2015-01 Geburtstag in Dänemark

Schwäbische Köstlichkeiten in Dänemark — vom 24. bis zum 31. Januar 2015

Geburtstag in Dänemark. Es ist doch immer wieder schön, wenn man einen Geburtstag in einer tollen runde feiern kann. Um so besser, wenn es auch noch im Urlaub ist!

Anreisen


Nach der Gesundschrumpfung im letzten Jahr sind wir wieder mit einer ordentlichen Mannstärke in Dänemark anwesend. Was auffällt ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, sprich Schwaben vs. Hamburger. Da helfen auch die balancierenden Elemente aus Ost und West nicht weiter…


Wie immer geht es zu unchristlich früher Stunde ab Hamburg los. Mit allen. Zumindest fast allen. Jeder, der mit dem Auto anreist (und das sind n-2) hat in Hamburg bzw. bei Robin sein Nachtlager aufgeschlagen, so dass wir am Samstagmorgen im geschlossenen Verband gen Norden düsen.


Wobei von „düsen“ gar keine Rede sein kann, denn das Wetter lässt eine erhöhte Fahrgeschwindigkeit eher nicht zu. Auf der Autobahn herrscht grau-weißes Schneetreiben und so kommen wir teils nur im Schritttempo voran.


Unterdessen im Westen der Republik:

Simon macht sich auf den Weg nach Dänemark. Dass Rene ja bezüglich der Anreise eine Extrawurst braucht und immer mit der Bahn anreist, ist mittlerweile schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Nun ist aber auch Simon auf diesen Zug aufgesprungen und reist — nein, nicht per Bahn — per Flieger an! Der Regionalflughafen Aalborg (AAL) ist die nächstliegende Verbindung. Natürlich nicht als Direktflug, sondern via Amsterdam…

Felnsborg


Je weiter man nach Norden kommt, desto besser wird das Wetter. Commander Andreas hat es 2007 schon gepredigt und er sollte Recht behalten. Wir sind mit nur einer halben Stunde Verspätung in Flensborg angekommen und zumindest das Schneetreiben hat aufgehört.


Leif & Steffi haben uns wieder zum Frühstück eingeladen! Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle, denn wenn von jetzt auf gleich fast ein Dutzend Leute einfallen und eine Stunde später unter Hinterlassung eines Haufen Brötchen-Krümel wieder weg sind, ist das alles andere als selbstverständlich.

Aber vielleicht fällt das Frühstück in Flensborg ja auch nächstes Jahr aus und stattdessen kommen die Beiden ja wieder mit nach Dänemark! Der Malinsvej 16 ist ja noch frei 🙂


Januar ist ja kurz nach Weihnachten und so gibt es auch bei den beiden wieder tolle Dinge zu bestaunen. Lego-Häuser! Mit einer atemberaubenden Detailverliebtheit in mehreren Ebenen aufgebaut und auseinandernehmbar. Definitiv faszinieren — nur nichts für Kinder! Dafür aber umso mehr für Erwachsene…

Apropos Erwachsene: Herbergsvater Jan mahnt gnatzelig zum Aufbruch! Jaaahaaa!!!


Wir überqueren die Grenze bei trübem Schmuddelwetter — wie eigentlich jedes Jahr und fallen gemeinsam beim Bilka ein!

Da Jan immer noch quengelig ist, düsen er und das Auto von Robin, als Mieter des Malinsvej 20 auch mehr oder weniger Non-stop weiter, während der Rest der Bande die Einkäufe erledigt. Delegieren ist hier das Stichwort!

Malinsvej 18


Viel getan hat sich nicht. Es gibt neue Betten und ein neues Fernseh-Möbel und eine Dusch-Stange im großen Bad! Das war es schon. Björn nutzt das Haus mittlerweile als Goldesel, der im Sommer pro Woche vierstellige Beträge abwirft!

Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages zumindest mal die Bäder einer Renovierung unterzogen werden. Diese Kunststoff-Pannele sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Modern ist definitiv etwas anderes. Und schön sind sie auch nicht mehr… Vielleicht im nächsten Jahr!

Malinsvej 20


Wie es dazu kam… Die letzten beiden Jahre hatte Robin den Malinsvej 16 gemietet, konnte letztes Jahr jedoch nicht mitfahren. Ergo waren Axel & Conny alleine in dem großen Haus. In den Wirren des inzwischen abgelaufenen Jahrs sind nun die Kontaktdaten von dem Herrn Besitzer verschwunden. Da hilft also anscheinend nicht einmal verteilte Datenhaltung!

Björn erklärte sich auf Nachfrage von Jahr aber bereit, da einmal zu recherchieren. Aber da er ja auch Geschäftsmann ist, empfahl er uns die Nummer 20, die nämlich einem Freund gehört! Praktischerweise macht er auch gleich die Wohnungsübergabe und so kam es, dass das zweite Haus in diesem Jahr einen atemberaubenden Ausblick und eine winzige Sandkiste hat.


Ferner auch noch eine hübsch und sauber geflieste Dusche…


… und eine zentrale Ölheizung! Der naive beobachte und DK-Urlauber denkt nun, dass die Betriebskosten dieses Hauses durch die Ölheizung ins bodenlose fallen müssten. Da aber an irgendeiner obskuren Zähleruhr abgelesen werden musste, werden wir nach einer Woche in Dänemark keinen Unterschied zwischen Öl- und Stromheizung feststellen!

Bier um 4


Dänemark startet ja eigentlich immer erst um 4 mit dem Bier am Strand. Und daher schmeißen wir nur kurz unsere Klamotten in die Häuser und düsen gleich weiter runter zum Strand, bevor die Sonne ganz weg ist, die uns aber zusammen mit den Vögeln noch ein tolles Schauspiel liefert!

Heute war es zu aller Freude weder windig noch sonderlich kalt. Es reicht sogar noch für ein zweites Bier und einen ersten gemütlichen Plausch in der neuen Konstellation mit ein paar neuen Mitreisenden…

Apropos neue Mitreisende: Hier ist die ganze Rasselbande von DK15!

Andreas Axel Conny
Daniel Frank Jan
Manuel Markus Martin
Rene Robert Robin
Simon Torben

Endlich Hotdogs


Nach dem Strand die übliche Arbeitsteilung: Die Einen kaufen ein, die anderen holen Rene ab. Beim Einkaufen können wir den Rekord vom letzten Jahr nicht noch einmal übertreffen. So teuer, wie letztes Jahr haben wir nicht wieder eingekauft!

Dafür aber werden Robert & Martin endlich das Pfand von vor 3 Jahren los, was sie zwar seit dem nicht durch die Gegend, dafür aber brav im Keller gelagert haben! Es kommt hier auch nichts weg!


Und dann gibt es sie endlich, die Hotdogs. Diese roten Dinger schmecken zwar unterirdisch und nach 2 Stück ist einem auch regelmäßig schlecht, aber sie gehören halt immer mit dazu und es ist definitiv etwas, worauf man sich freut!


Bevor sich die Masse im Magen dann zu einem steinharten Klumpen verfestigt, muss noch gespült werden. Jan hat dafür etwas ganz besonderes mitgebracht. Statt des üblichen Aalborg Aquavits hat er von Oma eine Flasche Jubiläums-Aalborg geschenkt bekommen. Vermutlich preislich eine andere Liga. Aber geschmacklich definitiv eine andere Liga! Endlich mal ein Aalborg, der auch schmeckt! Unnötig zu erwähnen, dass wir keine weitere Flasche des Standard-Fusels gekauft haben…


Der Abend endet mit viel Planschen und viel Schaum nebenan im Nassbereich!

Und es gibt noch eine Neuerung: Die Whirlpool-Wanne hat endlich wieder eine Handbrause! Endlich wieder einfaches Entfernen der Speckstippe und ein unbeschwerter Pool-Genuss beim nächsten Mal!


Da muss man erst in den nördlichen Zipfel von Dänemark reisen um diesen schnuckligen Trick bezeigt zu bekommen, mit dem eine Chips-Tüte auf der Sofa-Lehne einrasten kann 🙂

Spaziergang


Der Höhepunkt eines dänischen Frühstücks sind zweifellos die Brötchen. Sowohl die klassischen als auch die „Wickelbrötchen“ sind mit nichts in Deutschland erhältlichem zu vergleichen. Der Preis übrigens auch nicht. Die Brötchen sind vergoldet! Alleine diese Schicke Tüte schlägt mit 4,5DKK (0,60EUR) zu buche. Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass wir diesen Zuschlag nie zahlen mussten.

Und was gibt’s dazu, zu den Brötchen? Marmelade von der Boysenbeere, von der Orange, Schoko-Plättchen, nekrotische Wurst, Leberpastete oder Rührei. Abwechslung muss sein!


Das Wetter lockt uns nach draußen und wir machen eine kleine Runde durch die verlassene Ferienhaussiedlung. Erst geht es Richtung Plantagevej, wo die Staubigs und Uli residierten — wir vermissen euch! — und dann weiter einen großen Bogen durch viele Ferienhäuser wieder zurück. Teilweise stehen da echt schicke Hütten am Wegesrand! Ob man nicht mal wechseln sollte?

Auf der Zielgeraden springt plötzlich ein älterer Herr Mitte / Ende 60 aus dem Gebüsch und quatscht und an. Auf Dänisch. Unserem Eulengesicht (große Augen, dicke Backen) entnimmt er folgerichtig, dass wir des dänischen nicht mächtig sind und schaltet auf fließendes Englisch um. Ob wir ihm nicht mal helfen könnten, seine Motorsäge sitzt fest. Wir fällen also unseren ersten Baum in diesem Jahr und haben schon eine gute Tat vollbracht!

Jetzt stellt sich die Frage: Welcher Deutsche diesen Alters wäre wohl in der Lage, eben diese Konversation auch auf Englisch zu bestreiten? Ich fürchte, nur sehr wenige…


Die DK-Truppe ist rein von den Jahrgängen her eine bunte Mischung und so stoßen schon manchmal die “digital natives“ auf die “digital immigrants“ auf einander. Oder sollte man besser sagen: “digital refuser“?


Wir haben dennoch all unsere Einkäufe herrlich analog nach Hause bekommen und lassen den Tag am Kamin mit einem tollen Sonnenuntergang und einer schönen blauen Stunde ausklingen…

Ønskeskive 2015


Und dann ist es endlich soweit! Der Malinsvej 18 im Allgemeinen und Jan im Besonderen laden zur Präsentation der Wunschscheibe 2015 ein!


Aber zuvor gibt es erst einmal Hotdogs satt! Und hinterher noch einen kleinen Verteiler. Nur einen Kaffee gab es aus strategischen Gründen hinterher nicht…

Und dann ist es endlich soweit. Die große Raterunde mit Jan. Eigentlich fehlen noch Trommelwirbel und Nebel, aber Jan versteht es auch so ganz gut, die Show ohne Accessoires durchzuführen.

Und hier ist sie, die Wunschscheibe 2015:

  1. Unheilig – Zeit zu Gehen – Axel
  2. Joe Cocker – When the Night Comes – Markus
  3. Billy Joel – The Downeaster „Alexa“ – René
  4. Nick Cave & The Bad Seeds – The Weeping Song – Daniel
  5. The Kelly Family – An Angel – Manuel
  6. Culture Beat – Rendez-Vous – Frank
  7. Ruperts Kitchen Orchestra – Urlaub – Torben
  8. Cabadzi – Cent Fois – Andreas
  9. Die Toten Hosen – Tage wie Diese – Robin
  10. Iyeoka – Simply Falling – Simon
  11. Element of Crime – Jetzt musst Du springen – Robert
  12. B.J. Thomas – Raindrops Keep Falling on my Head – Martin
  13. Van Halen – Why can’t this be Love – Jan
  14. Pet Shop Boys – Go West – Conny


Eis geht ja immer…

Weißwurst Frühstück



Wir sind im Panorama-Haus eingeladen. Zum vermutlich nördlichsten Weißwurstfrühstück überhaupt!

Die Weißwurst darf das Mittagsgeläut nicht mehr hören. In Norddeutschland relativ unproblematisch, da hier selten Kirchenglocken die Uhrzeit anzeigen. Daher essen wir Weißwurst auch gerne Mal als Abendessen… Der Vorteil dieser komischen Wurst in Dänemark ist, dass die Regel „kein Bier vor 4“ durch das Weißbier ausgestochen wird. Wir erwarten also einen feucht-fröhlichen Tag *hicks*


Die Brezeln haben es irgendwie nicht ganz bis in den Norden geschafft. Stattdessen helfen aber auch Rosinen-Brötchen, den drohenden Senf-Mangel anzuwenden.

Meiner Meinung nach wurde die Weißwurst ohnehin nur erfunden, damit man diesen leckeren süßen Senf für irgendetwas gebrauchen kann 🙂


Und zum Nachtisch gibt es… Ja ist denn heut schon Ostern? Hier in Dänemark ist aber auch dieses Jahr alles kreuz und quer!

Rubjerg


Dänemark hat quasi nicht stattgefunden, wenn wir nicht kontrolliert haben, ob der Leuchtturm in Rubjerg noch steht. Deswegen sind wir wieder auf eine Kontrollfahrt gegangen. Auch müssen wir natürlich Manuel die Düne hoch scheuchen.


Wir stellen fest, dass er noch nicht die Steilküste hinunter gefallen ist 🙂

Freundlicherweise wurden wir dieses Jahr auch wieder nicht sandgestrahlt; es wehte nur ein laues Lüftchen und es war fast schon angenehm!


Den kulinarischen Höhepunkt hat Heute Rene besorgt. Und damit keiner sagen kann, dass wir immer das Gleiche essen: Statt der Ochsenschwanz-Soße gibt es dieses Mal Pfeffer-Soße!

Und eine Profi-Bedienung! Und ja, die Teller haben den Weg in die Küche gefunden — an einem Stück.


Nach dem Essen sollst Du ruh’n und keine 1000 Schritte tun.


Und nein, unsere Fahrt wurde nicht von IBM gesponsert, obwohl die Thinkpad-Dichte in unserem Haus besonders hoch ist!


Obwohl wir an der Küste sind, essen wir viel zu wenig Fisch, finde ich! Da freut man sich schon auf die seltene Lachs-Einheit am Morgen danach!

Baumarkt


Manch einer besichtigt im Urlaub Kirchen und Schlösser. Wir besichtigen im Urlaub Baumärkte! Mal sehen, ob es Unterschiede gibt…


Und tatsächlich, es gibt sie. In Deutschland gibt es den Frostschutz-Zusatz für das Wischwasser im Auto im praktischen 5-Liter-Kanister. Der Kanister ist deswegen so groß, weil man beim Einfüllen dieser Unmenge in das kleine Loch etwa 1/3 davon verschüttet.

Da ist die dänische Variante wesentlich praktischer: Mit der Schwabbel-Tüte kann man viel besser zielen und dosieren. Außerdem bringt sie auch weniger Abfall mit sich.


Aber es hat ja auch seinen Grund, dass wir im Baumarkt sind. Und der ist nicht nur Sightseeing, sondern auch die Dachrinne von Robert & Martin. Ein Geschenk der Nachbarn. Unvollständig. Und dänischer Herkunft. Da die Rohre und allesamt 2,5cm kleiner sind, als das deutsche Gardemaß, muss also das dänische Original her. Mit Erfolg übrigens!


Neben den Dachrinnen, dessen Beschaffung vergleichsweise einfach ist, muss noch ein weiteres Teil importiert werden: Glühlampen. Im Zuge des Energiesparwahns bekommen Nieschenprodukte wieder einen höheren Stellenwert und so muss es im Hause Jan & Frank ein mundgeblasenes und handgewickeltes Leuchtmittel aus der Manufaktur sein. Selbstverständlich gibt es die nicht überall zu kaufen, wir werden dennoch zügig fündig.

Lediglich die Kratzer-Kontrolle der Glaskörper ist dann wieder etwas aufwändiger. Nur 3 von 7 der inspizierten Lampen schaffen es in den Einkaufskorb. Der Verkäufer trägt es mit Fassung.


Dann folgt noch ein kleiner Groß-Einkauf, denn das Abendessen wirft seine Schatten voraus…

Man beachte übrigens den multifunktionalen Einkaufswagen, der sowohl für Kinder als auch für Kleinteile zu gebrauchen ist!


Da das Abendessen länger braucht, gibt es vorweg schon mal ein Not-Brot oder Ohnmachtshappen 🙂


Es gibt “Boeuf Bourguignon“. Irgendwie so etwas Ähnliches wie ein Burgunderbraten, nur in Gulasch-Form. Und das braucht halt seine Vorbereitung und seine Zeit! Während die Einen dabei durchs Fenster schauen…


… gibt es für andere ein Kartoffel-Schäl-Video!


Wichtigste Zutat: Ein Bordeaux. Ein GROSSER Bordeaux!


Und dann lasse man alles mindestens 2 Stunden lang köcheln, bis der Alkohol wieder raus ist…


Ein solch aufwändiges Essen verlangt natürlich aufwändig gedeckten Tisch!


Aber das Warten und die Mühen haben sich gelohnt! Es war definitiv außerordentlich lecker und schmeckte am Tag darauf sogar noch mal besser. Übrigens erweisen sich Spätzle als ein hervorragender Soßen-Träger!


Und zum Abschluss gibt es noch einen Kümmel und ein winziges Pfefferminzplätzchen!


Neben der Lachseinheit gibt es auch noch die Wursttellerkompetenz. Eigentlich ist Jan dabei das Maß aller Dinge, aber mittlerweile hat sich auch Torben ganz gut gemausert. Und das Käse schneiden mit dem Draht-Schneider klappt dank des Bilka-Ausflugs Tags zuvor und des Demonstrationsvideos in der Endlosschleife jetzt auch ganz hervorragend!

Skagen

Der Malinsvej 20 macht einen Ausflug nach Skagen. Mit Wind-Garantie! Beeindruckend ist es natürlich schon. Nur müsste man es irgendwie mal hin bekommen, diesen Leuchtturm zu besteigen. In Hirtshals geht das ja schließlich auch. Dann würde man endlich mal von oben sehen, wie die relativ scharfe Trennlinie zwischen Nord- und Ostsee verläuft!

Und auch die Versandete Kirche bei Skagen um die Ecke steht noch. Aber da die Wanderung der Düne ohnehin schon seit Jahrzehnten zum Stillstand gekommen ist, passiert hier auch nicht mehr viel…

Wetterkapriolen

Geweckt werden wir durch eine Dampflock. Naja, fast zumindest. Geweckt werden wir durch unerbittliche Sonnenstrahlen, die in der Nase kitzeln. Zumindest diejenigen, deren Zimmer nach Osten raus gehen. Und das ist nur das Kinderzimmer von Manuel und mir.

Dafür haben wir auch ungehinderten Blick auf die Solarthermie-Anlage, die am oberen Grenzwert arbeitet und da wir nicht genug Wärme abnehmen können, ständig durch das Überdruckventil abpfeift. Aber dank der riesigen Panorama-Scheiben in Wohnzimmer und Poolraum wird es auch ohne Wärmetauscher fast unerträglich warm!

Also beschließen wir, einen Ausflug zum Strand zu machen und Sonne, Meer und Dünen zu genießen. Das ist auch sehr von Erfolg gekrönt, es ist nahezu windstill und herrlich sonnig, dass man fast das Strandtuch herausholen möchte, wenn man denn eines mit hätte.

Dem aufmerksamen Beobachter sind aber nicht die Wolken entgangen, die von Süden her aufziehen. Dort ist es auffällig dunkel. Wir eilen also aus dem riesigen Sandkasten zurück in das Auto. Gerade rechtzeitig, denn es fängt an zu schneien! Immerhin so viel, dass auch etwas liegen bleibt. Parallel dazu fällt natürlich die Temperatur. Die Sonne steht auch schon wieder so tief, so dass die Sonnenkraftanlage im Schatten ist. Wir werden also wieder den Kamin an und genießen die Weiß-Blaue Stunde vom Sofa aus bei einem Bier um 4…

Spätzle, Maultaschen und Geburtstag

Wohin auch immer die Deutschen in den Urlaub fahren, erwarten sie einheimische Küche. Und mit einheimischer Küche ist nicht etwa die des besuchten Landes gemeint, sondern deutsche Küche {{smile

Und so kommt es, dass es nach Labskaus, Weißwurst und Maultaschen nun noch Spätzle gibt! Selbst gemacht, wie es sich für einen guten Schwaben gehört. Mit einer praktischen Presse. Es ist ganz einfach. Wenn auch anstrengend. Und es ist ganz lecker. Wenn auch salzig. Nein, letzteres stimmt nicht! Es kommt zwar eine Unmenge an Salz hinein, aber das scheint misteriöserweise irgendwie zu verschwinden. Wir halten fest: The secret ingredient is salt!

Übrigens funktioniert die Spätzle-Presse sowohl in Schwaben (selbstverständlich) als auch in Dänemark durch schwäbische Bedienung (wen wundert’s) als auch in Hamburg durch akzentfreies Zureden {{smile Danke Manuel!

Der Vorteil von Spätzle ist, man kann sie in großen Mengen auf Vorrat produzieren und hinterher einfach warm machen, in Butter schwenken oder zu Boeuf Bourguignon als kleinen Mitternachtssnack verputzen.

Und wer vorarbeitet hat hinterher noch mal Zeit, ein kleines Bad im großen Pool zu nehmen!

Der Malinsvej 20 hat erneut geladen. Zum schwäbischen Abend. Neben den aus dem letzten Jahr bekannten Maultaschen gibt es noch besagte frische Spätzle und diesen unaussprechlichen Salat, den der Rest der Republik als Kartoffelsalat (wahlweise lauwarm) bezeichnet.

Ich glaube aber, und da sind sich Nord und Süd, Ost und West und die Hessen einig, das wichtigste am Essen ist der Verteiler hinterher!

Und es gibt dieses Jahr sogar etwas zu feiern. Das gibt es natürlich immer in DK, aber dieses Mal haben wir ein Geburtstagskind unter den Gästen: Markus hat seinen Ehrentag und wir haben sogar eine kleine Torte gezaubert! “Hjertelig tillykke!“

Abflug

Abflug im wahrsten Sinne des Wortes. Und dann auch noch einen Tag eher. Leider muss Manuel schon etwas eher abreisen. Und dann auch noch in aller Herrgottsfrühe quasi vor dem Aufstehen. Eine ausgesuchte Delegation fährt und begleitet ihn zum Flughafen nach Aalborg (AAL) von wo Tags darauf auch der Simon wieder abfliegen wird. Während Simon mit KLM über Amsterdam fliegt, macht Manuel einen Abstecher über Kopenhagen.

Im Zuge der Verlagerung von Arbeit vom Dienstleister hin zum Kunden „darf“ der Fluggast hier auch selber einchecken und muss sich im Gegenzug mit der Technik herum ärgern. Der naive Beobachter stellt sich nämlich die Frage, wieso man nicht jede Airline an jedem Terminal einchecken kann!

Das Morgengrauen verspricht einen herrlich sonnigen Tag…

… welches auch gehalten wird! Wir drehen noch mal eine Runde am Strand. Diesmal nach Norden rauf, sprich wenn man auf den Strand in Blokhus rauf fährt, dann nach links abbiegen.

Man fährt entlang einer ganz frischen Steilküste. Da scheint der Winter definitiv deutliche Spuren im Sand und in den Dünen hinterlassen zu haben. Da wird der Küstenschutz im Laufe des Sommers wohl wieder viel zu tun haben, um den verbleibenden Sand zu sichern.

Wir sind schon lange nicht mehr Papst. Daher steigt auch kein weißer Rauch aus dem Schornstein, sondern pechschwarzer! Da muss man wohl mal wieder etwas den Ofen tunen!

Weißer Rauch wäre allerdings wesentlich angebrachter! Denn eine kleine Delegation war in Alborg zum Shoppen und Jan hat im Parkhaus sein Portemonnaie auf dem Parkschein-Automaten liegen gelassen. Eine nette und ehrliche Dänin hat es gefunden, bei der Polizei abgegeben und einen lieben Zettel an Jans Auto geheftet. Jan hat seine Geldbörse wieder und hatte noch ein charmantes Telefonat mit der Dame, wo er sich noch mal ausführlich bedankt hat! Es gibt noch ehrliche Menschen!

Das gemeinsame Pizza-Essen im Restaurant am letzten Abend haben wir nun definitiv abgeschafft. Stattdessen laden wir zum Reste-Essen in die 18 ein. Unnötig zu erwähnen, dass auch dabei noch etwas übrig geblieben ist, oder?

Planschen

Nach dem Essen sollst Du ruh’n oder ganz viel planschen tun!

Wir entscheiden uns für letzteres und ziehen am Abend noch mal alle Register! Maximaler Rutschen-Spaß im Swimming-Pool und maximale Verschäumung im Whirlpool garantieren ein spritziges Vergnügen bis weit nach Mitternacht!

Um die Stromkosten und die Lärmbelästigung in Grenzen zu halten, stellen wir die meiste Zeit die Luftentfeuchtung im Poolraum aus und führen statt dessen Stoßlüfen durch die Mini-Tür zur Terrasse und dem Fenster in der Toilette durch. Besonders nach der Rutschen-Aktion ist die Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 150%! Reißt man dann alle Fenster auf, sitzt man sofort im herrlichen Nebel. Ein schöner Anblick — aus der warmen Wanne heraus {{smile

Abreise

Trotz des Koffer-Pack-Verbots am Vorabend und langem Geplansche im Pool ist der Morgen der Abreise nicht stressig. Alles ist ein eingespieltes Team und es flutscht. Aufstehen, duschen, Feuer und Frühstück machen, Koffer packen, kurz durchfegen, fertig. Wie üblich macht es uns Blokhus wieder mal nicht leicht, uns zu verabschieden. Es wird wieder ein herrlicher Morgen!

Aber die Autos müssen gepackt werden. Die Regenrinnen werden verstaut. Erstaunlicherweise passt alles rein. Obwohl wir wieder gefühlt mehr mit gen Süden nehmen, als wir nach Dänemark mitgebracht haben…

… Das liegt vielleicht wieder mal an der Lebensmittel-Tombola! Man will ja nichts wegschmeißen. Und so wird auch diesmal wieder alles brav aufgeteilt.

Dann noch fix bezahlen. Jörn ist ja auch schon da mit seiner Putzkolonne.

Und auf geht’s nach Hause! Simon mit dem Flieger…

… und der Rest mit dem Auto.

Oh, aber das Leergut bitte nicht vergessen!!!

Bilka

Und dann geht es in Kolonne bis nach Vejle zum Bilka. Kolonne fahren ist ja für gewöhnlich sehr nervig. Aber da man in Dänemark ja ohnehin im Schneckentempo unterwegs ist, kann man das hier durchaus vertreten. Außerdem haben wir ja eh ein gemeinsames Ziel: Shoppen und Schlemmen.

Neben ein paar dänischen Spezialitäten (Diverse Soßen, nekrotische Wurst, Schokolade und Flach-Kuchen) gibt es noch Kaffee und Kuchen vor Ort oder aber den einen oder anderen Burger mit Pommes.

Den Grenzübergang übersehen wir fast. Das schöne Wetter aus Nordjylland reicht bei weitem nicht bis nach Deutschland, welches unter einer Nebelsuppe verborgen liegt.

Und es gibt sogleich noch eine kleine Nachlese zu DK15: Die Hamburger und die Schwaben treffen sich noch einmal zum Burger Essen und Cocktails trinken in Barmbek, bevor die Süddeutschen am Sonntag weiter reisen.

Und die Bilanz? Wir haben wesentlich weniger Holz gebraucht. Gefroren haben wir nicht. Mehr Strom war es auch nicht. Es muss also am schönen Wetter gelegen haben! Was jedoch gewiss ist: Wir hatten wieder eine tolle und bunte Woche in Dänemark!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.