2013-12 Christmas Shipping mit der AIDAsol

Unsere erste Kreuzfahrt — vom 14. bis zum 21. Dezember 2013

Schon lange haben wir mit einer Kreuzfahrt geliebäugelt und nun kam ein Angebot, was wir nicht ausschlagen konnten. Aus „Christmas Shopping“ wird „Christmas Shipping“. Eine Fahrt durch die Nordsee mit Besuchen von Southampton in England, Le Havre in Frankreich, Brügge in Belgien und Amsterdam in Holland!

Einschiffen



Gebucht haben wir sie bereits im Sommer, unsere erste Kreuzfahrt. Es war ein Angebot, wo wir einfach nicht nein sagen konnten. Verraten haben wir niemandem etwas.
Der Urlaub startet ganz entspannt. Wo sonst kann man mit der U-Bahn in den Urlaub fahren? Rein mit den Koffern am Bahnhof in den Shuttel und dann stürzen wir uns ins Weihnachtsgetümmel in die Stadt.

Erstes Ziel, und da kommt schon ganz leichte Urlaubsstimmung auf, die Weihnachtsparade auf der Mönkeberg-Straße. Die Gäste, die von weiter weg anreisen, stehen bestimmt auch hier und gucken sich das Spektakel an…


Da wir niemanden in unsere Urlaubspläne eingeweiht haben, wir uns aber verabschieden wollen, greifen wir zu einem Trick: Wir laden unsere Freunde zum Kaffeetrinken und auf eine Rundfahrt mit der 62er Hafenfähre ein. Das haben wir sowohl im Sommer als auch im Winter schon mal gemacht — da jedoch ohne Hintergedanken. Daher wurde auch niemand misstrauisch.

Eine Stunde etwa schippern wir bei Kaffee aus der Thermoskanne und italienischer Panetone auf der Elbe und auf halber Strecke etwa sagt jemand: Ach guck, die Aida liegt ja auch im Hafen!



Ich bestehe darauf (und das kann ich manchmal gut), auf der Rückfahrt auszusteigen, weil ich mir das Schiff näher anschauen möchte. Als wir das Terminal ansteuern, kommt jedoch Verwunderung auf, weil es darin ja alles andere als attraktiv ist. Also lüften wir das Geheimnis, aber auch als wir unsere Bordkarten zeigen, können es unsere Freunde noch nicht so recht glauben…

   
Unser Zimmer, Pardon, unsere Kabine ist die Größte verfügbare. Danach kommen dann die Suiten. Wir liegen mit der Nummer 9119 auf Deck 9, dem höchsten Deck. Darüber kommen nur noch die Suiten, die auf dem Wellness-Deck 11 sind. Es ist relativ geräumig bei uns, wir hatten schon kleinere Hotelzimmer. Das Bad ist klein aber fein und funktional — und mit einer Vakuum-Toilette! Da fühlt man sich doch gleich ans Flugzeug erinnert. Experimente dazu folgen später :o)

An der Kabinennummer klemmt übrigens an jedem Tag das Programm für den kommenden Tag. Frisch gedruckt aus der eigenen Druckerei an Bord und aktualisiert auf kurzfristige Änderungen, denn wegen des Wetters hat man bei uns die Route kurzfristig in der Reihenfolge geändert. Außerdem gibt es noch weitere Info-Zettelchen an der Tür. Nur die Bordrechnung gibt es nicht auf Papier — der Umwelt zuliebe. Ah ja!

Wir liegen noch immer im Hafen, es kommen noch immer neue Passagiere an Bord und die ersten Restaurants haben auch schon auf gemacht. Zeit, für die Aida-Führung für ganz neue Gäste und alle anderen interessierten!

Eine von insgesamt 12 Bars

Aida Lounge

Schaltzentrale vom Teatrium

Aida Bar

Tresen mit 63 Metern

Casino

Sport

Noch mehr Lounge

 

Außenbereich
Deck 11 / 12

Außenbereich
Deck 11 / 12

Anytime Bar
Deck 12

Zugang zur Anytime Bar

Deck 14

Wellenss Oase
Deck 15 / 16

Wellenss Oase
Deck 15 / 16


Auf dem Schiff wird großen Wert auf Hygiene gelegt. Vor jedem der 10 Restaurants sowie beim Einschiffen gibt es Spender für die Hände-Desinfektion. Wir wollen unseren Urlaub ja nicht zwanghaft mit Quarantäne verlängern…



Von den 7 Restaurants sind 2 1/2 zum selber zahlen. Alle anderen sind im Preis mit drin und werden von uns im Laufe der Woche sukzessive durchprobiert werden. Wir starten mit dem Größten, dem Markt-Restaurant. Es öffnet als erstes und hat eine kurze Unterbrechung nach 90 Minuten, um die Schlacht der Gäste am Buffet wieder zu restaurieren.

Mit Blick immer noch auf den Hambuger Hafen und spanischen und internationalen Leckereien gibt es das erste Nachtmahl bis…



 

… 7 kurze und 1 langer Ton ertönt: Die angekündigte Rettungsübung steht an! Nun müssen die bis zu 2200 Passagiere und über 600 Mann Besatzung an Deck 5 erscheinen. In 90 Minuten! Vorher soll man aber noch möglichst in seine Kabine, um von dort die Rettungsweste zu holen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es klappt! Und in unserem Falle auch in sportlichen 30 Minuten. Erstaunlich, die gesamte Mannschaft inklusive des (vermutlich) philipinischen Reinigungspersonals leitet die Ströme der Passagiere durch das Schiff in die richtige Richtung und weg von den Aufzügen. Auf den Westen steht praktischerweise auch groß die Nummer des Sammelplatzes. Dort dann angekommen wird man namentlich kontrolliert.

Es folgt dann noch eine Demonstration, wie man die Schwimmweste richtig hätte anlegen müssen Smile.gif und eine Show-Einlage der wartenden Hafenschlepper. Denn vor Abschluss der Rettungsübung darf das Schiff nicht ablegen.


So, den Sekt haben wir uns nun aber auch verdient! Der Willkommen-Sekt ist angerichtet. Frei-Sekt für alle. Dabei soll es jedoch nicht bleiben, denn nach dem Willkommen-Sekt gibt es noch den Neulings-Sekt für alle, die noch nie dabei waren zum Kennenlernen und danach gibts noch… hicks!




Es folgt das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen und damit etwas ganz besonderes, was man wohl nur als Aida-Reisender kennt: Die Auslauf-Musik, das spontan-akute Fernweh was einen überfällt und das Hochwasser in den Augen, was sich einstellt. Jedes Mal. Bei jedem Hafen und immer mal wieder, wenn man einfach nur dran denkt, wie sich 70.000 Tonnen unbemerkt in Bewegung setzen und die Landschaft langsam an einem vorbei zieht…

Ach ja, ganz nebenbei bemerkt gibt es noch eine Laser-Show, die auch sehr beeindruckend ist :o)

Und langsam schieben wir uns raus an Blankenese und Airbus vorbei die Elbe runter in die Nordsee. Zeit, unsere Familien anzurufen und Adieu zu sagen. Und sie zu informieren, dass sie als Notfall-Kontakt hinterlegt wurden — ja, das muss man vor der Abreise machen!

1. Seetag

Der erste Seetag. Die große Angst: Das wird doch bestimmt ganz schnell ganz langweilig auf dem Schiff. Man kann nirgendwo hin. Ist eingesperrt. Hat alles gesehen. Was soll man nur tun?

Ehrlich gesagt braucht man einen ganzen Tag, bis man alles gesehen hat. Und langweilig wird es danach auch nicht. Entweder man nutzt die Wellness-Einrichtungen oder aber die Bespaßung der Crew oder aber man schaut einfach nur aus dem Fenster: Denn immer mal wieder fährt ein Schiff vorbei, man sieht eine Ölplattform oder aber sogar das Festland!


Man will ja wissen, wo man lang gefahren ist. Und das ist gar nicht so einfach, wenn es keine konkreten Straßen gibt. Also haben wir uns die Technik zu Nutze gemacht und die Tatsache, dass wir eine Balkon-Kabine hatten: Ein GPS-Empfänger hat unsere gesamte Fahrt aufgezeichnet. Einschließlich einem komischen Schlenker! Die Online-Portale zur Schliffs-Verfolgung kann man diesbezüglich übrigens vergessen — auch die Bezahl-Version. Unsere 7-tägige Tour wurde mit akkurat 15 Wegpunkten markiert!


Es gibt ein gemütliches Spät-Stück mit schön viel Sonne…



… bevor wir das Wellness-Programm einläuten. Die AIDAsol hat insgesamt 4 verschiedene Saunen von lauwarm bis heiß und trocken bis dampfig zu bieten. Dazu dann noch öffentliche Ruheräume und beheizte Außenwhirlpools. Die Saunen verfügen über riesige Panorama-Scheiben, durch die man Schiffe und Wellen beobachten kann. Lediglich die Dampf-Sauna hat aus nachvollziehbaren Gründen keine Fenster.

Es ist ja nun eine Winter-Tour, sprich das Oberdeck ist quasi nicht zum entspannen nutzbar. Daher ist unsere Befürchtung, dass die Saunalandschaft an den Seetagen hoffnungslos überfüllt ist. Daher buchen wir für schlappe 25EUR pro Person und Tag für die beiden Seetage die exklusive Wellness-Oase dazu. Mit noch einem Whirlpool und 2 zusätzlichen Decks mit Liegen. Der Erhoffte Mehrwert war leider gering. Das Prei-Leistungs-Verhältnis ungerechtfertigt. Und die Nutzer leiden am Mallorca-Liegen-Reservier-Syndrom :o( Nächstes Mal nutzen wir, wie bei diesmal auch, unseren Balkon und sparen 100EUR, die wir anderweitig investieren können.


Nachdem wir tiefenentspannt und durchgeglüht sind, folgt eine weitere Erkundung des Schiffes. Nachdem wir bei der Führung am ersten Abend überall im Sturmschritt durchgelaufen sind, gehen wir die Runde nun etwas ruhiger ab. Zunächst geht es ins Casino. Dieses hat immer nur geöffnet, wenn das Schiff fährt. Also sobald die Leinen los gemacht sind, gehen die Automaten an.

Und dann gibt es noch den Foto-Laden. Zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wird man abgelichtet. Vorzugsweise beim Aus- und wieder Einschiffen oder aber beim Tanzkurs oder beim Boule spielen. Die Bilder kann man dann anschauen und kaufen. Dazu muss man sich ein mal am Automaten scannen und dann erkennt die Software anhand der Gesichtserkennung, welche Fotos alle verfügbar sind. Funktioniert, jedoch nicht perfekt.



Die AIDAsol ist weltweit das einzige Schiff mit einer Brauerei an Bord und diese Brauerei ist die einzige auf der Welt, die mit (entsalzenem) Meerwasser Bier braut. Schmeckt „normal“ Smile.gif Ferner gehört zur Brauerei auch noch ein rustikales Restaurant wo es Haxe und andere Leichtigkeiten gibt.

Apropos Essen: Diese praktischen Besteckständer sind allgegenwärtig. Egal ob Luxus- oder Buffet-Restaurant. Man kann sie auch gegen ein „geringes“ Entgelt erwerben. Wie spannender ist jedoch das ebenfalls allgegenwärtige leise Geklimper im Hintergrund. Durch das ständige leichte Rollen des Schiffes (die Frequenz ist etwas mehr als 1Hz — dank Beschleunigungssensor im Smartphone konkret analysiert) klappert das Besteck ständig in dem Ständer und sorgt für eine gleichmäßige Hintergrundkulisse.


Um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass man sich auf dem Schiff verläuft, gibt es in jedem Treppenhaus auf jeder Etage einen Deck-Plan. Eigentlich ist es ganz einfach und man findet sich nach kurzer Eingewöhnung schnell zu recht: Es gibt nur 2 Treppenhäuser. Deck 3 ist die Krankenstation. Decks 4-9 sind zum Wohnen. Von Deck 9-11 geht das Teatrium in der Mitte des Schiffs. Deck 9-11 sind zum Essen und Feiern. Decks 11-14 sind mit Außenbereichen oder komplett draußen.



Und wieder etwas zu trinken. Zweierlei und das vor dem Abendessen! Schnell war klar, dass die 18 Uhr Schicht zum Essen nichts für uns ist. Das war nur am ersten Abend wegen der Rettungsübung nötig. Danach gab es nie vor 8 Essen; eher später. Auf anraten von Passagieren, die wir 2 Wochen zuvor getroffen hatten, als die Sol in Hamburg eingelaufen ist und dann für eine Woche ins Dock zur Innen- und Außenüberholung kam (wir sind also in ein frisch gereinigtes und repariertes Schiff gestiegen) haben wir uns Bier-Gutscheine für die Reise geholt. Dann ist es etwas günstiger. Allerdings kommt man gegen Ende der Reise dann auch in die Verlegenheit, eine Druckbetankung durchzuführen. Wir haben nämlich nicht bedacht, dass zu den Essen die Getränke frei sind. Auch Bier und Wein! Und da die Restaurants von 18 Uhr bis 22 Uhr geöffnet haben, kann man dort nicht nur essen, sondern auch trinken. Daher kam unsere sorgfältige Kalkulation von 2 Bier pro Person und Abend geringfügig ins intertreffen!

Neben dem Bier gibt es dann noch den Willkommen-Sekt für die Neulinge zum Kennenlernen und Smalltalk halten. Wo kommst Du her, was machst Du hier, wie ist Dein Eindruck? Und da trifft man dann auch tatsächlich Gäste aus dem verschlafenen Wiezendorf!


Auf allesn Aida-Schiffen gibt es auch ein Fernseh-Studio, wo die täglichen Ereignisse der Ausflüge und Parties zusammengeschnitten werden und von wo aus jeden Abend eine Stunde Live im Fernsehen und im Teatrium übertragen wird. Das reicht von Talkshow über Aus- und Rückblicke bis hin zur spannenden Informationen über das Schiff und die kommenden Orte.


Wir essen im Asia-Restaurant. Auch Buffet, aber alles etwas asiatischer angehaucht und auch mit Sushi. Lediglich beim Kaffee hinterher wurde etwas geschwächelt: Es gibt nur die „Lieblingsmarke“ mit oder ohne Koffein.


Nach dem Essen stellt Kapitän Jens Janauschek noch fix seine Mannschaft vor…


… und wir verschwinden danach in die Anytime Bar. Der Bar, die als längstes auf hat. Oder um es mit den Worten des Personal zu sagen: Wenn die Anytime Bar schließt, hat auch nichts anderes mehr geöffnet.

Auf dem Rückweg noch einen kleinen Abstecker auf Deck 4: Hier ist ganz offensichtlich das Kinderparadies :o)

Southampton


Das ist das schöne an einer Balkon-Kabine! Man guckt raus und sieht noch vor dem Aufstehen immer etwas neues! Der erste Landgang steht bevor: Southampton! Der Kapitän meldet sich über die Lautsprecheranlage (leider nicht auf dem Zimmer) mit ein paar Informationen. So liegen wir heute nämlich auf dort, wo vor 100 Jahren die Titanic lag. Ach nein, wir liegen gegenüber davon. Was für ein Scherzbold. Dabei ist er sonst immer Containerschiffe gefahren…


Wir sitzen aber erst mal beim Frühstück — Achtung, England, Zeitumstellung — als es ganz leise und dunkel wird an Bord. Angeblich, so erklärt und der Jens Janauschek, habe man die elektrische Energieversorgung an Bord testen müssen. Behördenvorgaben. Dafür dauerte die Nummer aber irgendwie zu lange. Und die, die unter der Dusche standen oder auf der Toilette waren, hatten besonderes Pech. Denn die Vakuum-Spülung ging natürlich auch nicht. Und an Wasser gab es ausschließlich kochend heißes!




Wir schiffen aus und gehen an Land. Nicht ohne zuvor unseren Bord-Ausweis vorzuzeigen, damit immer klar ist, wer an Bord ist und wer nicht.

Begrüßt werden wir mit typisch englischem Wetter: Wolken und Nieselregen. Daher flüchten wir zunächst ein mal in die Shopping-Malls vor Ort. Ach ja, und Geld tauschen bzw. abheben müssen wir ja auch. Man ist ja richtig im Ausland. Aber uns erwartet ein typisch englisches Christmal Shopping, wie wir es schon vor 8 Jahren in London gesehen haben.

Jedoch so richtig überzeugen kann uns das Angebot in Southampton nicht, so dass unsere Einkaufstaschen leer bleiben. Von leckeren englischen Weingummi und anderen landestypischen Köstlichkeiten natürlich mal abgesehen!

Und eine von den tollen und blinkenden Weihnachtskippen bzw. Weihnachtshäuschen passen leider nicht in unseren Koffer.


Da fährt man über 24 Stunden mit dem Schiff in ein fremdes Land und dann das: Ein deutscher Weinachtsmarkt in England! Wir überspringen den Teil des Sightseeings und ziehen weiter…


… zum Anker der Queen Elisabeth 2 (QE2), die in Southampton ihren Heimathafen hatte und dort im Jahre 1969 zur Jungfernfahrt nach Amerika aufgebrochen ist. Im Falklandkrieg 1982 diente sie dann als Truppenschiff und transportierte Helikopter. Ihre letzte Reise war 2008 und seit 2010 steht der Anker in Southampton.

 
Unser Stadtbummel führt und weiter durch eine typisch englische Stadt. Bemerkenswert finde ich immer diese vielen kleinen Schornsteine in den Reihen-Hochhäusern.
Und natürlich darf in keiner englischen Stadt eine Kneipe namens „Duke of Wellington“ fehlen. Daher hat Southampton ebenfalls solch ein Etablissement.

Am Hause der Tudors verweilen wir nur kurz für ein Bildchen, denn das eigentliche Ziel des Tages ist natürlich die Titanik-Ausstellung!

   
Die Ausstellung ist nett. Mehr aber auch nicht. Der Funke springt irgendwie nicht über, man fühlt sich nicht „dabei“ und nicht berührt. Irgendwie ist es schon etwas schade, dass solch eine monumentale Ausstellung da nicht greift. Gegen Ende des Rundganges, wenn es an das Thema „Gerichtsverhandlung“ und Schuldfrage geht, kommt davon ein kleines Bisschen Gefühl auf. Aber vorher im großen Teil der Ausstellung leider nicht. Auch ist die Zahl der Exponate eher mager. Man erwartet doch das eine oder andere Original z.B. nach wie vor in Salzwasser konserviert, um etwas Stimmung für ein untergehendes Schiff zu machen. Gut getroffen ist hingegen der Bezug zu Southampton und besonders zu den unzähligen Arbeitern auf dem Schiff, die die Katastrophe nicht überlebt haben.


Das Gebaude, in dem die Titanik Ausstellung untergebracht ist, war bis 2011 ein Gefängnis. Man hat sich damals entschieden, die Toiletten nahezu komplett im Originalzustand zu erhalten — bis auf die Tatsache, dass eine Zelle von damals heute eine ganze Toilette ist. Aber die Türen, der Fußboden und die Fliesen sind original. Angeblich kann man auch noch Kritzeleien von Häftlingen finden.

Bemerkenswert ist übrigens auch der Händetrockner. Während herkömmliche Trockner nur ein laues Lüftchen wehen lassen (von den Turbo-Trocknern, die flächig beide Hände gleichzeitig fönen mal abgesehen) ist dieser hier ein wahrer Taifun, wo man Angst haben muss, dass einem das Fleisch von den Knochen geweht wird!


Wir beenden unseren ersten Landgang der Christmas Shipping Tour und schiffen wieder ein. Ausweis vorzeigen, Gesichts-, Waffen- und Lebensmittelkontrolle, Hände desinfizieren und schon sind wir wieder zuhause in unserem schwimmenden Hotel.


Da das Wetter eher englisch als kaiserlich war, ist etwas durchglühen vor dem Abendessen angesagt. Wie gut, dass die Whirlpools zu dieser Zeit fast allesamt frei sind und aufgrund der fortgeschrittenen Stunde angenehm beleuchtet sind. Das ist die optimale Entspannung für das anstehende Abendessen.


Nach dem Abendessen steht unsere Weinprobe an. Die gab es als Geschenk vom Reisebüro dazu. Dankeschön! Der freundliche Herr, der uns durch den Abend mit unzähligen Sekt, Weiß- und Rotweinen begleitete war ausgebildeter Sommelier und zumindest als Laie hat man den Eindruck, dass er etwas von seinem Fach versteht. Generell ist so eine Weinprobe für den ungeübten Teilnehmer so, dass der Abend immer lustiger und die Differenzierung zwischen den Weinen immer geringer wird *hicks*


Mittlerweile haben wir auch wieder abgelegt. Das Schaukel-Gefühl kommt also nicht (ausschließlich) von der Weinprobe, sondern hat tatsächlich mess- und fotografierbaren Ursprung!


Dei AIDAsol (und ihre Schwesterschiffe natürlich auch) hat eine sehr ausgefeilte Bühnentechnik und ein dazu passendes Show-Programm! Es gibt jeden Abend eine andere Show von etwa 1,5 Stunden Dauer mit ständig wechselnden Genres. Da mag man denken, dass es sich hierbei um etwas bessere Laiendarsteller handelt. Aber weit gefehlt. Die Theater- und Tanzdarbietungen sind auf einem sehr hohen und professionellen Niveau! Wir sind definitiv positiv überrascht, haben aber dennoch an keiner Veranstaltung komplett teilgenommen, sondern sie nur „auszugsweise“ oder im wahrsten Sinne des Wortes im Vorbeigehen genossen.


Statt Abba erkunden wir lieber das Shiff und finden die Wäscherei. Also die „private“, so man selber Hand anlegen kann. Diese hat natürlich nichts mit der professionellen Wäscherei an Bord gemein (außer dem gemeinsamen Thema natürlich). Die zentrale Wäscherei macht mit einer Waschladung 100kg Wäsche und hat einen Durchsatz von bis zu 10 Tonnen Wäsche. Pro Tag!


Abba haben wir uns ja nun nicht angeschaut. Statt dessen aber die Generalprobe zu „Wer wird Millionär“. Der aufmerksame Beobachter stellt sofort fest: Die Stühle und der Bildschirm sehen aber verdammt echt aus. Sie sind es sogar! AIDA hat das original WWM von Endemol lizenziert und Techniker von Endemol haben die Einrichtung der gesamten Anlage und der originalen Bild- und Toneinspielungen vorgenommen! Lediglich Günther Jauch fehlt natürlich, statt dessen führ Denny Bedürftig wieder durchs Programm.
Die nette Kandidatin der Generalprobe meistert die 1 Millionen Frage übrigens mit Bravur unter Zurückhaltung von 2 Jokern! Gewonnen hat sie dafür eine Flasche Champagner. Morgen steigt die richtige Show, zu gewinnen gibt es da die Überfühungsfahrt für 2 Personen der AIDAprima von Japan nach Hamburg. Eine Kreuzfahrt von 90 Tagen!!!

Le Havre


Über Nacht haben wir Le Havre erreicht. Das ging ganz gemächlich, denn Frankreich ist ja quasi gegenüber. Der Tausch der beiden Landtage von England und Frankreich aufgrund des Wetters hat also praktisch keinerlei Auswirkungen auf die Reise. Für uns zumindest nicht. Und im Nachhinein sieht man es in den Reiseunterlagen ohnehin nicht mehr, denn die ausgedruckten Programme für den Tagesablauf werden an Bord gedruckt und sind daher immer aktuell.



Wir verlassen das Schiff und lassen uns mit dem Bus an den Rand des Hanfens bringen. Theoretisch hätten wir auch zu Fuß gehen können, aber dann wäre der nette Effekt des französischen Glühweins ja schon wieder verpufft. Überhaupt erstaunlich, dass die Franzosen freiwillig Glühwein zubereiten…

   
Erstes Ausflugsziel ist das Einkaufszentrum in den ehemaligen Docks. Passen zum Schipping-Shopping. Es ist alles weihnachtlich geschmückt und das Bummeln macht Spaß, zumal es überdacht und geheizt ist und man sich zwischen den Geschäften nicht ständig umkleiden muss. Das Wetter ist zwar wesentlich trockener als in England (oh Wunder) und damit viel angenehmer, aber kuschelig warm ist es doch besser.

Oh, welch ein Zufall! Es gibt sogar einen Decathlon in den Docks Vauban in Le Havre!!!


Vom Einkaufszentrum bummeln wir weiter über den Hauptbahnhof…


… durch Wohnviertel…


… und Verwaltungsgebäude und Parks…


… bis zu der weithin sichtbaren und schicken Brücke über den Bassin du Commerce mit Blick auf das naturwissenschaftliche Museum Le Volcan. Leider ist es wegen Renovierungen geschlossen.


Le Havre, das Tor zu Paris. Das hässliche Tor zu Paris. Man solle doch auf keinen Fall im hässlichen Le Havre bleiben, sondern statt dessen lieber die Tour nach Paris buchen. 2 Stunden Busfahrt pro Richtung zuzüglich garantiertem Stau auf der Peripherique. Da bleibt für Paris selber nicht viel übrig. Okay, dann lieber einen Ausflug ins wunderhübsche Honfleur, direkt auf der anderen Seite des Flusses. Le Havre besteht doch nur aus Beton, da kann man doch nicht dort vor Ort bleiben.

Stimmt, Le Havre besteht überwiegend aus Beton. Es wurde im 2. Weltkrieg quasi komplett zerstört, dafür in Windeseile — Beton sei Dank — wieder aufgebaut. Dennoch, und das bemerkt der aufmerksame Beobachter bei einem Rundgang sehr schnell, ist Beton nicht gleich Beton, sondern man kann viele verschiedene und interessante und schöne Bauten damit machen.

 
Und als definitiven Höhepunkt und ein MUSS auf der Le Havre-Liste ist die Beton-Kirche Saint Joseph. Von außen weithin sichtbar und dort schon beeindruckend. Von innen nicht minder genial. Bilder können die Größe und Farbenpracht nur eingeschränkt wiedergeben. Man fühlt sich etwas nach Gotham City versetzt — wenn auch glücklicherweise wesentlich bunter!


Wir setzen unseren Weihnachtsbummel fort, trinken hier einen Kaffee, essen dort eine Waffel…



… fahren nicht mit dem Riesenrad, begutachten das historische Museum in einem baufälligen Gebäude…



… und landen dann bei der Cathedral Notre-Dame du Havre (Zur Erinnerung: „de le“ wird im Französischen zu „du“ [dü] zusammengezogen!).


Schließlich geht es dann durch das Hafengelände (auch hier gibt es Ebbe und Flut, was das Boarden beim Schiff mitunter schwierig macht, wie man uns sagte. Teilweise wird die Gangway eingefahren und dann auf ein anderes Deck wieder angelegt!


Sport ist an Bord von Kreuzfahrtschiffen stets beliebt. So gibt es seit Anbeginn der Passagierschiffahrt wohl das berühmte Shuffleboard. Eine Sportart für draußen. Genau so wie das Fuß-, Volley- und BAsketball-Feld auf dem obersten Deck. Im Dezember eher selten genutzt. Statt dessen erfreut sich die hochseetaugliche Variante von Boule großer Beliebtheit. Einzige Variation zum Original: Statt der Kugeln, die an Bord ein gewisses Eigenleben entwickeln würden und damit Leib und Wohl der restlichen Passagiere beeinträchtigen wurden, nimmt man auf See einen kleinen und viele größere Sandsäcke. Die bleiben auch bei höheren Windstärken liegen!


Wir legen ab uns sagen au revoir Le Havre, Du bist ein sehr schönes Tor zu Paris und ein Besuch der Stadt lohnt sich definitiv!


Wir genießen ein paar Tapas und ein paar Bier. Und später noch mal ein paar Tapas und wieder ein paar Kaltgetränke. Der Trick ist relativ einfach: Alkoholische Getränke gibt es kostenfrei nur zu den Mahlzeiten. Da die Restaurants aber von 18 bis 22 Uhr mehr oder weniger durchgehend geöffnet haben und man beliebig oft kommen und gehen kann, haben wir unseren Essen-Modus auf die kleinen spanischen Häppchen umgestellt. Ist ja auch viel gesünder, wenn man immer nur Kleinigkeiten isst…


Getreu dem Motto: Der letzte Laden der auf der Aida am Abend (oder Morgen) schließt ist die Anytime Bar. Dann also auf zum bunten Tanz-Tummel achtern auf Deck 12!

Brügge


Großes Drama in Brügge! Belgische Gesetze verbieten es, dass Zivilpersonen zu Fuß durch den Hafen gehen. Das hat dann zur Folge, dass 1500 Passagiere mit 3 Bussen 500 Meter vom Schiff zum Hafeneingang gefahren werden müssen. Es spielen sich dramatische Szenen ab! Un-glaub-lich!

Aber wir sind ja gar nicht in Brügge, sondern in Zeebrügge, dem Tor zu Brügge. Diesmal stimmt es sogar, im Gegensatz zu Southampton und Le Havre. Denn Zeebrügge ist, wie der Name sprachlich versierten Lesern vermuten lässt, eben Brügge an der See, ganz ähnlich wie z.B. Soller und Port de Soller auf Mallorca.

   
Vom Eingang des Hafens kommt man ziemlich einfach in die Zeebrügger Innenstadt: Nämlich mit der Straßenbahn, die wiederum 500 Meter vom Hafen entfernt hält. Tickets dafür bekommt man im Supermarkt, direkt an der Haltestelle. Dort ist auch in 4 verschiedenen Sprachen erklärt, wie man auf eigene Faust (Bus oder Zug) weiter nach Brügge kommt und so den offiziellen Bus-Ausflug nach Brügge vermeidet und parallel eine Menge Geld spart. Und selbstverständlich erklärt die nette Dame an der Kasse noch mal das Prozedere in die Hauptstadt und drückt einem vorsichtshalber noch einen winzigen Merkzettel in die Hand. So kann wirklich nichts mehr schief gehen.

Einziger Wermutstropfen: Die Busse und Züge nach Brügge fahren selten — zumindest, wenn 1500 Personen (oder gar 3000 zu Spitzenzeiten) gleichzeitig ankommen. Daher lohnt mitunter auch ein kleiner Spaziergang durch Zeebrügge selber, zumal die schnuckelige kleine Kirche auch direkt am Bus- und Zug-Bahnhof liegt. Die schwarze Madonna hier ist übrigens nicht von Natur aus so dunkel, sondern fiel einem Brand zum Opfer!


Jetzt aber Brügge. Direkt in der Innenstadt (Zand) aussteigen. Unheimlich praktisch! Was es mit der ungewöhnlichen Dekoration am Brunnen auf sich hat, können wir jedoch nicht klären. Jedoch lacht uns die Sonne an und wir ziehen los durch die Hauptstadt der Schokolade.



Belgische Schokolade. Quasi omnipräsent in den verschiedensten Darreichungsformen. Mitunter etwas schwer mitzunehmen. Wir bevorzugen zunächst die flüssige Variante. Es ist zwar sonnig, dennoch aber winterlich knackig kalt. Ideales Sightseeingwetter!


Der Große Marktplatz mit dem großen Glockenturm Belfort mit stolzen 83 Metern und stolzen 8EUR Eintritt! Wir investieren daher lieber ein Viertel davon in eine belgische Zuckerwaffel und bestaunen Turm und Glockenspiel von unten. Ferner gibt es noch eine riesige Eisbahn und einen schnuckeligen Weihnachtsmarkt drum herum.


Weiter geht es durch diverse kleine Gässchen und Straßen über unzählige Brücken durch die Hauptstadt. Weniger bewanderte können Brügge übrigens auch mit dem Boot erkunden…


Das Rathaus. Man kann auch irgendwie hinein wir entscheiden uns aber für eine kleine Chocolaterie nebenan und erstehen ein paar Mitbringsel: „This choclate is not for eating — enjoy it!“ Es scheinen diverse Gounmends unterwegs zu sein, dann die nette Dame weist uns mehrfach darauf hin!



Die kleinen Länder zwischen Deutschland und Frankreich sind irgendwie berühmt für Schokolade und auch Frittiertes. Daher darf auch eine gute Portion belgische Pommes nicht fehlen! Und da diese aus der Gesundheitsapotheke kommt, können da auch weder Cholesterin noch Kalorien drin sein :o)




Die St.Salvator Kathedrale ist die Bischofskirche des Bistums Brügge. Besonders beeindrucken die große Orgel, riesige Fenstrefronten und natürlich eine insgesamt große und hohe Ausdehnung der Kathedrale!



Die Liebfrauenkirche (Onze-Lieve-Vrouw) steht ebenfalls auf dem Programm. Allerdings sind große Teile der Kirche wegen umfangreichen Renovierungsarbeiten gesperrt. So tauschen wir den künstlerisch wertvollen Anblick auf die Madonna von Michelangelo gegen den auf ein komplexes Schließsystem einer Schatztruhe.


Im Hellen angereist, um Dunkeln geht es wieder heim auf unser Schiff. Und wir stellen fest: Belgisch ist gar nicht so schwer!


Nach dem ganzen ausländischen Essen braucht man wieder etwas handfestes deutsches. Wobei als Norddeutscher ist zünftiges Essen südlich des Weißwurstäquators auch nicht besonders national. Egal, wir essen heute Abend in der weltweit einzigen Brauerei auf einem Schiff, wo einmalig auf dieser Welt mit Meerwasser aööe 4 Wochen ein Bier hergestellt wird: Das AIDA Zwickel. Es schmeckt wohl. Es passt auch hervorragend zum süddeutschen essen und auch das Ambiente auf Deck 10 Backbord ist so, wie man sich das vorstellt. Aber es ist auch einfach nur ein normales Bier…


Als hätten wir es mit dem Abendessen vorhergesagt: Heute ist bayrischer Abend! Welch eine Gaudi!


So viel süddeutsches Vergnügen ist zu viel und wir flüchten aus der AIDAbar auf Deck 10 in die AIDAlounge, unter Treckies auch als 10vorne bekannt.

Computer, mit welcher Frequenz rollt das Schiff? *tüdelüt* Die Rollfrequenz beträgt beim derzeitigen Seegang 1,5 Herz.

Wozu so ein Telefon mit Beschleunigungssensor nicht alles gut ist…

Amsterdam


Komm, wir fahren nach Ahamsterdam…

Letzte Station und zweifellos der Höhepunkt unserer Reise ist Amsterdam! Wir werden die Hauptstadt der Niederlande erst um Mitternacht verlassen — wie praktisch, da kann man das Nachtleben ja auch etwas auskosten! Ein Schelm, der böses dabei denkt! Zwar erreichen wir das Festland bereits um 9 Uhr morgens, jedoch ist das nicht Amsterdam. Wir müssen erst noch durch den Nordee-Kanal und bis wir im Hafen von Amsterdam gedreht und angelegt haben, ist es auch schon 12 Uhr.

Aber das ist dennoch ganz spannend, so hat man beim Frühstück, heute Mal im Bella Donna Restaurant auf Deck 10, eine unglaublich abwechslungsreiche Aussicht. Apropos Aussicht: Wir sehen von unserer Balkon-Kabine, dass das Schiff für die Schleuse doch recht knapp bemessen ist. Viel Luft ist nach rechts und links nicht mehr. Da ist Maßarbeit gefragt! So kommt es auch, dass die AIDAprima, die später diese Route übernehmen soll, nicht Amsterdam, sondern Rotterdam anlaufen wird: Der große Pott passt schlichtweg nicht mehr in die Schleuse rein!

   

Schließlich haben wir gedreht und angelegt und gehen von Bord. Ähnlich wie zuhause in Hamburg legt man in Amsterdam auch mitten in der Innenstadt an und ist nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt.


Amsterdam zeigt sich auch vom Wetter her als Krönung unserer Reise. Man muss schon sagen, dass wir bei einer Dezemberkreuzfahrt durch die Nordsee wettertechnisch mit allem gerechnet haben. Vielleicht sind wir deswegen allerorts positiv vom Wetter überrascht!


Nur mit dem Schnee hapert es etwas. Dafür kann man sich gegen ein geringes Entgelt in eine Schneekugel stellen und von Styropoor umpusten lassen — gut, dass das Ding dann keiner schüttelt :o)


Das Rot- und Buntlichtviertel von Amsterdam. So berühmt, dass man den leicht bekleideten Damen sogar ein Denkmal gesetzt hat. Das wäre doch auch mal etwas für die Herbertstraße bei uns.


Holland ist ja für sein Fastfood bekannt. Dass es sooo schnell und per Automat abgewickelt wird, erstaunt allerdings! Wir trauen uns auch nicht so ganz an Burger, Fritten und Kroketten heran. Außerdem haben wir ja gerade deftigst gefrühstückt.


Erste Station des Christmas Shopping in Amsterdam. Etwas frustrierend, weil sowohl von den Produkten her als auch von den Preisen nicht unsere Zielgruppe. Dennoch sowohl von innen als auch von außen ganz imposant!


Wir schlendern weiter durch die verwinkelte Fußgängerzone…


Amsterdam soll ja im Vergleich zu anderen Metropolen einen erhöhten Drogenkonsum aufweisen. Nun stellt sich die Frage, ob Schokolade im Allgemeinen und Kakaopulver im Besonderen ebenfalls dazu gehören! Oder weshalb wird er linienförmig auf einem Spiegel dargeboten?

Egal, sowohl die holländische Variante der Schokolade in fester, wie auch flüssiger Form ist exzellent! Wir nehmen wieder eine Kostprobe mit nach Hause.


Tulpen aus Amsterdam…

Manchmal sind es einfach keine Vorurteile!


Manchmal spielen sie aber auch mit Vorurteilen!


Allein die Höhe der antiken Häuser lässt erkennen, dass hohe Grundstückspreise nicht erst ein Problem des 20. Jahrhunderts sind!


Pommes aus Amsterdam — nein, es ist diesmal kein Lied, dennoch aber berühmt! Sogar mit einer Urkunde und fast voller Punktzahl. Können wir bestätigen, definitiv lecker!!!
Wir haben zwar noch lange nicht genug vom großen Schiff, gehen aber dennoch auf ein kleines und machen eine Stadtrundfahrt mit einer Barkasse durch die Kanäle.

„Einschiffen“

Hamburg hat mehr Brücken, …

Die Zwillingshäuser

Das schmalste Haus von Amsterdam

Vater & Sohn

Unsere Sol!

Noch ein naturwissenschaftliches Museum!

Ein Schiff aus Beton!

… als Venedig und Amsterdam zusammen!


Selbstverständlich gilt auch in Holland das strenge europäische Nichtraucherschutzgesetz. Daher darf auch hier in Restaurants und Kneipen nicht geraucht werden! Daher bekommt man beim Betreten eines Etablissements mit den schönen Kuschelkissen und niedrigen Tischen im Schaufenster auch einen Aschenbecher mit folgenden Worten in die Hand gedrückt: „No smoking allowed, only joints! — Hier ist rauchen verboten, nur Joints!“

   

Wir machen uns wieder auf den Heimweg. Es ist zwar noch lange nicht Mitternacht, aber man muss es ja nicht bis zur letzten Minute auskosten. Außerdem schließt das letzte Restaurant, der California Grill, um 23 Uhr und wir haben Hunger! Das ist dann auch eine Art Fastfood auf dem Schiff mit Pizza, Burger und co.


Das Resumee des Abends: Amsterdam hat beim Thema Christmasshopping definitiv auf der Zielgeraden alles heraus geholt!


Es gibt an Bord übrigens, wen wundert es, ein komplettes kleines Fernsehstudio! Und aus diesem gibt es ein Mal am Tag für 1 Stunde eine Livesendung über den vergangenen Tag mit Ausblick auf den kommenden Tag. Und natürlich ist diese Sendung, ähnlich wie das Bühnenprogramm, alles andere als laaienhaft!


Ein letztes Mal für diesen Urlaub laufen wir aus einen Hafen aus. Ein letztes Mal für diesen Urlaub soll das Aida Lied erklingen. Ein letztes Mal für diesen Urlaub soll man diesen Kloß im Hals verspüren.

Nein, es soll nicht sein. Ob aus Lärmschutz- oder sonstigen Gründen, wir wissen es nicht. Jedenfalls gibt es um Mitternacht kein Horn und keine Musik. Heimlich, still und leise gleiten wir einfach so davon, heraus aus Amsterdam, hinein in unseren 2. Seetag. –>

2. Seetag


Falls noch jemand einen Grund sucht, warum man eine Balkonkabine buchen sollte: Hier ist er! Man schlägt die Augen auf, die Sonne kitzelt einen in der Nase (sofern man auf der richtigen Seite ist) und man sieht jeden Morgen einen neuen Hafen!

   
Die Nautische Stunde. Vormittags am letzten Tag gibt es immer die nautische Stunde, wo man einem Mitglied der Brücke, hier einem ersten Offizier, fragen stellen kann. Damit alles etwas geordnet abläuft, schreibt man seine Fragen (leserlich!) auf einen Zettel. Die vom Offizier als Doktoren-Handschrift deklarierte erste Karte wurde wegen Unleserlichkeit übersprungen und dann kam meine. Beruflich bedingt ein Frage nach dem Wasser- und Abwassersystem, was dem im Flugzeug ähnelt (wie die Klimaanlage übrigens auch). Ich werde aber an einen Bordingenieur verwiesen — „Aber er spricht nur englisch!“ Ferner braucht es etwas Überzeugungsarbeit, dass es kein Problem mit der Toilette gebe, sondern dass ich nur ein paar Fragen habe. Schließlich treffe ich ihn dann in der Lobby auf Deck 5. Auf seinem Namensschild steht schlichtweg „Klempner“.


Apropos Technik. Diese will mal wieder nicht so recht. Wenn auch nicht mit einem globalen Stromausfall.


Eine Woche auf See hinterlassen Spuren. Auch auf dem Balkon, den wir sehr oft genutzt haben. Eine feine und edle Salzkruste bedeckt das gesamte Exterieur…

   
Wir lassen es uns noch einmal so richtig gut gehen! Erstaunlicherweise sind wir damit eine der wenigen. Die Saunen und Whirlpools sind verdächtig leer. Aber wir genießen einfach nur die Sonnenstrahlen draußen oder die Sicht aus den Panorama-Scheiben der Sauna.
Da die Strecke des 2. Seetags etwa nur halb so lang ist, wie die des ersten, fahren wir auch nur mir halber Geschwindigkeit und damit besonders spritsparend. Das hat einen irritierenden Effekt, denn unsere Geschwindigkeit ist identisch mit denen der Wellen und damit entsteht der Eindruck, als wenn wir gar nicht vom Fleck kämen!


Wir bereiten uns auf den Abend vor, denn er soll kalorienreich werden! Daher ist etwas Auslauf gar nicht so verkehrt. Es ist ohnehin herrliches Wetter und wir genießen einen schönen Sonnenuntergang!

   


Früher war mehr Lametta. Nein, früher war mehr Hummer! Zumindest meint das jemand mit anklagender Stimmt am Buffet. Nun, selbst Aida kann es nicht allen recht machen. Wir jedenfalls sind mehr als zufrieden, probieren uns mit unzähligen Häppchen durch das gesamte Programm und bestaunen die Arbeiten, die schnitzwütige Mitreisende in ihren Kursen erlernt haben. Denn all diese Skulpturen wurden von den Passagieren gebastelt und werden am nächsten Tas im Obstsalat landen, wenn die neuen Gäste an Bord gehen…


Unsere Crew hautnah. Beziehungsweise ein Teil davon. Das Schiff ist zwar riesig, aber irgendwie sieht man dann doch immer die selben Gesichter.


Und dann wird DANKE gesagt. Wir stoßen farbenfroh in den AIDA Farben an…



… und die gesamte Show- und Brückenbesatzung winkt noch ein mal mit einem Lächeln auf dem Gesicht (und denkt: Gott sei Dank sind sie weg! Aber so schlecht waren wir ja auch gar nicht :o) )


Eine Woche Entspannung, Wellness, gedämpftes Licht, kuscheliger Teppich, lauschige Hintergrundmusik geht zu Ende. Man fühlt sich regelrecht in Watte gepackt für eine Woche. Aber es gibt sie, die wenigen Momente, wo sich eine Tür öffnet und man wie bei Startreck durch ein Wurmloch in eine Andere Welt blickt. Eine Welt mit Neonröhren, gleißendem Licht, rutschfestem Fußboden und stählernen Treppen. Die Parallelwelt in einem Kreuzfahrtschiff. Faszinierend! Ob es da mal eine Führung gibt?


Letzter Punkt auf dem Veranstaltungsplan ist die Laser- und Video-Show auf dem Außendeck. Wie schon zu Beginn der Reise werden hier mit Licht und Nebel alle Register gezogen!


Aber es gibt sie auch, die komischen Momente auf einem Kreuzfahrtschiff. Die komischen Momente, die entstehen, wenn viele Menschen auf wenig Raum zusammen sind. Zumeist beim Abendessen. Wenn es doof ist, kann man sich zumindest bei Aida woanders hinsetzen, weil man ja freie Platz- und Restaurant-Wahl hat. Den Joker haben wir ja auch mal gezogen.

Manchmal kann es aber auch ganz lustig sein. Marco wäre zumindest fast adoptiert worden! Ihr Gemahl saß neben mir und war glücklicherweise etwas verklärter. Allerdings konnte er seine ihm Angetraute auch nicht zur Räson bringen. Naja, am letzten Abend darf man das vielleicht…


Apropos letzter Abend: Die Sterne funkeln und wir gehen nun in unsere Kabine…

Ausschiffen


Die Koffer sind schnell gepackt Smile.gif Sie müssen auch bis 2 Uhr morgens vor die Tür gestellt werden, damit sie nachher im Terminal wieder abgeholt werden können. Alternativ kann man seinen Koffer auch persönlich mitnehmen, dann darf man das Schiff aber nicht vor 12 Uhr verlassen, sondern muss warten. Nachteil: Die Kabine muss hingegen schon vorher verlassen werden! Wir entscheiden uns also, wie viele andere auch, für ersteres.


Man wacht morgens irgendwann auf und dann ist man schon wieder zuhause. Komisches Gefühl, praktisches Gefühl.


Wir stärken uns noch ein Mal richtig bei einem gemütlichen letzten Frühstück an Bord mit Blick auf unseren Heimathafen…


… um dann schließlich endgültig auszuschiffen und den schönsten Koffer in dem Wust heraus zu suchen. Aber es sieht schlimmer aus, als es ist, denn alles ist nach Decks sortiert.


Stilecht wie wir auch vor einer Woche angekommen sind, geht es wieder nach Hause: Wir nehmen die Fähre und sagen „unserer“ AIDAsol „tschüss“ und wünschen ihr stets eine Hand breit Wasser unterm Kiel!


Unsere Bilanz: Diese kleine Kreuzfahrt war ja ein Test, weil wir nicht wussten, wie das auf so einem Schiff ist. Wie das mit so einem Seetag ist. Wie schnell einem langweilig wird auf einem Schiff. Wie schnell einem schlecht wird auf einem Schiff…

Kurz: Alle Bedenken sind zerstreut! So eine Kreuzfahrt ist quasi wie eine Multi-Städtereise, wo das Hotel mitkommt! Langweilig wird einem dort garantiert nicht — selbst nicht bei einem Seetag. Aufpassen muss man vielleicht noch bei der Länge der Reise, denn ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann den Überblick verliert, wann man wo war.

Generell muss man sagen, dass das AIDA Konzept ein sehr gut durchdachtes ist und dass alle Gruppen angesprochen werden und für jeden etwas dabei ist. Egal ob jung oder alt, Familie oder Pärchen, Single oder Gruppe. Wer sich hier langweilt, ist selber schuld!

 

Zahlen und Fakten:

Zurückgelegte Strecke 2442 km

  • Durchschnittsgeschwindigkeit 14,6 Knoten oder 27 km/h
  • Deplacement (Verdrängung, sprich Gesamtgewicht): 37.000t

Temperatur:

  • Maximal 12°C in Southampton
  • Minimum 5°C in Hamburg bei Abfahrt
  • Wassertemperatur Nordmeer 9°C

Wind

  • kräftigster Teil der Fahrt: HH – Southampton
  • Wind SW 9
  • Höchste Wellen dort 3,5m aus SW

Brennstoff 320t

  • pro Tag 45,7t
  • 3,8 Liter/Person/100km

Wasser 469t pro Tag

  • 163 Liter pro Tag und Person
  • 20 Liter weniger als letzte Reise (Der Kapitän reagierte mit Unverständnis auf den Applaus)

Brücke

  • 283 Tassen Kaffee auf Brücke
  • 1 Radiergummi
  • 2 Bleistifte
  • 10 Seekarten
  • 2578 Logbucheinträge

84t Proviant

  • 4kg pro Person und Tag
  • Fleisch 10,2t
  • Fisch 4,725t
  • Eier 26102
  • 2895 Burger
  • Eis 2468 Liter = 19744 Kugeln
  • Obst: 13,5t, davon 3,5t Ananas
  • Gemüse: 13,95t

Getränke

  • 9465 Flaschen Bier
  • 4860 Liter Fassbier in den Restaurants
  • 2376 Liter Fassbier im Brauhaus
  • Rotwein Rot Chateau de Karaffe :4600 Liter
  • Weißwein Chateau de Migräne: 5400 Liter

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.