Parkens ist in Cochem, einer „Groß“stadt etwas kniffelig, aber wir haben halbwegs legal mehr oder weniger direkt am Wasser geparkt. Und das Auto war hinterher auch wieder da — ohne Strafzettel.

Das Café mit der schönen Aussicht glänzte leider ausschließlich durch selbiger. Ansonsten weder durch den Service noch die feilgebotenen Produkte. Da ist man in kleinen Dörfern doch wesentlich besser und freundlicher aufgehoben.

Es geht also rauf aufs Schiff und die Mosel hinauf. Vorbei an schönen Dörfern, in den Hang hinein geklebt, der Lorelei der Mosel und vielen weiteren Dingen, die man trotz der interessanten Durchsagen leider wieder vergessen hat :o(

Immer wieder beeindruckend sind auch die Weinberge. Da fragt man sich, wie es die Pflanzen schaffen, in diesem Schieferberg überhaupt Halt zu finden! Und diese Zahnradbahn scheint ja auch sehr interessant zu sein. Leider haben wir sie nie in Aktion gesehen. Aber so steil wie die Berge dort sind, verspricht es einen heißen Ritt, wenn das Ding unterwegs ist.

Neben den unzähligen Bergbahnen ist natürlich auch die Schleuse ein Höhepunkt der Flussfahrt! Auf der Rückfahrt von Beilstein zurück nach Cochem leider etwas nervig, weil wir eine geschlagene Stunde VOR der Schleuse warten mussten — warum auch immer.

Letzter technischer Punkt (im wahrsten Sinne des Wortes): Radar-Reflektoren an den Brückenpfeilern in Cochem. Das Funktionsprinzip ist das selbe, wie bei den Katzenaugen am Fahrrad. Durch 3 rechtwinklige Spiegel wird das Licht zurück geworfen. Da Radar, wie Licht, auch nur eine elektromagnetische Welle ist, funktioniert das hier genau so. Mit dem Vorteil, dass sich Radar-Strahlen an einfachen Metallscheiben „spiegeln“.

Burg Metternich

Die Burg Metternich in Beilstein. Hier endet unsere Mosel–Kreuzfahrt vorerst. Wir steigen aus, um die Burg zu erklimmen! Später werden wir mit der stündlich fahrenden Fähre wieder nach Cochem schippern.

Panorama der Mosel bei Beilstein

Hat man die Burg Metternich erst mal erklommen, hat man von dort oben einen herrlichen Blick über Beilstein und natürlich über die Mosel!

Von der einst prunkvollen Burg des Herrn Metternich ist nicht viel übrig geblieben. Es stehen leider nur Ruinen, die man aber gegen ein geringes Entgelt betreten darf. Oben erwartet einen übrigens ein Kiosk. Warum auch nicht, er ist ziemlich gut in die Burg integriert und stört nicht. Was jedoch stört ist die Tatsache, dass man dort oben nicht einmal ein Piccolöchen des gleichnamigen Sekts bekommt. Da sind wir nun wirklich schwer enttäuscht…

Es geht wieder mit der Fähre zurück nach Cochem, um unser Auto zu holen, um dann wieder nach Beilstein zu fahren. Denn dieser Ort ist so toll, dass wir uns die Wartezeit auf die Fähre verkürzt haben und uns schon mal eine Übernachtung reserviert haben. Mit dem Zimmerschlüssel in der Tasche treten wir also die Fahrt flussabwärts an.

Beilstein

Wieder in Beilstein angekommen (man parkt leider etwas außerhalb, dafür aber kostenlos) ist das Abendessen fällig. Da das Wetter nach wie vor sehr angenehm ist, sitzen wir draußen unter Weinlaub und lassen uns regionale Köstlichkeiten schmecken. Und wir variieren auch die Getränke: Zu dem Riesling gesellt sich ein Müller-Turgau. Und hinterher gibt es als Absacker noch ein kleines Moselfeuer!

Es folgt ein kleiner Verdauungsspaziergang durch das Dorf. Zwar nicht lang, dennoch anstrengend, da es in dieser Gegend alles andere als eben ist. Und es stellt sich einem die Frage: Haben wir genug Filme mit? Brauchen wir vielleicht noch einen 36er mit 200ISO?

Der Foto-Laden hat aber eh schon zu und wir begeben uns in die Katakomben für einen Absacker. Es sollte wieder ein Riesling werden…

Die „Lobby“ unseres kleinen Hotels. Sehr schön, sehr rustikal. Und obwohl ein Hotel, günstiger als bei s’Trudi!

Auch das Zimmer ist ganz schnuckelig. Wir hatten die Auswahl zwischen 2 verschiedenen. Wir wählten nicht das unterm Dach, da Marco dort nicht stehen konnte. Dafür haben wir dann die Katze im Sack gekauft und mussten „unser“ Zimmer erst einmal raparieren — bzw. das Bett. Aber wozu reist man schließlich mit einem Tischler durchs deutsche Land…

Die Belohnung für die nächtliche Reparaturaktion gibt es aber am nächsten Morgen! Oder in welchem anderen Hotelzimmer wacht man mit solch einem herrlichen Blick aus dem Fenster auf?

Das Frühstück war dann auch sehr herzlich unter zig Kaffeemühlen. Und da dämmert es uns: s’Trudi erwähnte etwas von einem tollen Hotel in Beilstein, mit vielen vielen Kaffeemühlen an den Wänden!

Da wird die Burg Metternich ja bereits am Vortag erklommen hatten, treibt es uns jetzt einfach nur so durch die Weinberge…

… und an der Kirche von Beilstein eintlang wieder zurück zum Auto.

Alf

Hubschrauber versprühen Chemie…

Blumen versprühen Duft…

Landschaft versprüht Charme…

Auf der anderen Mosel-Seite entdecken wir ein namensträchtiges Ortsschild: Alf! Angeblich ist (oder war) es das meist geklaute Ortsschild der Republik. Jedenfalls muss man in diesem Ort einfach mal anhalten, so unser Gedanke. Zumal es dort auch gleich die Fabrik gibt, die die niedlichen Plüschtiere herstellt :o)

Doch das mit dem Vorbeifahren ist leichter gesagt, als getan. Denn das Navi wusste nicht, dass es sich bei der Brücke, über die es uns dirigierte, um eine zweistöckige handelt. Und die Ebene, die wir einschlagen sollten, war der Bahn vorbehalten. Wir biegen also nicht direkt links ab, sondern schrauben uns noch eine Etage höher und queren dann die Mosel.

Erste Begegnung mit außerirdischen Lebensformen ist dann auch der Spuck-Mann.

Wir finden das Hinweisschild auf einen Aussichtstum und folgen dem Weg dort hin. Natürlich durch nicht enden wollende Weinberge!

Panorama der Mosel bei Alf und Zell

Eine Mosel-Schleife zwischen Alf und Zell an der Mosel. Die kürzeste Verbindung ist etwa 1 Kilometer. „Außen“ herum aber gut 15 Kilometer!

Von dem drahtigen Aussichtsturm aus hat man eine geniale Aussicht auf die Mosel mit einer riesigen Schleife! Und einem Grußpunkt und einer Webcam, wo man fleißig winken kann. Mangels Internetabdeckung können wir jedoch niemandem Bescheid sagen.

Schließlich geht’s wieder den sonnigen Weg hinunter, vorbei an einem Kriegsgräberfriedhof, der leider etwas in die Jahre gekommen ist…

Traben-Trabach

Traben-Trabach klingt schon mal lustig. Kennt man auch irgendwo her. Aber der Ort an sich hat uns so gar nicht von den Socken gehauen. Es reichte noch nicht einmal, um einen Kaffee oder ähnliches dort zu konsumieren. Entweder haben wir den Charme dieses Ortes nicht erkannt, oder er hat schlichtweg keinen.

Wir fahren weiter…

Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues. Dieses tolle Örtchen versüßte uns unsere Ankunft derart, dass wir spontan 2 Nächte bleiben. Übrigens spricht man es „Kuuus“ aus, und nicht „Küß“. Aber das sei nur am Rande bemerkt.

Es ist alles etwas größer hier. Aber auch sehr schön. Aber auch etwas unübersichtlich. Aber auch etwas teuer. Daber bemühen wir diesmal eine Touristeninformation (diesmal eine richtige!). Unser Ziel: Wir würden gerne mal bei einem Winzer nächtigen. Gesagt, getan. Die hilfsbereite Dame hinterm Schalter hat ein Gästezimmer bei einem Winzer „drüben“ in Bernkastel für uns gefunden. Etwas abseits, da sich das meiste Leben (und auch die Altstadt) eher in Kues abspielt, aber dennoch ist man in 15 Minuten problemlos von einem Stadtteil über die Mosel im anderen.

Das (blaue) Zimmer ist ganz schnuckelig. Es gibt noch ein rotes und ein gelbes.

Das Frühstück ist sehr reichhaltig! Wir sind sehr zufrieden und die Entscheidung, zwei anstatt einer Nacht zu bleiben ist die richtige!

Wir bummeln durch den Ort und überlegen kurz, hier sesshaft zu werden. Immerhin gibt es hier ganze Häuser zu verschenken — wenn auch ohne Grundstück.

Die 15 Minuten Fußweg, die uns die Dame von der Touri-Info genannt hat, stimmen. Und es ist ein sehr schöner Weg, der überwiegend an der Mosel vorbei und drüber hinweg führt.

Panorama Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues aus dem Weinberg gesehen

Wir machen einen Kleinen Abstecher durch die Schiefer- und Weinberge…

Panorama der Innenstadt von Bernkastel-Kues

Der Stadtkern von Bernkastel-Kues.

Und landen später in der historischen Innenstadt, die uns zuvor schon mit einem Eis empfangen hat. Erstaunlich ist der Andran von Touristen den ganzen Tag über. Nähert sich die Stunde jedoch der magischen Neckermann-Uhrzeit, wird es schlagartig weniger und ruhiger. Etwas weniger Trubel ist aber auch mal ganz angenehm. Wir verschnaufen kurz, genießen das Ambiente auf dem zentralen Marktplatz und treten hungrig den Rückweg an.

Gegessen wird nämlich heute zuhause beim Winzer, denn diese haben eine Straußenwirtschaft oder Besenwirtschaft. Dabei handelt es sich um eine für diese Region sehr typische Sache: Es ist eine von Winzern saisonal betriebener Schänke, um deren selbsterzeugten Wein direkt an den Mann zu bringen. Damit einem der Alkohol nicht all zu sehr in den Kopf steigt, ist der Verkauf von Speisen ebenfalls gestattet.

Wir ordern daher einen Wurst- und einen Käseteller sowie ein Set zur Weinprobe. Essen und Trinken satt für 2 Personen für 18EUR. Das ist mal ein Urlaub!

Apropos Weinprobe. Wenn wir schon bei einem Winzer nächtigen, wollen wir natürlich auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Unserem Wunsch wird kurzerhand entsprochen und so bekommen wir einen exklusiven Rundgang durch die Weinproduktion. Im Übrigen sind sowohl die neuen Fässer aus Edelstahl als auch die alten aus Holz noch in Benutzung!

Panorama von Bernkastel-Kues von Bernkastel

Ganz Bernkastel-Kues von den westlichen Weinbergen von Bernkastel aus gesehen.

Ja, wir haben es wieder getan. Wir drehen eine Runde mit der Bimmelbahn. Wir hätten auch unser Auto nehmen können, aber da wird einem ja nichts über Land, Leute und die Geschichte von Bernkastel-Kues erzählt.

Panorama von Bernkastel-Kues von der Burgruine Landshut

Bernkastel-Kues von der Burgruine Landshut aus gesehen.

Und wären wir nicht mit dem Zug gefahren, hätten wir auch nicht die Tiefenbacher Wasserfälle besichtigt!

Und weil die Wasserfälle auf „halbem“ Weg zur Burgruine Landshut liegen, gehen wir gleich noch etwas weiter bergauf. Die Sonne brennt, es ist gut warm und der Aufstieg tut sein übrigens, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Aber oben gibt es ja einen Kiosk. Der hat allerdings wegen Reichtums geschlossen. Mit ihm die Toilette. Und das in der Hochsaison!

Immerhin hat man von dort oben, wie sollte es anders sein, einen herrlichen Ausblick auf die Stadt. Und nach einer kurzen Suche finden wir auch unser Domizil, das Weingut Brunnenhof.

Frustriert von der verschlossenen Gastlichkeit oben gehen wir wieder runter nach Kues und stärken uns dort mit etwas Kuchen und einem Riesling.

Wir lassen den Wandertag langsam ausklingen und stellen fest: Auch an der Mosel kann man Kaaken, Döme und Kapelln.

Panorama von Bernkastel-Kues von Bernkasteler Ufer

Am berndkasteler Ufer schaut man rüber zum Stadtteil Kues.

Zum Abendessen gönnen wir uns etwas nobleres und kehren ein bei der Doctor-Weinstuben: Der Bernkasteler Doctor Weißwein ist eine der teuersten Weinbergslagen der Welt. Sein Name beruht angeblich auf einen Kurfürsten, der nach Genuss des dortigen Weines von einer schweren Krankheit geheilt wurde.

Wir sind vom dazugehörigen Hotel leider sehr enttäuscht. Das Essen ist gut, keine Frage. Die Lage außergewöhnlich und das Haus mit seiner historischen Einrichtung sehenswert. Leider ruht man sich auf diesem Kapital zu sehr aus. Freundlichkeit und Zuvorkommen des Personal sucht man hier leider vergebens. Daher ist es einfach nur schade und es bleibt ein sehr fader Geschmack über.

Spaziert man so an der Mosel entlang, merkt man aber schnell, dass es auch hier ab und an mal Probleme mit dem Wasser gibt. Warum sonst sollte eine Telefonzelle so aufgebockt sein. Fragt sich dann nur, ob man dort hin kommt, wenn das Wasser so hoch steht. Und Telefonbücher, die nass werden könnten, gibt es ja leider nicht mehr.

Dieses doppelt bestückte Kreuz markierte früher die Stadtgrenze.

Ein gutes Foto braucht auch einen gewissen Einsatz…

Trier

Von Berkastel-Kues verabschieden wir uns nur widerwillig und fahren weiter die Mosel hinauf zum letzten deutschen Tunkt: Trier. Der Plan ist, hier nur kurz anzuhalten, um gleich weiter nach Luxemburg zu fahren. Trier ist mit Sicherheit sehr geschichtsträchtig, aber die Aussicht, mit FabiaN noch mal ins Auslang zu fahren ist doch sehr verlockend. So buchen wir für ein kleines Vermögen im Voraus ein luxemburgisches Hotel in der Innenstadt und fahren nur mit Fabi zur Porta Nigra.

Und von dort startet, wie sollte es anders sein, eine Bimmelbahn. Die Qualität der Tour ist ehr durchschnittlich. Viel Spannender ist die Tatsache, dass die Japaner alles forografieren — selbst diese Bimmelbahn!

Unterwegs geht es vorbei an den historischen Bädern sowie am Geburtshaus von Karl Marx bis wir wieder vor der schwarzen Tür abgeladen werden.

Wir besichtigen die Domkirche zu Trier als ein Bischofs-Sitz. Es erwartet uns der übliche Pomp und Gloria…

… bis wir direkt nebenan die Liebfrauenkirche betreten! Diese hinterlässt nämlich einen sehr fabenfrohen, hellen und lebendigen Eindruck bei uns!

Und immer wieder beeindruckend ist auch die Konstantinbasilika mit dieser nicht enden wollenden Größe, Höhe und weite der „Kasettendecke“ mit schlappen 9m großen Kasetten! Wie klein der Mensch doch manchmal ist…

Luxemburg

Wir befinden uns ganz offensichtlich im Dreiländerck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Wir verlassen unser Heimatland durch Oberbillig, wo vermutlich die Zentrale vom Mediamarkt beheimatet ist und wechseln rüber nach Luxemburg.

Wir haben uns ein Hotel in der Nähe der Innenstadt ausgesucht. Rechnet man den Zimmerpreis pro Bett, so ist es gar nicht so teuer. Aber unser kleines Nachbarland gleicht seine mangelnde Fläche anscheinend durch erhöhte Preise aus — außer beim Benzin! Da hat sich FabiaN nämlich sehr über einen günstigen vollen Tank gefreut!

Im Badezimmer begrüßt uns übrigens ein alter Bekannter: Grüner Bambus von Yves Rocher im Seifenspender an der Dusche!

Wir bummeln rüber in die Innenstadt…

… vorbei an der Siegessäule…

… um auf einem Platz unseren knurrenden Magen zu befriedigen und der deutschen Austausch-Band zu lauschen, die dort in einem kleinen Pavillon ein Konzert gibt.

Frisch gestärkt geht es weiter zur Besichtigung der luxemburgischen Infrastruktur. Sowohl Straßenmalereien der Baubehörde als auch die öffentlichen Fahrräder finden unser Interesse :o)

Panorama Luxemburg

Ein Blick über das Tal der Alzette, die durch Luxemburg fließt.

Wir haben uns ganz offensichtlich von der Mosel abgewendet und sind nun an der Alzette, die in einem tiefen Tal durch Luxemburg fließt. An den Steilwänden findet man alte Höhlen, die Kasematten. Leider sind wir so spät dran, dass diese für eine Besichtigung schon geschlossen haben.

Es folgt ein kleiner Bummel durch diverse Geschäfte…

… bis wir uns schließlich dem kulinarischen Nachtleben der Stadt unterwerfen. Ein letzter Riesling zur Erfrischung und dann geht es nach Sonnenuntergang in bzw. vor Kneipen der Altstadt weiter mit Bier und Pommes :o)

All zu lange können wir aber nicht mehr unsere Runden drehen, obwohl das Flair der kleinen Hauptstadt schon sehr ansprechend ist. Aber wir müssen ja Tags darauf wieder einen ganz großen Ritt nach Hause antreten.

Ganz offensichtlich sind wir leider nicht die ersten deutschen Gäste im Hotel. Neben diesem freundlichen Hinweis (auf Deutsch) zum Frühstück gibt es im Fahrstuhl ebenfalls noch ein Schild, was darauf aufmerksam macht, dass die Hotelrechnung automatisch und ohne Rückfrage mit 300EUR belastet wird, sollte man beim Rauchen im Hotel erwischt werden. Das ist jedenfalls eine klare Ansage!

Frankreich

Wenn man schon mal in der Gegend ist, kann man auch einen Abstecher mit FabiaN nach Frankreich machen. Wie zufällig liegt nämlich ein Decathlon fast quasi auf dem Weg nach Hause!

Heimreise

Apropos nach Hause: Wir halten Nach Frankreich dann doch noch einmal in Luxemburg. Tanken! In Frankreich ist es so, dass sich die Autobahn an Mautstellen extrem verbreitert und es 10 bis 20 Möglichkeiten zur Durchfahrt gibt (sofern man denn vorher den Wegezoll entrichtet hat). In Luxemburg hingegen ist das bei den Tankstellen so. So viele Zapfsäulen nebeneinander sieht man vermutlich nicht einmal in Amerika!

Nach dem Fabi-Tank folgt ein kurzer Mäuse-Tank!

Und danach eine absolut staufreie Fahrt bis nach Borstel, wo wir uns zu einem Überraschungskuchen anlässlich Mama Waltrauts Geburtstag einladen. Eine Überraschung, die definitiv geglückt ist!

Unser Moselurlaub endet schlussendlich abends wieder in Hamburg auf dem Balkon bei einem schönen Glas Riesling vom Weingut Brunnenhof sowie einen warmen Ziegenkäse mit Pinienkernen und Honig.

Fazit: Man sollte viel öfter in Deutschland Urlaub machen. Es ist schöner, als man denkt und lohnt sich auf alle Fälle!

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